Blaue Punkte im Gehirn: Ursachen und Auswirkungen

Der Begriff "blaue Punkte im Gehirn" kann sich auf verschiedene neurologische Zustände beziehen, die unterschiedliche Ursachen und Auswirkungen haben. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser Zustände, darunter den Locus coeruleus, Hirnblutungen, Petechien im Gehirn und Mikroblutungen, um ein umfassendes Verständnis der potenziellen Ursachen und Konsequenzen zu vermitteln.

Der Locus Coeruleus: Ein Zentrum für Gedächtnis und Aufmerksamkeit

Der Locus coeruleus, auch blauer Kern genannt, ist eine kleine, aber wichtige Region im Hirnstamm. Er ist die Hauptquelle des Neurotransmitters Noradrenalin, der eine entscheidende Rolle bei der Regulierung von Stress, Emotionen, Aufmerksamkeit und Gedächtnis spielt.

Funktion und Bedeutung

Der Locus coeruleus ist über ein weitverzweigtes Netzwerk von Nervenfasern mit nahezu dem gesamten Gehirn verbunden. Als Neuromodulator reguliert Noradrenalin die Kommunikation zwischen Nervenzellen und unterstützt auf zellulärer Ebene Umbauvorgänge, die die langfristige Speicherung neuer Erinnerungen, Fähigkeiten und Kenntnisse ermöglichen.

Altersbedingte Veränderungen

Mit fortschreitendem Alter kann der Locus coeruleus Verfallserscheinungen zeigen, die wahrscheinlich auf die Ansammlung von Giftstoffen zurückzuführen sind. Studien haben gezeigt, dass einer der wesentlichen Krankheitsindikatoren der Alzheimer-Demenz bei den meisten Menschen mittleren Alters im Locus coeruleus festgestellt werden kann. Ein gesünderer Locus coeruleus ist mit besseren Gedächtnisleistungen im späteren Erwachsenenalter verbunden.

Forschungsmethoden

Dank neuer Methoden der Magnetresonanztomografie (MRT) und weiterentwickelter Analyseverfahren ist es nun möglich, den Locus coeruleus nichtinvasiv am lebenden Menschen zu untersuchen. Diese Fortschritte ermöglichen es Forschern, die alterungsbedingten Beeinträchtigungen der Struktur und Funktion des Locus coeruleus und ihre Auswirkungen auf Aufmerksamkeit und Gedächtnis besser zu verstehen.

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Hirnblutungen: Ursachen, Arten und Symptome

Eine Hirnblutung entsteht, wenn ein Blutgefäß im Gehirn platzt oder reißt. Dies führt zur Bildung eines Blutergusses, der das umliegende gesunde Hirngewebe schädigt und lebensbedrohliche Auswirkungen haben kann. Eine Hirnblutung ist immer ein medizinischer Notfall, der eine sofortige Behandlung in einem Krankenhaus mit einer ausgewiesenen Stroke-Unit erfordert.

Arten von Hirnblutungen

Es werden zwei Haupttypen von Hirnblutungen unterschieden:

  • Intrazerebrale Blutung: Die Blutung tritt direkt im Gewebe des Gehirns auf, meist durch lang anhaltenden Bluthochdruck ausgelöst. Sie wird auch als "blutiger Schlaganfall" bezeichnet, da sie zum Absterben von Gewebe führen kann.
  • Subarachnoidalblutung (SAB): Die Blutung tritt unterhalb der Spinnwebhaut (Arachnoidea) aufgrund eines Traumas oder eines Aneurysmas der hirnversorgenden Gefäße auf. Die Blutung kann sich bis in das Hirngewebe erstrecken und schwere neurologische Ausfälle hervorrufen.

Ursachen von Hirnblutungen

Die Ursachen für Hirnblutungen sind vielfältig. Dazu gehören:

  • Schädel-Hirn-Trauma nach einem schweren Sturz auf den Kopf
  • Schwache Gefäßwände im Gehirn
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Gefäßmissbildungen (z. B. Aneurysma)
  • Blutverdünnende Medikamente
  • Hoher Blutdruck

Symptome von Hirnblutungen

Die Symptome einer Hirnblutung treten meist schlagartig auf und können folgende sein:

  • Plötzlich auftretende, starke Kopfschmerzen
  • Neurologische Ausfälle (z. B. Lähmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen)
  • Bewusstseinsstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Krampfanfälle

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose einer Hirnblutung erfolgt in der Regel mithilfe von bildgebenden Verfahren wie der Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT). Die Behandlung hängt von der Art und Schwere der Blutung ab und kann eine Operation oder andere Maßnahmen zur Blutdrucksenkung und Stabilisierung des Patienten umfassen.

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Petechien im Gehirn: Punktförmige Einblutungen

Petechien sind kleine, punktförmige Blutansammlungen, die entstehen, wenn Blut aus den feinsten Blutgefäßen, den Kapillaren, austritt. Sie können auch im Gehirn auftreten und verschiedene Ursachen haben.

