Die Auswirkungen des Brillentragens auf das Gehirn und die Sehfähigkeit

Eine Brille ist weit mehr als nur ein modisches Accessoire. Sie ist ein medizinisches Hilfsmittel, das die Lebensqualität erheblich verbessern kann. Die richtige Brille sorgt für klare Sicht und kann Beschwerden wie Kopfschmerzen und Augenbelastung reduzieren. Doch wie wirkt sich das Tragen einer Brille tatsächlich auf unser Gehirn und unsere Augen aus? Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte des Brillentragens, von der Korrektur von Sehfehlern bis hin zu den potenziellen Auswirkungen von Virtual-Reality-Brillen.

Die Bedeutung der richtigen Brillenstärke

Eine Brille mit der richtigen Sehstärke ist entscheidend, um Sehprobleme zu beheben und eine klare Sicht zu gewährleisten. Die Sehstärke wird bei einer augenärztlichen Untersuchung ermittelt und sollte regelmäßig überprüft werden, um sicherzustellen, dass die Brillengläser stets perfekt auf die Augen abgestimmt sind.

Anzeichen einer zu starken Brille

Wenn die Brillengläser zu stark sind, spricht man von einer Überkorrektion. Dies bedeutet, dass die Gläser mit mehr Dioptrien versehen sind, als für die Korrektur der jeweiligen Fehlsichtigkeit notwendig ist. Eine Überkorrektion kann zu einer Reihe unangenehmer Symptome führen, die den Alltag erheblich beeinträchtigen können.

Häufige Symptome einer zu starken Brille sind:

  • Kopfschmerzen: Die ständige Überanstrengung der Augenmuskulatur, die versucht, sich der falschen Sehstärke anzupassen, kann zu anhaltenden Kopfschmerzen führen.
  • Schwindel: Das Gehirn hat Schwierigkeiten, das durch die überkorrigierten Gläser verzerrte Bild zu verarbeiten, was Schwindel auslösen kann.
  • Übelkeit: In einigen Fällen kann eine zu starke Brille auch Übelkeit verursachen.
  • Verschwommenes Sehen: Obwohl die Brille eigentlich für schärfere Sicht sorgen soll, kann eine Überkorrektion paradoxerweise zu verschwommenem Sehen führen.
  • Müde, gerötete, brennende oder juckende Augen: Die ständige Anstrengung der Augen kann zu diesen unangenehmen Symptomen führen, insbesondere bei Tätigkeiten wie Lesen oder Bildschirmarbeit.

Risiken bei der Verwendung einer zu starken Brille

Das Tragen einer Brille mit einer zu starken Korrektur kann weitreichende Folgen haben, die über einfache Unannehmlichkeiten hinausgehen.

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  • Verschlechterung der Sehschwäche: Eine zu starke Brille kann das Sehvermögen langfristig beeinträchtigen, da sich die Augen auf die falsche Dioptrienstärke einstellen und dadurch die Fehlsichtigkeit schneller fortschreitet.
  • Fehlende Anpassungsfähigkeit: Bei einer zu starken Brille haben die Augen Probleme, sich an verschiedene Distanzen anzupassen, was die Sehqualität stark einschränkt.
  • Gefahr im Straßenverkehr: Besonders gefährlich ist das Tragen einer überkorrigierten Brille beim Autofahren, da die eingeschränkte Sicht die Reaktionsfähigkeit vermindert und das Unfallrisiko erhöht.

Was tun, wenn die Brille zu stark ist?

Bei ersten Anzeichen einer zu starken Korrektur sollte man schnell handeln und umgehend einen Termin für einen Sehtest vereinbaren. Eine genaue Überprüfung der Sehstärke ist der erste Schritt, um sicherzustellen, dass die aktuellen Brillengläser auch zu den Augen passen. Wenn eine zu starke Korrektur festgestellt wird, kann das augenoptische Fachpersonal die Brillengläser anpassen oder eine neue Brille empfehlen, die den Sehbedürfnissen entspricht. In der Zwischenzeit kann es hilfreich sein, die Brille nur dann zu tragen, wenn es unbedingt notwendig ist, um die Belastung für die Augen zu minimieren. Zudem sollte man vorübergehend auf Aktivitäten verzichten, die eine scharfe Sicht erfordern, wie beispielsweise das Autofahren. Auch die Arbeit am Computer sollte man, wenn möglich, einschränken und den Augen dabei immer mal wieder Pausen gönnen oder den Blick in die Ferne schweifen lassen. So reduziert man die Belastung der Augen, bis man eine neue, passendere Brille gefunden hat.

