Cadmium in Schokolade: Gesundheitsrisiko oder unbedenklicher Genuss?

Schokolade, besonders dunkle Schokolade, ist für viele Menschen ein Genussmittel. Doch immer wieder taucht die Frage auf, ob der Verzehr von Schokolade aufgrund des enthaltenen Schwermetalls Cadmium gesundheitsschädlich sein kann. Dieser Artikel beleuchtet die Thematik umfassend, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage für den Konsum von Schokolade zu bieten.

Was ist Cadmium und wie gelangt es in die Schokolade?

Cadmium ist ein natürlich vorkommendes Schwermetall, das in der Umwelt allgegenwärtig ist. Es findet sich in der Erdkruste und kann durch natürliche Prozesse wie Verwitterung von Gesteinen oder Vulkanausbrüche freigesetzt werden. Allerdings gelangen auch durch menschliche Aktivitäten wie Bergbau, industrielle Produktion, die Verbrennung fossiler Brennstoffe in Kraftwerken, Autoabgase und Müllverbrennungsanlagen erhebliche Mengen Cadmium in die Umwelt. Dadurch reichert sich Cadmium in Böden und Gewässern an.

Da Kakao auf natürlichen Böden wächst, kann er geringe Mengen an Schwermetallen aus der Erde aufnehmen. Die Kakaopflanzen nehmen Cadmium über ihre Wurzeln auf, wodurch es in die Kakaobohnen gelangt. Je nach Bodenbeschaffenheit und Anbaugebiet kann der Cadmiumgehalt in den Kakaobohnen variieren. Kakaobutter, ein Nebenprodukt des Kakaos, kann ebenfalls Spuren von Schwermetallen enthalten, da sie in einem ähnlichen Verfahren wie Kakaomasse gewonnen wird.

Gesetzliche Grenzwerte für Cadmium in Schokolade

Um die Verbraucher vor einer übermäßigen Cadmiumaufnahme zu schützen, hat die Europäische Union (EU) in der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 Höchstgehalte für Schwermetalle in Lebensmitteln festgelegt. Diese Grenzwerte gelten auch für Cadmium in Schokolade und anderen Kakaoprodukten. Die Grenzwerte sind abhängig vom Kakaoanteil der Schokolade: Je höher der Kakaoanteil, desto höher ist auch der zulässige Cadmiumgehalt. Für Schokolade mit 50 % oder mehr Gesamtkakaotrockenmasse beträgt der Grenzwert beispielsweise 0,8 mg/kg. Diese Verordnung trat am 1. Januar 2019 in Kraft.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat in einer Untersuchung festgestellt, dass es bei Schokolade aus bestimmten Anbaugebieten zu vereinzelten Grenzwertüberschreitungen kommen kann. Es ist daher ratsam, sich beim Hersteller der Schokolade nach dem durchschnittlichen Ausschöpfungsgrad der gesetzlichen Grenzwerte zu erkundigen. Das LGL sieht bei einem durchschnittlichen Ausschöpfungsgrad von 25-50 Prozent keine gesundheitliche Gefahr.

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Gesundheitsrisiken durch Cadmium

Cadmium ist ein giftiges Schwermetall, das sich im Körper anreichern und verschiedene gesundheitliche Probleme verursachen kann. Es wird nur sehr langsam wieder ausgeschieden und lagert sich vor allem in den Nieren und der Leber ab, wo es diese Organe schädigen kann. Eine hohe Cadmiumbelastung kann zu Nierenfunktionsstörungen bis hin zur Niereninsuffizienz führen. Zudem kann Cadmium die Knochen schädigen und zu Knochenerweichung (Osteomalazie) und Osteoporose führen. Experten stufen Cadmium auch als krebserregend für Menschen ein.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die tolerierbare wöchentliche Aufnahme von Cadmium auf 2,5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, pro Woche 7 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht zu überschreiten. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Werte als Richtlinien dienen und die tatsächliche gesundheitliche Auswirkung von Cadmium von verschiedenen Faktoren abhängen kann, wie z.B. dem Alter, dem Geschlecht, dem Ernährungszustand und der individuellen Empfindlichkeit gegenüber Cadmium.

