Candecor® comp. ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von hohem Blutdruck (Hypertonie) bei erwachsenen Patienten eingesetzt wird. Es enthält die Wirkstoffe Candesartancilexetil und Hydrochlorothiazid, die zusammenarbeiten, um den Blutdruck zu senken. Candesartancilexetil gehört zu den Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten, während Hydrochlorothiazid ein Diuretikum (Entwässerungstablette) ist.
Bei der Einnahme von Candecor® comp. ist es wichtig, mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu beachten, insbesondere wenn gleichzeitig Antiepileptika eingenommen werden. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Wechselwirkungen zwischen Candecor® comp. und Epilepsie-Medikamenten und gibt wichtige Hinweise zur sicheren Anwendung.
Grundlagen von Candecor® comp.
Wirkungsweise
Candesartancilexetil entspannt und erweitert die Blutgefäße, was zur Senkung des Blutdrucks beiträgt. Hydrochlorothiazid hilft dem Körper, Wasser und Salze über den Urin auszuscheiden, was ebenfalls den Blutdruck senkt. Die Kombination beider Wirkstoffe ermöglicht eine effektivere Blutdruckkontrolle, wenn die Einzelwirkstoffe nicht ausreichend wirken.
Anwendungsgebiete
Candecor® comp. wird verschrieben, wenn der Blutdruck durch Candesartancilexetil oder Hydrochlorothiazid allein nicht ausreichend gesenkt werden kann. Es ist wichtig, das Medikament täglich und gemäß den Anweisungen des Arztes einzunehmen.
Gegenanzeigen
Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden, wenn:
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- Eine Allergie gegen Candesartancilexetil, Hydrochlorothiazid oder einen der sonstigen Bestandteile besteht.
- Eine Allergie gegenüber Sulphonamid-Arzneimitteln vorliegt.
- Eine Schwangerschaft über drei Monate hinaus besteht.
- Schwere Nierenprobleme vorliegen.
- Eine schwere Lebererkrankung oder Gallestauung besteht.
- Dauerhaft niedrige Kalium- oder hohe Calciumspiegel im Blut vorhanden sind.
- Gicht vorliegt.
- Diabetes mellitus oder eine eingeschränkte Nierenfunktion vorliegt und gleichzeitig Aliskiren eingenommen wird.
Epilepsie und Antiepileptika
Was ist Epilepsie?
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch abnorme elektrische Entladungen im Gehirn.
Behandlung von Epilepsie
Die Behandlung von Epilepsie erfolgt in der Regel mit Antiepileptika, auch Antikonvulsiva genannt. Diese Medikamente sollen die Häufigkeit und Schwere der Anfälle reduzieren oder verhindern. Es gibt verschiedene Arten von Antiepileptika, die auf unterschiedliche Weise im Gehirn wirken.
Wichtige Antiepileptika
Einige der häufig verwendeten Antiepileptika sind:
- Carbamazepin: Wirkt, indem es die Natriumkanäle in den Nervenzellen blockiert und so die Ausbreitung elektrischer Impulse reduziert.
- Valproinsäure: Erhöht die Konzentration von Gamma-Aminobuttersäure (GABA) im Gehirn, einem Neurotransmitter, der die neuronale Aktivität hemmt.
- Phenytoin: Stabilisiert die neuronalen Membranen und reduziert die Ausbreitung von Anfällen.
- Levetiracetam: Der genaue Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt, aber es beeinflusst die Freisetzung von Neurotransmittern und reduziert die Erregbarkeit der Nervenzellen.
- Lamotrigin: Blockiert Natriumkanäle und reduziert die Freisetzung von Glutamat, einem erregenden Neurotransmitter.
Mögliche Wechselwirkungen zwischen Candecor® comp. und Antiepileptika
Die gleichzeitige Einnahme von Candecor® comp. und Antiepileptika kann zu Wechselwirkungen führen, die die Wirksamkeit beider Medikamente beeinflussen oder das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen.
Beeinflussung des Elektrolythaushaltes
Hydrochlorothiazid, ein Bestandteil von Candecor® comp., kann den Elektrolythaushalt beeinflussen und zu niedrigen Kaliumspiegeln (Hypokaliämie) führen. Einige Antiepileptika können ebenfalls den Elektrolythaushalt beeinflussen. Die Kombination beider Medikamente könnte das Risiko von Elektrolytstörungen erhöhen, was zu Muskelkrämpfen, Herzrhythmusstörungen und anderen Komplikationen führen kann.
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Beeinflussung des Blutdrucks
Sowohl Candecor® comp. als auch einige Antiepileptika können den Blutdruck beeinflussen. Candecor® comp. senkt den Blutdruck, während einige Antiepileptika ihn erhöhen können. Die gleichzeitige Einnahme kann zu unvorhersehbaren Blutdruckschwankungen führen, was besonders bei Patienten mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen problematisch sein kann.
