In der heutigen schnelllebigen Welt suchen Gründer und Unternehmer ständig nach Wegen, ihre Kreativität zu steigern und innovative Lösungen zu finden. Es gibt zahlreiche Kreativitätstechniken, die dabei helfen können, Geschäftsideen zu entwickeln, Probleme zu lösen und die Innovationskraft zu fördern. Eine besonders interessante Methode ist das Brainwalking.
Was ist Brainwalking?
Brainwalking ist eine Kreativitätstechnik, die Bewegung und Denken kombiniert, um die Ideenfindung und Problemlösung in Gruppen anzuregen. Anstatt an einem Ort zu verharren, bewegen sich die Teilnehmer aktiv von einer Station zur nächsten, wo sie verschiedene Aufgaben bearbeiten und ihre Ideen schriftlich festhalten. Diese physische Aktivität fördert die Kreativität, inspiriert neue Perspektiven und erhöht die Energie und das Engagement der Teilnehmer.
Brainwalking ist eine Variante des Brainstormings, bei dem die Teilnehmer sich zwischen verschiedenen Flipcharts bewegen. Durch die Bewegung wird das Gehirn aktiviert, was Dynamik und Kreativität erzeugt. Die Besonderheit von Brainwalking im Vergleich zu anderen Brainstorming-Methoden besteht darin, dass sich die Teilnehmer zwischen den verschiedenen Flipcharts bewegen. Durch die Bewegung wird das Gehirn aktiviert - das erzeugt Dynamik und Kreativität. Man steht in 2-er bis 4-er Teams vor einem Flipchart mit je einer Fragestellung. Jeder für sich schreibt seine spontanen Ideen auf Post-its und klebt sie auf das Flipchart. Nach 3 Minuten wechselt man das Flipchart und steht vor einer anderen Fragestellung. Die Ideen der vorherigen Gruppe dienen als Inspiration, sie können weiterentwickelt und um Ideen ergänzt werden. Nach mehreren Runden diskutiert und clustert man die Ideen auf dem Ausgangs-Flipchart.
Brainwalking (oder auch Brainwriting) wird typischerweise in Bereichen wie Teamarbeit, Kreativität, Problemlösung und Innovationsentwicklung eingesetzt. Es fördert den Austausch von Ideen und unterstützt die Innovationskraft.
Voraussetzungen für Brainwalking
Um Brainwalking effektiv nutzen zu können, sind einige Voraussetzungen zu beachten:
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- Geeignete Problemstellung: Die Problemstellung sollte in mehrere Unterthemen zur Ideenfindung unterteilt werden können.
- Genügend große Gruppe: Eine Gruppengröße von 8 bis 30 Personen ist ideal.
- Ausreichend Platz: Es wird ein genügend großer Raum oder mehrere Räume zur Bewegung benötigt.
- Idealerweise im Freien: Die Möglichkeit, das Brainwalking im Freien zu gestalten, ist von Vorteil.
Die wesentlichste Voraussetzung ist also der notwendig Platz, damit die Methode auch hilfreich ist.
Durchführung von Brainwalking
Die Durchführung von Brainwalking umfasst mehrere Schritte:
- Vorbereitung:
- Raumauswahl: Suche nach einem Raum oder einer Umgebung, die ausreichend Platz für die Teilnehmer bietet und eine inspirierende Atmosphäre schafft. Achte auf die Raumtemperatur, Beleuchtung und mögliche Störungen, um eine optimale Umgebung für das Brainwalking zu gewährleisten.
- Zieldefinition: Lege im Voraus die spezifischen Ziele und Fragestellungen fest, die du während des Brainwalkings behandeln möchtest. Klare und präzise Formulierungen helfen den Teilnehmern, ihre Ideen zielgerichtet einzubringen und den Fokus beizubehalten.
- Anzahl der Stationen: Mache dir am Anfang ein Bild davon, wie viele Stationen deine Teilnehmer ablaufen sollen. Grundlage dazu ist deine Problemstellung und die zu behandelnden Teilprobleme.
