Ceruloplasmin und Hirntumore: Ein komplexer Zusammenhang

Die Frage, ob und wie Ceruloplasmin Hirntumore beeinflusst, ist komplex und vielschichtig. Es gibt keine einfachen Antworten, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die berücksichtigt werden müssen.

Einführung

Ceruloplasmin ist ein wichtiges Enzym im menschlichen Körper, das hauptsächlich in der Leber produziert wird. Es spielt eine Schlüsselrolle im Kupferstoffwechsel und dient als Transportprotein für Kupfer im Blut. Darüber hinaus besitzt Ceruloplasmin antioxidative Eigenschaften und ist an der Regulation des Eisenstoffwechsels beteiligt. Erhöhte Ceruloplasmin-Werte können in verschiedenen Situationen auftreten, wie beispielsweise bei Entzündungen, Infektionen, Schwangerschaften oder der Einnahme von Östrogenen. Auch bei bestimmten Krebsarten wurden erhöhte Ceruloplasmin-Spiegel beobachtet. Um die Kupfer-Serumkonzentrationen zu bewerten, ziehen Ärzte auch andere Parameter wie das Coeruloplasmin im Serum und mögliche Krankheitssymptome mit ein.

Erhöhtes Ceruloplasmin und Krebsrisiko: Familiäre Vorbelastung

Es gibt Hinweise darauf, dass genetische Faktoren und Stoffwechselstörungen, die mit erhöhten Ceruloplasmin-Werten einhergehen, das Krebsrisiko beeinflussen können.

Genetische Prädisposition und Kupferspeicherkrankheit

Die Kupferspeicherkrankheit (Morbus Wilson) ist eine erbliche Stoffwechselstörung, bei der Kupfer nicht ausreichend über die Galle ausgeschieden wird und sich in verschiedenen Organen, insbesondere in der Leber und im Gehirn, anreichert. Dies kann zu Leber- und Gehirnschäden führen.

Es gibt Beobachtungen, dass in Familien, in denen die Kupferspeicherkrankheit vorkommt, auch eine erhöhte Krebsrate auftreten kann. Dies könnte darauf hindeuten, dass eine genetische Prädisposition für Kupferstoffwechselstörungen das Krebsrisiko beeinflusst. Die Eltern sind beide Genträger für die Krankheit, denn sonst hätte ich die Krankheit nicht, hatten beide schon Krebs: Mein Vater 3 Mal, meine Mutter ein Mal. Der Bruder meiner Mutter hatte sogar Gallengangskrebs (die Kupferspeicherkrankheit ist eine Störung in den Gallengängen, d. h. dort sitzt das meiste Kupfer). Der Vater meiner Mutter hatte Magenkrebs (vielleicht auch noch anderen, er starb in den 60´er Jahren), die Mutter meiner Mutter hatte Brustkrebs.

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Ceruloplasmin und Angiogenese bei Tumoren

Tumore benötigen für ihr Wachstum und ihre Ausbreitung die Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese). Kupfer spielt dabei eine wichtige Rolle, da viele Enzyme, die an der Angiogenese beteiligt sind, Kupfer als Kofaktor benötigen.

Es wird vermutet, dass erhöhte Ceruloplasmin-Spiegel die Angiogenese in Tumoren fördern und somit deren Wachstum und Metastasierung begünstigen könnten. Weltweit wird darum intensiv nach Substanzen gesucht, um die Blutzufuhr des Tumors zu drosseln, denn dann stürben die Krebszellen wegen mangelnder Ernährung im gleichen Takt ab, in dem sie gebildet werden. Dann wäre Stillstand erreicht. Die Gefäßneubildung ist aber ein sehr kunstvolles System, das durch fördernde und hemmende Faktoren reguliert wird. Ursprungstumor und Tochtergeschwülste verfügen außerdem über verschiedene Mechanismen, das Gefäßsystem anzuzapfen, so dass es sehr unwahrscheinlich ist, durch einen einzigen Hemmstoff das Ziel zu erreichen. Es gibt aber einen anderen Ansatz: Viele Enzyme, die zur Gefäßneubildung benötigt werden, brauchen Kupfer als Ko-Faktor und zwar in einer Konzentration, die weit über der der anderen lebenswichtigen Vorgänge liegt, wie die Bildung roter und weißer Blutkörperchen.