So vermeidet man eine falsche Brillenstärke

Um sicherzustellen, dass die Brille optimal auf die Sehstärke abgestimmt ist, sind regelmäßige Augenuntersuchungen unerlässlich. Idealerweise sollte man alle ein bis zwei Jahre zum Sehtest gehen, selbst wenn man keine offensichtliche Verschlechterung des Sehvermögens bemerkt. Auch scheinbar unbedeutende Veränderungen im Sehvermögen können schleichend auftreten und zunächst unbemerkt bleiben. Regelmäßige Kontrollen helfen, Veränderungen in der Sehstärke frühzeitig zu erkennen und die Brillengläser entsprechend anzupassen. Außerdem ist es wichtig, auf Anzeichen wie häufige Kopfschmerzen oder verschwommenes Sehen zu achten und diese nicht zu ignorieren.

Brille tragen und psychische Gesundheit: Gibt es einen Zusammenhang?

Ein interessanter Aspekt ist die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Tragen einer Brille und der psychischen Gesundheit gibt. Insbesondere wurde die These aufgestellt, dass es unter psychisch erkrankten Menschen mehr Träger starker Brillen gibt.

Es gibt zwei mögliche Erklärungsansätze für diese Beobachtung:

  • These 1: Unter den psychisch Erkrankten gibt es mehr Träger starker Brillen, da diese Menschen für gewöhnlich keine Kontaktlinsen tragen. So wird eben nur die Fehlsichtigkeit offensichtlich, aber der Anteil der stark Fehlsichtigen ist nicht oder nur unwesentlich höher als bei nicht Erkrankten. Einen Zusammenhang von Psychischer Erkrankung und starker Fehlsichtigkeit gibt es nicht oder nur in unwesentlichem Maße.
  • These 2: Es gibt einen Zusammenhang. Der Anteil stark Fehlsichtiger unter psychisch Erkrankten ist deutlich höher als bei „Gesunden“. Starke Fehlsichtigkeit begünstigt das Entstehen von psychotischem Erleben.

Es ist wichtig zu betonen, dass es sich hierbei um Hypothesen handelt, die weiterer Forschung bedürfen. Es gibt jedoch anekdotische Evidenz, die die zweite These stützt. So berichtete beispielsweise ein Patient mit einer Psychose, dass er seine Erkrankung auf exorbitante Belastungen in seinem Studium und der damit verbundenen Zukunftsangst zurückführte. Er erwähnte auch, dass er zu diesem Zeitpunkt keine Kontaktlinsen tragen konnte und somit seine auffällig dicke Brille tragen musste, was seiner Meinung nach zur Psychose beigetragen hätte.

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Sollte es tatsächlich einen Zusammenhang geben, wäre dies ein wichtiger Ansatzpunkt, der bei der Therapie der betroffenen Personen berücksichtigt werden müsste.

Brillenunverträglichkeit: Ursachen und Lösungen

Nicht jeder Mensch gewöhnt sich problemlos an eine neue Brille. Manchmal kann es zu einer sogenannten Brillenunverträglichkeit kommen, die sich durch verschiedene Symptome äußern kann.

Symptome einer Brillenunverträglichkeit

  • Die neue Brille bringt nicht die gewünschte Verbesserung.
  • Die Sicht bleibt trotz Brille dauerhaft schlecht.
  • Es treten immer wieder Kopfschmerzen auf.
  • Schwindel
  • Müde Augen

