Canyon Neuron Test: Ein umfassender Überblick über Leistung, Ausstattung und Fahrerlebnis

Canyon hat sich in den letzten Jahren einen Namen für die Herstellung von Mountainbikes mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis gemacht. Modelle wie das Spectral und das Strive haben in der Vergangenheit Trail- und Enduro-Bike-Tests dominiert. Das Canyon Neuron, angesiedelt in der Federwegs-Kategorie unterhalb des Spectral, ist ein interessantes Bike mit 29-Zoll-Laufrädern und 130 mm Federweg an Front und Heck. Obwohl es mehr Federweg besitzt als die restlichen Bikes im Testfeld, hat es dennoch Allrounder-Ambitionen. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Test des Canyon Neuron, wobei verschiedene Modelle und Aspekte wie Leistung, Ausstattung, Geometrie und Fahrerlebnis berücksichtigt werden.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Canyon Neuron zeichnet sich durch ein unglaubliches Preis-Leistungs-Verhältnis über die gesamte Modellpalette aus. Das CF 8.0-Modell, erhältlich für günstige 2.699 €, erregte besondere Aufmerksamkeit mit seinem vollständigen Carbon-Rahmen und einem SRAM GX-Antrieb. Auch das rund 3999 Euro teure Modell mit Sram GX Transmission, Rock-Shox-Select-Fahrwerk und DT-Swiss-Laufradsatz bietet ein stimmiges Gesamtpaket für ambitionierte Allrounder.

Ausstattung und Komponenten

Die Ausstattung des Canyon Neuron ist absolut stimmig gewählt. Die Komponenten versprühen zwar kein edles Flair, sind aber dennoch zuverlässig und funktional. Die FOX 34 Rhythm-Federgabel bietet mehr Steifigkeit, und am DT Swiss M1900-Laufradsatz gibt es nichts zu meckern - speziell gemessen am Preis.

Details zur Ausstattung

  • Rahmen: Vollcarbon-Rahmen (CF 8.0) oder Aluminium-Rahmen (Neuron AL)
  • Federgabel: FOX 34 Rhythm oder RockShox Lyrik Base (je nach Modell)
  • Dämpfer: FOX DPS Performance oder RockShox Deluxe Select (je nach Modell)
  • Antrieb: SRAM GX oder Shimano SLX (je nach Modell)
  • Bremsen: SRAM Guide T oder SRAM DB8 (je nach Modell)
  • Laufradsatz: DT Swiss M1900 oder AM LN 370 (je nach Modell)

Geometrie und Handling

Die Geometrie des Canyon Neurons ist größtenteils ausgewogen. Canyon hat die Reach-Werte ordentlich in die Länge gezogen, die nun von 410 bis 510 mm reichen. Der Stack ist leicht angewachsen, und es gibt einen abgeflachten Lenkwinkel von moderaten 66°. Der Sitzwinkel ist mit 76° ausgewogen, und die Kettenstreben messen eher lange 440 mm.

Handling auf dem Trail

Auf dem Trail verliebt man sich schnell in das Neuron. Das gewohnte und angenehme Handling, das auch charakteristisch ist für andere Modelle wie das Spectral, ist in Kurven spürbar. Das Neuron fühlt sich auf welligen Trails lebendiger an und fährt sich agiler und direkter. Bergab vermittelt die hohe Front, kombiniert mit dem komfortablen Reach, Sicherheit und ein berechenbares Handling ohne Nervosität.

Lesen Sie auch: Ratgeber: Canyon Neuron CF gebraucht

Fahreigenschaften

Das Canyon Neuron ist ein Meister der Balance. Das gutmütige Fahrgefühl wird vor allem fortgeschrittene Anfänger erfreuen, denn es bleibt auch dann ausgewogen, wenn man es nicht super aktiv fährt. Aktivere Fahrer empfanden die Hinterbau-Kinematik als zu linear und brachten den FOX DPS Performance-Dämpfer zu leicht an seine Grenzen. Das Ganze besserte sich jedoch nach dem Hinzufügen eines mittleren Volumen-Spacers.

Uphill-Performance

Auf Anstiegen hätte man sich beim Canyon Neuron einen etwas steileren Sitzwinkel gewünscht. Seine effiziente Kinematik und das kleine Kettenblatt lassen einen aber auch die steilsten Hügel ohne Stress erklimmen.

Downhill-Performance

Bergab überzeugt das Neuron mit Laufruhe und vermittelt dem Fahrer viel Sicherheit. Das schafft Vertrauen ins Material und in die eigenen Fahrkünste. Mit schwereren Reifen könnte man dem Irrglauben erliegen, man säße auf einem Enduro-Bike.

Tuning-Tipps

  • Der Hinterbau des Canyon Neuron ist speziell für aktive Fahrer zu linear und weich. Das Hinzufügen eines mittleren Volumen-Spacers kann hier Abhilfe schaffen.
  • Die SRAM Guide T-Bremsen sind deutlich zu schwach und zwingen einen zur Zurückhaltung auf anspruchsvollen Trails. Ein Upgrade auf stärkere Bremsen ist empfehlenswert.
  • Schaumstoffhülsen im Inneren oder Kabelbinder an den Leitungs-Eingängen würden die Geräuschkulisse deutlich reduzieren.

Canyon Neuron:ON Modelle

Canyon bietet auch E-Mountainbike-Varianten des Neurons an, die als Neuron:ON bekannt sind. Diese Modelle kombinieren die Vielseitigkeit des Neurons mit der zusätzlichen Power eines Elektromotors.

Canyon Neuron:ON AL

Das Canyon Neuron:ON AL ist eine neue Aluminium-Variante, die auf den Bosch Performance Line CX Gen5-Antrieb mit 85 Nm Drehmoment setzt. Es verfügt über einen entnehmbaren Akku, GPS-Tracking und Diebstahlschutz. Das Fahrwerk besteht aus einer RockShox Lyrik Base-Federgabel und einem RockShox Deluxe Select-Dämpfer.

Lesen Sie auch: Detaillierter Gewichtstest: Canyon Neuron CF 9

Canyon Neuron:ON CLLCTV

Das Canyon Neuron:ON CLLCTV ist eine spezielle Version des Neuron:ON, die sich an Fahrer richtet, die mehr Federweg und eine aggressivere Fahrweise bevorzugen. Es verfügt über 160 mm Federweg an der Front, einen überarbeiteten Rocker-Link und einen Bosch Performance Line CX-Motor mit bis zu 100 Nm Drehmoment.

Vergleich mit anderen Trailbikes

Im Vergleich zu anderen Trailbikes wie dem ROSE Root Miller 1 und dem Vitus Mythique bietet das Canyon Neuron ein ausgewogenes Gesamtpaket. Das ROSE Root Miller 1 muss Abstriche in der Ausstattung machen, während das Vitus Mythique eine stärker abfahrtsorientierte Ausrichtung hat. Das Canyon Neuron bietet eine gute Balance zwischen Uphill- und Downhill-Performance und ist somit ein vielseitiger Allrounder.

Lesen Sie auch: Alles über Canyon Neuron Ersatzteile

tags: #canyon #neuron #sprunge