Botox, bekannt für seine Anwendung zur Reduzierung von Mimikfalten, hat sich als wirksame prophylaktische Behandlung für chronische Migräne etabliert. Ziel der Botox-Therapie ist es, die Häufigkeit von Migräneattacken und Kopfschmerzen zu reduzieren.
Wann ist Botox bei Migräne indiziert?
Botox ist ausschließlich zur Behandlung der chronischen Migräne zugelassen. Die Anwendung ist indiziert, wenn Patienten nicht ausreichend auf orale prophylaktische Medikamente ansprechen oder diese nicht vertragen. Eine Migräne wird als chronisch eingestuft, wenn ein Patient an mindestens 15 Tagen im Monat unter Kopfschmerzen leidet, wobei an mindestens acht Tagen Migräne vorliegt.
Kontraindikationen für die Botox-Behandlung
In bestimmten Fällen darf Botox nicht eingesetzt werden. Dazu gehören:
- Erkrankungen, die die neuromuskuläre Übertragung beeinflussen, wie Myasthenia gravis
- Bekannte Unverträglichkeit gegenüber Botulinumtoxinen
Diese Kontraindikationen sind im klinischen Alltag jedoch selten.
Mögliche Nebenwirkungen der Botox-Behandlung
Wie bei jeder Therapie können auch bei Botox Nebenwirkungen auftreten. An der Injektionsstelle können kurzfristig Schmerzen auftreten. Da Botox Muskeln lähmt, kann es als Nebenwirkung zu einer Schwäche des Augenlidmuskels kommen, was zu einem Herabhängen des Lids führen kann (Lidschwäche). Die Lidschwäche trat in Zulassungsstudien bei 3,3 Prozent der Patienten auf. Obwohl Botox auch in die Stirn gespritzt wird, ist die Dosis zur Migräneprophylaxe geringer als bei kosmetischen Behandlungen, wodurch die Stirnmimik meist nicht wesentlich beeinträchtigt wird. Einige Patienten berichten jedoch von einer glatteren Stirn nach der Behandlung.
Lesen Sie auch: Botox in der Schmerztherapie
Wirkungsweise von Botox
Botulinumtoxin A, ein Gift des Bakteriums Clostridium botulinum, wird in Deutschland unter dem Markennamen "Botox" von der Pharm-Allergan GmbH vertrieben. Botox ist derzeit das einzige Botulinumtoxin A, das zur Behandlung von Migräne zugelassen ist. Nach der Injektion lähmt das Präparat die Muskeln, indem es die Freisetzung des Botenstoffs Acetylcholin verhindert, der normalerweise die Muskelaktivierung bewirkt. Bei chronischer Migräne kann Botox präventiv eingesetzt werden. Die Wirkung hält etwa drei Monate an.
Alternativen zur Botox-Behandlung
Es gibt sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Verfahren zur Migräneprophylaxe. Bei leichteren Migräneformen sollten zunächst nicht-medikamentöse Verfahren ausgeschöpft werden. Dazu gehören Entspannungsübungen, regelmäßiger Ausdauersport und Lebensstilmodifikationen wie regelmäßige Mahlzeiten, Schlaf und Stressmanagement. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine medikamentöse Therapie in Kombination mit nicht-medikamentösen Verfahren in Betracht gezogen werden.
Migräne vs. Spannungskopfschmerzen
Migräne unterscheidet sich von Spannungskopfschmerzen in der Art des Schmerzes, seiner Intensität und den Begleiterscheinungen. Der Migräneschmerz ist meist pochend-pulsierend und oft nur in einer Kopfhälfte spürbar. Häufig treten Licht- und Lärmempfindlichkeit, Sehstörungen, Müdigkeit und Übelkeit auf. Eine Migräneattacke kann mehrere Stunden oder Tage dauern. Typische, verallgemeinerbare Trigger gibt es nicht; Migräne ist sehr individuell. Stress, Schlafmangel oder zu viel Schlaf sowie bestimmte Nahrungsmittel können Migräneattacken auslösen.
Multimodaler Behandlungsansatz
Gerade bei chronischer Migräne ist ein multimodaler Ansatz wichtig, der neben Medikamenten auch psychologische und physiotherapeutische Behandlungen umfasst.