Mögliche Ursachen einer Brillenunverträglichkeit

  • Falsche Sehstärke: Auch wenn es eher selten vorkommt, ist es nicht auszuschließen, dass die Sehstärke nicht perfekt auf die Brillenträgerin oder den Brillenträger abgestimmt ist. Denn unser Sehvermögen unterliegt Schwankungen durch Stress, Medikamente oder zu wenig Schlaf. In diesen Fällen sollte eine Messung besser zu einem anderen Zeitpunkt durchgeführt werden.
  • Unzureichende Anpassung: Nicht nur die Dioptrien, auch das Brillengestell muss an seinen Träger angepasst sein, da es sonst rutscht oder drückt. Auch wenn die Brille nicht gerade auf dem Kopf sitzt, stört dies die Zentrierung der Brillengläser: es entstehen Verzerrungen in der Sicht, da die Pupillen nicht durch den ermittelten Glasmittelpunkt sehen. Das kann nach einer Weile zu Kopfschmerzen oder müden Augen führen.
  • Neue Brillenart: Menschen, die sich auf die Nutzung von Mehrstärkengläsern einstellen müssen, haben besonders häufig Probleme, denn hier muss sich das Gehirn gleich an mehrere Sehzonen anpassen. Jeweils eine Zone ist für die Sicht in der Nähe oder Ferne und gegebenenfalls für den Übergang zuständig. Das erfordert eine veränderte Kopf- und Augenbewegung, da der Blick für die Fernsicht gehoben und für die Nahsicht gesenkt werden muss. Beim seitlichen Blick sollte der Kopf mitbewegt werden, da sonst Unschärfen entstehen.
  • Falscher Anwendungszweck: Verschiedene Brillenarten sind auch für unterschiedliche Zwecke gedacht. Wer eine Lesebrille nutzt, sieht damit auch nur Objekte in einem Abstand von 30 bis 40 cm scharf. Demgegenüber wird eine Arbeitsplatzbrille für eine Entfernung von 50 bis 80 cm eingesetzt. Wer versucht, sich daran zu gewöhnen, mit der jeweiligen Brille auch andere Distanzen scharf wahrzunehmen, wird vermutlich scheitern. Vielmehr können Kopfschmerzen die Folge sein.
  • Große Unterschiede in den Gläserstärken zwischen rechts und links: Vor allem beim räumlichen Sehen können starke Unterschiede in den Gläserstärken zu Problemen führen. Objekte erscheinen für das einzelne Auge verschieden groß. In diesem Fall muss ein Glas abgeschwächt werden oder es müssen statt einer Brille Kontaktlinsen getragen werden.
  • Zentrierung der Brillengläser: Jedes Brillenglas hat einen Mittelpunkt, der genau vor der Pupillenmitte platziert werden muss. Wird dies bei der Anpassung nicht berücksichtigt, treten optische Verzerrungen auf. Das Tragen der Brille wird als unangenehm empfunden und ist für die Augen anstrengend.
  • Hornhautverkrümmung: Liegt eine Hornhautverkrümmung vor, ist das Gehirn daran gewöhnt, die dadurch entstehende Verzerrung auszugleichen. Übernimmt die Brille nun diese Aufgabe, kann es dazukommen, dass das Gehirn weiterhin versucht, diesen Sehfehler auszugleichen, sodass Bildverzerrungen, schiefe Böden oder Tische gesehen werden.

Was tun bei Brillenunverträglichkeit?

  • Geduld haben: Oftmals handelt es sich lediglich um eine Eingewöhnungsphase, die einige Tage oder Wochen dauern kann.
  • Sehstärke überprüfen lassen: Wenn die Beschwerden anhalten, sollte die Sehstärke erneut überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie korrekt ist.
  • Brille anpassen lassen: Ein Optiker kann die Brille anpassen, um sicherzustellen, dass sie richtig sitzt und die Gläser optimal zentriert sind.
  • Andere Brillenart in Betracht ziehen: In manchen Fällen kann eine andere Brillenart, wie z.B. Kontaktlinsen oder eine spezielle Arbeitsplatzbrille, die bessere Lösung sein.
  • Augenarzt aufsuchen: Wenn die Beschwerden weiterhin bestehen, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden, um mögliche organische Ursachen auszuschließen.

Die Rolle des Gehirns bei der Anpassung an eine neue Brille

Das Gehirn spielt eine entscheidende Rolle bei der Anpassung an eine neue Brille. Durch eine neue Brille entstehen viele neue Seheindrücke, die das Gehirn verarbeiten muss - das braucht Zeit. Insbesondere, wenn es für den Träger die erste Sehhilfe darstellt oder eine neue Sehstärke längst überfällig war, kann es länger dauern, bis es sich an die neue Sicht gewöhnt.

Wie lange dauert die Eingewöhnungsphase?

Die Eingewöhnungszeit kann je nach Situation einige Stunden, Tage oder Wochen dauern. Wichtig ist es, die Hintergründe zu betrachten und eine Expertin oder einen Experten aufzusuchen, wenn man auch nach einem Monat über Beschwerden klagt.

Was tun, wenn man mit neuer Brille nicht gut sieht?

Zunächst gilt es ein wenig abzuwarten und dem Sehzentrum die Gelegenheit zu geben, sich an die neue Brille zu gewöhnen. Wird es trotzdem nicht besser, besteht für betroffene Personen die Möglichkeit einer dauerhaften Verbesserung der Sehkraft durch Augenlasern oder einer Linsenimplantation.

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Mythen rund ums Brillentragen

Es gibt viele Mythen rund ums Brillentragen, die sich hartnäckig halten. Einer davon ist, dass das Tragen einer Brille die Augen „faul“ macht und sich dadurch die Sehkraft verschlechtert. Tatsächlich ist auch das nicht der Fall. Eine Brille sorgt dafür, dass das Sehen angenehmer wird und die Augen weniger belastet werden. Die Wahrnehmung, dass sich die Sehkraft nach Beginn des Tragens einer Brille verschlechtert, liegt oft daran, dass sich das Auge an den verbesserten Seheindruck gewöhnt.

