Bufotenin: Wirkungsweise an der Synapse, Effekte auf Körper und Psyche

Einführung

Bufotenin ist eine psychoaktive Substanz, die in verschiedenen Pflanzen- und Tierarten vorkommt, insbesondere im Sekret der Hautdrüsen bestimmter Krötenarten (Gattung: Bufo). Es ist chemisch mit Dimethyltryptamin (DMT), Psilocin (in "Magic Mushrooms" enthalten) und dem Neurotransmitter Serotonin verwandt. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise von Bufotenin an der Synapse, seine Auswirkungen auf den Körper, das Kreislaufsystem und die Psyche, sowie weitere relevante Aspekte.

Was ist Bufotenin?

Bufotenin (5-Hydroxy-DMT) ist ein halluzinogener Wirkstoff, der natürlich vorkommt. Die Bezeichnung leitet sich von der lateinischen Bezeichnung für Kröte, Bufo, ab, da der Stoff zuerst im Hautsekret von Kröten dieser Gattung entdeckt wurde.

Vorkommen von Bufotenin

Bufotenin findet sich in der Natur in verschiedenen Quellen:

  • Krötensekret: Insbesondere in den Hautdrüsen giftiger Krötenarten wie Bufo vulgaris oder Bufo marinus (Aga-Kröte). Indigene Völker Amerikas brauten aus diesen Sekreten rituelle, berauschende Getränke.
  • Pflanzen: In den Samen des Yopo-Baumes (Anadenanthera peregrina) und in anderen südamerikanischen Pflanzenarten. Diese Pflanzenteile wurden als "Cohoba" oder "Yopo" rituell geraucht oder geschnupft.

Rechtliche Situation

Bufotenin selbst unterliegt in Deutschland nicht dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Allerdings enthalten Bufotenin-haltige Pflanzenbestandteile und Krötensekrete oft zusätzlich DMT, das als nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel eingestuft ist. Besitz und Handel mit DMT-haltigen Zubereitungen sind somit strafbar.

Wirkungsweise von Bufotenin an der Synapse

Der genaue Wirkmechanismus von Bufotenin an der Synapse ist komplex und nicht vollständig verstanden. Es wird angenommen, dass Bufotenin als Agonist an Serotonin-Rezeptoren wirkt, insbesondere am 5-HT2A-Rezeptor. Serotonin-Rezeptoren spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Stimmung, Wahrnehmung und Kognition. Durch die Bindung an diese Rezeptoren kann Bufotenin die normale Neurotransmission beeinflussen und zu den charakteristischen halluzinogenen Effekten führen.

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Bufotenin ähnelt in seiner Struktur dem Indolabkömmling Serotonin und tritt in Wechselwirkung mit den serotonergen Rezeptoren. Es kann die Freisetzung oder den Abbau von Neurotransmittern beeinflussen, was zu einer gestörten Signalübertragung zwischen den Nervenzellen führt.

Auswirkungen auf den Körper

Die Einnahme von Bufotenin kann verschiedene körperliche Symptome hervorrufen:

  • Herz-Kreislauf-System: Katecholamine steigern die Herzfrequenz, während Bufotoxine die Herzfrequenz wiederum senken, sodass Herzrhythmusstörungen oder eine Herzinsuffizienz die Folge sein können.
  • Gesteigerte Reizbarkeit: Kurz nach dem Konsum.
  • Gefühllosigkeit: In den Gliedmaßen.
  • Brechreiz und Schwindelgefühle: Sind charakteristisch.
  • Muskelzittern, Krämpfe: Bei wiederholtem Schnupfen hoher Dosen.
  • Verzerrungen der Gesichts- und Körpermuskulatur: Und Verlust der Kontrolle über die Gliedmaßen.
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindelgefühle
  • Weite Pupillen und Augenzittern
  • Blaufärbung von Haut und Schleimhaut
  • Muskelkrämpfe
  • Kopfschmerzen
  • Bei Überdosierung: Lebensbedrohliche Verlangsamung der Pulsfrequenz und Bluthochdruck.

Die Kombination aus Bufotoxinen und Katecholaminen kann stark kardiotoxisch wirken.

Auswirkungen auf die Psyche

Bufotenin hat eine enthemmende, halluzinogene Wirkung. Es führt zu Veränderungen im Gehirn und kann folgende psychische Symptome auslösen:

  • Halluzinationen: Insbesondere visuelle Halluzinationen mit leuchtenden Farben und geometrischen Mustern.
  • Verwirrtheitszustände
  • Realitätsverlust
  • Wahrnehmungsstörungen: Insbesondere optische Illusionen wie Farbeindrücke.
  • Psychotische Zustände
  • Konzentrationsstörungen und eingeschränkte Auffassungsgabe
  • Eingeschränkte Kritikfähigkeit
  • Verwirrtheit
  • Zwanghafte Bewegungsabläufe
  • Euphorie
  • Redefluss (Logorrhoe)
  • Selbstüberschätzung

Der Rausch endet meist in einem Erschöpfungsschlaf.

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Risiken und Gefahren

Neben der offenkundigen Tierquälerei besteht für Anwendende eine gesundheitliche Gefährdung.

  • Körperliche Risiken: Die im Sekret enthaltenen Bufotoxine und Katecholamine wirken stark kardiotoxisch. Es kann zu Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz und lebensbedrohlichen Zuständen kommen.
  • Psychische Risiken: Die psychotropen Wirkungen können zu Realitätsverlust, Halluzinationen, psychotischen Zuständen und langfristigen psychischen Problemen führen.
  • Gefahr für Schwangere: Das Schnupfen von Bufotenin-Zubereitungen kann bei Frauen zu Fehl- oder Frühgeburten führen.

Obwohl weder Halluzinogene noch Bufotoxine körperlich abhängig machen, besteht die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit.

Medizinische Behandlung

Der Konsum von Krötensekret erfordert in der Regel keine spezifische Therapie, da die Wirkung meist nur kurz anhält und es kein wirksames Antiserum gibt. Treten behandlungsbedürftige Beschwerden auf, erfolgt eine symptomorientierte Behandlung.

Andere halluzinogene Substanzen

Um den Kontext der Bufotenin-Wirkung besser zu verstehen, ist es hilfreich, andere halluzinogene Substanzen und ihre Wirkmechanismen zu betrachten.

Anticholinerge Halluzinogene

Anticholinerge Wirkstoffe wie Atropin, Scopolamin und Hyoscyamin blockieren postsynaptische Acetylcholinrezeptoren und lösen so Rauschzustände, Gedächtnisverlust und Delirium aus. Diese Stoffe kommen insbesondere in Nachtschattengewächsen wie Atropa belladonna (Tollkirsche), Datura stramonium (Stechapfel) und Hyoscyamus niger (Bilsenkraut) vor.

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Catecholaminverwandte Halluzinogene

Catecholaminverwandte Wirkstoffe wie Mescalin (in Peyotl-Kakteen) und Myristicin/Elemicin (in Muskatnuss) wirken durch Wechselwirkung sowohl mit catecholaminergen als auch serotonergen Rezeptoren psychodyleptisch.

Serotoninverwandte Halluzinogene

Serotoninverwandte Wirkstoffe wie LSD (Lysergsäurediethylamid), Psilocybin, Psilocin, Ololiuqui und Harmin greifen direkt an postsynaptischen Serotoninrezeptoren an und induzieren ein psychedelisches Syndrom.

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