Die neurologische Versorgung im Lahn-Dill-Kreis erfährt derzeit eine deutliche Weiterentwicklung. Dies wird sowohl durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem Klinikum Wetzlar und dem Universitätsklinikum Gießen als auch durch die Neubesetzung von Chefarztpositionen in regionalen Krankenhäusern unterstrichen. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten eine heimatnahe Versorgung auf höchstem Niveau zu gewährleisten.
Kooperation zwischen Klinikum Wetzlar und Universitätsklinikum Gießen
Die Neurologie am Klinikum Wetzlar wird seit Anbeginn in enger Kooperation mit dem Universitätsklinikum Gießen betrieben. Diese Zusammenarbeit soll kontinuierlich vertieft und ausgebaut werden, um die Behandlung neurologischer Erkrankungen in der gesamten Versorgungsregion weiter zu verbessern. Ein zentrales Ziel der Kooperationsvereinbarung ist die Sicherstellung einer heimatnahen neurologischen Versorgung auf höchstem Niveau.
Schwerpunkte und Vorteile der Kooperation
Das Klinikum Wetzlar bietet eine Basisversorgung mit Schwerpunkt auf der Schlaganfallmedizin. Durch die intensivierte Zusammenarbeit beider Kliniken können Patientinnen und Patienten aus dem Lahn-Dill-Kreis sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich eine universitätsmedizinische Behandlung erhalten.
- Ambulante Versorgung: Ambulante Patienten können in Spezialsprechstunden, beispielsweise zu Parkinsonerkrankungen oder Muskelerkrankungen, nach Gießen zugewiesen werden.
- Stationäre Versorgung: Die stationäre Zuweisung schwer kranker Patienten soll sichergestellt und intensiviert werden. Dadurch steht den Betroffenen zusätzlich eine ausgezeichnete universitäre Expertise zur Verfügung.
- Fort- und Weiterbildung: Die Kooperation bietet auch Vorteile für das ärztliche Personal der Neurologie an den Lahn-Dill-Kliniken. Die Mitarbeitenden haben Zugang zu diversen Fortbildungen, Weiterbildungen und wissenschaftlichen Veranstaltungen und können am Standort Gießen Zusatzqualifikationen erwerben.
Chefarzt in Wetzlar und seine Vorteile
Mit Privat-Dozent Dr. Tobias Braun hat die Neurologische Klinik in Wetzlar seit dem 1. Juni 2023 erstmals einen eigenen Chefarzt. Vor seiner Tätigkeit in Wetzlar war Dr. Braun Oberarzt der Neurologie am Universitätsklinikum in Gießen. Diese Erfahrung ist für seine jetzige Tätigkeit von Vorteil, da ihm sowohl die Behandlungsmöglichkeiten als auch die Strukturen des Uniklinikums bestens vertraut sind. „Wir wollen die Zusammenarbeit der beiden Standorte stetig vertiefen und ausbauen, um die Behandlung auf dem gesamten Spektrum neurologischer Erkrankungen in der Versorgungsregion weiter zu verbessern", betont Dr. Braun.
Neue Leitung der Neurologie im St. Vincenz-Krankenhaus Limburg
Auch im St. Vincenz-Krankenhaus in Limburg gibt es Veränderungen in der neurologischen Abteilung. Sven Göbel ist seit Anfang des Jahres Chefarzt der Abteilung, und die duale Führungsspitze wird durch Christoph Kosok komplettiert. Diese Konstellation wird von vielen positiv aufgenommen. Geschäftsführer Guido Wernert betont: „Mit Herrn Göbel und Herrn Kosok haben wir zwei erfahrene Fachärzte gewonnen, die sich sowohl fachlich als auch menschlich hervorragend ergänzen.“ Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Stephan Felix, begründet die Entscheidung des Gremiums mit der umfassenden Expertise und den Visionen des Duos zur Weiterentwicklung der Abteilung.
