Ein Hautausschlag (Exanthem) ist eine Reaktion der Haut auf innere oder äußere Einflüsse. Diese Reaktion kann sich in Juckreiz, Bläschen, Nässen oder Rötungen äußern. Der medizinische Begriff Effloreszenz meint dabei grundsätzlich „Hautveränderung“. Hautausschläge können verschiedene Ursachen haben, von denen einige mit Nerven in Verbindung stehen können. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze von Hautausschlägen am Rücken, wobei auch der Einfluss von Nerven und Stress berücksichtigt wird.
Was ist ein Hautausschlag?
Die menschliche Haut besteht aus rund zwei Milliarden Hautzellen, die den Körper vor Krankheitserregern und Sonneneinstrahlung, aber auch vor Überhitzung, übermäßigem Wärmeverlust und Austrocknung schützen. Die Haut ist außerdem das größte Organ des Körpers: Bei einem erwachsenen Menschen umhüllt sie eine Fläche von ungefähr zwei Quadratmetern und wiegt insgesamt stolze zehn Kilo. Auf äußere und innere Einflüsse reagiert die Haut meist sofort und deutlich sichtbar - bei Nervosität oder Scham mit Erröten, bei Übelkeit mit Blässe, bei Stress oft mit Pickelchen oder manchmal auch mit einem Hautausschlag, der sich auf kleinere oder größere Hautbereiche ausdehnen kann. Der medizinische Begriff Effloreszenz bedeutet „Hautveränderung“. Die Hautveränderungen können im Prinzip den ganzen Körper betreffen, aber auch auf einzelne Bereiche beschränkt sein, dann sprechen Experten auch von einem Exanthem. Manche Menschen haben einen Hautausschlag im Gesicht, andere an Fingern, Händen, Knien, Beinen, Füßen, Zehen, Ellenbogen, Unterarmen, Bauch oder Rücken. Auch die Schleimhaut in Mund und Rachen oder die Haut an den Genitalorganen können betroffen sein. Der Hautausschlag kann beispielsweise aus farbigen Flecken, flüssigkeitsgefüllten Bläschen, Pusteln, Quaddeln oder Knötchen bestehen. Anhand der Optik des Hautausschlags können Hautärzte oft schon auf die Ursache schließen. Juckreiz ist ein sehr häufiges Begleitsymtom bei Hautausschlag. Ausschlag kann aber auch brennen oder Schmerzen oder ein Wärmegefühl verursachen.
Ursachen für Hautausschlag am Rücken
Ein Hautausschlag am Rücken kann vielfältige Ursachen haben. Die häufigsten Ursachen sind Infektionen durch Viren und Bakterien, gefolgt von Medikamentennebenwirkungen, Allergien und Hautkrankheiten. Gleichwohl kann ein Hautausschlag auch als Nebenwirkung von Medikamenten oder aufgrund von Stress auftreten. Lässt sich keine direkte Ursache für den Hautausschlag finden, sprechen Mediziner von einem „idiopatischen“ Exanthem. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
Hauterkrankungen
Das Wort „Ekzem“ ist per se erst einmal nur ein Sammelbegriff für viele entzündliche Hauterkrankungen, die in der Regel nicht ansteckend sind. "Viele Menschen entwickeln zum Beispiel in der Pubertät eine Akne, eine hormonbedingte Hautkrankheit", weiß Prof. Dr. Alexander Kreuter. Typisch für die Akne sind die weiße oder schwarze Knötchen, sogenannte Mitesser (Komedonen), wobei hier in geschlossene und offene Komedonen unterteilt wird. Entzünden sich die Knötchen, entsteht ein „Pickel“ mit Eiterpfropf. Die weit verbreitete Hautkrankheit Neurodermitis führt zu extrem trockener Haut und damit wiederkehrenden Hautentzündungen mit Juckreiz. Insbesondere bei Erwachsenen kann das am gesamten Körper auftreten. Häufig sind besonders das Gesicht um Augen und Mund sowie die Armbeugen und Kniekehlen betroffen. Die Haut ist dann fleckig, rötlich und verdickt. Helios St.
