Eliquis: Risiken, Nebenwirkungen und Anwendungshinweise

Eliquis, dessen Wirkstoff Apixaban ist, wird zur Hemmung der Blutgerinnung eingesetzt. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise, Anwendungsgebiete und potenziellen Nebenwirkungen von Eliquis, insbesondere im Hinblick auf Nervenschmerzen.

Was ist Eliquis und wie wirkt es?

Eliquis enthält den Wirkstoff Apixaban, ein Arzneistoff zur Hemmung der Blutgerinnung. Apixaban ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der sogenannten Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien). Es hilft der Entstehung von Blutgerinnseln vorzubeugen, indem es Faktor Xa, einen wichtigen Bestandteil des Blutgerinnungssystems, hemmt. Apixaban hemmt einen bestimmten Blutgerinnungsfaktor: Faktor Xa. Das ist ein Enzym, das der Körper für die Blutgerinnung benötigt. Durch die Hemmung verhindert Apixaban, dass sich unerwünschte Blutgerinnsel (Thromben) bilden.

Das „a“ in Faktor Xa steht für „aktiviert“, da dieses Enzym auch in inaktiver Form vorliegen kann. Apixaban bindet also nur an die aktivierte Form.

Apixaban ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden.

Anwendungsgebiete von Eliquis

Apixaban wird angewendet:

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  • um die Bildung von Blutgerinnseln (tiefe Venenthrombose [TVT]) nach einer Hüftgelenks- oder Kniegelenksersatzoperation zu verhindern.
  • um die Bildung von Blutgerinnseln im Herzen bei Patienten mit bestimmten Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern) und mindestens einem weiteren Risikofaktor zu verhindern.
  • zur Behandlung von Blutgerinnseln in den Venen Ihrer Beine (tiefe Venenthrombose) und den Blutgefäßen Ihrer Lunge (Lungenembolie) sowie um die erneute Bildung von Blutgerinnseln in den Blutgefäßen Ihrer Beine und/oder Lunge zu verhindern.
  • zur Behandlung von Blutgerinnseln und zur Vorbeugung eines Wiederauftretens von Blutgerinnseln in den Venen oder in den Blutgefäßen der Lunge bei Kindern im Alter von 28 Tagen bis unter 18 Jahren.

Dosierung und Anwendung von Eliquis

Die Dosierung des Arzneimittels hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte vom Arzt individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur vom Arzt bestimmt. Zur Vorbeugung von Schlaganfall und Embolie bei Vorhofflimmern sollte das Arzneimittel dauerhaft angewendet werden.

Die Tabletten werden mit einem Glas Wasser eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. Bei Schluckbeschwerden kann die Tablette zerstoßen und in Wasser, Apfelsaft oder Apfelmus gelöst eingenommen werden.

Falls Sie nicht in der Lage sind, die Tabletten als Ganzes zu schlucken, können Sie diese unmittelbar vor der Anwendung auch zerstoßen und in Wasser oder Apfelsaft gelöst oder mit Apfelmus gemischt einnehmen.

Anleitung für das Zerstoßen:

  • Zerstoßen Sie die Tabletten mit einem Pistill und Mörser.
  • Überführen Sie das gesamte Pulver vorsichtig in ein geeignetes Behältnis und mischen Sie das Pulver mit z.B. 30 ml (2 Esslöffel) Wasser oder einer der anderen oben genannten Flüssigkeiten, um eine Mischung herzustellen.
  • Schlucken Sie das Gemisch.
  • Spülen Sie danach das Pistill und den Mörser, welche Sie zum Zerstoßen der Tablette verwendet haben, und das Behältnis mit ein wenig Wasser oder einer der anderen Flüssigkeiten (z.B. mit 30 ml) ab und trinken die aufgefangene Flüssigkeit.

Falls notwendig, kann Ihnen der Arzt auch die zerstoßene Tablette in 60 ml Wasser oder 5% Glucose in Wasser lösen und über eine Magensonde geben.

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Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

Eliquis darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
  • Aktiven Blutungen
  • Lebererkrankungen mit Blutungsrisiko
  • Erhöhter Blutungsneigung
  • Geschwüren im Verdauungstrakt
  • Bösartigen Tumoren mit hohem Blutungsrisiko
  • Hirn- oder Rückenmarksverletzungen, kürzlich aufgetreten
  • Operationen an Gehirn, Rückenmark oder Augen, kürzlich zurückliegend
  • Hirnblutungen, kürzlich aufgetreten
  • Krampfadern der Speiseröhre
  • Gefäßfehlbildungen
  • Aneurysmen (Ausbuchtung der Gefäßwände)
  • Gefäßfehlbildungen des Rückenmarks oder des Gehirns

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

  • Eingeschränkter Nierenfunktion
  • Älteren Patienten (über 75 Jahre)
  • Geringem Körpergewicht (60 kg oder weniger)
  • Künstlicher Herzklappe
  • Antiphospholipid-Syndrom

