Blaue Flecken (Hämatome) und Muskelkrämpfe sind weit verbreitete Beschwerden, die viele Menschen im Laufe ihres Lebens erfahren. Während sie oft harmlos sind, können sie in einigen Fällen auf tieferliegende Gesundheitsprobleme hinweisen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen von blauen Flecken und Muskelkrämpfen, wobei ein besonderer Fokus auf den Zusammenhang mit Thrombosen, Lipödemen, Immunthrombozytopenie (ITP) und peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) gelegt wird.
Ursachen blauer Flecken
Äußere Einwirkungen
Die häufigste Ursache für blaue Flecken sind äußere Einwirkungen wie Stöße, Prellungen oder stumpfe Gewalt. Diese mechanischen Traumata verletzen die kleinen Blutgefäße unter der Haut, was zum Austritt von Blut ins umliegende Gewebe führt. Wenn man sich ungünstig das Schienbein an der Bettkante stößt, ist schnell eindeutig, woher der blaue Fleck kommt.
Medikamente und Blutgerinnungsstörungen
Bestimmte Medikamente, insbesondere Blutverdünner und Gerinnungshemmer, die häufig älteren Menschen verschrieben werden, können das Risiko für blaue Flecken erhöhen. Diese Medikamente reduzieren die Blutgerinnung als Teil der Therapie, beispielsweise nach einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt. Blutgerinnungsstörungen können angeboren oder erworben sein und zu einer erhöhten Häufigkeit von blauen Flecken führen. Diese Störung beeinträchtigt die Fähigkeit des Körpers, Blutungen effektiv zu stoppen, wobei selbst bei geringfügigen Verletzungen ausgedehnte blaue Flecken entstehen.
Vitaminmangel
Ein Mangel an bestimmten Vitaminen, insbesondere Vitamin C und Vitamin K, kann die Blutgerinnung beeinträchtigen und somit die Entstehung von blauen Flecken begünstigen.
Alter
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit für blaue Flecken. Dies liegt daran, dass die Elastizität und Stabilität der Blutgefäße nachlassen und die Haut dünner wird.
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Krankheiten
Verschiedene Krankheiten können zu einer erhöhten Neigung zu blauen Flecken führen. Dazu gehören Lebererkrankungen, die die Produktion von Gerinnungsfaktoren beeinträchtigen, eine vergrößerte Milz, die zu einem verstärkten Abbau von Blutplättchen führen kann, und Blutplättchenmangel.
Lipödem
Häufig spät erkannt kann auch ein Lipödem die Ursache dafür sein, dass Sie schnell blaue Flecken bekommen. Bei vielen Patienten sind meist zunächst die Beine betroffen. Dabei werden diese berührungs- und schmerzempfindlicher. Je mehr das Krankheitsbild fortschreitet, desto mehr entsteht eine Dellenbildung und die Hautoberfläche wird uneben. Es entwickeln sich Spannungsgefühle, die weder bei Ruhe, Hochlegen der Beine noch bei körperlichen Aktivitäten nachlassen. Die betroffenen Körperteile fühlen sich oft kalt an und man neigt zu blauen Flecken. Das wichtigste Kriterium, dass die Erkrankung von anderen ähnlichen Krankheitsbildern unterscheidet, ist die Tatsache, dass ein Lipödem symmetrisch auftritt.
Immunthrombozytopenie (ITP)
Zu den häufigsten sichtbaren Symptomen der Immunthrombozytopenie (ITP) zählen vor allem stecknadelkopfgroße Einblutungen (Petechien) der Haut und Schleimhäute sowie blaue Flecken. Daneben können zahlreiche weitere Beschwerden auftreten. Vor allem Fatigue, eine bleierne Müdigkeit und anhaltendes Erschöpfungsgefühl, stellen für viele Betroffene eine Belastung dar. Die typischen Blutungssymptome der ITP sind die Folge des Thrombozytenmangels im Blut. Bereits nach kleinen Stößen bilden sich bei vielen Betroffenen blaue Flecken, und kleine Verletzungen bluten typischerweise ungewöhnlich lang.
Bluterguss im Oberschenkel
Unter einem Bluterguss im Oberschenkel versteht man eine durch verschiedene Ursachen entstandene Einblutung im Bereich des Oberschenkels mit daraus resultierenden Beschwerden und Beeinträchtigungen. Als Ursache für Blutergüsse am Oberschenkel können mehrere Ursachen infrage kommen. Die wohl häufigste Ursache für einen Bluterguss im Oberschenkel ist die Verletzungen, infolge von Traumata und Unfällen. Neben den Verletzungen können auch Druckstellen, die unbemerkt entstanden sind, dazu führen, dass es zu einem Bluterguss kommt. Als eine eher seltenere Ursache für ein Hämatom des Oberschenkels wäre die Blutgerinnungsstörung oder aber auch die medikamentöse Blutverdünnung zu nennen, die zu einem Bluterguss im Oberschenkel führt.