Gewinnung und Anwendung von Botox
Botox, also Botulinumtoxin, wird aus dem Bakterienstamm Clostridium Botulinum gewonnen. Seit mehr als 20 Jahren wird Botox als Wirkstoff stark verdünnt verabreicht. Seit mehreren Jahren kann die Migräne, die viele Menschen plagt, mittels einer Botoxbehandlung gelindert werden. Bei Patienten mit chronischer Migräne sorgte die Behandlung durch Botox zu einer erheblichen Verbesserung des Zustands. Als Patienten, die an chronischer Migräne litten, sich mit Botox ihre Falten behandeln liessen, fiel auf, dass auch die Migräne verschwand oder sich besserte. Dadurch wurde die Behandlung von Migräne durch Botox genauer untersucht. Hierzu gibt es zwei große Studien, die die Wirksamkeit dieser Behandlung belegen. Es ist jedoch anzumerken, dass die Migräne-Attacken dadurch nicht völlig verhindert werden können. Die Behandlung lindert lediglich die Symptome. Weiterhin kann das Geflecht aus Nerven und Muskeln nicht dauerhaft verändert werden: Wie bei der Faltenbehandlung durch Botox wird der Wirkstoff vom Körper abgebaut, so dass die Wirkung des Botox bei Migräne nach zwei bis vier Monaten nach und sollte dann wiederholt werden. In einer Studie litten die Patienten nach der Botox-Injektion deutlich seltener an Migräne Attacken, in vielen Fällen wurde die Häufigkeit der Attacken um sogar 50 Prozent reduziert.
Lesen Sie auch: Die Risiken von Botox für das Gehirn
Langfristige Wirksamkeit und Anwendungsbereich
Die Behandlung von Migräne durch Botox kann eine langfristig wirksame Behandlungsmöglichkeit für chronische Migräne sein. Von der Behandlung einer „normalen“ Migräne, die nicht chronisch ist, durch Botox ist abzusehen. Botulinumtoxin ist ein natürliches Eiweiß, dass die Übertragung von Nervenimpulsen zum Muskel hemmt, so dass der Muskel sich entspannt. Insgesamt gibt es bei der Migränebehandlung durch Botox 31 Punkte an Stirn, Schläfe, Nacken und Schultern, an denen das Botox gespritzt werden kann, um die Migräneschmerzen zu lindern. Der behandelnde Arzt ermittelt im individuellen Beratungsgespräch die Schmerzpunkte der Migräne, um dort Botox zu injizieren. Die Botoxbehandlung entspannt die übermäßige Empfindlichkeit und schützt das Nervensystem. Durch eine gezielte Injektion werden die betroffenen Muskeln angesprochen. Das Injizieren des Botox dauert nicht lange und kann ambulant durchgeführt werden. Ein positiver Nebeneffekt der Botoxbehandlung von Migräne können teilweise geliftete Gesichtszüge sein, da das injizierte Botox im Muskel zu einem Anheben führt. Der Patient ist direkt nach der Behandlung wieder gesellschaftsfähig und kann nach circa zwei Tagen auch wieder Sport betreiben. Nach der Behandlung durch Botox können kleine Blutergüsse oder Schwellungen an den Stellen entstehen, in die injiziert wurde. Solche Komplikationen sind natürliche Reaktionen des Körpers und unbedenklich.
Nachsorge und Verhalten nach der Behandlung
Was sollte nach der Migränebehandlung mit Botox® beachtet werden? Die Migräne Therapie verursacht in der Regel keinerlei Ausfallzeiten. Auch eine spezifische Nachsorge ist nicht erforderlich. Sie sollten lediglich darauf achten, dass Sie den Kopf in den folgenden Stunden aufrecht halten und sich nicht hinlegen. So gehen wir sicher, dass das Botox® in der gewünschten Region verbleibt und wirkt. Weiterhin empfehlen wir, sich für 1 - 2 Tage körperlich zu schonen und auf Sonnenbäder, Sauna- und Solariumgänge zu verzichten. Die Behandlungsstellen sollten nicht massiert werden.
Migränearten und Botox
Migräne kann chronisch oder episodisch auftreten. Von einer chronischen Migräne spricht man, wenn Betroffene an 15 oder mehr Tagen im Monat an Kopfschmerzen und mindestens 8 Tage davon an Migräneschmerzen leiden. Episodische Migräne tritt an weniger als 15 Tagen auf. Die Behandlung der Migräne mit Botox® kann zu einer Reduzierung der Migränetage bei chronischen Migräne-Patienten führen.