Enzyminduktion und -hemmung
Einige Antiepileptika, wie Carbamazepin und Phenytoin, sind bekannt dafür, Leberenzyme zu induzieren. Dies bedeutet, dass sie die Aktivität von Enzymen erhöhen, die für den Abbau von Medikamenten verantwortlich sind. Dies könnte den Abbau von Candesartancilexetil beschleunigen und seine Wirksamkeit verringern.
Auf der anderen Seite können einige Medikamente die Enzyme hemmen, die für den Abbau anderer Medikamente erforderlich sind.
Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen
Die gleichzeitige Einnahme von Candecor® comp. und Antiepileptika kann das Risiko für bestimmte Nebenwirkungen erhöhen. So können beispielsweise beide Medikamentengruppen Schwindel, Müdigkeit und Benommenheit verursachen. Die Kombination kann diese Effekte verstärken und die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.
Wichtige Hinweise für Patienten
Arzt informieren
Informieren Sie Ihren Arzt unbedingt über alle Medikamente, die Sie einnehmen, einschließlich Candecor® comp. und Antiepileptika. Dies ermöglicht es dem Arzt, mögliche Wechselwirkungen zu erkennen und die Behandlung entsprechend anzupassen.
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Regelmäßige Kontrollen
Bei gleichzeitiger Einnahme von Candecor® comp. und Antiepileptika sind regelmäßige Kontrollen des Elektrolythaushaltes, des Blutdrucks und der Nierenfunktion wichtig. Dies hilft, mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Auf Symptome achten
Achten Sie auf Symptome, die auf Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen hindeuten könnten, wie z.B. Schwindel, Müdigkeit, Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen oder unvorhersehbare Blutdruckschwankungen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn solche Symptome auftreten.
Einnahme nicht eigenmächtig ändern
Ändern Sie niemals die Dosierung oder die Einnahme Ihrer Medikamente eigenmächtig. Besprechen Sie alle Änderungen immer zuerst mit Ihrem Arzt.
Alkohol vermeiden
Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum, da Alkohol die Wirkung von Candecor® comp. verstärken und das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen kann.
Weitere Medikamente und Wechselwirkungen
Es ist wichtig zu beachten, dass Candecor® comp. auch mit anderen Medikamenten Wechselwirkungen eingehen kann. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.
Diclofenac
Diclofenac, ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAID), kann die Wirkung von Candecor® comp. abschwächen und das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen, insbesondere im Magen-Darm-Trakt.
ACE-Hemmer und Aliskiren
Die gleichzeitige Einnahme von Candecor® comp. mit ACE-Hemmern oder Aliskiren kann das Risiko von niedrigem Blutdruck, Nierenfunktionsstörungen und erhöhtem Kaliumspiegel im Blut erhöhen.
Lithium
Candecor® comp. kann die Lithiumspiegel im Blut erhöhen und das Risiko von Lithium-Toxizität erhöhen.
Andere blutdrucksenkende Medikamente
Die Kombination von Candecor® comp. mit anderen blutdrucksenkenden Medikamenten kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärken und zu niedrigem Blutdruck führen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Die Einnahme von Candecor® comp. während der Schwangerschaft, insbesondere nach dem dritten Schwangerschaftsmonat, kann zu schweren Schädigungen des ungeborenen Kindes führen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden könnten. Ihr Arzt wird Ihnen in der Regel empfehlen, Candecor® comp. abzusetzen und ein anderes Medikament zu empfehlen.
Stillzeit
Candecor® comp. wird nicht zur Anwendung bei stillenden Müttern empfohlen. Ihr Arzt kann eine andere Behandlung für Sie wählen, wenn Sie stillen möchten.
Nebenwirkungen von Candecor® comp.
Wie alle Arzneimittel kann auch Candecor® comp. Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:
- Veränderungen bei Blutuntersuchungsergebnissen (erniedrigtes Natrium, erhöhtes oder erniedrigtes Kalium, erhöhtes Cholesterin, Zucker oder Harnsäure)
- Schwindel/Drehgefühl oder Schwäche
- Kopfschmerzen
- Atemwegsinfektion
Gelegentlich können niedriger Blutdruck, Appetitverlust, Durchfall, Verstopfung, Magenreizung oder Hautausschlag auftreten. Seltene Nebenwirkungen sind Gelbsucht, Beeinflussung der Nierenfunktion, Schlafstörungen, Depression, Unruhe, Kribbeln oder Jucken in Armen oder Beinen, verschwommenes Sehen, unnormaler Herzschlag oder Atemschwierigkeiten.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, auch wenn diese nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind.
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