Verursacht Brille tragen wirklich eine Verschlechterung der Sehkraft?

Frank Schaeffel vom Forschungszentrum für Augenheilkunde in Tübingen spricht für die große Mehrheit der Augenärzte, wenn er sagt: „Das stimmt ganz sicher nicht. Die Brille sorgt für ein scharfes Bild auf der Netzhaut und regt sie mehr an als ein brillenloses unscharfes.“ Eine Brille kann weder die Augen selbst noch die natürlich Sehkraft verändern.

Alternativen zur Brille: Augenlasern und Linsenimplantation

Wer keine Brille mehr tragen möchte und sich nach einer dauerhaften Lösung für seine Sehschwäche umsieht, kann eine Augenlaser-Behandlung oder eine Linsenimplantation in Erwägung ziehen.

Augenlasern

Eine ambulante Augenlaserbehandlung kann Kurzsichtigkeit bis zu -10 Dioptrien und Weitsichtigkeit bis zu +4 Dioptrien dauerhaft korrigieren. Auch Hornhautverkrümmungen bis zu 6 Dioptrien sind behandelbar. Die Behandlung verläuft durch eine vorherige Betäubung der Augen mit speziellen Augentropfen in der Regel völlig schmerzfrei und dauert nicht länger als 20 Minuten. Das Lasern an sich dauert sogar nur wenige Sekunden. Die angewandte Lasertechnik korrigiert Fehlsichtigkeiten individuell und hochpräzise. Die Behandelten sehen meist schon am nächsten Tag mit ihren eigenen Augen scharf bzw. nach einer relativ kurzen Regenerationszeit der Augen.

Linsenimplantation

Alternativ kann eine Linsenimplantation (phake Intraokularlinsen, ICL) eine gute Wahl sein, insbesondere für Menschen, die nicht für eine Laserbehandlung geeignet sind, eine besonders hohe Fehlsichtigkeit haben oder einen reversiblen Eingriff bevorzugen. Für Menschen mit Gleitsichtbrillen empfiehlt sich eine Linsenimplantation. Moderne Multifokallinsen ermöglichen gutes Sehen in Ferne, Nähe und Zwischenbereich und korrigieren Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung, sollten diese bestehen, gleich mit.

Virtual-Reality-Brillen: Risiken und Auswirkungen auf die Augen

Virtual-Reality-Brillen (VR-Brillen) liegen im Trend und bieten ganz neue Möglichkeiten, nicht nur für Gamer. Doch wie wirken sich diese Brillen auf unsere Augen aus?

Wie funktionieren VR-Brillen?

Eine Virtual-Reality-Brille trickst den Menschen und seine Wahrnehmung aus. Sie täuscht den Augen und dem Gehirn eine eigene Welt vor. Eine, die man nicht nur betrachtet, sondern in die man eintauchen kann. Das Eintauchen, Fachwort Immersion, entsteht durch eine ausgeklügelte Technik. Direkt vor jedem Auge ist bei der VR-Brille eine Sammellinse angebracht und ein kleines Display wie in einem Smartphone. Eine Software sorgt dafür, dass das rechte und das linke Auge jeweils ein leicht verschobenes Bild sehen. Aus den beiden Perspektiven erzeugt das Gehirn ein plastisches Gesamtbild. Die Augen schauen auf einen zweidimensionalen Bildschirm, bekommen aber ein dreidimensionales Bild vorgegaukelt.

Sind VR-Brillen schlecht für die Augen?

Diese Frage ist seriös kaum zu beantworten. Die VR-Technik ist relativ jung und wenig erforscht. Medizin-Physiker Wesemann hat sich mit der vorzugsweise englischsprachigen Internetliteratur zum Thema befasst. „Man bekommt im Netz jede Menge Ratschläge von selbsternannten Koryphäen. Schaut man aber genauer hin, basieren die auf Vermutungen und Spekulationen.“ Wissenschaftliche Grundlagenforschung werde nicht zitiert.

Wolfgang Wesemann selbst hat sich schon vor mehr als zehn Jahren mit dem damaligen Hype um 3-D-Filme auseinandergesetzt und auf unterschiedlichste Sehprobleme hingewiesen, die auftreten können. Dazu gehören anstrengendes und unscharfes Sehen, müde Augen, Kopfschmerzen, Doppelbilder, Schwindel, in selteneren Fällen auch Übelkeit. Von bleibenden Schäden sei nicht auszugehen, die Beschwerden verschwänden meist nach kurzer Zeit. Allerdings beträfen die Probleme nicht alle gleichartig, die Belastbarkeit sei von Mensch zu Mensch sehr verschieden.

