Blaue Madonna und Dopamin: Eine Analyse von BØRNS' Werk und der Wissenschaft der Liebe

Einführung

Das Werk von BØRNS, insbesondere sein Album "Blue Madonna", bietet einen interessanten Ausgangspunkt, um über Themen wie Liebe, Sehnsucht, Melancholie und die Rolle von Dopamin in Beziehungen nachzudenken. Dieses Album, das vor Kreativität und Vielfalt überschäumt, wie es heißt, vermischt Indie-Touch mit groovigem Electro-Pop-Sound. Es ist jedoch nicht nur die Musik selbst, sondern auch die dahinter stehenden Konzepte, die uns dazu anregen, tiefer in die Materie einzutauchen.

BØRNS' "Blue Madonna": Ein Kaleidoskop der Emotionen

Künstlerische Inspiration und Klangwelten

Garrett Clark Borns, besser bekannt als BØRNS, ist nicht nur Musiker, sondern auch Künstler. Seine Herangehensweise an die Musik ist geprägt von einem Spiel mit Klang-Kontrasten, großen Melodien und thematischen Brüchen. Für "Blue Madonna" ließ er sich von vielfältigen Klangquellen inspirieren: von den Geräuschen nachtaktiver Tiere am Lake Michigan bis hin zur Mariachi-Musik in Los Angeles. Er nahm in der Nähe seines Elternhauses im Gras sitzend, die Geräusche nachtaktiver Tiere auf. So darf man sich einen der außergewöhnlichen Wege vorstellen, die der 26-Jährige Sänger aus Michigan für “Blue Madonna” einschlug. Andere Inspirationsquellen waren ihm seine Erinnerungen an die Musik der Mariachis, die er an jeder Ecke in seinem Viertel hörte, in dem er in Los Angeles einmal lebte.

Das Konzept der "Blauen Madonna"

Der Titel "Blue Madonna" verweist auf die blaue Madonnenfigur, die für BØRNS Unschuld, Reinheit, Unberührtheit, aber auch Traurigkeit symbolisiert. Die Idee einer blauen Madonnenfigur steht für mich für Unschuld, Reinheit, Unberührtheit - aber eben auch für etwas Trauriges. Unsere Vorstellungen von Liebe sind völlig überfrachtet, seit die romantische Liebe Anfang des 19. Jahrhunderts die ökonomische Zweckehe ablöste. Mann wie Frau sollen ein Kaleidoskop unterschiedlichster Rollen zwischen Charmeur und Held, Hure und Madonna erfüllen, was beide Seiten völlig überfordert. Es gibt keine Erfüllung aller Sehnsüchte.

Diese Dualität spiegelt sich in der Musik wider, die sowohl eingängige Pop-Elemente als auch melancholische Untertöne vereint.

Kritische Rezeption

Die Kritiken zu "Blue Madonna" fielen gemischt aus. Einige lobten die Kreativität und Vielfalt des Albums, während andere es als belanglos und wenig innovativ kritisierten. "The best is surely yet to come", titelte beispielsweise der "Guardian" in seiner Kritik. Obgleich es Borns ohne Weiteres zuzutrauen wäre, dass er in naher Zukunft noch ein kleines Pop-Meisterwerk schafft. Der 25-Jähige hat ein Händchen für verführerisch in Gehör und Beine gehende Melodien und zweifellos ein paar tolle Ideen – mit der Umsetzung dieser hapert es eben an so mancher Stelle noch.

Lesen Sie auch: L-Dopa: Wirkung und Nebenwirkungen

Die Wissenschaft der Liebe: Dopamin und mehr

Liebe im Gehirn

Die Leichtigkeit des Seins, wie sie sich bei Liebe einstellt, ist nichts anderes als die Ausschüttung von Dopamin und des Kuschel-und Bindungshormons Oxytocin. Liebe passiert nicht zwischen den Beinen, sondern im Hirn, wie man den Partner bewertet.

Liebe ist ein komplexes Phänomen, das nicht nur romantische Gefühle, sondern auch biochemische Prozesse im Gehirn umfasst. Dopamin, ein Neurotransmitter, spielt dabei eine zentrale Rolle. Es wird ausgeschüttet, wenn wir positive Erfahrungen machen, und erzeugt ein Gefühl von Freude und Belohnung. In der Liebe ist Dopamin für das Verliebtsein, die Aufregung und die intensive Anziehungskraft verantwortlich.

Die Schattenseiten der Liebe

Schnell wird aus dem Charmeur ein Egoist, aus der Fee eine Furie. Wie man den Partner denkt, so erlebt man ihn. Die „graue“ Scheidung im Alter wird immer häufiger. Ehe ist ohnehin mehr ein individuelles Projekt geworden als ein gemeinschaftliches. Frauen sind ökonomisch unabhängiger. Sich-Aufbrezeln jenseits der Fünfzig, die Entdeckung neuer Leidenschaften wirkt zuweilen wie eine zweite Pubertät. Aber es gilt für alle Altersstufen, „Zusammensein ist Balsam für die Gesundheit“.

Liebe ist jedoch nicht immer einfach. Beziehungen können von Konflikten, Enttäuschungen und Verlust geprägt sein. Wenn die Dopamin-Ausschüttung nachlässt, kann die anfängliche Euphorie der Ernüchterung weichen.

Die Bedeutung von Gemeinschaft

Neue Wege sind oft mit neuen Achterbahnen von Ängsten und Unsicherheiten begleitet von chronischen Belastungen und Stress. Es gilt die Faustregel, Verheiratete leben länger. Das Immunsystem wird durch die Gemeinschaft gestärkt, banale Krankheiten treten deutlich weniger auf. Gemeinsames Essen stärkt das Miteinander.