Vor Operationen, auch kleineren Eingriffen wie dem Ziehen eines Zahnes, muss die Einnahme von Eliquis angegeben werden, da die Blutungszeit verlängert sein kann.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Einige Arzneimittel können die Wirksamkeit von Eliquis verstärken oder vermindern. Zu den Arzneimitteln, die die Wirkung von Eliquis verstärken können und somit das Blutungsrisiko erhöhen, gehören:

  • Bestimmte Arzneimittel gegen Pilzinfektionen (z.B. Ketoconazol)
  • Bestimmte gegen Viren wirksame Arzneimittel gegen HIV/AIDS (z.B. Ritonavir)
  • Andere Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung (z.B. Enoxaparin)
  • Entzündungshemmende oder schmerzlindernde Arzneimittel (z.B. ASS [Acetylsalicylsäure] oder Naproxen)
  • Arzneimittel gegen hohen Blutdruck und Herzprobleme (z.B. Diltiazem)
  • Antidepressiva (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer)

Arzneimittel, die die Wirkung von Eliquis vermindern können, sind:

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  • Arzneimittel gegen Epilepsie oder Krampfanfälle (z.B. Phenytoin)
  • Johanniskraut (ein pflanzliches Mittel gegen Depression)
  • Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose oder anderen Infektionen (z.B. Rifampicin).

Mögliche Nebenwirkungen von Eliquis

Nebenwirkungen sind unerwünschte Wirkungen, die bei bestimmungsgemäßer Anwendung des Arzneimittels auftreten können.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Eliquis gehören:

  • Anämie (Blutarmut)
  • Thrombozytopenie (Verminderung der Anzahl der Blutplättchen)
  • Blutungen unterschiedlicher Art (z.B. Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Blut im Urin oder Stuhl, Blutergüsse)
  • Übelkeit
  • Hautausschlag

Nervenschmerzen als mögliche Nebenwirkung

Obwohl Nervenschmerzen nicht als häufige oder explizit genannte Nebenwirkung von Eliquis aufgeführt sind, ist es wichtig zu beachten, dass jeder Patient unterschiedlich auf Medikamente reagieren kann. Es ist möglich, dass Nervenschmerzen in seltenen Fällen im Zusammenhang mit der Einnahme von Eliquis auftreten können.

Mögliche Ursachen für Nervenschmerzen im Zusammenhang mit Eliquis:

  • Individuelle Reaktion: Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Es ist möglich, dass Eliquis bei manchen Menschen Nervenirritationen oder -entzündungen auslöst, die sich als Nervenschmerzen äußern.
  • Wechselwirkungen: Eliquis kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben, die der Patient einnimmt. Diese Wechselwirkungen könnten indirekt Nervenschmerzen verursachen.
  • Blutungen: In sehr seltenen Fällen könnten Blutungen im Bereich von Nerven auftreten, die zu Nervenschmerzen führen.
  • Andere Ursachen: Es ist wichtig zu betonen, dass Nervenschmerzen viele Ursachen haben können, die nicht mit Eliquis in Zusammenhang stehen müssen.

Was tun bei Nervenschmerzen unter Eliquis?

  1. Arzt informieren: Bei Auftreten von Nervenschmerzen während der Einnahme von Eliquis sollte umgehend der behandelnde Arzt informiert werden.
  2. Ursachenforschung: Der Arzt wird versuchen, die Ursache der Nervenschmerzen zu ermitteln. Dazu können Untersuchungen wie eine neurologische Untersuchung, Bluttests oder bildgebende Verfahren gehören.
  3. Behandlung: Abhängig von der Ursache der Nervenschmerzen wird der Arzt eine geeignete Behandlung einleiten. Dies kann die Anpassung der Eliquis-Dosis, die Einnahme von Schmerzmitteln oder eine andere Therapie umfassen.
  4. Nicht eigenmächtig handeln: Die Einnahme von Eliquis sollte nicht eigenmächtig abgebrochen oder verändert werden. Dies kann schwerwiegende Folgen haben, wie z.B. die Bildung von Blutgerinnseln.

Weitere wichtige Hinweise zu Nebenwirkungen

  • Bei Auftreten von Befindlichkeitsstörungen oder Veränderungen während der Behandlung sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
  • Die gleichzeitige Anwendung mehrerer Arzneimittel kann zu Wechselwirkungen und veränderten Wirkungen oder Nebenwirkungen führen.

Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Vor einer Operation muss die Einnahme von Eliquis angegeben werden.
  • Vorsicht ist geboten bei Allergien gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose mit der E-Nummer E 466).
  • Bei Unverträglichkeit gegenüber Lactose sollte der Zuckergehalt berücksichtigt werden.
  • Es kann zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln kommen.

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