Bosartige Neubildung der Lymphknoten im Gehirn: Ursachen, Symptome und Behandlung

Das Gehirn, zusammen mit dem Rückenmark, bildet das zentrale Nervensystem (ZNS). Tumoren des ZNS sind seltene Erkrankungen, die jedoch schwerwiegende Folgen haben können. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten bösartiger Neubildungen der Lymphknoten im Gehirn.

Einführung

ZNS-Tumoren sind mit sechs Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr relativ selten. Es gibt zwei Häufigkeitsgipfel: einen zwischen dem 5. und 10. Lebensjahr und einen weiteren zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr. Die Vielfalt der Zelltypen im ZNS führt zu einer Vielzahl von Tumoren mit unterschiedlichem Wachstumsverhalten, Therapien und Prognosen.

Ursachen und Risikofaktoren

Genetische Veranlagung

Eine genetische Veranlagung spielt nur selten eine Rolle bei der Entstehung von ZNS-Tumoren. Die genauen Ursachen sind oft unklar, was die Prävention erschwert.

Weitere Risikofaktoren

Weitere Faktoren, die zur Entstehung von Hirntumoren beitragen können (obwohl sie weniger häufig sind als bei anderen Krebsarten), sind:

  • Strahlenbelastung: Eine frühere Strahlentherapie des Kopfes kann das Risiko für die Entwicklung von Hirntumoren erhöhen.
  • Bestimmte genetische Syndrome: Menschen mit bestimmten erblichen Erkrankungen, wie z. B. Neurofibromatose Typ 1 und Typ 2 oder dem Li-Fraumeni-Syndrom, haben ein erhöhtes Risiko.
  • Chemikalien: Der Kontakt mit bestimmten Chemikalien, wie z. B. Vinylchlorid, kann das Risiko erhöhen.
  • HIV/AIDS: Menschen mit HIV/AIDS haben ein erhöhtes Risiko für bestimmte Arten von Lymphomen, die das Gehirn befallen können.

Symptome

Die Symptome von ZNS-Tumoren sind oft unspezifisch und können vielfältig sein:

Lesen Sie auch: Ursachen und Symptome von Hirntumoren

  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Erbrechen
  • Psychische Störungen
  • Wesensveränderung
  • Schwindel
  • Krampfanfälle
  • Halbseitenlähmung
  • Sprach- oder Hörstörungen

Es ist wichtig, diese Symptome ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen, da sie auch auf andere Erkrankungen hinweisen können.

Diagnose

Die Diagnose von ZNS-Tumoren umfasst in der Regel mehrere Schritte:

  1. Anamnese und körperliche Untersuchung: Ein ausführliches Arztgespräch und eine gründliche neurologische Untersuchung sind der erste Schritt.
  2. Elektroenzephalogramm (EEG): Messung der Hirnströme zur Erkennung von Auffälligkeiten.
  3. Schnittbildgebung: Computer- oder Kernspintomographie (CT/MRT) zur detaillierten Darstellung des Gehirns.
  4. Angiographie: Darstellung der Hirnblutgefäße.
  5. Liquorpunktion: Untersuchung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) auf Tumorzellen.
  6. Biopsie: Entnahme einer Gewebeprobe zur definitiven Diagnose und Subtypbestimmung durch den Pathologen.

Therapie und Behandlung

Die Behandlung von ZNS-Tumoren hängt vom Subtyp, dem Ausbreitungsgrad und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab.

Symptomatische Behandlung

Vor der eigentlichen Therapie kann Kortison gegeben werden, um eine begleitende Hirnschwellung zu reduzieren.

Operative Entfernung

Die operative Entfernung des Tumors ist oft die Therapie der Wahl.

Lesen Sie auch: Hirnmetastasen verstehen

Weitere Therapieoptionen

  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie
  • Antikörpertherapie
  • Tyrosinkinase-Inhibitoren

Häufig werden Kombinationen dieser Therapieansätze verwendet, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. In Zukunft könnten auch Immuntherapien eine größere Rolle spielen.

