Buscopan bei Nervenschmerzen: Erfahrungen, Wirkung und Anwendung

Bauchschmerzen und -krämpfe können im Alltag sehr einschränkend sein. Ob Regelschmerzen, Magen-Darm-Infekte, Blasenentzündung oder ungesunde Ernährung - schnelle Linderung ist oft gefragt. Buscopan, insbesondere Buscopan® PLUS, wird häufig zur Behandlung solcher Beschwerden eingesetzt. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit Buscopan bei Nervenschmerzen, seine Wirkungsweise, Anwendungsgebiete und weitere wichtige Aspekte.

Was ist Buscopan und wie wirkt es?

Buscopan® PLUS kombiniert den krampflösenden Wirkstoff Butylscopolamin mit dem schmerzstillenden Wirkstoff Paracetamol. Während Schmerzmittel im ganzen Körper wirken und die Schmerzwahrnehmung verringern, indem sie Schmerzsignale blockieren, wirkt Butylscopolamin gezielt im Bauchbereich. Es löst Krämpfe, indem es die überschüssigen Botenstoffe in der Magen-Darm-Muskulatur verdrängt und so die Muskeln entspannt.

Butylscopolamin nimmt Einfluss auf das Nervensystem, indem es die Übertragung bestimmter Reize unterbindet. An der Reizweiterleitung sind verschiedene Überträgerstoffe beteiligt, deren Funktion durch Butylscopolamin zum Teil unterdrückt wird. Auf diese Weise vermag der Arzneistoff Krämpfe des Magen-Darm-Kanals, der Gallen- und Harnwege sowie der Gebärmutter zu lösen.

Paracetamol wirkt schmerzstillend und fiebersenkend. Es weist zudem geringe entzündungshemmende Eigenschaften auf und blockiert die Bildung bestimmter Botenstoffe im Körper, so genannter Prostaglandine.

Anwendungsgebiete von Buscopan

Buscopan wird bei verschiedenen Arten von Schmerzen und Beschwerden eingesetzt:

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  • Krampfartige Schmerzen im Magen-Darm-Bereich: Bei Erkrankungen des Magens und des Darms, die mit Krämpfen einhergehen.
  • Krampfartige Schmerzen und Funktionsstörungen im Bereich der Gallenwege: Zur Linderung von Beschwerden, die durch Gallenwegserkrankungen verursacht werden.
  • Krampfartige Schmerzen und Funktionsstörungen im Bereich der ableitenden Harnwege: Bei Beschwerden im Zusammenhang mit Harnwegserkrankungen.
  • Weibliche Geschlechtsorgane (z. B. schmerzhafte Regelblutungen): Besonders Buscopan® PLUS wird oft bei Regelschmerzen eingesetzt.
  • Blasenentzündung: Buscopan® PLUS kann bei einer akuten, unkomplizierten Blasenentzündung zur Linderung von Schmerzen, Krämpfen im Unterbauch und Schmerzen beim Wasserlassen beitragen.
  • Magen-Darm-Erkrankungen: Bei Verkrampfungen der Magen-Darm-Muskulatur, die sich wie ein „Knoten im Bauch“ anfühlen können.

Erfahrungen mit Buscopan bei Nervenschmerzen

Die Wirkung von oral eingenommenem Butylscopolamin bei krampfartigen Bauchschmerzen setzt in der Regel innerhalb von 15 Minuten ein. Dies wurde in verschiedenen Studien und Patientenbefragungen bestätigt.

  • Klinische Studien: Eine randomisierte, doppelblinde, aktiv kontrollierte Studie verglich die Wirkung von Butylscopolamin in Tabletten- und Kapselform bei chinesischen Patienten mit wiederkehrenden Bauchschmerzepisoden. Die Schmerzintensität wurde anhand einer visuellen Analogskala (VAS) gemessen und war bereits 30 Minuten nach Einnahme signifikant reduziert.
  • Placebokontrollierte Studien: Eine weitere doppelblinde, placebokontrollierte Studie untersuchte die Wirkung von 20 mg Butylscopolamin Tabletten bei US-amerikanischen Patienten mit funktionellen Bauchschmerzen. Die Schmerzintensität wurde mittels einer numerischen 10-Punkte Schmerzskala (NSS) in 15-Minuten-Intervallen gemessen.
  • Apothekengestützte Patientenbefragung: Eine Befragung von 1417 deutschen Patienten, die Buscopan 10 mg Dragées gegen krampfartige Bauchbeschwerden einnahmen, ergab, dass 4,8 Prozent der Patienten über einen Wirkeintritt innerhalb der ersten 15 Minuten berichteten. Bei 42 Prozent trat die Wirkung zwischen 15 und 30 Minuten ein, und bei 33,2 Prozent zwischen 30 und 45 Minuten.