- Ekzeme: Ekzeme äußern sich zwar auch in Hautausschlägen, ihnen liegt aber immer eine Hautentzündung zugrunde. Konkret ist „Ekzem“ ein Sammelbegriff für entzündliche Hauterkrankungen, die nicht ansteckend sind. Grundsätzlich können äußere oder innere Faktoren ein Ekzem verursachen.
- Schuppenflechte (Psoriasis): Die Autoimmunerkrankung kann sich nahezu überall am Körper äußern, besonders häufig sind jedoch Kopf, Ellenbogen, Knie und der Rücken betroffen. Typisch sind rote, rissige Hautstellen mit weiß-silbrigen Schuppen. Ist die Schuppenflechte stark ausgeprägt, kann es zu heftigem Juckreiz kommen.
- Nesselsucht (Urtikaria): Bei einer Nesselsucht bilden sich aufgrund einer Überreaktion des Immunsystems juckende Quaddeln und Rötungen auf der Haut. Diese können an allen möglichen Körperstellen auftreten. Häufig entsteht sie am Hals, an der Hand, an den Fingern, an den Ellenbogen, am Oberschenkel, im Gesicht oder am Rücken. Wenn die Seele sich auf der Haut zeigt Hautausschlag durch Stress Die Psyche und Haut sind eng miteinander verbunden.
Allergien
Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion auf bestimmte Stoffe, die normalerweise ungefährlich sind wie bestimmte Lebensmittel, Duftstoffe oder Medikamente. Das Immunsystem Betroffener bekämpft diese an sich harmlosen Stoffe und löst damit eine Allergie aus. Rötungen und juckender Hautausschlag sind häufige Anzeichen für eine allergische Reaktion, es kann aber auch zu massiven Schwellungen des Gewebes (Angioödem) oder sogar zu anaphylaktischen Reaktionen und zum anaphylaktischen Schock kommen. Man kann zwischen der Soforttyp-Allergie und der Spättyp-Allergie unterscheiden. Bei ersterer beginnt die (Haut-)Reaktion unmittelbar, bei zweiterer bilden sich erst nach einigen Stunden scharf begrenzte juckende Rötungen und Schwellungen. Je nach Schwere und Dauer treten neben juckenden Rötungen auch nässende Stellen, Schuppen und Hautverkrustungen auf. „Vor allem Allergien gegen Duftstoffe sind in den letzten Jahren auf dem Vormarsch“, beschreibt Prof. Dr. Kreuter. „Die Symptome: raue, gerötete oder schuppende Haut und Juckreiz.“ Häufige Beispiele für allergische Hautreaktionen sind eine Nesselsucht (Nesselausschlag, Urtikaria) aus roten Erhebungen auf der Haut und eine Sonnenallergie (Polymorphe Lichtdermatose) in Form von Quaddeln, juckenden Flecken oder Bläschen. Auch ein Sonnenbrand zählt zu den Exanthemen.
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- Kontaktallergien: Sie entstehen, wenn die Haut mit dem allergieauslösenden Gegenstand oder Material in Berührung kommt. Häufig sind das Duftstoffe oder Metalle wie Nickel. Oft reichen schon geringste Mengen davon aus, um eine allergische Reaktion hervorzurufen. Die Haut juckt dann, schwillt an, nässt oder rötet sich. Der Hautausschlag (Ekzem) bildet sich meist an der Stelle, die mit dem Allergieauslöser in Berührung stand (Kontaktekzem). Vor allem Allergien gegen Duftstoffe sind auf dem Vormarsch. Die Symptome: raue, gerötete oder schuppende Haut und Juckreiz. Wirkt das Allergen länger auf die Haut ein, können Bläschen, Knötchen und schmerzhafte Einrisse entstehen.