- Stationseinrichtung: Stelle an den verschiedenen Stationen ausreichend Schreibmaterialien, wie zum Beispiel Stifte, Papier oder Whiteboards, bereit. Denke auch an zusätzliche Ressourcen, wie Klebezettel oder Karten, um die Teilnehmer bei der Ideenfindung zu unterstützen.
- Visuelle Hilfsmittel: Vorbereitete Flipcharts, Whiteboards oder digitale Präsentationen können genutzt werden, um den Teilnehmern visuelle Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen und ihre Ideen besser zu veranschaulichen. Sorge für ausreichend Schreibfläche und stelle sicher, dass alle benötigten Materialien vorhanden und funktionsfähig sind.
- Zeitplan: Plane den Ablauf des Brainwalkings im Voraus und teile die Zeit für jede Station und mögliche Diskussionsrunden gleichmäßig auf. Berücksichtige auch Pausen, um den Teilnehmern Gelegenheit zum Durchatmen und zur Erfrischung zu geben.
- Teilnehmerinformation: Sende den Teilnehmern vor dem Brainwalking alle relevanten Informationen, wie den Zeitplan, den Ort und das Ziel des Brainwalkings. Gib klare Anweisungen und Erwartungen, um sicherzustellen, dass sich alle Teilnehmer vorbereiten und aktiv am Brainwalking teilnehmen können.
- Durchführung:
- Begrüßung und Erklärung: Beginne mit einer herzlichen Begrüßung und erkläre den Teilnehmern das Konzept des Brainwalkings. Gib eine klare Übersicht über den Ablauf, die Stationen und die Zeitrahmen, um sicherzustellen, dass alle Teilnehmer verstehen, was von ihnen erwartet wird.
- Themeneinführung: Starte das Brainwalking, indem du das erste Thema oder die erste Fragestellung präsentierst. Erkläre den Hintergrund und die Ziele des Themas und gib den Teilnehmern ausreichend Zeit, um ihre Gedanken und Ideen zu diesem Thema festzuhalten.
- Rotation: Gib das Signal zum Rotieren und ermutige die Teilnehmer, zur nächsten Station zu wechseln. Stelle sicher, dass genügend Zeit für jeden Teilnehmer vorhanden ist, um seine Ideen an jeder Station festzuhalten. Biete Anleitungen und Orientierung an den Stationen, um den reibungslosen Ablauf des Rotationsprozesses sicherzustellen.
- Austausch und Diskussion: Nach jeder Rotation gib den Teilnehmern die Möglichkeit, ihre Ideen kurz mit anderen Teilnehmern zu teilen und diskutieren zu lassen. Fördere eine offene und respektvolle Kommunikation, um unterschiedliche Perspektiven zu würdigen und die kollaborative Zusammenarbeit zu unterstützen.
- Zusammenfassung und Abschluss: Beende das Brainwalking mit einer Zusammenfassung der gesammelten Ideen und Erkenntnisse. Stelle sicher, dass die Teilnehmer Gelegenheit haben, abschließende Gedanken oder Fragen zu äußern. Bedanke dich bei den Teilnehmern für ihre aktive Teilnahme und betone die Bedeutung ihrer Beiträge für den Erfolg des Brainwalkings.
- Nachbereitung:
- Ideensichtung: Gehe die gesammelten Ideen und Notizen durch, die während des Brainwalkings entstanden sind. Organisiere sie nach Themen, Kategorien oder Relevanz, um einen klaren Überblick über die Ergebnisse zu erhalten. Dies hilft dir, die wichtigsten Punkte zu identifizieren und Zusammenhänge zwischen den Ideen zu erkennen.
- Ergebnisdokumentation: Halte die Ergebnisse des Brainwalkings in einer geeigneten Form fest. Fotografiere Flipcharts, erstelle Zusammenfassungen oder archiviere digitale Mitschriften. Dadurch bleiben die Ideen und Erkenntnisse erhalten und können für weitere Diskussionen, Entscheidungen oder Maßnahmen verwendet werden.