Viele Anwender berichten von positiven Erfahrungen mit Buscopan bei der Linderung von Regelschmerzen und krampfartigen Magenschmerzen. Einige Beispiele:

  • Eine Anwenderin berichtet, dass Buscopan bei starken Regelschmerzen und Krämpfen im Bauch sehr gut hilft und sie sich dadurch im Alltag weniger eingeschränkt fühlt.
  • Eine andere Anwenderin empfiehlt Buscopan bei krampfartigen Magenschmerzen und Schmerzen während der Periode, da es besser wirke als ASS oder Paracetamol.
  • Eine weitere Nutzerin beschreibt Buscopan plus als regelrecht krampflösend und besonders wirksam bei Unterleibskrämpfen.

Allerdings gibt es auch Anwender, bei denen Buscopan nicht geholfen hat. Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkung von Medikamenten individuell unterschiedlich sein kann.

Dosierung und Anwendung

Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden. Buscopan wird unzerkaut mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) eingenommen. Ohne ärztlichen Rat sollte das Arzneimittel nicht länger als 3-4 Tage angewendet werden. Bei länger anhaltenden oder regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Es ist wichtig, vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung zu achten. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen gefragt werden.

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Mögliche Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Wie alle Medikamente kann auch Buscopan Nebenwirkungen haben. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen
  • Mundtrockenheit
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut
  • Juckreiz
  • Austrocknung der Haut
  • Schwitzen

Es gibt auch bestimmte Gegenanzeigen, bei denen Buscopan nicht angewendet werden sollte:

  • Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
  • Verengung im Verdauungstrakt
  • Darmverschluss
  • Megakolon (krankhaft erweiterter Darm)
  • Harnverhalt
  • Engwinkelglaukom
  • Herzrhythmusstörungen mit beschleunigtem Puls (Herzrasen)
  • Myasthenia gravis (Erkrankung des Nervensystems mit Muskelerschlaffung)
  • Stark eingeschränkte Leberfunktion
  • Kinder unter 12 Jahren

In bestimmten Fällen ist Vorsicht geboten und eine Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker erforderlich, z.B. bei leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung, stark eingeschränkter Nierenfunktion, Gilbert-Syndrom, Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel, Glutathion-Mangel, Mangelernährung oder Alkoholsucht.

Ursachen von Bauchschmerzen und die Rolle des enterischen Nervensystems

Bauchschmerzen und -krämpfe können vielfältige Ursachen haben. Oftmals liegen keine organischen Ursachen zugrunde, sondern Stress, ungesunde Lebensweise oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Das enterische Nervensystem, auch bekannt als »Bauchhirn« oder »zweites Gehirn«, spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Bauchbeschwerden. Es besteht aus mehr als 100 Millionen Nervenzellen, die die Darmwand umhüllen und die Verdauungsvorgänge weitgehend unabhängig vom Gehirn steuern.

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Das Darmsystem steht jedoch über Nervenverbindungen mit dem Gehirn in Kontakt. Diese Verbindungen bestehen zu 90 Prozent aus aufsteigenden Nervenfasern, die Informationen vom Darm zum Gehirn leiten. Forscher betrachten diese neuronalen Achsen als mögliche Ursache, warum der Magen-Darm-Trakt durch psychische Beeinträchtigungen so schnell aus dem Takt gerät.

Alternativen zu Buscopan

Neben Buscopan gibt es auch andere Möglichkeiten zur Behandlung von Bauchschmerzen und -krämpfen. Dazu gehören:

  • Pfefferminzöl: Reines Pfefferminzöl (wie in Buscomint®) kann bei Reizdarm-Patienten mit wiederkehrender Bauchsymptomatik hilfreich sein.
  • Andere Schmerzmittel: ASS oder Paracetamol können bei leichten bis mäßigen Schmerzen eingesetzt werden, wobei Buscopan® PLUS bei stärkeren Beschwerden aufgrund von Periodenschmerzen, Blasenentzündungen oder Magen-Darm-Infekten oft bevorzugt wird.
  • Hausmittel: Wärme, Entspannungsübungen und eine angepasste Ernährung können ebenfalls zur Linderung von Bauchbeschwerden beitragen.

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