Ursachen von Muskelkrämpfen
Wadenkrämpfe
Fast immer ist die Wadenmuskulatur betroffen; gelegentlich kann sich die Kontraktion bis auf die Zehenmuskel ausbreiten. Stehen oder gehen bringt in der Regel sofortige Erleichterung. Wadenkrämpfe sind in der Regel harmlos, setzen aber meist plötzlich ein und die Schmerzen können sehr heftig sein. Nach besonders schmerzhaften Krämpfen kann ein Muskelkater zurückbleiben. Gerade die nächtlichen Wadenkrämpfe sind besonders lästig und können die Nachtruhe erheblich stören. Fast jeder Erwachsene hat einmal Wadenkrämpfe erlebt; annähernd jeder 3. leidet zumindest gelegentlich unter diesen Beschwerden. Der an sich harmlose Wadenkrampf kann unter Umständen gefährlich werden.
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Zusammenhang mit Thrombose
Einige Menschen bluten auffällig schnell und bekommen bei kleinsten Vorfällen blaue Flecke. Blutgerinnungsstörungen gehören zu den Ursachen einer Thrombose. Eine Beinthrombose kann verschiedene Bereiche des Beins betreffen - vom Oberschenkel bis zum Fuß. Je nach Lage können unterschiedliche Symptome auftreten. Bitte beachten Sie: Die Symptome können individuell stark variieren oder ganz fehlen. Manchmal sind die Veränderungen im Zuge einer Beinthrombose kaum erkennbar. Deshalb reicht der Blick von außen allein nicht aus, um sicher eine Thrombose zu diagnostizieren. Ein Arztbesuch ist immer nötig, um die Diagnose zu bestätigen oder auszuschließen.
Symptome einer Beinthrombose
Patienten beschreiben oft ein unangenehmes Gefühl im Bein. Auch im Unterschenkel können tiefe Venen betroffen sein. Wie lange dauert eine Thrombose in der Wade? Eine Thrombose in der Wade heilt nicht in ein paar Tagen ab, sondern meist über Wochen bis Monate. Wie lange sie anhält, hängt stark ab von Ausdehnung und Lage des Blutgerinnsels, vorhandenen Risikofaktoren und davon, wie früh sie behandelt wurde. Der behandelnde Arzt wird sich zunächst über die Beschwerden des Patienten erkundigen. Bei einer tiefen Venenthrombose im Bein verspüren Betroffene häufig ein Schwere- und Spannungsgefühl des betroffenen Beinabschnitts. Diese Beschwerden lassen meist nach, sobald Sie das Bein hochlagern. Hinzu kommt, dass sich das betroffene Bein deutlich wärmer anfühlt als das gesunde Bein. Eine Thrombose im Bein kann sich durch einseitige Symptome wie Schwellung, Schmerzen, Wärmegefühl oder eine Veränderung der Hautfarbe zeigen. Auch ein Spannungs- oder Schweregefühl kann ein frühes Anzeichen sein. Eine Beinthrombose kann nahezu schmerzfrei verlaufen oder nur unspezifische Beschwerden verursachen, etwa ein leichtes Ziehen oder ein Schweregefühl im Bein. Thrombose-Schmerzen werden häufig als ziehend, drückend oder spannungsartig beschrieben und gehen oft mit Schwellung, Wärme oder Hautveränderungen einher.
Gefahren einer unbehandelten Thrombose
Eine unbehandelte Thrombose kann lebensbedrohlich sein, da sich Teile des Blutgerinnsels lösen und in die Lunge wandern können (Lungenembolie). Beinthrombosen können sowohl im Oberschenkel als auch im Unterschenkel entstehen. Thrombosen im Oberschenkel gelten als besonders gefährlich, da das Risiko einer Lungenembolie höher ist.
Was tun bei Verdacht auf Thrombose?
Lagern Sie die betroffene Extremität hoch. Leiden Sie neben den typischen Anzeichen einer Thrombose zugleich unter Atembeschwerden, sollten Sie zur Sicherheit den Notarzt rufen. Hier besteht die Gefahr einer Lungenembolie, die schnellstmöglich behandelt werden muss. Positionieren Sie bis zum Eintreffen des Notarztes den Oberkörper hoch, um das Atmen zu erleichtern.