Wirkmechanismus und Anwendung
Botulinumtoxin A ist ein Neurotoxin und wirkt durch die Hemmung der Übertragung von Nervenreizen zum Muskel. Botox® kommt unter anderem auch zur Behandlung von starkem Schwitzen, der sogenannten Hyperhidrose, zum Einsatz. Das Medikament wird an mehreren Injektionspunkten injiziert. Im ersten Jahr der Botox®-Therapie sollte die Behandlung circa alle drei Monate wiederholt werden, um eine Linderung der Beschwerden zu erzielen. Bestenfalls haben Sie bereits eine ausführliche Diagnostik zur Migräne abgeschlossen. Außerdem sollten auch weiterhin sämtliche konservative Maßnahmen ergriffen werden, um den Migräne-Attacken vorzubeugen. Dazu gehören ein regelmäßiger Tagesablauf, das Vermeiden von persönlichen Triggern (Auslösern), ein guter Flüssigkeitshaushalt und ausreichend Schlaf. Auch Meditation und Sport können helfen. Nach gründlicher Desinfektion der Haut werden die Injektionspunkte angezeichnet und das Botox® an bis zu mehreren Stellen an Kopf und Nacken injiziert. Sie sollten den Kopf nach der Behandlung für einige Stunden aufrecht halten und auf Sport und Anstrengung für circa 2 Tage verzichten. Für ungefähr 14 Tage nach der Behandlung sollten Sie starke Sonneneinstrahlung meiden.
Kosten und Behandlungszyklus
Die genauen Kosten sind von der Menge des benötigten Medikaments abhängig und werden im Beratungsgespräch erörtert. In den meisten Fällen sollte im ersten Jahr alle 3 Monate eine Behandlung erfolgen. Bei gutem Ansprechen auf das Medikament kann der Behandlungszyklus gegebenenfalls auf 4 Monate erweitert werden. Die Kosten für die Behandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernommen und müssten vom Patienten selbst getragen werden.
Lesen Sie auch: Anwendung von Botox bei Neuralgien
Wie Botox gegen Migräne wirkt
Wie genau Botox® gegen Migräne wirkt, ist nicht abschließend geklärt. Botox® wird als Injektion in bestimmte Muskeln im Kopf- und Nackenbereich verabreicht. Die Wirkung von Botox® gegen Migräne hält normalerweise etwa 3-4 Monate an. Mögliche Nebenwirkungen sind vorübergehende Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Muskelschwäche oder Rötungen an den Injektionsstellen. Seltener können Schluck- oder Sprechstörungen auftreten.
Stirnlift & Botox gegen Migräne
Je nachdem, wo der Hauptauslöser für die Migräne sitzt, kann die plastisch-ästhetische Chirurgie bei der Behandlung von Migräne helfen. Das endoskopische Stirnlift ist ursprünglich eine Behandlung gegen Falten und abgesunkene Augenbrauen. Kann als Auslöser für die Beschwerden von neurologischer Seite eindeutig die Komprimierung von zwei bestimmten Stirnnerven durch die darüberliegenden Muskeln identifiziert werden, kann ein Stirnlifting der richtige Weg sein, um die Schmerzen zu lindern. Über einen kleinen Schnitt im behaarten Bereich der Schläfen werden die Brauen angehoben und gleichzeitig die überaktive Stirnmuskulatur geschwächt. Neben dem endoskopischen Stirnlift gibt es auch kleine Botox®-Injektionen gegen Migräne. Dabei können sowohl der Nacken als auch die Kopfhaut, die Schläfen und die Stirn behandelt werden. Nach einem endoskopischen Stirnlift sind Patienten meist schnell wieder fit, da die so genannte Schlüssellochtechnik gewebeschonend vorgeht. Schwellungen nach dem Eingriff sowie nach einer Injektion mit Botox® können vorsichtig gekühlt werden. Sichtbare Narben bleiben insbesondere bei Injektionen in der Regel nicht zurück. Beim Stirnlift liegen die Narben gut versteckt unter den Haupthaaren - sanfte Narbenpflege kann das Ergebnis weiter verbessern. Es kann einige Tage dauern, bis das Botulinum Toxin seine Wirkung entfaltet und die Schmerzen bei einer Migräne gelindert werden. Da Botox® vom Körper nach etwa sechs Monaten abgebaut wird, ist eine erneute Behandlung notwendig, um den Effekt zu erhalten. Ein Stirnlift verursacht zunächst durch die OP selbst leichte Schmerzen. Da die Muskulatur jedoch durch die Straffung entspannt wurde, werden die darunterliegenden Nervenstränge nicht mehr abgedrückt und das Entstehen einer Migräne wird weniger wahrscheinlich.