Ursachen von Petechien

Häufige Ursachen für Petechien sind Erkrankungen, bei denen ein Mangel an Gerinnungsfaktoren oder an Blutplättchen (Thrombozyten) zu einer gestörten Blutgerinnung führt. Dazu gehören:

  • Immunthrombozytopenie (ITP)
  • Leukämieerkrankung (Blutkrebs)
  • Infektionskrankheiten (z. B. Pfeiffersches Drüsenfieber)
  • Blutvergiftung (Sepsis)
  • Entzündungen der kleinen Blutgefäße (Vaskulitis)

Symptome und Diagnose

Petechien im Gehirn können je nach Lage und Ausmaß der Einblutungen unterschiedliche Symptome verursachen. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch bildgebende Verfahren wie MRT.

Behandlung

Die Behandlung von Petechien im Gehirn richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Bei der ITP beispielsweise verschwinden die Petechien meist im Laufe der medikamentösen Behandlung, sobald sich die Zahl der Blutplättchen und die Blutgerinnung wieder normalisiert haben.

Mikroblutungen im Gehirn: Oft unbemerkt, aber potenziell schädlich

Mikroblutungen im Gehirn sind winzige Blutaustritte aus den Gefäßen, die oft unbemerkt bleiben. Sie können jedoch auf lange Sicht die Gehirnleistung beeinträchtigen.

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Ursachen von Mikroblutungen

Die Auslöser für Mikroblutungen können unterschiedlich sein:

  • Hypertensive Blutungen: Hoher Blutdruck überlastet die Gefäße in der Mitte des Gehirns, sodass sie brechen können.
  • Zerebrale Amyloidangiopathie: Ein Überschuss des Proteins Beta-Amyloid lagert sich in den Gefäßen der Gehirnrinde ab und macht diese brüchig.

Auswirkungen von Mikroblutungen

Mikroblutungen können Ausfälle bei komplexen motorischen Abläufen, Koordinationsschwierigkeiten, steife Gelenke und Spastiken verursachen. In Summe schädigen die Blutungen das Gehirn und beeinträchtigen auf Dauer die Gehirnleistung.

Diagnose und Behandlung

Mikroblutungen können mit einer modernen Magnetresonanztomographie (MRT) diagnostiziert werden. Werden sie früh genug entdeckt, können sie teils rechtzeitig behandelt werden, beispielsweise durch blutdrucksenkende Medikamente. Durch regelmäßige Physio- und Ergotherapie lassen sich die Folgen eindämmen.

Vaskuläre Demenz: Durchblutungsstörungen als Ursache

Vaskuläre Demenz ist mit etwa 15 Prozent aller Demenzerkrankungen die zweithäufigste Form nach Alzheimer-Demenz. Sie entsteht aufgrund von Durchblutungsstörungen im Gehirn, die durch Ablagerungen in Blutgefäßen, Blutgerinnsel oder Hirnblutungen auch in kleinerem Umfang verursacht werden können.

Ursachen und Risikofaktoren

Das Risiko für eine vaskuläre Demenz kann steigen, wenn das Herz-Kreislaufsystem beeinträchtigt ist.

Symptome

Zu Beginn können vor allem Probleme mit Aufmerksamkeit, verlangsamtem Denken sowie Persönlichkeitsveränderungen auftreten. Dazu können Gangstörungen oder Kontrollverluste der Blase sowie Probleme mit der Sprache kommen. Auch Gedächtnisstörungen können auftreten, stehen aber zu Beginn nicht immer im Vordergrund.

Diagnose und Behandlung

Um festzustellen, ob überhaupt eine Demenz vorliegt, werden zunächst die Symptome und deren Verlauf erfasst. Um eine vaskuläre Demenz festzustellen, werden das Herz-Kreislauf-System sowie neurologische Funktionen untersucht. Blutuntersuchungen können Hinweise auf Risikofaktoren für Durchblutungsstörungen geben. Durchblutungsstörungen im Gehirn können mit Medikamenten behandelt werden, ebenso einige Risikofaktoren, wie zum Beispiel Bluthochdruck.

Subduralhämatom: Bluterguss zwischen Hirnhäuten

Nach einem Unfall, Sturz oder Schlag auf den Kopf kann sich im Gehirn ein Bluterguss bilden, der als Subduralhämatom bezeichnet wird. Dabei reißt im Kopf eine Vene im sogenannten Subduralraum zwischen der harten Hirnhaut und der Spinngewebshaut ein.

Symptome

Die Symptome eines Subduralhämatoms können direkt nach der Verletzung auftreten, meist Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit und unterschiedlich geweitete Pupillen. Nicht selten haben Betroffene den Sturz oder Stoß, der zur Hirnblutung führte, längst vergessen, wenn sie Wochen später Symptome entwickeln.