Spezifische Tumorarten und ihre Behandlung

Kopf-Hals-Tumoren

Kopf-Hals-Tumoren umfassen verschiedene Tumorerkrankungen im Kopf- und Halsbereich, darunter Tumoren der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfes, der Nase, der Nasennebenhöhlen und der Schilddrüse. Die Mehrheit dieser Tumore sind Plattenepithelkarzinome, die in den Schleimhautzellen entstehen.

Ursachen und Risikofaktoren:

  • Nikotinmissbrauch (Tabakrauchen)
  • Alkoholmissbrauch
  • Schlechte Mundhygiene
  • Infektionen mit Humanen Papillomaviren (HPV)
  • Genetische Veranlagung (Epstein-Barr-Virus bei Nasenrachenkrebs)
  • Erhöhte Strahlenexposition
  • Langandauernde Sonnenbestrahlung (bei Lippen- und Gesichtskrebs)
  • Umgang mit bestimmten Schadstoffen (Asbest, chrom- und nickelhaltige Farben und Lacke)
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Chronische Verletzungen der Schleimhaut

Symptome:

  • Schluckbeschwerden
  • Schwellungen
  • Fremdkörpergefühl im Hals
  • Veränderungen der Schleimhaut
  • Heiserkeit
  • Anhaltendes Kratzen im Hals
  • Mundgeruch
  • Chronischer Husten
  • Blutiger Auswurf
  • Nicht heilende Wunden
  • Atemnot
  • Einseitige Nasenatmung mit Nasenbluten
  • Zahnlockerungen
  • Gesichtsschmerzen, Sehveränderungen, Taubheitsgefühl

Diagnose:

  • Ausführliches Gespräch und körperliche Untersuchung
  • Spiegeluntersuchung (Laryngoskopie)
  • Blutuntersuchung
  • Bildgebende Verfahren (Röntgen, Ultraschall, CT/MRT, PET, Skelettszintigraphie)
  • Tumorstaging zur Untersuchung der Ausdehnung des Tumors und des Vorhandenseins von Metastasen

Therapie:

  • Operation
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie
  • Immuntherapie
  • Wachstumshemmende Antikörper

Neuroendokrine Tumoren (NET)

NET entstehen aus Zellen der Neuralleiste und ähneln endokrinen Drüsenzellen, die Hormone produzieren, die z.B. den Verdauungsprozess steuern. Die klassische Bezeichnung lautet „Karzinoid“. NET sind selten und können verschiedene Symptome verursachen, abhängig vom Zelltyp und der Funktion der entarteten Zellen.

Symptome:

  • Bauchbeschwerden
  • Verstopfung
  • Blutarmut
  • Akromegalie (Vergrößerung der Körperendglieder)
  • Cushing-Syndrom
  • Gehäuftes Auftreten von Magen-Darm-Geschwüren

Behandlung:

Die Behandlung erfordert oft einen multimodalen Ansatz, einschließlich Operation, Strahlentherapie, nuklearmedizinische Verfahren, Somatostatin-Analoga, Interferone und Chemotherapie.

Phäochromozytom und Nebennierentumoren

Ein Phäochromozytom ist ein meist gutartiger Tumor des Nebennierenmarks oder des Grenzstrangs, der Katecholamine wie Noradrenalin und Adrenalin produziert. Dies kann zu Bluthochdruck führen. Tumoren der Nebennierenrinde können ebenfalls Hormone produzieren und verschiedene Symptome verursachen.

Lesen Sie auch: Gutartig oder bösartig? Fibrose und Sklerose erklärt

Tumoren der Hirnanhangsdrüse

Gutartige Tumoren der Hirnanhangsdrüse sind relativ häufig. Die Hirnanhangsdrüse spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation des hormonellen Systems.

Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs ist selten und macht etwa 1% aller bösartigen Tumorarten aus. Risikofaktoren sind u.a. Jodmangel, Strahlentherapie und genetische Veranlagung.