Tetrathiomolybdat (TM) als Therapieansatz

Ein vielversprechender Therapieansatz bei Krebs ist die Verwendung von Kupferchelatoren wie Ammoniumtetrathiomolybdat (TM). TM bindet Kupfer und hemmt somit die Angiogenese in Tumoren. Durch die Erforschung einer gut bekannten Kupferspeicherkrankheit, Morbus Wilson, steht das gesuchte Heilmittel zur Verfügung: Ammoniumtetrathiomolybdat (TM) heißt der Chelat-Bildner, der ausschließlich Kupfer bindet und offenbar keine anderen nennenswerten Nebenwirkungen aufweist als die erwähnte Hemmung der Blutbildung, v.a. der Granulozyten. Es dauert 1 bis 3 Monate, bis die therapeutische Konzentration erreicht ist. 4 - 6 Monate nach Therapiebeginn ließ sich bei 5 von 6 Patienten, die dieses Ziel erreichten, das Krebswachstum zum Stillstand bringen.

Erhöhte Tumormarker und weitere Adenome/Neoplasien

Erhöhte Tumormarker können auf das Vorhandensein von Krebs hindeuten, müssen aber nicht zwangsläufig ein Zeichen für einen Hirntumor sein. Sie können auch bei anderen Krebsarten oder gutartigen Erkrankungen erhöht sein.

Bedeutung von Tumormarkern in der Krebsfrüherkennung

Tumormarker sind Substanzen, die von Tumorzellen produziert werden und im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten nachweisbar sind. Sie können als Frühmarker für bestimmte Krebsarten dienen und bei der Diagnose und Verlaufskontrolle von Krebserkrankungen hilfreich sein. Ich las gerade gestern, dass gerade der bei mir erhöhte CA 72-4 bei einer Eierstockskrebsart als Frühmarker gelten würde. Wenn man Tumormarker aus Kostengründen nicht mehr bestimmen lassen dürfte, frage ich mich, wozu der ganze medizinische Fortschritt noch dienen soll? Ich weiß, dass es Ärzte gibt, die keine Tumormarker bestimmen. Aber diese Ärzte sind auch bei anderen Untersuchungen geizig. Sie schonen lieber ihr Budget, als dass sie einem Patienten helfen würden, das ist dieser sog.

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Weitere Adenome/Neoplasien im Körper

Das Auftreten von Adenomen (gutartigen Tumoren) oder Neoplasien (Neubildungen von Gewebe) an verschiedenen Stellen im Körper kann ein Hinweis auf eine generelle Veranlagung für Tumorerkrankungen sein. Außerdem habe ich "pleomorphe Adenome" in der Ohrspeicheldrüse, die evtl. Außerdem habe ich an verschiedenen Stellen im Körper Adenome/Neoplasien etc. wie Hypophysenadenom, wie Gallenblasenpolyp, wie vergrößerte linke Nebenniere, kalte Knoten in der Schilddrüse.

Bedeutung von Früherkennung und Vorsorge

Eine sinnvolle Früherkennung und Vorsorge sind entscheidend, um Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Dies kann die Heilungschancen deutlich verbessern. Wenn man sinnvolle Früherkennung betreiben will, dann muss man leider CT´s und oder PET-Untersuchungen machen. Die sind aber aufgrund der Strahlenbelastung krebsfördernd (mehr als bisher angenommen, liest man oft) und sie kosten auch Geld. Aber alle diese Maßnahmen kosten auch viel Geld im Vergleich zu den Tumormarkerbestimmungen. Ich denke, dass die Sparmaßnahmen der Gesundheitspolitik am falschen Ende ansetzen und ich denke, dass man mehr Geld einplanen muss für eine gute Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung. Was wäre dabei, wenn die Krankenkassenbeiträge für jeden Menschen 50 Euro im Monat höher wären? Wieviel Geld gibt man für unnütze Dinge aus? Es ist ja so, dass das Labor, wenn es mehrere Tumormarker auf einmal bestimmt, nur max. 81 Euro berechnen darf, also die Kosten für solche Tumormarkerbestimmungen nicht teuer sind (zumindest gehören die beiden bei mir erhöhten Tumormarker zu diesen Werten, die nach GOÄ 3613 mit max.

Nicht-invasive Diagnostik und Laborbestimmungen

Bei Verdacht auf eine Krebserkrankung sollten zunächst nicht-invasive diagnostische Maßnahmen wie Laborbestimmungen (z. B. Tumormarker) und bildgebende Verfahren (z. B. CT, MRT) durchgeführt werden, um das Problem einzugrenzen. Du würdest also, wenn Du einen vergrößerten Lymphknoten hast, erst mal warten, ob er nicht von allein wieder verschwindet? Ich könnte da nicht tatenlos zuwarten und rausschneiden ließe ich mir erst etwas, wenn alle anderen nicht invasiven Mittel zur Diagnostik ausgeschöpft sind, d. h. Erst mal mit Laborbestimmungen (z. B. Tumormarker) das Problem eingrenzen. Dann bildgebende Verfahren, z. B. Suche nach evtl. weiteren vergrößerten Lymphknoten im Körper anstreben und wenn man nach alledem ahnen kann, was einem erwartet, dann würde ich an mir herumschnippeln lassen.

