Charité Mitte Neurologie: Erfahrungen, Forschung und Patientenperspektiven

Die Charité - Universitätsmedizin Berlin ist eines der größten Universitätskliniken Europas und mit der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin verbunden. Die Klinik für Neurologie der Charité, insbesondere am Campus Mitte, ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von Patienten, die Forschungsschwerpunkte der Klinik und gibt einen Einblick in die neurologische Versorgung an der Charité Mitte.

Forschungsschwerpunkt: Neurodegenerative Erkrankungen und Kindheitserfahrungen

Ein Forschungsteam der Charité - Universitätsmedizin Berlin hat herausgefunden, dass schwerwiegende Kindheitserfahrungen zu messbaren Anzeichen für eine beschleunigte Hirnalterung führen und neurodegenerative Prozesse im Alter verstärken können. Die Studie, die im Fachmagazin Annals of Neurology erschienen ist, konzentrierte sich auf Frauen, da diese ein erhöhtes Risiko für neurodegenerative Erkrankungen haben.

Frühe Stresserfahrungen und Hirnalterung

Die Ergebnisse der Studie zeigten einen deutlichen Zusammenhang zwischen frühen psychosozialen oder sozio-emotionalen Stresserfahrungen und verstärkter Hirnalterung bei Frauen. Frauen, die in ihrer Kindheit in hohem Maße Stress oder Trauma erlebten, wiesen im Blut vermehrt Biomarker für Entzündungen und Neurodegeneration auf, hatten ein geringeres Hirnvolumen und mehr kognitive Probleme. Prof. Christine Heim, Direktorin des Instituts für Medizinische Psychologie der Charité, schließt daraus, dass frühe belastende Lebenserfahrungen tatsächlich das Risiko für die Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen zu erhöhen scheinen.

Methodik der Studie

An der Studie nahmen 179 Frauen zwischen 30 und 60 Jahren teil. Zunächst wurden klinische Interviews durchgeführt, um das Ausmaß stressreicher und hochbelastender Erfahrungen in der Kindheit - noch vor Einsetzen der Pubertät - zu erfassen. Außerdem wurden Blutproben der Studienteilnehmerinnen mithilfe von Hochpräzisionstechnologien auf Biomarker untersucht, die spezifische Entzündungsprozesse und das Absterben von Nervenzellen anzeigen. Mittels Magnetresonanztomographie erstellten die Forschenden Hirn-Scans, um die Größe des Gehirns sowie die der mit Hirnwasser gefüllten Hohlräume zu erfassen. Die kognitive Leistung der Teilnehmerinnen ermittelten sie mit einem standardisierten und international anerkannten Testverfahren. Sozioökonomische Faktoren sowie das Vorliegen psychischer Probleme wie etwa Depressionen, die beim Entstehen neurodegenerativer Erkrankungen eine Rolle spielen können, wurden herausgerechnet, sodass die zu untersuchenden Zusammenhänge nicht beeinflusst oder verfälscht wurden.

Weiterführende Forschung

In weiterführenden Untersuchungen müssen nun die dahinterstehenden Mechanismen aufgeklärt werden, damit künftig die Pfade der Krankheitsentstehung mit geeigneten Therapien frühzeitig und gezielt unterbrochen werden können. Prof. Matthias Endres, Direktor der Klinik für Neurologie der Charité, betont, dass man besser verstehen lernen müsse, welche Risikofaktoren beim Entstehen neurodegenerativer Erkrankungen eine Rolle spielen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass neurodegenerative Erkrankungen wie zum Beispiel die Alzheimer-Erkrankung deutlich zunehmen.

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Resilienz als Schutzfaktor

Es ist wichtig zu betonen, dass nicht jede oder jeder Betroffene nach kindlichem Trauma eine Demenz entwickeln wird. Viele Menschen besitzen ein hohes Maß an Resilienz, also Widerstandskraft, mit der sie schwere Lebenskrisen überstehen, ohne größeren Schaden zu nehmen. Wie Resilienz nach frühen belastenden Erfahrungen in der Kindheit gezielt gefördert werden kann, ist eine wichtige Frage für weiterführende Studien.

Fokus auf Frauen und zukünftige Studien mit Männern

Dass Frauen deutlich häufiger an Demenz erkranken als Männer, ist einer der Gründe, warum die Wissenschaftler:innen in der aktuellen Studie zunächst nur Frauen in den Fokus nahmen. In künftigen Untersuchungen will das Team um Prof. Heim untersuchen, ob bei Männern ähnliche Zusammenhänge zu beobachten sind.

Patientenperspektiven und Erfahrungen

Die Erfahrungen von Patienten mit der Neurologie der Charité Mitte sind vielfältig und reichen von sehr positiven bis hin zu negativen Eindrücken. Die Meinungen über das Personal und den Service sind geteilt. Es herrscht Einigkeit darüber, dass die Lage des Krankenhauses gut ist.

Positive Erfahrungen

Einige Patienten loben die Kompetenz, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit der Ärzte und Pflegekräfte. Sie berichten, dass sich das Personal auch in stressigen Zeiten Zeit für tröstende Worte und Zuspruch nimmt. Besonders hervorgehoben wird die gute medizinische Betreuung und die erfolgreiche Behandlung. Einige Patienten fühlen sich auf den Stationen gut betreut und loben die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Schwestern und Pfleger. Auch das Essen wird teilweise als schmackhaft empfunden. Die Ärzte werden als sehr kompetent und engagiert beschrieben.