Infektionen
Virusinfektionen lösen neben grippalen Beschwerden sehr häufig auch juckende Hautausschläge aus. Insbesondere Kinder sind häufig betroffen. So zählen zu den typischen Kinderkrankheiten Masern, Röteln und Windpocken. Auch im Zusammenhang mit COVID-19 beobachten Mediziner dermatologische Auffälligkeiten, die Perniones (sogenannte Frostbeulen) ähnlichsehen. Besonders bei jungen Corona-Patienten zeigen sich an Füßen und Fingern dunkelrote bis bläuliche, geschwollene Hautveränderungen. „In den meisten Fällen heilen die Veränderungen nach rund einer Woche selbstständig wieder ab, ohne bleibende Verfärbungen oder Narben zu hinterlassen“, beruhigt Prof. Dr. Kreuter. Darüber hinaus kann Sars-CoV-2 sehr unspezifische juckende Ausschläge mit Bläschen oder Knötchen oder Nesselsucht verursachen. Im Erwachsenenalter rufen Infektionen mit Herpes-zoster-Viren schmerzende Hautausschläge (Gürtelrose) hervor. Diese lokalisieren sich häufig am Rücken, der Brust oder im Gesicht. Mittlerweile gibt es einen sehr gut verträglichen Impfstoff gegen Herpes zoster, die aktuellen Impfraten sind aber noch sehr niedrig in Deutschland. Hautausschläge aufgrund von bakteriellen Infektionen sind in erster Linie Scharlach, die Lyme-Borreliose und die Syphilis (zweites Stadium), die wieder auf dem Vormarsch ist, auch aktuell in der Corona-Pandemie. Auch eine Borrelien-Infektion nach einem Zeckenstich weist sich oft durch eine typisch ringförmig ausbreitende Rötung aus.
- Gürtelrose (Herpes Zoster): Jeder Mensch, der schon einmal Windpocken hatte, kann später eine Gürtelrose bekommen. Beide Erkrankungen werden durch dieselben Viren verursacht, die sogenannten Varizella-Zoster-Viren. Nach einer Infektion mit Windpocken (Varizellen) bleiben diese Viren im Körper. Viele Jahre später können sie wieder aktiv werden und eine Gürtelrose (Herpes Zoster) auslösen: einen meist streifenförmigen Hautausschlag mit Bläschen, der häufig sehr schmerzhaft ist. Der Ausschlag tritt in der Regel nur auf einer Körperhälfte auf. Nach einer Windpocken-Erkrankung nisten sich die Varizella-Zoster-Viren unbemerkt in den Nervenwurzeln im Bereich des Rückenmarks oder in den Hirnnerven ein. Man trägt sie ein Leben lang im Körper, normalerweise ohne etwas davon zu spüren. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, zum Beispiel durch eine Erkrankung, starken Stress oder im Alter, können sich die Viren erneut vermehren. Sie wandern dann am betroffenen Nerv entlang in die Haut. Durch die Vermehrung der Viren in den Hautzellen entstehen eine Entzündung und der typische Hautausschlag.
- Windpocken (Varizellen): Windpocken (Varizellen) werden durch das hochgradig ansteckende Varizella-Zoster-Virus verursacht. Sie beginnen mit einem juckenden, roten Hautausschlag - meist am Rumpf und im Gesicht. Er breitet sich über den gesamten Körper aus, auch auf den behaarten Teil des Kopfs sowie Arme und Beine. Die Schleimhäute (Mund, Bindehäute, Genitalien) können ebenfalls betroffen sein. Die roten Flecken verwandeln sich in flüssigkeitsgefüllte, stark juckende Bläschen, die nach und nach verkrusten. Der Ausschlag verläuft in Schüben, sodass täglich neue rote Flecken zu den schon bestehenden Hautbläschen und Krusten dazu kommen. Es bildet sich ein sogenannter "Sternenhimmel": ein buntes Bild aus Flecken, Papeln, Bläschen und Krusten, die schließlich abfallen. An den Schleimhäuten verwandeln sich die Bläschen in kleine Aphthen (= Schädigungen).
- Borreliose: Die Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die in der Regel durch Zecken übertragen wird. Auslöser der Lyme-Borreliose sind schraubenförmige Bakterien, sogenannte Borrelien. Um die Einstichstelle kann nach einigen Tagen ein roter Fleck entstehen, der sich nach und nach vergrößert und in der Mitte meist blass gefärbt ist. Ärzte bezeichnen dies als „Wanderröte“ oder Erythema migrans.
