Die faszinierende Welt der Blumen, die wie Gehirne aussehen: Celosia Cristata und ihre botanischen Verwandten

Die Natur ist voller Überraschungen, und manchmal spiegelt sie sich auf unerwartete Weise in den Formen und Strukturen wider, die wir kennen. So gibt es Pflanzen, deren Aussehen uns an menschliche Organe erinnert, insbesondere an das Gehirn. Eine dieser bemerkenswerten Pflanzen ist die Celosia Cristata, auch bekannt als Hahnenkamm, eine Blume, die durch ihre einzigartige Form und Farbgebung die Blicke auf sich zieht. Aber auch andere Pflanzen, wie die Affenorchidee oder die "Penispflanze", faszinieren durch ihr ungewöhnliches Aussehen.

Celosia Cristata: Die "Gehirn-Blume" im Detail

Die Celosia Cristata ist eine besondere Unterart des Hahnenkamms, die sich durch ihre Blüten auszeichnet, die tatsächlich wie ein menschliches Gehirn aussehen. Diese auffällige Form hat dazu geführt, dass sie zu einem beliebten Gesprächsthema geworden ist und oft als exotische und aufregende Blume wahrgenommen wird.

Vielfalt der Namen und Erscheinungsformen

Es ist interessant festzustellen, dass selbst Botaniker sich nicht immer einig sind, welcher Name für diese besondere Blume der richtige ist. Neben Celosia Cristata findet man sie auch unter den Bezeichnungen "Hahnenkamm" oder "Silber-Brandschopf". Die purpurroten Blüten, die in den meisten Fällen ab Juni zu bewundern sind, haben ihr auch den Beinamen "Dracula" eingebracht.

Pflege und Standort

Die Celosia Cristata ist relativ pflegeleicht und eignet sich daher auch für Anfänger. Sie bevorzugt einen halbschattigen Standort und ein durchlässiges, lockeres Zimmerpflanzensubstrat. Unter optimalen Bedingungen kann sie eine Größe von bis zu 40 cm und eine Breite von etwa 30 cm erreichen.

Pflegetipps im Überblick:

  • Standort: Hell, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung (ideal: Ost- oder Nordfenster)
  • Temperatur: Im Sommer zwischen 15°C und 25°C
  • Wasserbedarf: Normal
  • Zusätzliche Pflege: Ab und zu mit lauwarmem Wasser besprühen, um Staub zu entfernen.
  • Düngung: Von März bis Oktober monatlich düngen.

Verwendung als Zimmer- und Gartenpflanze

Die Celosia Cristata ist vielseitig einsetzbar. Im Sommer kann sie problemlos im Freien stehen und beispielsweise einen Terrassentisch verschönern. Sie eignet sich aber auch hervorragend als Zimmerpflanze und bringt mit ihrer ungewöhnlichen Form einen Hauch von Exotik in die eigenen vier Wände.

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Jenseits der Celosia: Weitere Pflanzen mit außergewöhnlichem Aussehen

Die Celosia Cristata ist nicht die einzige Pflanze, die durch ihr ungewöhnliches Aussehen auffällt. Auch andere Gewächse haben im Laufe der Evolution Formen entwickelt, die uns staunen lassen.

Die Affenorchidee: Ein Meister der Täuschung

Ein weiteres Beispiel für eine Pflanze mit außergewöhnlichem Aussehen ist die Affenorchidee (Dracula simia). Ihre Blütenblätter sind mit verschiedenen Mustern versehen, die aussehen wie ein Affengesicht. Doch damit nicht genug: Diese Orchidee gaukelt Fliegen vor, ein Pilz zu sein.

Die meisten Affenorchideen findet man am westlichen Hang des Andengebirges in Ecuador, in Höhen von 1.000 bis 2.000 Metern. Hier in den Nebelwäldern finden sie die feucht-kühle Umgebung, die sie zum Wachsen brauchen.

Die Affenorchidee täuscht nicht nur uns Menschen: Fliegen fallen jedoch nicht auf ihr Affengesicht herein, sondern auf ihr pilzähnlich geformtes Blütenblatt in der Mitte. Fallen die Tiere auf diesen Trick herein, werden sie zu einem Transportunternehmen für Orchideen-Pollen.

Der Name "Dracula" bezieht sich übrigens nicht auf den blutsaugenden Grafen aus Transsilvanien, sondern bedeutet übersetzt "kleiner Drache". Der amerikanische Botaniker Carlyle D. Luer beschrieb die Gattung 1978 zum ersten Mal und bezog sich bei der Namensgebung der Überlieferung nach auf die langgestreckten Enden der Blütenblätter.

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Amorphophallus decus-silvae: Die "Penispflanze"

Ein weiteres Beispiel für eine Pflanze mit einem ungewöhnlichen Namen und Aussehen ist die Amorphophallus decus-silvae, auch bekannt als "Penispflanze". Diese tropische Pflanze bildet einen außergewöhnlichen Blütenstand aus, einen Kolben, dessen Form an ein männliches Geschlechtsorgan erinnert.

Pflanzen dieser Art blühen nur selten, da sie eine sehr warme und feuchte Umgebung benötigen. Im Botanischen Garten von Leiden blühte eine solche Pflanze zuletzt 1997. Das Leidener Exemplar war sechs Jahre alt, der Stiel ist zirka zwei Meter hoch aufgewachsen und blühte nun Ende Oktober das erste Mal - zwei Tage lang. Der Kolben war ungefähr einen halben Meter hoch.

Die Bedeutung von Pareidolie

Das Phänomen, in Dingen und Mustern Gesichter und vertraute Wesen oder Gegenstände zu erkennen, wird als Pareidolie bezeichnet. Unser Gehirn spielt uns also einen Streich und man kann davon ausgehen, dass Tiere das Affengesicht gar nicht wahrnehmen. Sie werden eher von den starken Farbkontrasten der Blüte angezogen.

Orchideen und Pilze: Eine faszinierende Symbiose

Wissenschaftler interessieren sich nicht nur für Orchideen, weil sie diesen einen raffinierten "Pilztrick" drauf haben. In Sachen Pilze gehen die Orchideen sogar noch weiter - sie stehen im Boden mit echten Pilzen in enger Verbindung. Diese Pilze versorgen z. B. Orchideen-Samen mit den notwendigen Nährstoffen zur Keimung. Forscher versuchen herauszufinden, wie solche Beziehungen zu Pilzen und Bakterien im Boden auch das Wachstum von Nutzpflanzen beeinflussen.

Was man schon weiß: Einige Pflanzen versorgen Pilze mit wertvollen Nährstoffen, umgekehrt können Pilze Pflanzen vor Krankheitserregern schützen. Kürzlich fand man sogar heraus, dass bestimmte Pilze den Geschmack von Tomaten positiv beeinflussen.

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