Prof. Dr. med. Dr. rer. soc. Burkhard Voß: Ein Leben zwischen Neurologie, Psychiatrie und Gesellschaftskritik

Dieser Artikel beleuchtet den Werdegang und die Schwerpunkte von Prof. Dr. med. Dr. rer. soc. Burkhard Voß, einem renommierten Experten auf dem Gebiet der Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie. Darüber hinaus werden seine gesellschaftskritischen Ansichten, die er in seinen Schriften pointiert zum Ausdruck bringt, thematisiert.

Einführung

Prof. Dr. med. Dr. rer. soc. Burkhard Voß ist ein anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der psychischen Erkrankungen und des menschlichen Gehirns. Seine Expertise erstreckt sich über die Bereiche Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie. Er ist nicht nur als Kliniker und Forscher tätig, sondern auch als Autor, der sich kritisch mit gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzt.

Akademische und klinische Karriere

Prof. Voß bekleidet bedeutende Positionen im deutschen und amerikanischen Wissenschaftsbetrieb. Er ist Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Universitätsklinikums Aachen und Lehrstuhlinhaber (C4) für Psychiatrie an der RWTH Aachen. Zudem ist er Adjunct Professor of Psychiatry an der School of Medicine, University of Pennsylvania, Philadelphia (USA). Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der translationalen Hirnforschung, die er als Direktor der Sektion "Translationale Hirnforschung in Psychiatrie und Neurologie" in der Jülich-Aachen Research Alliance vorantreibt.

Schwerpunkte in der Psychiatrie und Neurologie

Ein wichtiger Aspekt seiner Arbeit ist die Aufklärung über psychische Erkrankungen wie Depressionen und bipolare Störungen. Im Gespräch betont Prof. Voß, dass Depressionen vor allem durch eine Veränderung der Stimmung gekennzeichnet sind. Hinzu kommen Antriebsstörungen und Interessensstörungen. Depressivität bedeutet gedrückte Stimmung, oft verbunden mit Anhedonie, dem Unvermögen, Freude oder Trauer zu empfinden. Betroffene verlieren das Interesse an Dingen, die ihnen früher wichtig waren, und haben Schwierigkeiten, aus dem Bett oder dem Sessel zu kommen. Prof. Voß betont, dass Depressionen schwere biologische Erkrankungen des Gehirns sind, die den ganzen Körper in Mitleidenschaft ziehen.

Er stellt klar, dass Burnout keine medizinische Diagnose ist, sondern eine Selbstzuschreibung, die oft mit Problemen am Arbeitsplatz wie Mobbing oder Überforderung in Verbindung steht. Im Gegensatz dazu sind bipolare Störungen ein Teil der affektiven Störungen, die durch Schwankungen zwischen depressiven und manischen Phasen gekennzeichnet sind. In der Manie erleben die Patienten eine Zeit mit gehobenen Lebensgefühlen, Schlaflosigkeit und Enthemmung.

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Prof. Voß betont, dass niemand Schuld an einer Depression hat. Sie kann jeden treffen und ist auf ein kompliziertes Zusammenspiel von biologischer Verletzlichkeit und psychosozialem Stress zurückzuführen. Ein wichtiger Ansatz in der Therapie ist das Vulnerabilitäts-Stress-Coping-Modell, bei dem die Patienten lernen, ihre eigenen Bewältigungsstrategien zu entwickeln, um mit ihren "Defiziten" besser umzugehen und einem erneuten Ausbruch der Erkrankung vorzubeugen. Bei Selbstmordgedanken ist es wichtig, diese ernst zu nehmen und ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es gibt verschiedene Fachärzte und Psychologen, die auf Nerven- und Seelenkrankheiten spezialisiert sind.