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
Eine häufige Ursache für eingeschränkte körperliche Mobilität können Verengungen oder Verschlüsse der Schlagadern an den Gliedmaßen mit Durchblutungsstörungen im Sinne der sogenannten „Schaufensterkrankheit“ (Claudicatio intermittens) sein, welche schlimmstenfalls sogar zu Gliedmaßenverlust führen können. Über eine Million vor allem ältere Menschen in Deutschland sind von dieser Erkrankung betroffen. Die pAVK ist eine verkalkungsbedingte Verengung der Schlagadern an den Gliedmaßen, die zu einer Durchblutungsstörung führen kann. Typischerweise sind die Beine betroffen, selten auch die Arme. Ursache für die Verkalkungen sind Rauchen, Diabetes, schlecht eingestellter Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin oder eine familiäre Veranlagung.
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Symptome der pAVK
Im Anfangsstadium (Stadium I nach Fontaine) bestehen Gefäßverkalkungen, die noch keine Beschwerden verursachen. Im Stadium II macht sich die Erkrankung im Sinne der sog. „Schaufensterkrankheit“ (Claudicatio intermittens) bemerkbar. Dabei treten je nach Verschluss oder Stenose (Engstelle)-Lokalisation nach einer bestimmten Gehstrecke Muskelschmerzen in Wade, Oberschenkel oder Gesäß auf, die durch Stehenbleiben wieder verschwinden. Der Schmerz ist Ausdruck des Sauerstoffmangels der Muskulatur unter Belastung. Im Stadium III bestehen Schmerzen auch in Ruhe, die klassischerweise im Fuß oder den Zehen auftreten, nachts stärker sind und oft durch Herabhängen des Beines aus dem Bett gelindert werden. Hier ist der Schmerz Ausdruck der schweren Durchblutungsstörung mit drohendem Absterben von Gewebe. Im Stadium IV ist bereits Gewebe untergegangen, was sich durch schwarze Stellen meist den Zehen oder sonstigen Bereichen des Fußes erkennen lässt, im Volksmund auch „Raucherbein“ genannt.
Betrifft die pAVK die Armschlagader, treten im Stadium II Muskelschmerzen bei Arbeit mit den Armen auf, insbesondere bei Überkopfarbeit wie Wäscheaufhängen oder Haare kämmen. Auch Schwindel kann bei diesen Arbeiten auftreten wenn der Arm das benötigte Blut aus dem Kopf abzieht. Stadium III und IV rufen die für das Bein beschriebenen Symptome an den Fingern bzw. Händen hervor.
Behandlung der pAVK
Die Behandlung hängt vom Erkrankungsstadium und Begleitumständen ab. Dabei gibt es unterschiedliche Maßnahmen:
- Behandlung von Risikofaktoren: Eine gute Einstellung von Blutdruck, Cholesterin und Diabetes sowie eine Raucherentwöhnung können den Langzeitverlauf und die allgemeine Sterblichkeit an z.B. Schlaganfall u./o. Herzinfarkt ganz entscheidend beeinflussen und unter Umständen eine Amputation langfristig verhindern.
- Durchblutungsfördernde und blutverdünnende Medikamente: Können den Krankheitsverlauf verbessern.
- Gehtraining: Im Stadium I und II ist das systematische Gehtraining die Grundlage der Behandlung. Bewegung führt zur Ausbildung von Umgehungsschlagadern (Kollateralen), so dass die schmerzfreie Gehstrecke deutlich verlängert werden kann.
- Kathetereingriff: Mit dem Katheterverfahren kann über einen Einstich -z. B. in der Leiste- ein Ballon in die Schlagader eingebracht und so unter Röntgenkontrolle eine Engstelle/Verschluss aufgedehnt werden (Angioplastie). Bei Bedarf kann auch ein Gitterröhrchen (Stent) zum Offenhalten der Schlagader eingebracht werden.
- Operation: In bestimmten Fällen ist jedoch nach wie vor die Operation die beste Methode, um die Durchblutung der betroffenen Gliedmaße auch längerfristig wiederherzustellen, insbesondere bei langstreckigen, komplexen Verschlüssen und bei Verschlüssen im Bereich von Bewegungssegmenten der Schlagadern (z.B. Leistenarterie).
- Hybrideingriff: Unter Hybridverfahren versteht man die sinnvolle Kombination aus Katheterverfahren und Operation.
Was tun bei blauen Flecken?