Botox-Behandlung bei chronischer Migräne
Die chronische Migräne kann für Betroffene mit erheblichen Einschränkungen im Alltag und Berufsleben einhergehen. Die Behandlung mit Botulinumtoxin stellt eine etablierte Option zur Migräneprophylaxe dar und kann bei entsprechend ausgewählten Patientinnen und Patienten die Häufigkeit und Intensität der Anfälle deutlich reduzieren. Dabei werden definierte Muskelareale im Stirn-, Schläfen-, Nacken- und Schulterbereich behandelt, um die Weiterleitung schmerzvermittelnder Reize über sensible Nervenbahnen gezielt zu beeinflussen. Die Behandlung erfolgt in regelmäßigen Abständen und wird individuell geplant.
Botox® gegen Migräne
Wenn sich trotz wiederholter Behandlungsversuche keine Besserung einstellt, kann Botox® gegen Migräne eingesetzt werden. Während viele Patienten gezielt mit Botox gegen Kopfschmerzen oder Migräne behandelt werden, berichten andere spontan, seit ihrer Botox-Behandlung keine Kopfschmerzen mehr zu haben. Botox® hemmt die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe, die für die Muskelaktivität verantwortlich sind. Dadurch können sich Muskeln in den von der Migräne betroffenen Regionen nicht mehr so stark anspannen. Die Migräneschmerzen lassen nach oder klingen sogar vollständig ab. Migräne-Kopfschmerz wird immer im Rahmen eines individuellen Therapiekonzeptes behandelt, das auf das spezifische Beschwerdebild abgestimmt wird.
Botox®-Therapie bei Migräne
Bei Migräne-Anfällen kommt es zu einer sehr starken Anspannung der Muskeln in Gesicht, Hals, Nacken und Schulter. Die Muskeln drücken dadurch auf die Gefäße, hemmen die Blutzirkulation und verursachen Sauerstoffmangel. Die Folge sind starke Migräne-Kopfschmerzen sowie zum Teil Übelkeit, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit. Bei dieser starken Muskelanspannung setzt die Botox®-Therapie an. Denn Botox® hemmt die Ausschüttung des Botenstoffs im Körper, der für die Muskelaktivierung verantwortlich ist. Dadurch wird bei einem Migräne-Anfall die Muskelanspannung reduziert. Die Wirkung des Muskelrelaxans gegen die chronischen Kopfschmerzen wurde in mehreren Studien belegt. So konnte in der PREEMPT-Studie aus dem Jahre 2010 mit 1384 Migräne-Patienten die Anzahl der Kopfschmerz-Tage als auch die Intensität der Schmerzen signifikant verringert werden. Auf Basis der PREEMPT-Studie wurde ein Schema erarbeitet, anhand dessen das Botox® mit feinsten Kanülen in die Muskulatur an Stirn, Nacken und Schultern injiziert wird. Die schmerzstillende Wirkung des Botox® setzt nach ca. 48 bis 72 Stunden ein und hält bis zu drei Monate an. Danach muss die Behandlung regelmäßig wiederholt werden, um eine langfristige Besserung der Migräne-Schmerzen zu erzielen. Nach einer Botox® Behandlung gegen Migräne kann es vorrübergehend zu Nacken- oder Kopfschmerzen kommen.
Voraussetzungen für die Kostenübernahme
Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
- Es muss eine chronische Migräne vorliegen, mit min. 15 Kopfschmerz-Tagen pro Monat, davon min. 8 Tage mit Migräne.
- Zwei bis drei verschiedene Migräne-Medikamente müssen bereits erfolglos getestet worden sein - in ausreichender Dosierung und Dauer.
- Die Behandlung muss von einem Spezialisten durchgeführt werden.
BOTOX als Spritze gegen Migräne
Mit BOTOX lässt sich Migräneanfällen vorbeugen. Das bedeutet, dass bei Therapieerfolg die Häufigkeit der Migräneattacken und/oder die Schwere der Kopfschmerzen reduziert wird. BOTOX ist seit 2011 zur Behandlung von chronischer Migräne offiziell zugelassen.
