Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch eine Vielzahl von Symptomen gekennzeichnet ist, darunter motorische Störungen wie Steifheit, Zittern und verlangsamte Bewegungen, sowie nicht-motorische Symptome wie Schlafstörungen, Verstopfung und Geruchsstörungen. In diesem Artikel werden wir die Parkinson-Krankheit, ihre Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten untersuchen, wobei wir uns besonders auf die Rolle von Dopamin und die Auswirkungen von Dopamin-Tabletten auf den Geruchssinn konzentrieren.
Was ist die Parkinson-Krankheit?
Morbus Parkinson ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Sie betrifft vor allem Menschen im höheren Lebensalter, kann aber in seltenen Fällen auch jüngere Menschen betreffen. Die Krankheit ist durch den Verlust von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet, insbesondere in der Substantia nigra, einer Region im Mittelhirn, die für die Produktion von Dopamin verantwortlich ist.
Ursachen von Parkinson
Obwohl die genauen Ursachen für das Absterben von Nervenzellen bei Parkinson nicht vollständig geklärt sind, werden verschiedene Faktoren als mögliche Ursachen oder Risikofaktoren diskutiert:
- Genetische Faktoren: In etwa fünf bis zehn Prozent der Fälle liegen einzelne schädliche Genmutationen vor, die vererbt werden können (familiäre Parkinson-Formen).
- Umweltfaktoren: Pestizide, Schwermetalle, Lösungsmittel und Feinstaub können sowohl direkt als auch indirekt giftig auf Nervenzellen wirken. Seit dem Frühjahr 2024 ist Parkinson für Pestizid-Einsetzende Personen in Deutschland auch als Berufserkrankung anerkannt.
- Veränderungen im Darm-Mikrobiom: Es wird angenommen, dass es bei einem Teil der Betroffenen zuerst zu einer Veränderung im Darm-Mikrobiom kommt.
- Weitere Faktoren: Störung der Energiesysteme der Mitochondrien, oxidativer Stress und Ablagerungen von fehlgefalteten Proteinen (alpha-Synuklein) in den Nervenzellen.
Symptome von Parkinson
Die Symptome der Parkinson-Krankheit sind vielfältig und können von Person zu Person unterschiedlich sein. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Motorische Symptome:
- Zittern (Tremor), meist in Ruhe
- Verlangsamte Bewegungen (Bradykinese)
- Muskelsteifheit (Rigor)
- Haltungsinstabilität
- Nicht-motorische Symptome:
- Schlafstörungen
- Verstopfung
- Geruchsstörungen bis hin zum Geruchsverlust
- Depressionen
- REM-Schlafverhaltensstörung (ruckartige Bewegungen im Traum)
- Kognitive Beeinträchtigungen bis hin zur Demenz
Diagnose von Parkinson
Die Diagnose der Parkinson-Krankheit erfolgt in der Regel anhand einer neurologischen Untersuchung und der Anamnese des Patienten. Da es keinen spezifischen Test für Parkinson gibt, stützt sich die Diagnose auf die klinischen Symptome und das Ansprechen auf Medikamente wie L-Dopa. Bildgebende Verfahren wie MRT oder CT können eingesetzt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen.
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Dopamin und Parkinson
Dopamin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der eine entscheidende Rolle bei der Steuerung von Bewegungen, Emotionen und kognitiven Funktionen spielt. Bei der Parkinson-Krankheit sterben die Dopamin-produzierenden Nervenzellen in der Substantia nigra ab, was zu einem Dopaminmangel im Gehirn führt. Dieser Dopaminmangel ist die Hauptursache für die motorischen Symptome der Parkinson-Krankheit.
Dopamin-Tabletten zur Behandlung von Parkinson
Die medikamentöse Behandlung der Parkinson-Krankheit zielt darauf ab, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen und die Symptome zu lindern. Es gibt verschiedene Arten von Medikamenten, die bei Parkinson eingesetzt werden, darunter:
- L-Dopa (Levodopa): L-Dopa ist eine Vorstufe von Dopamin, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden und im Gehirn in Dopamin umgewandelt werden kann. Es ist das wirksamste Medikament zur Behandlung der motorischen Symptome der Parkinson-Krankheit. L-Dopa wird immer in Kombination mit einem Dopa-Decarboxylase-Hemmer (wie Benserazid oder Carbidopa) eingesetzt, um zu verhindern, dass L-Dopa bereits im Blut in Dopamin umgewandelt wird.
- Dopamin-Agonisten: Dopamin-Agonisten ähneln chemisch dem Botenstoff Dopamin und docken an den gleichen Bindungsstellen (Rezeptoren) der Nervenzellen an wie Dopamin. Sie entfalten eine ähnliche Wirkung wie Dopamin. Dopamin-Agonisten stehen als Tabletten, Wirkstoffpflaster, Spritze oder Infusion zur Verfügung.
- MAO-B-Hemmer: MAO-B-Inhibitoren hemmen das Enzym Mono-Amino-Oxidase-B (MAO-B), das normalerweise Dopamin abbaut. Auf diese Weise lässt sich der Dopaminspiegel im Gehirn erhöhen. MAO-B-Hemmer sind weniger wirksam als Levodopa oder Dopamin-Agonisten, können aber mit anderen Parkinson-Medikamenten kombiniert werden.
