Cayennepfeffer bei Multipler Sklerose: Linderung von Schmerzen und Entzündungen

Einleitung

Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Entzündungsprozesse die schützenden Nervenhüllen im Gehirn und Rückenmark schädigen. Die Krankheit kann mit verschiedenen Symptomen einhergehen, darunter Schmerzen, Muskelverspannungen und neuropathische Schmerzen. In der Behandlung von MS spielen neben konventionellen Therapien auch alternative und komplementäre Ansätze eine Rolle. Pflanzliche Präparate, darunter auch Cayennepfeffer, werden seit Jahrhunderten zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Vorteile von Cayennepfeffer bei MS, insbesondere aufgrund seines Inhaltsstoffs Capsaicin, und gibt Hinweise zur sicheren Anwendung.

Was ist Cayennepfeffer und wie wirkt er?

Cayennepfeffer wird aus den getrockneten Früchten der Capsicum-Pflanzen gewonnen. Sein Hauptwirkstoff ist Capsaicin, eine scharfe Substanz, die für die charakteristische Schärfe verantwortlich ist. Capsaicin reizt die Rezeptoren der Nerven, die Hitze und Schmerz erkennen, und löst so ein brennendes Gefühl aus. Dieser Reiz führt zur Freisetzung von Neurotransmittern, die die lokalen Blutgefäße erweitern und die Durchblutung fördern.

Capsaicin und seine Wirkung auf den Körper

  • Schmerzlinderung: Capsaicin wirkt als Externa schnell schmerzlindernd. Nach dem Auftragen verursacht es zunächst ein Schmerz- und Wärmegefühl, wodurch die Transporthemmung einer schmerzvermittelnden Substanz erzeugt wird. Studien belegen, dass Capsaicin-Anwendungen bei leichten bis mittelgradigen Arthroseschmerzen, vor allem an Knie und Hand, erfolgreich sind. Der schmerzlindernde Effekt wurde nach längerer Anwendung (20 Wochen) deutlicher.
  • Entzündungshemmung: Capsaicin kann Entzündungsprozesse im Körper beeinflussen. Es wirkt antioxidativ und kann den Körper vor aggressiven Sauerstoffverbindungen schützen, die Entzündungen anfeuern.
  • Durchblutungsförderung: Capsaicin fördert die Durchblutung der Haut und wärmt sie. Dadurch werden Stoffwechselprozesse angestoßen, und verspannte Muskeln werden besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Die Folge: Der Muskel lockert sich, und Schmerzen nehmen ab.
  • Endorphin-Ausschüttung: Die schmerzhafte Reizung durch Capsaicin führt zur Ausschüttung von Endorphinen, auch bekannt als "Glückshormone". Diese senken die Schmerzempfindlichkeit.
  • Verdauungsförderung: Capsaicin sorgt für erhöhten Speichelfluss und Magensaft, wodurch das Verdauungssystem besser vor schlechten Bakterien geschützt wird und die Darmflora profitiert.

Cayennepfeffer bei Multipler Sklerose: Mögliche Anwendungsbereiche

Studien belegen, dass Capsaicin bei neuropathischen Nervenschmerzen helfen kann. Diese Beschwerden treten zum Beispiel in Folge einer Gürtelrose, Multipler Sklerose, Diabetes oder im Rahmen einer Chemotherapie auf.

Hochdosierte Capsaicin-Pflaster

Bei der Behandlung von neuropathischen Schmerzen werden häufig verschreibungspflichtige, hochdosierte Capsaicin-Pflaster angewandt. Diese Pflaster enthalten 40 Mal mehr Capsaicin als freiverkäufliche Capsaicin-Pflaster. Durch die hohe Dosis sterben kleine Nervenfasern in der Haut ab und bilden sich erst nach einer gewissen Zeit neu.