Antikörper-Monatsspritze als Alternative
Seit Ende 2018 stehen mit Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab und Eptinezumab neue Wirkstoffe zur Verfügung. Hier greift der Wirkstoff als Antikörper gezielt am CGRP-Rezeptor an, der an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Migräne zentral beteiligt ist. CGRP ist ein sogenannter Neurotransmitter, ein Botenstoff, der bei Migräne vermehrt freigesetzt wird. Die in Studien erzielten Ergebnisse mit Erenumab waren teilweise vergleichbar zu BOTOX, teilweise blieben sie dahinter zurück.
Wirksamkeit von BOTOX gegen Migräne
Botulinumtoxin A ist ein Bakteriengift, das vom Bakterium Clostridium Botulinum gebildet wird. Es unterbricht die Reizübertragung zwischen Nerv und Muskel. Studien zeigen jedoch, dass das Botox zusätzlich zum Botenstoff Acetylcholin auch noch andere Neuropeptide und Neurotransmitter hemmt, die an der Schmerzreizung beteiligt sind, darunter Glutamat, Substanz P, CGRP und Neurokinin A. Medizinische Studien zur Wirksamkeit von BOTOX bei chronischer Migräne zeigen eine kontinuierliche Zunahme der Wirkung bei wiederholter Therapie im 1. Behandlungsjahr. Nach der 1. Behandlung zeigte sich eine Verringerung der Kopfschmerztage um 50% bei rund der Hälfte der Patienten. Nach einer 2. und 3. Behandlung erhöhte sich der Anteil der Patienten von 50% auf 60%.
Ablauf der Behandlung
Wenn im Rahmen der schmerztherapeutischen Behandlung die Indikation zur Botox-Behandlung gesehen wird, d.h. Sie leiden unter chronischer Migräne und vorige Therapien mit Betablockern, Topiramat waren unwirksam, erhalten Sie eine Aufklärung und einen Behandlungstermin, sowie ein Rezept über Botox. Zur Behandlung bringen Sie dann bitte Botox gekühlt mit, oder es wird arrangiert, daß Botox geliefert wird. In der Praxis erfolgt dann nach Desinfektion die Injektion 0,05ml Botox an 31-39 definierten Stellen mittels der feinsten gebräuchlichen Nadel sowie Mikroliterspritze.
Dosierung und Injektionspunkte
Die aktuelle Standarddosierung gemäß Herstellerempfehlung und Zulassung in Deutschland beträgt pro Behandlung zwischen 155 und 195 sogenannten „Allergan-Einheiten“ (AE). Die Erstbehandlung erfolgt dabei regelmäßig mit 155 AE, verteilt über 31 Injektionspunkte. Sollte sich nach der Erstbehandlung mit der Standarddosis kein Erfolg einstellen, so sollte in einer zweiten Sitzung die Erhöhung auf 195 E erwogen werden.
Behandlungsintervalle
Üblicherweise erfolgt die Behandlung alle 3 Monate. Im 2. Behandlungsjahr kann bei anhaltendem Therapieerfolg versucht werden, das Intervall auf 4 Monate zu verlängern. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, den 3-Monatszeitraum beizubehalten, aber die Dosierung zu verringern. Es kann auch versucht werden, die Behandlung auszusetzen und erst bei erneut einsetzenden Beschwerden wieder aufzunehmen.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Die häufigsten Nebenwirkungen beim Einsatz von BOTOX gegen Migräne sind Nacken- und Kopfschmerzen für 2-3 Tage. An den Einstichstellen der Migräne Spritze kommt es zu kurzzeitigen Rötungen, die binnen weniger Minuten wieder vergehen. Vereinzelt können auch leichte Blutergüsse auftreten. Weil BOTOX ähnlich wie bei Faltenbehandlungen in den Stirnmuskel injiziert wird, kann es zu hängenden Augenbrauen (Ptosis) kommen. Auch eine Schwäche der Nackenmuskulatur bei sehr schlanken Patienten kann vorkommen.
Kontraindikationen:
- Neuromuskulären Erkrankungen
- Schluckstörungen oder chronischen Atembeschwerden.
- Akute Infekte und Entzündungen der vorgesehenen Injektionsstellen.
- Gleichzeitige Einnahme bestimmter Medikamente, die die muskuläre Transmission beeinflussen sowie bestimmter Antibiotika (Aminoglykosid-Antibiotika, Spectinomycin).
- Nachgewiesene Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile von BOTOX.
- Schwangerschaft und Stillzeit
Behandlungskosten
Botox bei chronischer Migräne wird von den gesetzlichen und den privaten Krankenkassen übernommen, wenn die o.g. Voraussetzungen erfüllt sind.