Charakteristischer Hautausschlag bei Meningokokken-Meningitis: Symptome, Diagnose und Prävention

Meningokokken sind Bakterien, die schwere Krankheiten wie Meningitis (Hirnhautentzündung) und Sepsis (Blutvergiftung) verursachen können. Beide Erkrankungen können lebensbedrohlich sein und erfordern eine sofortige medizinische Behandlung. Ein charakteristischer Hautausschlag ist ein wichtiges, aber nicht immer frühes Symptom einer Meningokokken-Infektion, insbesondere bei Sepsis.

Was sind Meningokokken?

Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind Bakterien, die sich im Nasen-Rachen-Raum von Menschen ansiedeln können. Bis zu zehn Prozent der Bevölkerung tragen diese Bakterien, ohne dass sie Beschwerden verursachen. Es gibt verschiedene Serogruppen von Meningokokken, von denen einige häufiger zu schweren Erkrankungen führen als andere. In Deutschland sind die Serogruppen B, C, W und Y am häufigsten für invasive Meningokokken-Erkrankungen verantwortlich.

Wie erfolgt die Übertragung?

Die Übertragung von Meningokokken erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion, beispielsweise beim Husten, Niesen oder Küssen. Da Meningokokken außerhalb des Körpers nur kurze Zeit überleben, ist in der Regel ein enger Kontakt für eine Ansteckung erforderlich.

Krankheitsverlauf und Symptome

Inkubationszeit und Vorläuferstadium

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwei bis zehn Tage, kann aber auch zwischen 24 Stunden und 10 Tagen liegen. Im Anfangsstadium vermehren sich die Erreger meist unbemerkt in den Lymphknoten im Nasen-Rachen-Raum. Erste unspezifische Symptome wie Leistungsabfall, Müdigkeit, Fieber und Kopfschmerzen können auftreten (Vorläuferstadium).

Meningitis

Bei einer bakteriellen Meningitis können unspezifische, grippeähnliche Symptome auftreten. Wichtige Krankheitsanzeichen einer Meningitis sind:

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  • Fieber
  • Nackensteifigkeit (Meningismus)
  • Sehr starke Kopfschmerzen
  • Lichtscheue (Photophobie)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verwirrtheit
  • Krampfanfälle

Es ist wichtig zu beachten, dass sich die Symptome bei Babys und Kleinkindern von denen bei Jugendlichen und Erwachsenen unterscheiden können. Bei Babys können Fieber, Appetitlosigkeit, Durchfall, Erbrechen, ein hochtoniges Schreien und eine vorgewölbte Fontanelle auftreten. Die Nackensteifigkeit ist bei Babys oft schwer festzustellen.

Sepsis (Blutvergiftung)

Eine Sepsis entsteht, wenn sich die Meningokokken im Blut stark vermehren. Kennzeichen einer Blutvergiftung sind:

  • Purpurfarbener Hautausschlag (Petechien)
  • Gliederschmerzen
  • Kalte Hände und Füße
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Herzrasen, schneller Puls
  • Beschleunigte Atmung, Kurzatmigkeit
  • Zunehmende Bewusstseinsstörung

Der charakteristische Hautausschlag

Ein typisches Anzeichen für eine Meningokokken-Sepsis ist ein charakteristischer Hautausschlag, der durch Einblutungen in die Haut entsteht (Petechien). Dieser Ausschlag beginnt oft mit kleinen, stecknadelkopfgroßen roten oder violetten Flecken, die sich im Verlauf zu größeren, bläulichen Flecken (Purpura) ausweiten können. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Hautausschlägen ist, dass die Petechien bei Druck (z.B. mit einem Glas) nicht verblassen ("Glastest"). Der Ausschlag kann überall am Körper auftreten, besonders häufig an Haut und Gliedmaßen.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung ist eine sofortige ärztliche Untersuchung unerlässlich. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch:

  • Körperliche Untersuchung
  • Blutuntersuchung
  • Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit (Lumbalpunktion)
  • PCR-Test zum Nachweis von Meningokokken im Liquor
  • Anzüchten der Bakterien aus Blut oder Nervenwasser zur Bestimmung des Erregertyps und der Antibiotikaempfindlichkeit

Therapie

Meningokokken-Erkrankungen sind medizinische Notfälle, die sofort mit Antibiotika behandelt werden müssen. Die Behandlung erfolgt in der Regel intravenös mit hochdosierten Antibiotika wie Penicillin oder Cephalosporinen. Zusätzlich können intensivmedizinische Maßnahmen zur Stabilisierung des Kreislaufs und der Organfunktionen erforderlich sein. Enge Kontaktpersonen des Erkrankten erhalten vorsorglich Antibiotika (Chemoprophylaxe).

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Prävention

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Meningokokken-Erkrankungen ist die Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt folgende Impfungen:

  • Säuglinge ab dem Alter von zwei Monaten: Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe B (MenB)
  • Kinder zu Beginn des 2. Lebensjahres: Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C (MenC)
  • Jugendliche (12-14 Jahre): Kombi-Impfung gegen die Serogruppen A, C, W und Y (ACWY)
  • Erwachsene mit erhöhtem Risiko: Impfung mit Meningokokken-ACWY-Impfstoff sowie Meningokokken-B-Impfstoff

Zusätzlich zu den Impfungen sind allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen wichtig, um das Ansteckungsrisiko zu verringern.

Mögliche Komplikationen und Folgen

Trotz rechtzeitiger Behandlung können Meningokokken-Erkrankungen zu schweren Komplikationen und Langzeitfolgen führen, insbesondere bei einer Sepsis. Dazu gehören:

  • Gewebezerfall (Nekrose) mit möglicher Amputation von Gliedmaßen
  • Schäden an inneren Organen
  • Hirnschäden mit neurologischen Ausfällen wie Hörverlust, Lernschwierigkeiten, Krampfanfälle oder Lähmungen
  • Psychische Probleme

Die Sterblichkeitsrate bei einer Meningokokken-Meningitis liegt bei etwa 1%, bei einer Sepsis bei etwa 13% und bei einem septischen Schock sogar bei etwa 33%.

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