  • Anwendung: Im Gegensatz zu freiverkäuflichen Pflastern dürfen diese speziellen Pflaster mit Capsaicin nur für einen kurzen Zeitraum auf die Haut geklebt werden, und zwischen den einzelnen Anwendungen müssen größere Zeiträume, mindestens 90 Tage, liegen. Die Capsaicin-Pflaster werden zudem von Arzt oder Ärztin oder unter ärztlicher Aufsicht angewendet.
  • Qutenza®: Mit Qutenza® steht ein verschreibungspflichtiges Pflaster mit hoher Konzentration an Capsaicin zur Verfügung. Es wird zur lokalen Behandlung von neuropathischen Schmerzen bei Erwachsenen eingesetzt.

Wärmepflaster mit Capsaicin

In der Apotheke sind auch Wärmepflaster mit Capsaicin erhältlich. Diese weisen einen deutlich niedrigeren Wirkstoffgehalt als Qutenza® auf und sind deshalb in der Selbstmedikation ohne Rezept erhältlich. Sie werden zur Linderung von Muskelschmerzen angewendet. Dabei regt das Capsaicin die Durchblutung an und sorgt damit für eine Entspannung der Muskulatur. Solche Wärmepflaster können bis zu zwölf Stunden auf der Haut verbleiben. Eine erneute Anwendung ist bereits nach einer Wartezeit von zwölf Stunden möglich.

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Weitere Anwendungsformen

Neben Pflastern kann Cayennepfeffer auch in anderen Formen zur Anwendung kommen:

  • Cremes und Salben: Capsaicin-haltige Cremes und Salben können zur lokalen Schmerzlinderung bei Muskel- und Gelenkbeschwerden eingesetzt werden.
  • Gewürzkapseln: Gewürzkapseln, die neben Cayennepfeffer auch andere Gewürze wie Kreuzkümmel, Muskat, Kurkuma und Piperin enthalten, können versuchsweise über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Wichtige Hinweise zur Anwendung von Cayennepfeffer

Bei der Anwendung von Cayennepfeffer sind einige wichtige Punkte zu beachten:

  • Vorsicht bei der ersten Anwendung: Da Capsaicin Irritationen wie Rötungen, Pusteln, Juckreiz oder sogar Verbrennungen verursachen kann, sollte man bei der ersten Anwendung vorsichtig sein und sich langsam an die richtige Menge herantasten.
  • Kontakt mit Schleimhäuten vermeiden: Der Kontakt mit Schleimhäuten wie Auge, Nase etc. ist unbedingt zu vermeiden.
  • Handschuhe tragen: Bei der Verarbeitung von Chilischoten in der Küche empfiehlt sich das Tragen von Handschuhen, da Capsaicin nicht durch Händewaschen von den Fingern entfernt wird.
  • Anwendung von Capsaicin-Pflastern: Vor der Anwendung von Capsaicin-Pflastern muss die Haut unverletzt und trocken sein. Vorhandene Haare müssen abgeschnitten werden. Das Pflaster darf nicht in die Nähe von Augen oder Schleimhäuten gelangen. Bei der Anwendung kann Capsaicin in die Luft gelangen und zu Husten und Niesen führen, daher wird das Tragen eines Mundschutzes sowie einer Schutzbrille empfohlen. Das Pflaster selbst darf nur mit Nitrilhandschuhen angefasst werden.
  • Nebenwirkungen: Während der Anwendung von Qutenza® kann es häufig zu lokalen Nebenwirkungen wie Schmerzen und Brennen an der Applikationsstelle kommen. Auch können Rötungen an der betroffenen Hautstelle verbunden mit Juckreiz auftreten. Daher sollte während der Behandlung der Blutdruck überwacht werden.