Negative Erfahrungen

Viele Patienten äußerten sich negativ über den Kundenservice und berichteten von einem Mangel an Empathie und Professionalität. Einige Rezensenten lobten das Personal und die Pflege auf bestimmten Stationen, während andere über Kommunikationsprobleme und unzureichende Nachsorge klagten. Es gibt auch Berichte über lange Wartezeiten, mangelnde Informationen und fehlende Aufklärung über Behandlungen. Einige Patienten bemängeln die mangelnde Menschlichkeit und das fehlende Einfühlungsvermögen des medizinischen Personals. Es wird auch von gestresstem und gleichgültigem Personal berichtet.

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Kritikpunkte

Einige Patienten kritisieren die mangelnde Sauberkeit und die schlechte Organisation. Es wird von zerissener Bettwäsche, stundenlangen Wartezeiten und fehlender Betreuung berichtet. Einige Patienten fühlen sich in dem Klinikhochhausblock verloren und finden sich kaum zurück. Die Aufnahme wird als schwierig und die Ausschilderung als schlecht beschrieben. Es gibt auch Berichte über ärztliche Interventionen ohne Patientenaufklärung und Visiten ohne Gespräch mit dem betroffenen Patienten.

Zusammenfassung der Patientenperspektiven

Die Patientenperspektiven auf die Neurologie der Charité Mitte sind gespalten. Während einige Patienten sehr positive Erfahrungen gemacht haben und die Kompetenz und Freundlichkeit des Personals loben, berichten andere von negativen Erfahrungen, insbesondere in Bezug auf die Kommunikation, Organisation und Menschlichkeit. Es ist wichtig zu beachten, dass es sich bei diesen Erfahrungen um subjektive Eindrücke handelt und die Realität für jeden Patienten unterschiedlich sein kann.

Neurologische Hochschulambulanzen und Spezialsprechstunden

Die Klinik für Neurologie der Charité bietet an den Standorten CCM, CVK und CBF neurologische Hochschulambulanzen mit Spezialsprechstunden zu verschiedenen neurologischen Erkrankungen an.

Funktionelle Bewegungsstörungen

Die Ambulanz für funktionelle Bewegungsstörungen bietet eine integrierte neuro-psychosomatische Beurteilung sowie eine individuelle Therapieplanung und gegebenenfalls Verlaufsbeurteilung. Zudem stehen sie zur Beratung des Behandler:innen-Netzwerks zur Verfügung.

Gedächtnissprechstunde

Die Gedächtnissprechstunde ist ein Schwerpunkt der Praxis und bietet alle Untersuchungen der Neurologie, um eine ambulante Abklärung einer Gedächtnisstörung oder einer Demenz zu ermöglichen. Dazu gehören neben einer medizinisch-neurologischen Abklärung eine ausführliche neuropsychologische Demenz Diagnostik sowie eine Lumbalpunktion zur Bestimmung von Demenzbiomarkern und weiteren Parametern im Liquor. Für erblich bedingte Alzheimer- oder FTD-Demenzerkrankungen bieten sie eine spezielle genetische Beratung wie auch eine molekulargenetische Abklärung an.

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Epilepsieambulanz

Die Charité-Epilepsieambulanzen bieten eine zeitnahe, umfassende diagnostische Abklärung von ersten epileptischen Anfällen, Differentialdiagnostik zur Unterscheidung epileptischer Anfälle und nicht-epileptischer Ereignisse, Optimierung der antiepileptischen Medikation und Beratung zu verschiedenen Lebensbereichen.

Neuroimmunologische Erkrankungen

In der Ambulanz für neuroimmunologische Erkrankungen werden Patienten mit Multipler Sklerose und anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems betreut. Es stehen alle relevanten Untersuchungstechniken zur Verfügung (Liquor- und allgemeine Labordiagnostik, elektrophysiologische Verfahren etc.).

Kopfschmerzzentrum

Das Kopfschmerzzentrum der Klinik für Neurologie am Campus Mitte behandelt und betreut Patient:innen mit Kopf- und Gesichtsschmerzen.

Spezialambulanz für Muskelerkrankungen

In der Spezialambulanz für Muskelerkrankungen werden schwerpunktmäßig Patientinnen und Patienten mit entzündlichen Erkrankungen der Muskulatur (Myositis) betreut. Die Betreuung erfolgt in interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Neuroonkologie

In der neuroonkologischen Sprechstunde werden Patienten mit Tumorerkrankungen des Gehirns und Rückenmarks sowie Tumoren des peripheren Nervensystems betreut.

Schlafmedizin

Die Sprechstunde für Schlafmedizin bietet eine umfassende Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen.

Weitere Sprechstunden

Darüber hinaus gibt es Spezialsprechstunden für Schlaganfall, Parkinson-Syndrom, Bewegungsstörungen, Chorea Huntington und Tiefe Hirnstimulation.

Praktisches Jahr (PJ) in der Neurologie der Charité Mitte

Die Klinik Charité - Universitätsmedizin Berlin - Campus Charité Mitte ermöglicht Medizinstudierenden das Praktische Jahr zu absolvieren. Die PJler werden in die Teams Stroke, Bewegungsstörungen und Neuroimmunologie eingeteilt und können hier unter Supervision alles übernehmen, was die Assistent:innen auch machen. Die Fälle sind teils sehr speziell (Uniklinik!); es gibt aber natürlich auch die Klassiker. Die Stimmung in den Teams ist freundschaftlich und kollegial.

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