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Persönliche Verbundenheit und Fachliche Schwerpunkte
Die beiden Fachärzte für Neurologie kennen sich seit knapp zwanzig Jahren und haben sich während ihres praktischen Jahres im St. Vincenz-Krankenhaus kennengelernt. Sven Göbel hat sich im Limburger Krankenhaus vor allem auf den Bereich der Schlaganfallbehandlung fokussiert, während Christoph Kosok nach 16 Jahren Tätigkeit in der Klinik in den ambulanten Bereich wechselte. Die im „NeuroCentrum Wetzlar“ erworbene Expertise bringt er nun wieder auf dem Schafsberg ein.
- Sven Göbel: Schwerpunkt auf Schlaganfallbehandlung (im vergangenen Jahr über 1.000 Fälle, rund 40 Prozent des Patientenklientels der Abteilung). Er trug maßgeblich zur Zertifizierung der Stroke Unit bei.
- Christoph Kosok: Schwerpunkt auf neurokognitiven Erkrankungen, insbesondere Behandlung von Demenzen, Bewegungsstörungen, Parkinson, Multipler Sklerose und Schwindel.
Ziele und Visionen der neuen Chefärzte
Die neuen Chefärzte loben die hervorragend aufgestellte Abteilung, die sie von ihrem Vorgänger Dr. Christoph Oberwittler übernommen haben. Ihr Ziel ist es, die Abteilung zukunftsorientiert weiterzuentwickeln, unter anderem durch die Rezertifizierung der Stroke Unit und die Einführung modernster Behandlungsmethoden. „Technologien wie Künstliche Intelligenz und personalisierte Medizin bieten enormes Potenzial, Erkrankungen wie MS oder Demenz künftig noch gezielter zu behandeln,“ erklärt Kosok. Die Neurologie insgesamt sei unglaublich dynamisch und erfordere lebenslanges Lernen. „Es gibt über 3.000 Diagnosen in der Neurologie - die Fragen und Antworten hören nie auf,“ so Kosok begeistert.
Behandlungsphilosophie und Teamgeist
Die Behandlungsphilosophie des Chefarzt-Duos basiert auf Empathie und individueller, patienten- und situationsabhängiger Behandlung. Auch der religiöse Hintergrund kann in schwierigen Situationen helfen, Patienten gut zu begleiten. Im Klinikalltag soll es locker zugehen, und Humor ist ein wichtiger Bestandteil der Genesung.
Die Verbundenheit der beiden Chefärzte ist auch im Team zu spüren. Viele Mitarbeiter haben im St. Vincenz ihre Karriere begonnen und sind über die Jahre in der Abteilung gewachsen. „Wir halten zusammen, jeder unterstützt den anderen - das zeichnet uns aus,“ beschreibt Göbel die Zusammenarbeit. Diese positive Stimmung überträgt sich ins ganze Team und macht die Zusammenarbeit sehr menschlich.
Universitäre Expertise und umfassende Versorgung
Die Neurologische Klinik übernimmt im Zentrum für Neurologie und Neurochirurgie die nicht-operative Behandlung von am Nervensystem erkrankter Erwachsener. Als universitäres Zentrum der Maximalversorgung wird das gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungen abgedeckt. Die stationäre Behandlung von mehr als 3000 Patienten erfolgt auf zwei Allgemeinstationen, einer Stroke Unit mit derzeit 12 zertifizierten Schlaganfallplätzen und zusätzlich 12 IMC-Betten sowie der Neurologischen Intensivstation mit 13 Intensivbetten.
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Neurozentrum Sophienstraße und Zweigpraxis in Stuttgart Giebel
Im Neurozentrum Sophienstraße und in einer Zweigpraxis in Stuttgart Giebel erwartet Patienten eine individuelle Betreuung und Behandlung auf der Basis gesicherter moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse und orientiert an den Leitlinien der Medizinischen Fachgesellschaften. Ziel ist es, das medizinisch Machbare mit den individuellen Bedürfnissen des ganzen Menschen in Einklang zu bringen.
Krankheitsprävention hat einen hohen Stellenwert in der Praxis. Patienten werden gerne über vorbeugende Maßnahmen und einen gesundheitsbewussten Lebensstil beraten. Das Ziel ist, dass sich jede Patientin und jeder Patient menschlich und fachlich gut aufgehoben fühlt.
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