Das Canyon Nerve AL ist seit Jahren ein beliebtes Touren- und All-Mountain-Bike. Dieser Artikel fasst verschiedene Testberichte und Meinungen zum Canyon Nerve AL zusammen und beleuchtet dessen Gewicht, Ausstattung, Fahreigenschaften und Modellvarianten. Dabei werden sowohl ältere Modelle als auch neuere Entwicklungen berücksichtigt, um ein umfassendes Bild zu vermitteln.
Einführung
Das Canyon Nerve AL hat sich als vielseitiges und beliebtes Tourenfully etabliert. Es zielt auf sportlich orientierte Touren- und Marathon-Fans ab. Im Laufe der Jahre hat Canyon die Nerve-Serie kontinuierlich weiterentwickelt, wobei verschiedene Laufradgrößen (27,5 und 29 Zoll) und Ausstattungsvarianten angeboten werden. Ab 2017 wurde die Baureihe aus rechtlichen Gründen in Neuron umbenannt, wobei die technischen Daten und Modellvarianten nur geringfügig verändert wurden.
Ausstattung und Varianten
Modellübersicht
Das Canyon Nerve AL wurde in zahlreichen Varianten angeboten, die sich hauptsächlich in der Ausstattung und den Laufradgrößen unterschieden. Es gab Modelle mit 27,5-Zoll- und 29-Zoll-Laufrädern, wobei die Rahmengeometrie an die jeweilige Laufradgröße angepasst wurde. Preislich bewegten sich die Modelle zwischen 1.400 und 4.000 Euro.
Rahmen und Design
Canyon setzte beim Nerve AL auf einen Aluminium-Rahmen mit innenverlegten Zügen und einem Kettenstrebenprotektor. Der Rahmen zeichnete sich durch eine saubere Verarbeitung und eine Lackierung mit Metallic-Look aus. Einige Modelle verfügten über eine Vorbereitung für eine interne Zugverlegung der Teleskopstütze.
Fahrwerkskomponenten
In den Topmodellen, wie dem Canyon Nerve AL 9.0 SL, kamen hochwertige Fahrwerkskomponenten von Fox Factory zum Einsatz. An der Front wurde eine 34-Float-Gabel mit 120 Millimetern Federweg verbaut, während am Heck ein Float-DPS-Dämpfer mit Kashima-Coating arbeitete. Diese Komponenten sorgten für eine hohe Performance und ein sensibles Ansprechverhalten.
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Antrieb und Bremsen
Beim Antrieb setzte Canyon auf bewährte Shimano-Technik, wobei Kurbel, Kassette, Kette und Kettenblätter aus der XT-Gruppe mit einem XTR-Schaltwerk kombiniert wurden. Einige Modelle verfügten über einen Dreifach-Antrieb, der eine große Übersetzungsbandbreite bot. Bei den Bremsen kamen in der Regel Shimano XT-Bremsen mit Ice-Tech-Scheiben zum Einsatz, die für eine zuverlässige Bremsleistung sorgten.
Laufräder und Reifen
Die Laufräder stammten meist von DT Swiss, wie beispielsweise die XM-1501-Spline-Laufräder. Diese wurden mit Continental Mountain King-Reifen in 2,2 Zoll Breite und Blackchili-Compound bestückt. Die Kombination aus leichten Laufrädern und griffigen Reifen trug maßgeblich zum agilen Fahrverhalten des Bikes bei.
Geometrie und Fahrverhalten
Kompakte Geometrie
Die Geometrie des Canyon Nerve AL fiel recht kompakt aus. Ein kurzer Reach und ein steiler Lenkwinkel sorgten für ein agiles Handling. Die Sitzposition war eher aufrecht und zentral, was einen guten Kraftfluss ermöglichte.
Klettereigenschaften
Das Canyon Nerve AL zeichnete sich durch seine hervorragenden Klettereigenschaften aus. Dank des geringen Gewichts und der effizienten Kraftübertragung konnten selbst steile Anstiege problemlos bewältigt werden. Der Hinterbau arbeitete antriebsneutral und sorgte für eine gute Traktion.
Abfahrtseigenschaften
Bergab vermittelte das Canyon Nerve AL ein sicheres und gutmütiges Fahrgefühl. Die Federelemente von Fox schluckten Unebenheiten und sorgten für ein sensibles Ansprechverhalten. Allerdings konnte die Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten aufgrund des kurzen Reach und des steilen Lenkwinkels etwas leiden. Neuere Modelle mit flacherem Lenkwinkel, kürzerem Vorbau und breiterem Lenker boten hier mehr Abfahrtspotenzial.
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Agiles Handling
Das Canyon Nerve AL überzeugte mit seinem agilen und wendigen Handling. Es ließ sich spielerisch auf Trails bewegen und ermöglichte es, technische Passagen einfach zu meistern. Dies machte es zu einem idealen Bike für Touren und Trails.
Gewichtsproblematik
Ein häufig diskutiertes Thema beim Canyon Nerve AL war das Gewicht. Viele Käufer bemängelten, dass das tatsächliche Gewicht des Bikes deutlich über den Herstellerangaben lag. Canyon argumentierte, dass es aufgrund von Toleranzen bei den Komponenten zu Gewichtsschwankungen von bis zu 10% kommen könne. Dies führte zu Unzufriedenheit bei einigen Kunden, die sich aufgrund der Gewichtsangaben für ein bestimmtes Modell entschieden hatten.
Einige Nutzer wogen ihre Bikes und stellten fest, dass sie deutlich schwerer waren als angegeben. So wog beispielsweise ein Nerve AL 9.0 SL in Größe M mit Pedalen 12,7 Kilogramm. Andere Nutzer berichteten von ähnlichen Erfahrungen und kritisierten die mangelnde Kooperationsbereitschaft von Canyon in Bezug auf die Gewichtsproblematik.
Modellvergleich: 2013 vs. 2014
Ein Vergleich zwischen dem Canyon Nerve AL 9.0 aus dem Jahr 2013 und dem Modell aus dem Jahr 2014 zeigte einige interessante Unterschiede. Das 2014er-Modell verfügte über einen leichteren Rahmen, mehr Potenzial bergab und eine Teleskop-Sattelstütze. Allerdings wies es eine schlechtere Lackqualität und ein höheres Gesamtgewicht auf.
Die Geometrie des 2014er-Modells war etwas touriger ausgelegt, mit einem steileren Sitzwinkel und einem kürzeren Vorbau. Bergab vermittelte es mehr Sicherheit und Laufruhe, was auf die Kombination aus größeren Laufrädern, flacherem Lenkwinkel, kürzerem Vorbau und breiterem Lenker zurückzuführen war.
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Neuron AL 7.0 im Detail
Das Canyon Neuron AL 7.0 ist ein weiteres beliebtes Modell, das für sein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gelobt wird. Es verfügt über eine Teleskopsattelstütze, ein FOX Fahrwerk mit 130 mm Federweg und einen 1×12-Antrieb. Die Bremsen sind Shimano MT420 mit Vierkolbensattel vorne und 180er-Scheiben.
Das Neuron AL 7.0 zeichnet sich durch seine ausgewogene Geometrie und sein gut abgestimmtes Fahrwerk aus. Es klettert leichtfüßig und bietet bergab viel Fahrspaß. Es ist ein idealer Allrounder für Touren und Trails.