Lesen Sie auch: "Dopamine" und mehr: Purple Disco Machines Karriere

In dem Kapitel „Die lange Liebe und ihre Feinde“ stellt sich Bartens klar in die Tradition Søren Kierkegaards. „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Beginn der Unzufriedenheit“. „Die vier apokalyptischen Reiter“, Schuldzuweisungen, Abwehrmechanismen, Verachtung und schließlich Rückzug aus der Kommunikation ins Schweigen gelten als Todsünden der Ehe, die den Sog partnerschaftlicher Zerrüttung via Scheidung vorantreiben. Etwas Demenz, etwas Vergesslichkeit wäre in diesem Fall sehr heilsam. Konstruktive, respektvolle Dispute zeigen, dass die Beziehung für beide noch wichtig ist. Alarmglocken läuten zurecht, wenn gemeinsame Unternehmungen keine echte Freude mehr machen und man lieber mit anderen unterwegs ist. Eine lange Partnerschaft basiert auf gegenseitigem Respekt.

Studien zeigen, dass soziale Beziehungen und insbesondere eine stabile Partnerschaft positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Verheiratete Menschen leben tendenziell länger und haben ein geringeres Risiko für bestimmte Krankheiten.

Strategien für eine lange Liebe

Bartens Strategien für lange Liebe kann man nur zustimmen. Zum Respekt kommt noch das wohlwollende Verwöhnprogramm, das dem anderen signalisiert, du bist mir wichtig, ich mag dich, ich lasse mir für dich etwas Besonderes einfallen. Das müssen keine großen Programme sein, gerade in den kleinen Überraschungen des Alltags leuchtet Zuneigung auf. Wichtig ist aber auch, unangenehmen Eigenschaften Einhalt zu gebieten, sich nicht als Opfer zu fühlen, sondern als Kämpfer für eine gute Beziehung.

In „Sieben Rezepte für eine lange Liebe“ verortet Bartens die Partnerschaft strategisch, Zuneigung und Bewunderung füreinander haben und äußern, sich in Zeiten der Harmonie und des Diskurses nicht ab-, sondern zuwenden, hilfreiche Verhaltensweisen vom Partner übernehmen, Probleme, die man lösen kann, tatsächlich lösen, sich nicht in eine Sache verbeißen, sondern sie weiterentwickeln, zusammen Projekte initieren. Dass Männer mehr fremdgehen als Frauen ist längst ein Klischee und hat vielmehr mit persönlicher Labilität zu tun. Entscheidend ist die Bedeutung eines Abenteuers zu analysieren statt gekränkt oder aufbrausend darauf zu reagieren. Abenteuer sind Indikatoren für das, was in einer Beziehung fehlt. Kommunikation muss eine Beziehung stärken, darf sie nicht unterminieren. Es gilt verbale Wunden zu verhindern, da sie immer Narben hinterlassen. Statt unzufrieden zu sein und zu meckern, muss man die eigenen Sehnsüchte und Wünsche formulieren. Die Qualitäten des Partners zu entfalten ist die große Kunst langer Liebe. Auch wenn man die ganze Zeit zusammen ist, gehört Zeit füreinander eingeplant, durchaus mit kleinen Überraschungen. Der Sex wird automatisch mit den Jahren weniger, aber zärtliche Berührungen können nie genug sein.

Werner Bartens, ein renommierter Wissenschaftsjournalist, gibt in seinem Buch "Lob der langen Liebe" Einblicke in die Faktoren, die eine dauerhafte Partnerschaft ausmachen. Er betont die Bedeutung von Respekt, Zuneigung, Kommunikation und gemeinsamen Projekten.

Lesen Sie auch: Parkinson und Dopaminmangel

Melancholie in der Musik: Ein Spiegel unserer Emotionen

Die Bedeutung von Melancholie

Melancholie ist eine Emotion, die oft mit Traurigkeit, Sehnsucht und Nachdenklichkeit verbunden wird. Sie kann jedoch auch eine Quelle der Inspiration und Kreativität sein. Viele Künstler nutzen Melancholie, um tiefgründige und berührende Werke zu schaffen.

Melancholische Musik nach der Pandemie

Die Erfahrung der Pandemie hat bei vielen Menschen ein Gefühl der Melancholie verstärkt. Die Isolation, die Unsicherheit und die Verluste haben Spuren hinterlassen. In der Musik spiegelt sich diese Melancholie wider. Viele Künstler haben Alben veröffentlicht, die von Trauer, Sehnsucht und der Suche nach Sinn geprägt sind.

Beispiele für melancholische Musik

  • maïa - "ich hoff du brichst mir das Herz": Eine Kombination von schönen Gesangsmelodien mit treibender Countrygitarren-Produktion.
  • Trille - "aus meiner Haut": Eine weiche und zugleich dringliche Atmosphäre.
  • Billie Eilish - "Bird of a Feather": Eine nostalgische und wehmütige Stimmung.
  • orbit - "so far away": Sphärische und treibende Klänge mit Intimität.
  • Fontaines D.C.: Schmerzvolle Stimme und energiegeladene Produktionen.
  • Levin Liam - "gesicht verlieren": Traurige und verletzliche Songs.
  • Jorja Smith - "falling or flying": Unendlicher Schmerz in der Stimme.
  • Leon Bridges - "Leon Bridges": Unaufgeregte Instrumentierungen und ehrliche Stimme.

tags: #blue #madonna #dopamine