Die Gründe, die zu den unerwünschten Nebenwirkungen beim künstlich herbeigeführten dreidimensionalen Sehen führen, sind vielschichtig. Einerseits stecken Unzulänglichkeiten der Technik dahinter, möglicherweise werden die künftig überwunden. Andererseits gibt es „prinzipielle visuelle Wahrnehmungskonflikte“, so Wesemann, die wohl auf Dauer zu Problemen führen werden: „Das visuelle System versucht die Konflikte abzumildern. Dies gelingt aber nur unzureichend.“

Einer dieser Wahrnehmungskonflikte betrifft den Wechsel von Nah- auf Fernsicht, es ist der sogenannte Akkommodation-Konvergenz-Konflikt. Das menschliche Auge verfügt über zwei Mechanismen, um zwischen Nah- und Fernsicht zu wechseln. Die Akkommodation ist dabei die optische Naheinstellung des Auges: Die Linse verformt sich und verändert so die Brechkraft des Auges. Der zweite Mechanismus ist die Konvergenz, die Anpassung der Augenstellung an die Nähe, sodass beide Augen ein Objekt nah vor dem Gesicht fixieren. VR-Brillen jedoch sind für den Fernblick eingerichtet. Wird in der virtuellen Welt auch die Nähe abgebildet, darf der, der die Brille trägt, nicht akkommodieren, dennoch muss er seine Augenstellung an die Nähe anpassen. Dazu muss das Gehirn erst lernen, Akkommodation und Konvergenz zu entkoppeln.

Was ist beim Umgang mit VR-Brillen zu beachten?

Trotz der unsicheren Forschungslage lassen sich Ratschläge formulieren. So sind bei Ausflügen in die virtuelle Wirklichkeit regelmäßige Pausen sicher sinnvoll, in denen man die starre Augenhaltung lockert und den Blick in die Ferne schweifen lässt. Beim Nutzen der VR-Brille auf den Körper hören und regelmäßig Pausen machen, bei Bedarf Augenübungen durchführen. Bei Leih-Brillen auf Hygiene achten: Bindehautentzündung kann ansteckend sein. Die VR-Brille - wenn möglich - auf den eigenen Augenabstand einstellen. Brillenträger sollten berücksichtigen, dass genügend Platz für die normale Brille bleibt.

Ab welchem Alter sollte man VR-Brille tragen?

Auch diese Frage ist nicht leicht zu beantworten - Wolfgang Wesemann, der speziell zum Thema Sehentwicklung geforscht hat, rät hier ebenfalls zu Zurückhaltung. „Der Mensch muss das Sehen lernen.“ Die Sehfähigkeit entwickle sich bei Kindern nur dadurch, dass diese ihre Augen benutzen, so vernetzen sich die Neuronen im Hirn. „Dieser Vorgang kann ziemlich leicht gestört werden.“ Kleine Kinder dürften seiner Meinung nach auf keinen Fall VR-Brillen tragen. Er lässt keinen Zweifel daran, dass er das deutlich zu früh ist: „Unter 14 Jahren sollte man Kinder nicht an solche Brillen heranlassen. Die Immersion ist nicht nur das Beeindruckende, das VR-Brillen ihren Nutzern bieten, sondern auch das Riskante. Zumindest scheint es so zu sein: Ein Mangel an Langzeiterfahrungen erschwert die Einschätzung der Situation erheblich.

Blaulichtfilterbrillen: Schutz vor schädlichem Blaulicht

Das von Bildschirmen ausgestrahlte Blaulicht beeinträchtigt unseren Schlaf, unsere Konzentration und unsere Augengesundheit.

Was ist Blaulicht?

Blaulicht ist ein Teil des sichtbaren Lichtspektrums, das vor allem von LED-Bildschirmen (Computer, Smartphones, Fernseher, Tablets) ausgestrahlt wird.

Wie wirken Blaulichtfilterbrillen?

Das Tragen einer Blaulichtfilterbrille - ob mit oder ohne Sehstärke - hilft, diese negativen Auswirkungen zu reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden zu erhalten. Sie sind mit einem speziellen Filter ausgestattet, der einen Großteil des schädlichen Blaulichts blockiert. Wenn Sie sie abends tragen, helfen Sie Ihrem Körper, seinen natürlichen zirkadianen Rhythmus zu bewahren - für einen erholsameren Schlaf.

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