Der richtige Bodenbelag für Parkinson-Patienten: Sicherheit und Komfort im Fokus

Die Wahl des richtigen Bodenbelags spielt eine entscheidende Rolle für die Sicherheit und das Wohlbefinden von Menschen mit Parkinson. Unfälle in den eigenen vier Wänden sind keine Seltenheit, und ein nicht rutschfester Bodenbelag stellt eine erhebliche Gefahrenquelle dar. Gerade für ältere oder pflegebedürftige Personen kann ein Sturz schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Daher ist es wichtig, bei der Gestaltung von Wohnraum auf einen geeigneten und sicheren Bodenbelag zu achten.

Bedeutung des Bodenbelags für Menschen mit Parkinson

Parkinson-Patienten leiden häufig unter motorischen Beeinträchtigungen wie Muskelzittern, Haltungsinstabilität und dem sogenannten "Freezing of Gait" (FOG). FOG wird beschrieben als ein plötzliches "Festkleben" der Füße am Boden, was zu Stürzen führen kann. Ein sicherer Bodenbelag kann das Sturzrisiko deutlich reduzieren und die Mobilität im Alltag verbessern.

Anforderungen an einen sicheren Bodenbelag

Ein optimaler Bodenbelag für Parkinson-Patienten sollte folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Rutschfestigkeit: Dies ist die wichtigste Eigenschaft, um Stürze zu vermeiden.
  • Strapazierfähigkeit: Der Bodenbelag sollte widerstandsfähig gegen Abnutzung durch Rollstühle, Rollatoren oder Gehhilfen sein.
  • Ebenheit: Unebenheiten wie Teppichkanten oder lose liegende Teppiche stellen Stolperfallen dar und sollten vermieden werden.
  • Gelenkschonend: Ein leicht federnder Bodenbelag kann die Gelenke entlasten und den Gehkomfort erhöhen.
  • Pflegeleichtigkeit: Ein leicht zu reinigender Bodenbelag erleichtert die Hygiene und reduziert den Reinigungsaufwand.

Geeignete Bodenbeläge für Parkinson-Patienten

Es gibt verschiedene Bodenbeläge, die sich für die Bedürfnisse von Parkinson-Patienten eignen:

  • Vinylböden: Vinylböden sind rutschhemmend, strapazierfähig und in verschiedenen Designs erhältlich. Sie sind eine gute Alternative für Menschen, die keinen Teppich verlegen möchten. Der heterogene Vinyl-Bodenbelag kombiniert erdige Beige-, Gold- und Brauntöne und erinnert mit seinem weichen, organischen Erscheinungsbild ohne strenge Linien an traditionelle Textilien und gewebte Bodenbeläge. Er strahlt optisch Wärme aus und vermittelt Halt und Sicherheit. Auch findet sich hier das Thema der Bewegung im filigranen Wellenmuster wieder.
  • Kautschukböden: Kautschukböden sind ebenfalls sehr strapazierfähig und bieten eine gute Rutschfestigkeit. Sie sind in verschiedenen Farben und Designs erhältlich.
  • Linoleum: Linoleum ist ein natürlicher, robuster und pflegeleichter Bodenbelag. Es gibt ihn in verschiedenen Stärken und Farben.
  • Korkparkett: Korkparkett ist ein warmer, angenehmer und leicht federnder Bodenbelag. Es hat eine natürliche Struktur, die das Ausrutschen erschwert.
  • Rutschhemmende Fliesen: Fliesen mit rutschhemmender Wirkung sind besonders für Badezimmer und Hausflure geeignet. Sie werden in fünf Gruppen eingeteilt, die die Beschaffenheit der Oberfläche definieren. Ein höherer Anteil an Fugen sorgt für zusätzliche Sicherheit.

Ungeeignete Bodenbeläge

Einige Bodenbeläge sind für Parkinson-Patienten weniger geeignet:

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  • Laminat: Laminat ist in der Regel nicht rutschfest und kann bei Nässe gefährlich werden. Zwar kann Laminat nachträglich mit einer Anti-Rutsch-Beschichtung versehen werden, meistens lohnt sich dieser Aufwand jedoch nicht.
  • Herkömmliche Fliesen: Glatte Fliesen sind besonders im Badezimmer eine Rutschgefahr.
  • Hochflorige Teppiche: Hochflorige Teppiche erschweren die Fortbewegung mit Rollatoren und Rollstühlen und können Stolperfallen darstellen.
  • Teppiche mit Kanten: Teppichkanten stellen eine Stolpergefahr dar und sollten vermieden werden.

Zusätzliche Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit

Neben der Wahl des richtigen Bodenbelags gibt es weitere Maßnahmen, die die Sicherheit in der Wohnung erhöhen können:

  • Entfernen von Stolperfallen: Lose liegende Teppiche, Kabel oder andere Gegenstände sollten entfernt werden.
  • Anbringen von Haltegriffen: Im Badezimmer und in anderen gefährdeten Bereichen sollten Haltegriffe angebracht werden.
  • Gute Beleuchtung: Eine ausreichende Beleuchtung reduziert das Sturzrisiko.
  • Verwendung von Anti-Rutsch-Matten: Unter Teppiche und Läufer können Anti-Rutsch-Matten gelegt werden, um ein Verrutschen zu verhindern.
  • Rutschfeste Streifen auf Treppenstufen: Geflieste Treppenstufen können mit selbstklebenden Streifen mit rauer Oberfläche rutschfester gestaltet werden.

Förderung durch die KfW

Wer seine Räume durch geeignetere Bodenbeläge sicherer machen will, kann auf rutschhemmende Fliesen zurückgreifen, deren Anschaffung bei einem altersgerechten Umbau von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bezuschusst oder mit einem zinsgünstigen Kredit gefördert wird.

Innovative Ansätze zur Verbesserung der Mobilität

Das von der EU geförderte Interreg VI- Projekt „Parkinson Vibrating Socks“ zielt darauf ab, die Mobilität von Menschen, die an der Parkinson-Krankheit leiden, zu verbessern. Das Projekt entwickelt einen patientenzentrierten und klinisch-wissenschaftlich evaluierten, vibrotaktilen Prototypen eines Cueing Systems: ein kleines Gerät, das am Knöchel getragen wird und einen Sensor enthält. Das System analysiert das Schrittmuster mithilfe von Algorithmen aus dem maschinellen Lernen und gibt einen vibrotaktilen Cue, wenn Freezing erkannt wird.

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