Diagnose und Behandlung

Bei Wesensveränderungen, rasch voranschreitender Demenz oder andauernden Kopfschmerzen empfehlen Experten eine bildgebende Untersuchung des Schädels, um ein Subduralhämatom zu erkennen. Bei einem größeren Befund kann eine Operation helfen, bei der Neurochirurgen ein kleines Loch durch Schädelknochen und harte Hirnhaut bohren, um die Flüssigkeit abzusaugen und das Gehirn zu entlasten.

Aneurysmen im Gehirn: Aussackungen mit hohem Risiko

Bei Aussackungen von Blutgefäßen im Gehirn, den sogenannten Aneurysmen, besteht ein hohes Risiko für einen Schlaganfall. Reißt ein Hirnaneurysma, kann das austretende Blut zu schweren Schädigungen des Hirngewebes führen.

Risikofaktoren

Zu beobachten sei immer wieder eine familiäre Häufungen von Aneurysmen. Auch eine angeborene Bindegewebsschwäche begünstigt ihre Entstehung. Bluthochdruck, fortgeschrittene Arteriosklerose und Rauchen tragen zusätzlich zur Bildung von Aneurysmen bei.

Diagnose und Behandlung

Liegen diese Risiken vor, sei eine Untersuchung der Hirngefäße mit bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanz- oder der Computertomographie sinnvoll. Wird bei einem Patienten ein größeres Aneurysma gefunden, das noch nicht geblutet hat, gibt es mehrere Behandlungsmethoden. So lässt sich das Aneurysma durch eine Öffnung in der Schädeldecke mit einer Gefäßklemme vom Blutkreislauf isolieren. Beim so genannten Coiling-Verfahren dagegen führen die Neuroradiologen feine Platinspiralen über einen Katheter in der Leiste bis in das Hirnaneurysma. Dort rollen sich die feinen Spiralen auf, füllen die Aussackung vollständig und trennen sie somit vom Blutstrom.

Immunthrombozytopenie (ITP) und Thrombotisch Thrombozytopenische Purpura (TTP)

Die Immunthrombozytopenie (ITP) und die Thrombotisch Thrombozytopenische Purpura (TTP) sind Autoimmunerkrankungen, die mit einer Verminderung der Blutplättchenzahl einhergehen und zu Blutungen führen können.

Immunthrombozytopenie (ITP)

Die ITP ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper gegen die Blutplättchen gebildet werden, was zu deren Abbau führt. Leitsymptom der ITP sind pünktchenförmige, nicht wegdrückbare Blutungen (Petechien), aber auch normale blaue Flecken (Hämatome) und Blutungen im Bereich der Schleimhäute.

Thrombotisch Thrombozytopenische Purpura (TTP)

Die TTP ist eine Autoimmunerkrankung mit Fehlregulation des Abwehrsystems. Dabei werden Mikrothrombosen (kleine Gerinnsel) gebildet, die aus sehr großen von-Willebrand-Faktor Multimeren und Blutplättchen bestehen.

Hirnvenenthrombose: Verstopfung einer Vene im Gehirn

Eine Hirnvenenthrombose ist eine relativ seltene Schlaganfall-Ursache. Dabei kommt es zu einer Verstopfung einer Vene im Gehirn, die das Blut zurück zum Herzen führt.

Ursachen und Risikofaktoren

Der Verschluss kann durch eine erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes entstehen oder durch eine eitrige Entzündung im Kopfbereich. Frauen - besonders im gebärfähigen Alter - sind von dieser Erkrankung drei- bis fünfmal häufiger betroffen als Männer.

Symptome

Hinweise auf die Erkrankung können plötzliche oder chronisch-zunehmende Kopfschmerzen sein, Krampfanfälle, neurologische Ausfälle (z.B. Lähmungen oder Taubheitsgefühl) oder Sehstörungen, viele kleine blaue Flecke oder rötliche Punkte unter der Haut.

Schädel-Hirn-Trauma: Verletzungen des Gehirns durch äußere Einwirkung

Nach einem Schädel-Hirn-Trauma kann es zum Beispiel zeitversetzt zu einer Blutung zwischen der harten Hirnhaut und dem Schädelknochen (epidurales Hämatom) oder zwischen der harten Hirnhaut und dem Gehirn (subdurales Hämatom) kommen.

Epidurales Hämatom

Ein epidurales Hämatom entsteht meist durch eine arterielle Einblutung zwischen Schädeldecke und Hirnhaut - durch den hohen Druck in den Arterien entwickelt sich ein solches Hämatom sehr schnell.

Subdurales Hämatom

Bei einem subduralen Hämatom ist eine Vene verletzt und es kommt zu Einblutungen zwischen zwei Schichten der Hirnhäute.

Behandlung

Bei Blutungen ist es wichtig, das Gehirn von dem erhöhten Druck zu entlasten, die Blutung schnell zu entfernen, da diese auf das empfindliche Gehirn drückt und die Situation schnell lebensbedrohlich wird. Die Druckentlastung erfolgt in der Regel über die chirurgische Öffnung des Schädelknochens, das oft schon geronnene Blut wird entfernt und bei epiduralen Hämatomen die blutende Arterie verschlossen.

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