Wie bei allen stumpfen Verletzungen kann als Erste-Hilfe-Maßnahme die PECH-Regel helfen: Pause, Eis, Kompression, Hochlagern. So sorgt das Kühlen dafür, dass sich die Blutgefäße durch die Kälte zusammenziehen, was die Einblutung ins Gewebe und somit das Hämatom mindern kann. Auch eine leichte Kompression und das Hochlagern des betroffenen Körperteils helfen dabei, dass sich die Blutgefäße zusätzlich verengen und sich auch der Blutfluss zur betroffenen Körperregion verringert. Heparin ist ein Arzneimittel, das eine hämatomauflösende Wirkung besitzt und das es in unterschiedlichen Darreichungsformen gibt. Als Injektion unter die Haut verhindert es bei einer Ruhigstellung die Bildung von Thrombosen, in Salbenform kann es zu einem schnelleren Abbau von Hämatomen führen. Hierzu trägt man zweimal täglich auf den blauen Hautbereich eine dünne Schicht der Heparinsalbe auf. Kompressionen dienen vor allem dazu, dass sich Hämatome nicht weiter ausbreiten, da sie durch die Kompression rein mechanisch an der Ausbreitung gehindert werden. Man sollte also nach einem Trauma die betroffene Stelle leicht aber spürbar komprimieren. Dies gelingt in der Regel durch Kompressionsverbände, die man in diesen Bereich anlegen kann. Die Kompression sollte dann 1-2 Tage erfolgen.
Auch gibt es einige Hausmittel, die man bei einem Bluterguss am Oberschenkel anwenden kann und die zu einer deutlichen verbesserten Abheilung des Hämatoms beitragen können. Als Erstes wäre der Apfelessig zu nennen, mit dem man einen Umschlag tränken und dann auf das Hämatom legen kann. Schon eine 1-2 malige Anwendung am Tag für ca. 10 Minuten kann zu einer beschleunigten Abheilung des Hämatoms führen. Ein weiteres Hausmittel wäre eine halbierte Zwiebel, mit der man den hämatösen Bereich des Oberschenkels einreiben kann. Der in der Zwiebel gelöste Wirkstoff zieht in die Haut ein und sorgt für einen schnelleren Abbau des Hämatoms.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
In den allermeisten Fällen heilt ein blauer Fleck von selbst, ein Besuch in der Arztpraxis ist nicht nötig. Nur in besonderen Fällen ist angeraten, zügig ärztliche Hilfe aufzusuchen. Dazu gehören:
- Größere Hämatome am Kopf und in der Umgebung der Augen
- Größerer Bluterguss an Bauch oder Brustkorb
- Bluterguss an Gelenken
- Wiederkehrend viele blaue Flecken
Was tun bei Muskelkrämpfen?
Stehen oder gehen bringt in der Regel sofortige Erleichterung.
Fibromyalgie
Fibromyalgie, auch bekannt als Fibromyalgiesyndrom (FMS) oder Faser-Muskel-Schmerz, ist eine chronische Schmerzerkrankung, die sich durch umfassende Schmerzen in Muskeln, Sehnen und anderen Weichteilstrukturen äußern kann. Manchmal wird sie daher auch als „Weichteilrheuma“ bezeichnet. Aufgrund der Vielzahl der unterschiedlichsten Symptome bezeichnen einige Mediziner die Krankheit auch als „Chamäleon“. Zudem gibt es bislang keine spezifische Untersuchungsmethode, die Fibromyalgie sicher nachweist. Daher versuchen Ärzte nach und nach andere Ursachen auszuschließen, um das Fibromyalgiesyndrom festzustellen. Ärzte vermuten derzeit, dass Fibromyalgie mit einer Fehlregulation der Schmerzverarbeitung im Nervensystem zusammenhängen könnte. Fibromyalgie kann theoretisch Menschen in jedem Alter ereilen.
Symptome der Fibromyalgie
- Chronische Schmerzen, die verschiedene Körperregionen wie Muskeln oder Sehnen betreffen oder in anderen Weichteilstrukturen auftreten.
- Schlafstörungen und Erschöpfung (Fatigue)
- Kognitive Probleme (‚Fibro-Nebel‘): Auch Konzentrationsprobleme oder Vergesslichkeit können auftreten und es dir erschweren, klare Gedanken zu fassen.
Behandlung der Fibromyalgie
Unserer Auffassung nach, kannst du der Krankheit mit einer Kombination aus Bewegung und physikalischer Therapie begegnen. Wir raten daher zur regelmäßigen, maßvollen Bewegung wie Ausdauertraining - zum Beispiel leichtes Joggen, Schwimmen oder Radfahren. Darüber hinaus ist die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) sinnvoll, um mit den psychischen Belastungen der Erkrankung umzugehen. Damit kannst du Denk- sowie Verhaltensmuster verändern, die einen Einfluss auf die Schmerzempfindung haben.
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