- Weitere Infektionen: Es gibt viele weitere Infektionskrankheiten, die mit Hautausschlägen einhergehen können, wie Masern, Röteln, Ringelröteln, Hand-Fuß-Mund-Krankheit, Pfeiffersches Drüsenfieber, Hautpilz, Wundrose, Grindflechte, Krätze und Syphilis.
Stress und psychische Belastungen
„Die Haut ist der Spiegel der Seele - daran ist oft etwas Wahres dran“, weiß Prof. Dr. Alexander Kreuter. So kann das seelische Wohlbefinden auch bei Hautausschlägen eine Rolle spielen, beispielsweise können Stress und psychische Belastungen einen Hautausschlag auslösen oder verstärken. Die Psyche und Haut sind eng miteinander verbunden. Der Zusammenhang von Psyche und HautPsychische Belastungen als Auslöser für HautausschlagWichtig: Nicht jeder Hautausschlag ist stressbedingtTypische Symptome: So zeigt sich ein Hautausschlag durch StressSofortmaßnahmen bei akuten HautproblemenLangfristige Prävention bei stressbedingtem HautausschlagWann bedarf es ärztlicher Hilfe? Der Zusammenhang von Psyche und Haut Kennen Sie das? Sie müssen eine wichtige Rede halten und plötzlich macht sich kurz vor Beginn ein unangenehmer Juckreiz bemerkbar. Oder nach einer besonders stressigen Arbeitswoche entdecken Sie rote Flecken auf Ihrer Haut. Das ist kein Zufall, denn unsere Haut ist ein Spiegel unserer Emotionen - und besonders Stress kann sich in Form von Hautausschlag bemerkbar machen. Unser Körper reagiert in stressbedingten Situationen mit einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Hormone und Botenstoffe.
- Stressbedingter Juckreiz: Unser Körper reagiert auf Stress wie auf eine Gefahr. Er gibt Cortisol ab und aktiviert Entzündungsstoffe. Diese chemische Reaktion kann die Hautbarriere schwächen. Dadurch kann Stress Juckreiz auslösen.
- Stresshormone: Stresshormone versetzen unseren Körper in einen Überlebensmodus - bereit für eine Kampf- oder Fluchtreaktion. Das ist in gefährlichen Situationen überlebensnotwendig. Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol verengen die Blutgefäße, sodass die Haut schlechter versorgt wird und an Widerstandskraft verliert. Bakterien, Viren und Pilze dringen leichter durch die Hautschichten und können zu Irritationen führen. Außerdem wirken Stresshormone entzündungssteigernd und verstärken dadurch die Symptome von Hautausschlägen. Zusätzlich wird Histamin ausgeschüttet, das eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen spielt.
Neurologische Ursachen
Wenn Juckreiz ausschließlich am Rücken zu spüren ist, könnte eine neurologische Erkrankung namens Notalgia paraesthetica dahinterstecken. Dabei handelt es sich um eine chronische Störung oder Reizung des Rückenmarksnervs (Neuropathie). Die Ursache dafür ist bislang nicht abschließend geklärt. Über die Häufigkeit der Erkrankung gibt es unterschiedliche Angaben. Typisch ist, dass der Juckreiz über oder zwischen den Schulterblättern zu spüren ist. Zudem kann ein braun-grauer, verwaschener Fleck auf der Haut entstehen, der vermutlich auf häufiges Reiben aufgrund des Juckreizes zurückzuführen ist. Weitere mögliche Symptome einer Notalgia paraesthetica sind wiederkehrende Schmerzen, ein Kribbeln oder eine Überempfindlichkeit bei Berührung. Die meisten Betroffenen sind Frauen.
Trockene Haut
Manchmal ist es schlichtweg eine trockene Haut, die zu Juckreiz am Rücken führt. Ein Ausschlag ist dann in der Regel nicht zu sehen. Besonders häufig tritt Juckreiz durch trockene Haut bei Seniorinnen und Senioren im hohen Alter auf (Pruritus senilis). Dies liegt unter anderem daran, dass die Produktion der Schweiß- und Talgdrüsen im Alter abnimmt. Anhaltender Juckreiz im Alter kann jedoch viele weitere Ursachen haben und sollte daher immer ärztlich abgeklärt werden.
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