Bromelain bei eingeklemmten Nerven: Natürliche Hilfe bei Schmerzen und Entzündungen

Rückenschmerzen sind in den Industrieländern weit verbreitet. Ein häufiger Auslöser starker Beschwerden ist ein eingeklemmter Nerv, der beispielsweise durch einen Hexenschuss (Lumbago) verursacht werden kann. Die gute Nachricht: Es gibt verschiedene natürliche Ansätze, um die Schmerzen und Entzündungen, die mit einem eingeklemmten Nerv einhergehen, zu lindern. Einer davon ist Bromelain, ein Enzymkomplex aus der Ananas.

Hexenschuss und eingeklemmte Nerven: Ursachen und Symptome

Ob beim Gartenarbeiten oder Fensterputzen, eine falsche Bewegung kann ausreichen, um einen Hexenschuss auszulösen. Die Ursachen dafür sind vielfältig:

  • Falsche Bewegung
  • Zugige Kälte
  • Bandscheibenreizung
  • Wirbelverschiebungen

Diese Faktoren können zu Muskelverspannungen führen, die wiederum die Nervenfasern rund um die Lendenwirbelsäule reizen. Die Symptome eines Hexenschusses sind meist schwere Rückenschmerzen, die zu einer starken Bewegungseinschränkung führen und typischerweise im Bereich der Lendenwirbelsäule nach einer ruckartigen und ungewohnten Bewegung auftreten. Schuld am stechenden Schmerz ist oft ein eingeklemmter Nerv, hervorgerufen durch die Blockierung eines oder mehrerer Wirbelgelenke. Diese Blockade führt zu Muskelverspannungen, die wiederrum eine Nervenreizung bedingen. Es kommt zu den typischen Schmerzen sowie einer spürbaren Schwellung.

Die Wirkung von Bromelain bei eingeklemmten Nerven

Bromelain, ein Enzymkomplex aus der Ananas, kann bei der Behandlung von Schmerzen und Entzündungen im Zusammenhang mit eingeklemmten Nerven eine wertvolle Unterstützung sein. Ananas-Enzyme wirken abschwellend und damit schmerzlindernd. Die Schwellung geht schneller zurück und mit ihr auch der schmerzauslösende Druck auf die Nerven rund um den Bereich der Lendenwirbelsäule.

Wie Bromelain wirkt:

  1. Entzündungshemmung: Bromelain spaltet verschiedene entzündliche Proteine wie Zytokine und Prostaglandine.
  2. Abschwellende Wirkung: Es wirkt abschwellend und reduziert dadurch den Druck auf die Nerven.
  3. Beeinflussung von Immunzellen: Bromelain hindert bestimmte Zellen im Blut daran, sich an einer Entzündung zu beteiligen (gemeint sind die neutrophilen Granulozyten, eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen).

Durch diese Wirkungen hilft Bromelain dabei, Entzündungen zu reduzieren und vermindert dadurch Schmerzen, die durch einen entzündeten Ischiasnerv entstanden sind oder im Rahmen eines Hexenschusses auftreten.

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Weitere natürliche Entzündungshemmer bei Nervenschmerzen

Neben Bromelain gibt es noch weitere natürliche Entzündungshemmer, die bei Nervenschmerzen und insbesondere bei Ischiasbeschwerden eingesetzt werden können:

  • Kurkuma: Die wichtigste Substanz des Kurkumas ist das enthaltene Curcumin. Es kann gekocht oder roh in Bowls, Salaten oder Suppen verwendet werden oder alternativ als getrocknetes Pulver in einer “goldenen Milch” getrunken werden. Kurkuma bietet eine natürliche Behandlungsmöglichkeit von Schmerzen des Ischiasnervs und etwaigen Entzündungen im Zusammenhang mit diesem. Die positiven Eigenschaften lassen sich in seinen entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften erklären.
  • Ingwer: Der Verzehr von Ingwer kann eine natürliche und wirksame Methode zur Behandlung von Schmerzen im Allgemeinen und Ischias Nervenschmerzen im Speziellen sein und gilt als Geheimtipp bei Ischias. In der Schmerztherapie zeichnet er sich durch seine entzündungshemmenden, schmerzstillenden und antioxidativen Eigenschaften aus. Die Hauptsubstanz im Ingwer ist das Gingerol, das stark antientzündlich wirkt. Es wirkt am besten, wenn es dreimal täglich in kleiner Menge zu sich genommen wird, zum Beispiel als getrocknetes Pulver in Ergänzung zur “goldenen Milch” oder aufgebrüht in einem Tee.
  • Omega-3-Fettsäuren: Studien haben festgestellt, dass die tägliche Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren sowohl Schmerzen als auch Entzündungen lindert. Dies kann in Form von Leinsamen oder in Kapselform (Fischöl oder als vegane Alternative als Algenöl) erfolgen. Verantwortlich für den positiven Effekt sind die drei Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) und Alpha-Linolensäure (ALA). Sie gelten als neuroprotektiv (nerven schützend), da sie die Wände von Nervenzellen aufbauen und vor Schäden abschirmen. Zusätzlich werden Blutfluss und Beweglichkeit verbessert.
  • Grüner Tee: Grüner Tee kann bei “Ischias” aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften nachweislich gut helfen. Er enthält Verbindungen namens Catechine, die Entzündungen reduzieren und Schmerzen lindern können. Darüber hinaus enthält grüner Tee Antioxidantien, die den chemischen Stress im Körper minimieren.
  • Kirschen: Die Anthocyane sind zusammengefasst die chemischen Verbindungen, die für die satte dunkelrote Farbe von Kirschen sorgen. Je dunkler die Kirsche, desto reicher ist sie an Anthocyanen. Sie sind stark antioxidativ und hemmen dadurch Entzündungen, wie die eines gereizten Ischiasnerven. Dafür sollten reife Kirschen frisch verzehrt werden, alternativ kann auch frischer Kirschsaft getrunken werden.
  • Weihrauch: Für diejenigen, die den Weihrauchgeruch als angenehm empfinden, kann er gesundheitsfördernd bei “Ischias” sein. Da chronische Schmerzen häufig zu erhöhtem Stress und Angstzuständen führen, können angenehme Aromen wie das von Weihrauch eine beruhigende Atmosphäre schaffen, die den Stresspegel senkt und die Schmerzbewältigung erleichtern kann. Manche Betroffene finden den Geruch so beruhigend, dass sie ihn zum Einschlag benutzen. Eine höhere Schlafqualität hilft zusätzlich, Schmerzen durch “Ischias” zu lindern.
  • Weidenrinde: Der Tee enthält Salicin, das dem Aspirin (Acetylsalicylsäure) ähnlich ist und hat dadurch natürliche antientzündliche Eigenschaften. Daneben ist es auch noch schmerzlindernd und fiebersenkend. Um Weidenrindentee zuzubereiten, nimmt man einen Teelöffel getrocknete Weidenrinde und lässt diese zehn bis fünfzehn Minuten lang in heißem Wasser ziehen. Anschließend gießt man ihn ab.
  • Capsaicin: Capsaicin, das aus Cayennepfeffer gewonnen wird, ist eine weitere natürliche Option zur Behandlung von Schmerzen, die von einem entzündeten Ischiasnerv herrühren. Erstens bewirkt Capsaicin eine “Desensibilisierung” von Schmerzrezeptoren, das heißt erst verursacht es ein brennendes Gefühl, indem es die Schmerzrezeptoren aktiviert. Zweitens baut es die sogenannte Substanz P ab: Diese ist ein Protein, das mit der Übertragung von Schmerzsignalen an das Gehirn verbunden ist. Wenn Capsaicin den Abbau von Substanz P fördert, kommt es in der Folge zu einer Verringerung der Schmerzwahrnehmung.
  • Knoblauch: Seine vielen positiven Eigenschaften können zur Linderung von Ischiasnervenschmerzen beitragen, Entzündungen lindern und chronische Schmerzen reduzieren. Insbesondere der Verzehr von rohen Knoblauchzehen kann diese Vorteile bieten. Hierfür eignet sich die Zugabe von Knoblauch zu bereits gekochten Gerichten. Es empfiehlt sich, die Einnahme von Knoblauch nicht abends zu praktizieren, da es stark durstig macht und den Nachtschlaf stören kann.

Konservative Therapie und alternative Behandlungsmethoden

Neben natürlichen Entzündungshemmern gibt es weitere konservative und alternative Behandlungsmethoden, die bei eingeklemmten Nerven und Ischiasbeschwerden helfen können:

  • Schonung und Entspannung: Im Akutfall kann Schonung und eine möglichst schmerzfreie Lagerung Linderung verschaffen.
  • Wärme: Den meisten Betroffenen hilft Wärme, da diese die verspannte Muskulatur entspannt und die Durchblutung fördert.
  • Krankengymnastik und Bewegungstherapie: Die wichtigste Säule der konservativen Ischias-Therapie ist hauptsächlich Krankengymnastik und Bewegungstherapie. Hier gilt es Muskeln aufzubauen, die die Wirbelsäule stützen und entlasten, ohne die Muskeln anschwellen zu lassen, die den Ischiasnerv einengen könnten (zum Beispiel den Musculus piriformis).
  • Ganganalyse: Eine Ganganalyse kann bei der Diagnose von Fehl-und Schonhaltungen der Muskeln und des Skelettsystems helfen. Denn nur auf der Basis dieser Daten lässt sich eine heilungsorientierte Therapie, die die Ursache der Schmerzen behebt, starten.
  • Wechselbäder und Entspannungstechniken: Neben den aufgezählten Entzündungshemmern können als zusätzliche komplementärmedizinische Therapie noch Wechselbäder oder Entspannungstechniken helfen.
  • Akupunktur, Osteopathie und Chiropraktik: Zusätzlich zu all diesen Maßnahmen können auch, je nach Auslöser der Ischias Reizung, alternative Heilmethoden wie Akupunktur, Osteopathie und Chiropraktik wertvoll sein.
  • Manuelle Therapie: Wenn das Ganglion konservativ therapiert wird, d.h. durch Ruhigstellung des Bereichs und in Ihrem Fall eben vor allem auch durch das Weglassen des Kompressionsärmlings. Wenn das nicht reicht, kann der Arzt auch manuell die Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere, in der Zystenkammer, die sich gebildet hat) in das Gelenk drücken.

Medikamentöse Behandlung

Neben natürlichen und alternativen Heilmethoden können auch Medikamente zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt werden:

  • Rezeptfreie Schmerzmittel: Neben den natürlichen Schmerzmitteln (wie zum Beispiel Ingwer) können herkömmliche Medikamente aus der Apotheke genutzt werden. Allen voran sind hier Paracetamol und Ibuprofen zu nennen.
  • Verschreibungspflichtige Medikamente: Zu den verschreibungspflichtigen Medikamenten zählen stärkere Substanzen wie Novaminsulfon (schmerzstillend) und Orthoton (muskelentspannend).
  • Epidurale Steroidinjektionen: Bei chronischen Ischiasbeschwerden, deren Ursprung auf Höhe der Wirbelsäule liegt, sollte man auch Injektionen in Erwägung ziehen, die von einem Arzt injiziert werden. Diese heißen epidurale Steroidinjektionen.
  • Operation: Ist die Ursache ein Bandscheibenvorfall, kann dieser unter bestimmten Bedingungen auch operiert werden. Diese Eingriffe heißen Laminektomie oder (Mikro)Diskektomie.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Bei geringen oder mittelstarken Beschwerden, die man mit rezeptfreien Medikamenten, natürlichen Entzündungshemmern und Hausmitteln selbst gut in den Griff bekommen kann, ist kein Arzt notwendig. Abgesehen davon sollte man bei plötzlichen, starken Schmerzen, sowie anderen Beschwerden wie Taubheits- und Kribbelgefühlen möglichst zügig ärztlichen Rat einholen. Insbesondere bei Störung von Bewegungsfähigkeit (Motorik) und Gefühlsempfinden (Sensibilität) gilt es, alarmiert zu sein.

Ischialgie: Gereizt, eingeklemmt, entzündet

Ischias ist kein medizinischer Fachbegriff, sondern eine umgangssprachliche Verkürzung, mit der vom Ischiasnerven ausgehende Beschwerden oder auch der Ischiasnerv selbst bezeichnet werden. Medizinisch korrekt heißt das Krankheitsbild Ischialgie. Tatsächlich steckt häufig ein gereizter, eingeklemmter und/oder entzündeter Ischiasnerv hinter Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Aber es gibt auch andere Erkrankungen wie den Hexenschuss (Lumbago), die ähnliche Beschwerden hervorrufen.

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Typische Symptome der Ischialgie:

  • Ziehender oder reißender Rückenschmerz, der über Gesäß und Rückseite des Oberschenkels bis in die Kniekehle strahlt.
  • Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit
  • Lähmungserscheinungen

Meist treten Ischiasbeschwerden ganz plötzlich auf. Schuld ist oft die Vorwölbung einer Bandscheibe im Bereich der unteren Lendenwirbel. Die verrutschte Bandscheibe drückt dann auf die Wurzel des Ischiasnervs. Das führt zu einer Reizung des Nervs, der sich in der Folge entzünden kann. Eine Ischialgie kann aber auch durch Bakterien und Viren provoziert werden. Borrelien zum Beispiel, die von Zecken übertragen werden, können den Ischiasnerv befallen und typische Ischiasbeschwerden hervorrufen. Wenn Ischiasbeschwerden nicht zügig nachlassen, sollte deshalb eine umfangreiche Diagnostik eingeleitet werden, um der Sache auf den Grund zu gehen, daher sollte zwingend ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden.

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