Abwägung von Nutzen und Risiken invasiver Eingriffe

Invasive Eingriffe wie Biopsien oder Operationen sollten erst dann in Betracht gezogen werden, wenn alle anderen diagnostischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und ein konkreter Verdacht auf Krebs besteht. Gerade letztes Jahr, als meine Mutter Hautkrebs hatte, da wollte doch ein Hautarzt eine Probe aus der Krebsstelle nehmen. Wenn ich nicht dabei gewesen wäre, dann wäre dies auch passiert. Meine Hausärztin wollte den Lymphknoten bei mir nicht entfernen lassen, sondern ihn aufschneiden lassen, weil sie eine Entzündung vermutet.

Kupfer und Alzheimer-Demenz: Ein möglicher Zusammenhang

Es gibt Hinweise darauf, dass Kupfer auch bei der Entstehung und dem Verlauf der Alzheimer-Demenz eine Rolle spielen könnte. Studien haben gezeigt, dass Patienten mit Alzheimer-Demenz niedrigere Kupferkonzentrationen im Plasma und Liquor aufweisen können.

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Amyloid-Ablagerungen und Kupfer

Bei der Alzheimer-Demenz kommt es zu Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques) im Gehirn, die Nervenzellen zerstören und die Hirnfunktion beeinträchtigen. Es wird vermutet, dass Kupfer an der Bildung und Aggregation dieser Amyloid-Plaques beteiligt sein könnte. Bei der Alzheimer-Demenz kommt es zu Eiweißablagerungen, sogenannte Amyloidablagerungen im Gehirn, die Nervenzellen zerstören und dann auch die Hirnfunktion beeinträchtigen. Dieses Amyloid kann man bisher nur im Gehirn nachweisen, es gibt noch keinen Bluttest.

Kupfer und kognitive Funktionen

Einige Studien deuten darauf hin, dass ein niedriger Kupferspiegel im Plasma mit einem stärkeren kognitiven Abbau bei Alzheimer-Patienten einhergehen könnte. Dies könnte darauf hindeuten, dass Kupfer eine wichtige Rolle für die kognitiven Funktionen spielt. Pajonk FG, Kessler H, Supprian T, Falkai P, Multhaup G, Bayer TA. Cognitive decline correlates with low plasma concentrations of copper in patients with mild to moderate Alzheimer’s disease.

Alzheimer-Demenz: Diagnose und Therapie

Die Diagnose der Alzheimer-Demenz wird in der Regel anhand einer sorgfältigen Anamnese, neuropsychologischer Tests und bildgebender Verfahren gestellt. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und die Symptome zu lindern. Zur Feststellung einer Demenzerkrankung ist es erforderlich, dass man eine sorgfältige Anamnese von dem Betroffenen selbst erhebt. Eine Eigenschilderung seiner Beschwerden und dazu dann eine Fremdanamnese, das heißt eine Einschätzung durch nahe Angehörige, die den Betroffenen selbst gut kennen und kleine Veränderungen im Verhalten gut beschreiben können. Danach wird eine neuropsychologische Untersuchung durchgeführt, eine sogenannte Testuntersuchung, bei der Gedächtnisfunktionen, aber auch andere Hirnfunktionen untersucht werden. Man sollte dann in jedem Fall eine Schichtaufnahme des Gehirns, also eine Computertomografie oder eine Kernspintomografie durchführen, um eine Erkrankung im Gehirn, zum Beispiel einen Tumor oder Durchblutungsstörungen auszuschließen.

Es gibt Medikamente, die den Krankheitsverlauf verlangsamen und die Demenz-assoziierten Verhaltensstörungen abmildern können. Auch eine positive Beeinflussung des Interesses an Alltagsaktivitäten ist möglich. Ja, man kann Medikamente geben die den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen, die das Voranschreiten etwas verlangsamen und die vor allem die Demenz-assoziierten Verhaltensstörungen abmildern können. Auch kann es zu einer positiven Beeinflussung des Interesses an Alltagsaktivitäten kommen, das heißt die Behandlung mit sogenannten Acetylcholinesterase-Hemmern oder Memantine ist eine wirksame Therapie der Alzheimer Demenz.

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