Symptome:

  • Knoten im Schilddrüsenbereich
  • Tastbare Veränderungen der Schilddrüse
  • Druckgefühl im Halsbereich
  • Luftnot
  • Schluckbeschwerden
  • Hustenreiz
  • Vergrößerte Lymphknoten im Halsbereich
  • Anhaltende Heiserkeit

Diagnose:

  • Ärztliches Gespräch und körperliche Untersuchung
  • HNO-ärztliche Untersuchung inklusive Laryngoskopie
  • Blutentnahme zur Überprüfung der Schilddrüsenfunktion und Tumormarker
  • Genetische Analysen bei Verdacht auf medulläres Schilddrüsenkarzinom
  • Bildgebende Verfahren (Ultraschall, Röntgen, CT/MRT, Szintigraphie)

Therapie:

  • Operation
  • Bestrahlung
  • Chemotherapie
  • Hormonbehandlung

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Lungenkrebs ist eine bösartige Erkrankung, die von entarteten Zellen des Lungengewebes ausgeht. Hauptursache ist die Inhalation von Tabakrauch.

Ursachen und Risikofaktoren:

  • Tabakrauch (aktives und passives Rauchen)
  • Umwelteinflüsse
  • Genetische Veranlagung
  • Höheres Lebensalter
  • Radioaktive Strahlung (Radon)
  • Schadstoffe am Arbeitsplatz (Asbest, Quarzstäube, Arsen, Chrom, Nickel, Dieselabgase)
  • Vorerkrankungen (Tuberkulose, Lungenfibrose, Asbestose)

Symptome:

  • Schwäche
  • Wiederholte Erkältungen ohne Besserung
  • Chronischer Husten bzw. Änderung des Hustens bei Rauchern
  • Blut im Auswurf
  • Chronischer Husten
  • Blutiger Auswurf
  • Heiserkeit und Schluckbeschwerden
  • Unerklärter Gewichtsverlust

Diagnose:

  • Anamnese und klinische Untersuchung
  • Blutuntersuchung (Tumormarker)
  • Gewebeprobe (Biopsie) durch Bronchoskopie oder Mediastinoskopie
  • Röntgenaufnahmen, Ultraschall, CT/MRT, Skelettszintigraphie, PET

Therapie:

  • Operation
  • Chemotherapie
  • Bestrahlung
  • Antikörper und Tyrosinkinase-Inhibitoren
  • Rauchstopp

Brustkrebs (Mammakarzinom)

Brustkrebs ist ein bösartiger Tumor der Brustdrüse und die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen.

Risikofaktoren:

  • Genetische Faktoren
  • Hormonelle Einflüsse
  • Umweltfaktoren
  • Alter

Diagnose:

  • Ärztliches Gespräch und körperliche Untersuchung
  • Mammographie, Ultraschall, MRT/CT, Skelettszintigraphie
  • Biopsie

Therapie:

  • Operation
  • Bestrahlung
  • Chemotherapie
  • Hormontherapie
  • Antikörpertherapie

Lymphome

Lymphome sind Krebserkrankungen des lymphatischen Systems, das Lymphknoten, Mandeln, Milz und lymphatisches Gewebe in anderen Organen umfasst. Bei Lymphomen wachsen weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) unkontrolliert.

Einteilung:

  • Hodgkin-Lymphom
  • Non-Hodgkin-Lymphome (verschiedene Subtypen)

Symptome:

  • Geschwollene Lymphknoten
  • Fieber
  • Starkes Schwitzen
  • Gewichtsverlust
  • Beschwerden an den betroffenen Organen

Diagnose:

  • Bildgebende Verfahren (Ultraschall, Röntgen, MRT, CT, PET/CT)
  • Untersuchung von Blut und Knochenmark
  • Liquoruntersuchung (in seltenen Fällen)

Therapie:

  • Chemotherapie
  • Antikörpertherapie
  • Strahlentherapie
  • Zielgerichtete Medikamente
  • Immuntherapie

Prognose

Die Prognose bei ZNS-Tumoren hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Subtyp des Tumors, sein Ausbreitungsgrad, das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten. Einige Tumoren sind gutartig und können vollständig entfernt werden, während andere aggressiver sind und eine intensive Behandlung erfordern.

Nachsorge

Nach der Behandlung von ZNS-Tumoren ist eine regelmäßige Nachsorge wichtig, um ein Wiederauftreten des Tumors frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die Nachsorge umfasst in der Regel regelmäßige körperliche Untersuchungen, bildgebende Verfahren und neurologische Tests.

tags: #bosartige #neubildung #lymphknoten #im #gehirn