- COMT-Hemmer: COMT-Inhibitoren blockieren ein Enzym, das Dopamin abbaut (die sogenannte Catechol-O-Methyl-Transferase = COMT). Auf diese Weise verlängern COMT-Hemmer die Wirkung von Dopamin. Sie werden gemeinsam mit L-Dopa verordnet, um Wirkungsschwankungen zu reduzieren.
Nebenwirkungen von Dopamin-Tabletten
Wie alle Medikamente können auch Dopamin-Tabletten Nebenwirkungen haben. Zu den häufigsten Nebenwirkungen von L-Dopa gehören Übelkeit, Erbrechen, niedriger Blutdruck und unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien). Dopamin-Agonisten können ähnliche Nebenwirkungen verursachen, sowie Halluzinationen, Verwirrtheit und Schläfrigkeit. MAO-B-Hemmer und COMT-Hemmer haben in der Regel weniger Nebenwirkungen, können aber in Kombination mit L-Dopa die Nebenwirkungen von L-Dopa verstärken.
Dopamin-Tabletten und verbesserter Geruchssinn
Ein Verlust des Geruchssinns (Anosmie) ist ein häufiges Frühsymptom der Parkinson-Krankheit. Studien haben gezeigt, dass bis zu 90% der Parkinson-Patienten unter einem verminderten Geruchssinn leiden. Der Geruchsverlust kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen, da er den Genuss von Speisen und Getränken beeinträchtigt und die Fähigkeit, gefährliche Gerüche wie Rauch oder Gas zu erkennen, reduziert.
Studien zum Geruchssinn und Dopamin
Es gibt Hinweise darauf, dass Dopamin eine Rolle bei der Funktion des Geruchssinns spielt. Studien haben gezeigt, dass Dopamin die Aktivität von Neuronen im Riechkolben beeinflussen kann, dem Gehirnbereich, der für die Verarbeitung von Gerüchen zuständig ist. Es wurde vermutet, dass der Dopaminmangel bei Parkinson zur Beeinträchtigung des Geruchssinns beitragen könnte.
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Einige Studien haben untersucht, ob die Behandlung mit Dopamin-Tabletten den Geruchssinn bei Parkinson-Patienten verbessern kann. Die Ergebnisse dieser Studien sind jedoch gemischt. Einige Studien haben eine leichte Verbesserung des Geruchssinns bei Patienten gezeigt, die mit L-Dopa behandelt wurden, während andere Studien keinen signifikanten Effekt fanden.
Weitere Behandlungen für Geruchsstörungen bei Parkinson
Neben Dopamin-Tabletten gibt es auch andere Behandlungen, die bei Geruchsstörungen im Zusammenhang mit Parkinson eingesetzt werden können. Dazu gehören:
- Geruchstraining: Geruchstraining beinhaltet das regelmäßige Riechen an verschiedenen Duftstoffen, um die Funktion der Riechzellen zu stimulieren und den Geruchssinn zu verbessern.
- Infrarotlichttherapie: Einige Studien haben gezeigt, dass Infrarotlichttherapie die Parkinson-Symptome lindern und Gehirnzellen schützen kann. Eine Studie ergab, dass eine Infrarotlichttherapie am Bauch den Geruchssinn bei Parkinson-Patienten verbessern konnte.
Weitere Therapien und Selbsthilfe bei Parkinson
Neben der medikamentösen Behandlung gibt es weitere Therapieansätze, die bei Parkinson eingesetzt werden, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern:
- Tiefe Hirnstimulation (THS): Bei der THS werden Elektroden in bestimmte Hirnregionen implantiert, die Bewegungen steuern. Ein Impulsgeber sendet elektrische Signale, um krankhafte neuronale Aktivitätsmuster zu regulieren. Die THS kann Symptome wie Zittern, Muskelsteifheit und Bewegungsverlangsamung deutlich verringern.
- Pumpentherapien: Pumpentherapien wie die Levodopa-Carbidopa-Infusionspumpe (L-Dopa-Pumpe) geben kontinuierlich ein Medikament ab, um Wirkungsschwankungen zu vermeiden.
- Physiotherapie: Krankengymnastik hilft, das Gleichgewicht und die Sicherheit beim Gehen sowie Kraft und Schnelligkeit zu verbessern.
- Logopädie: Logopädie hilft bei Sprechstörungen, zum Beispiel bei monotoner und sehr leiser Sprache oder bei Sprech-Blockaden.
- Ergotherapie: Ergotherapie hilft, den Alltag mit der Erkrankung besser zu bewältigen und möglichst lange selbstständig zu bleiben.
Selbsthilfe bei Parkinson
Neben den professionellen Therapieangeboten können Betroffene auch selbst aktiv werden, um ihre Lebensqualität zu verbessern:
- Offener Umgang mit der Erkrankung: Sprechen Sie mit Freunden, Angehörigen und Arbeitskollegen über Ihre Erkrankung.
- Informationen über Parkinson: Informieren Sie sich über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten.
- Aktiver Lebensstil: Bleiben Sie so weit wie möglich aktiv und nehmen Sie an sozialen Aktivitäten teil.
- Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
- Regelmäßige Bewegung: Treiben Sie regelmäßig Sport oder machen Sie Bewegungsübungen.
- Selbsthilfegruppen: Treten Sie einer Selbsthilfegruppe bei, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.
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