Medikamente können bei der Behandlung von Depressionen helfen, sind aber nur ein Teil eines Gesamtbehandlungsplans, der auch Psychotherapie und andere Maßnahmen umfasst. Die Psychotherapie wirkt vor allem im Gespräch und in der Interaktion zwischen Arzt oder Psychologe und Patient. Ziel ist es, kognitive Schemata und Einstellungen zu verändern, die zu einer negativen Sichtweise führen. Auch wenn keine Therapie mehr hilft, gibt es immer noch Möglichkeiten der stationären Behandlung in psychiatrischen Kliniken.

Prof. Voß gibt auch Tipps zur Vorbeugung von Depressionen. Dazu gehören ein normaler Schlaf-Wach-Rhythmus, regelmäßige sportliche Betätigung und die Begrenzung der Belastung. Erfreulicherweise stellt er fest, dass es in der Gesellschaft weniger Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen gibt und mehr Patienten eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung in Anspruch nehmen. Er erwartet, dass die molekulargenetische Forschung und die bildgebenden Verfahren des Gehirns in den nächsten Jahren zu einem besseren Verständnis der Ursachen psychischer Erkrankungen führen werden.

Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Universitätsklinikums Aachen, die unter seiner Leitung steht, ist eine besonders große Klinik mit einem klaren Schwerpunkt auf Forschung und Lehre.

Gesellschaftskritische Perspektiven

Neben seiner Tätigkeit als Arzt und Wissenschaftler äußert sich Prof. Voß auch kritisch zu gesellschaftlichen Entwicklungen. In seinen Schriften zeichnet er das Bild einer Gesellschaft, die an sich selbst zweifelt und von einer Welle chronischer Überforderung erfasst wird. Er bemängelt eine zunehmende "Infantilisierung" durch übermäßige Psychologisierung und eine "Beglückungsphantasie" der Grenzenlosigkeit.

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In seinem Buch kritisiert er die "Feminisierung der Gesellschaft" und eine Politik, die von "Frauen und laschen Männern" betrieben wird. Er sieht eine Tendenz zur Entgrenzung in verschiedenen Bereichen des Lebens, von der Aufhebung von Staatsgrenzen bis hin zur Aufhebung der Grenzen zwischen Kindern und Erwachsenen. Diese Entwicklungen werden von einer Minderheit vorangetrieben, die es bis an die Schalthebel der Macht oder der Manipulation geschafft hat.

Prof. Voß prangert eine "Selbstbemitleidung" an, die er angesichts der Leistungen der Nachkriegsgenerationen als unangebracht empfindet. Er kritisiert eine überfürsorgliche Erziehung, die Kinder zu "mehr oder weniger lebensunfähigen Menschen" erziehen kann. Obwohl er den Zustand der Gesellschaft klar und deutlich beschreibt, vermisst er in seinen Analysen eine tiefere Ursachenforschung.

Weitere Experten im Neuropsychiatrischen Zentrum

Neben Prof. Voß gibt es auch andere Experten wie Dr. med. Dipl.-Psych., die eine neurologische und psychiatrische Facharztausbildung absolviert haben und über breite klinische Erfahrungen in der Behandlung von Patienten mit neuropsychiatrischen Krankheitsbildern verfügen. Sie verstehen sich als "nervenärztliche Hausärzte" und legen Wert auf eine psychotherapeutische Behandlung ihrer Patienten.

Fortschritte in der Krebsmedizin

Die Medizin macht auch bei der Bekämpfung von Krebs große Fortschritte. Insbesondere die Immuntherapie, bei der das körpereigene Immunsystem gegen die Krebszellen aktiviert wird, hat sich als vielversprechend erwiesen. Eine Studie zeigte, dass der Einsatz eines speziellen Antikörpers in Kombination mit herkömmlicher Chemotherapie bei der Behandlung einer bestimmten Unterform des Darmkrebses das Rückfallrisiko um 50 Prozent reduzieren konnte.

Ein modernes Linearbeschleuniger zur Behandlung von Tumorpatienten ermöglicht es, die Behandlungsqualität weiter zu verbessern und die Kapazitäten deutlich auszubauen.

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