Cadmiumaufnahme über die Nahrung

Wir nehmen Cadmium hauptsächlich über die Nahrung auf. Neben Kakao und Schokolade können auch andere Lebensmittel wie Getreide, Gemüse, Kartoffeln, Meeresfrüchte, Innereien, Ölsaaten (Mohn, Leinsamen, Sesam, Sonnenblumenkerne) und Wildpilze Cadmium enthalten. Da wir Getreide, Gemüse und Kartoffeln in größeren Mengen essen, tragen sie in Deutschland maßgeblich zur Cadmiumaufnahme bei. Die Cadmiumaufnahme der Deutschen wird vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Durchschnitts- und Vielverzehrer unterschieden.

Raucher nehmen zusätzlich Cadmium über den Zigarettenrauch auf. Auch Personen, die in industriellen Gegenden leben, können einer höheren Cadmiumbelastung ausgesetzt sein.

Wie kann man die Cadmiumaufnahme reduzieren?

Obwohl eine vollständige Vermeidung von Cadmium aufgrund seiner weiten Verbreitung in der Umwelt nicht möglich ist, gibt es verschiedene Maßnahmen, um die Cadmiumaufnahme zu reduzieren:

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  • Abwechslungsreiche Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit einer breiten Palette an Lebensmitteln hilft, die Aufnahme von Cadmium aus einzelnen Quellen zu minimieren.
  • Bevorzugung von cadmiumarmen Lebensmitteln: Einige Lebensmittel wie Roggen, Eisbergsalat und Erdnüsse enthalten tendenziell weniger Cadmium als andere.
  • Reduzierung des Konsums von cadmiumreichen Lebensmitteln: Der Konsum von Innereien, Meeresfrüchten, Algen und Ölsaaten sollte in Maßen erfolgen.
  • Nichtrauchen: Rauchen ist eine bedeutende Quelle für Cadmiumaufnahme.
  • Unterstützung der Entgiftung: Einige Naturkosthersteller führen Kontrollen ihrer Produkte durch und können Auskunft über deren Cadmiumgehalte geben. Wer seinen Körper bei der Entgiftung von Schwermetallen unterstützen möchte, kann Cistus-Tee trinken.

Schokolade und Cadmium: Was bedeutet das für den Konsum?

Dunkle Schokolade kann aufgrund ihres höheren Kakaoanteils stärker mit Cadmium belastet sein als Milchschokolade oder weiße Schokolade. Allerdings ist die Menge an Cadmium in Schokolade in der Regel gering und liegt innerhalb der von Gesundheitsbehörden festgelegten Grenzwerte.

Ob der Verzehr von Schokolade ein Gesundheitsrisiko darstellt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Menge der konsumierten Schokolade, dem Cadmiumgehalt der Schokolade und der individuellen Empfindlichkeit gegenüber Cadmium.

Für die meisten Menschen stellt der gelegentliche Verzehr von dunkler Schokolade in moderaten Mengen kein nennenswertes Gesundheitsrisiko dar. Wer jedoch regelmäßig größere Mengen dunkler Schokolade konsumiert, sollte sich bewusst sein, dass dies zu einer erhöhten Cadmiumaufnahme führen kann.

Es ist ratsam, sich über die Herkunft der Schokolade und die Qualität der Kakaobohnen zu informieren. Einige Hersteller legen Wert auf eine sorgfältige Auswahl der Anbaugebiete und eine schonende Verarbeitung der Kakaobohnen, um den Cadmiumgehalt in ihren Produkten zu minimieren.

Transparenz der Hersteller gefordert

Es ist bedauerlich, dass viele Schokoladenhersteller wenig Transparenz bezüglich des Cadmiumgehalts in ihren Produkten zeigen. Anstatt sich auf überhöhte Grenzwerte zu berufen, sollten die Hersteller offen über die tatsächliche Cadmiumbelastung ihrer Schokolade informieren. Dies würde den Verbrauchern ermöglichen, eine fundierte Entscheidung zu treffen und gegebenenfalls cadmiumärmere Produkte zu wählen.

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