- Schlüsselerkenntnisse: Identifiziere die wichtigsten Erkenntnisse und vielversprechendsten Lösungsansätze, die während des Brainwalkings generiert wurden. Gehe über die reine Dokumentation hinaus und analysiere, welche Ideen das größte Potenzial haben, um umgesetzt oder weiterentwickelt zu werden.
- Maßnahmenableitung: Leite konkrete Maßnahmen und nächste Schritte aus den Ergebnissen des Brainwalkings ab. Formuliere klare Handlungsschritte, Verantwortlichkeiten und Zeitpläne, um sicherzustellen, dass die Ideen in die Praxis umgesetzt werden. Denke auch über mögliche Ressourcen oder Unterstützung nach, die benötigt werden, um die Maßnahmen erfolgreich umzusetzen.
- Feedback: Holen Feedback von den Teilnehmern ein, um ihre Einschätzungen und Erfahrungen während des Brainwalkings zu erfahren. Frage nach ihren Meinungen zur Effektivität der Methode, den Ergebnissen und möglichen Verbesserungen für zukünftige Brainwalking-Sitzungen. Nutze dieses Feedback, um das Brainwalking kontinuierlich zu verbessern und anzupassen.
Anwendungsbereiche von Brainwalking
Brainwalking kann in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, um Kreativität und Innovation zu fördern:
- Ideenfindung und Kreativitätsförderung: Brainwalking kann eingesetzt werden, um neue Lösungsansätze für Probleme zu finden. Durch die Bewegung zwischen den Stationen können neue Einfälle und Denkansätze entstehen.
- Problemlösung und Entscheidungsfindung: Brainwalking kann als Gruppenarbeit eingesetzt werden, um neue Projektansätze zu finden, Projektentscheidungen zu treffen oder Verbesserungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen aufzudecken.
- Team- und Gruppenarbeit: Brainwalking ist eine kreative Methode, die Bewegung und Interaktion in die Gruppenarbeit einbezieht. Es fördert innovative Lösungsansätze und bereichert die Gruppenarbeit durch die Einbeziehung des Körperlichen.
- Schulungen und Workshops: Brainwalking kann effektiv für Schulungen und Workshops genutzt werden, um eine aktive Teilnahme und ein interaktives Lernen zu fördern.
Vor- und Nachteile von Brainwalking
Wie jede Kreativitätstechnik hat auch Brainwalking Vor- und Nachteile:
Vorteile:
- Körperliche Aktivität: Durch das Gehen oder Bewegen während des Workshops werden die Teilnehmer körperlich aktiv. Dies kann helfen, den Kopf frei zu bekommen und die Durchblutung anzuregen.
- Dynamik und Kreativität: Die Bewegung zwischen den Stationen erzeugt eine andere Dynamik und die Teilnehmer können oft freier und kreativer denken.
- Leicht verständlich: Brainwalking ist leicht verständlich und auch für zurückhaltende Teilnehmer einfach zu bedienen.
- Fördert die Zusammenarbeit: Die Methode fördert die Zusammenarbeit und den Austausch von Ideen in der Gruppe.
- Verbesserte kognitive Leistung: Studien haben gezeigt, dass körperliche Bewegung die Durchblutung des Gehirns erhöht, was zu einer verbesserten kognitiven Leistung führt.
Nachteile:
- Platzbedarf: Brainwalking benötigt ausreichend Platz, um die Flipcharts weiträumig zu verteilen.
- Mögliche Unbehagen: Einige Teilnehmer fühlen sich womöglich unwohl bei der körperlichen Betätigung während der Übungen.
- Qualitätsunterschiede: Die Qualität der generierten Ideen kann variieren.
Brainwalking online
Auch in Zeiten von Remote-Arbeit und virtuellen Teams kann Brainwalking angewendet werden. Brainwalking-Techniken können online in Videokonferenzen adaptiert werden. Die Aufgaben können für digitale Tools angepasst werden, um kreatives Denken anzuregen. Gruppen können in virtuelle Breakout-Räume aufgeteilt werden. Zusätzliche Funktionen wie Whiteboards können genutzt werden, um Ideen zu visualisieren.
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