Ergänzende und alternative Behandlungsmethoden bei MS

Neben Cayennepfeffer gibt es noch weitere pflanzliche Präparate und alternative Behandlungsmethoden, die bei MS eingesetzt werden können:

  • Medizinischer Weihrauch: Medizinischer Weihrauch ist segensreich bei chronischen Entzündungsprozessen und wurde für Arthrose, entzündliche Darmerkrankungen und Multiple Sklerose untersucht.
  • Giersch: Giersch ist ein Wildgemüse mit einem sehr hohen Anteil an Vitamin C, Provitamin A, Vitamin A und Mineralien wie Calcium, Kalium und Magnesium, wodurch es entzündungshemmend, ausschwemmend und entsäuernd wirkt. Es kann als Gemüse, Saft, Pulver, Smoothie, Tee, Umschlag oder Badezusatz verwendet werden.
  • Ayurveda: Ayurveda ist ein ganzheitliches Lebenssystem, das die angeborene Konstitution (Prakriti) berücksichtigt und auf die Harmonisierung der drei Körperenergien (Doshas) abzielt. Bei MS gilt im Ayurveda als eine Störung des Vata- (Nervosität, Unruhe) und Pitta-Doshas (Entzündungen, Perfektionismus).
  • Coimbraprotokoll: Das Coimbraprotokoll ist eine alternative Behandlungsmethode, die auf der Einnahme hoher Dosen von Vitamin D3 basiert. Es wird davon ausgegangen, dass ein Mangel an Vitamin D3 und emotionale Belastungen die Entstehung von Autoimmunerkrankungen begünstigen können.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit dieser alternativen Behandlungsmethoden bei MS nicht ausreichend belegt ist und sie daher nur in Absprache mit einem Arzt oder Therapeuten angewendet werden sollten.

Gesunde Neujahrsvorsätze für Menschen mit MS

Das neue Jahr bietet eine gute Gelegenheit, neue Vorsätze zu fassen und das eigene Leben in eine gemeinsame Richtung zu lenken. Dabei ist es oft nicht die Größe der Veränderung, die entscheidend ist, sondern die Kunst und Weise, wie wir unsere Ziele setzen und umsetzen. Die richtige Einstellung, gepaart mit kleinen, positiven Schritten, kann wahre Wunder bewirken.

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  • Setzen Sie erreichbare und positive Ziele: Ziele, die sich mit Ihren Interessen und Wünschen decken, lassen sich deutlich leichter erreichen. Statt sich übermäßig hohe Ziele zu setzen, beginnen Sie mit kleinen, konkreten Schritten, die zu einer langfristigen Veränderung führen.
  • Bewegung mit Begeisterung in den Alltag integrieren: Finden Sie heraus, welche Aktivität Ihnen Freude bereitet - sei es ein entspannter Spaziergang in der Natur, Tanzen oder leichtes Yoga. Wenn Sie Begeisterung für eine Bewegung finden, fällt es viel leichter, regelmäßig aktiv zu bleiben.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung - Feiern Sie gesunde Entscheidungen: Konzentrieren Sie sich auf die positiven Aspekte einer ausgewogenen Ernährung. Genießen Sie die Vielfalt an frischen, nährstoffreichen Lebensmitteln und experimentieren Sie mit neuen Rezepten.
  • Stressbewältigung durch Achtsamkeit - Hören Sie auf sich selbst: Indem Sie regelmäßig Zeit für sich selbst einplanen - sei es für Meditation, tiefes Atmen oder einfach nur für eine kurze Auszeit - schenken Sie sich die Aufmerksamkeit, die Sie verdienen.
  • Schlaf und Erholung - Priorisieren Sie Ihre Regeneration: Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend Schlaf bekommen und eine regelmäßige Schlafroutine entwickeln.
  • Regelmäßige Gesundheitschecks - Sehen Sie die Vorsorge als Chance: Vereinbaren Sie jährlich einen Check-up beim Arzt, um Ihre Werte überprüfen zu lassen und potenzielle Probleme rechtzeitig zu erkennen.
  • Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte - Wertschätzen Sie Ihre Beziehungen: Nehmen Sie sich bewusst Zeit für Ihre Familie, Freunde und andere wichtige Menschen in Ihrem Leben.

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