Tonika spielen in verschiedenen traditionellen Medizinsystemen, insbesondere in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und im Ayurveda, eine wichtige Rolle. Sie dienen der Stärkung des Organismus, der Anregung der Lebensenergie (Chi) und der Förderung des allgemeinen Wohlbefindens. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkung chinesischer Nerventonika, ihre Inhaltsstoffe und ihre Anwendung.
Was ist ein Tonikum?
Der Begriff "Tonikum" stammt vom griechischen Wort "Tonikos" ab, was "gespannt" bedeutet. Tonika sind Zubereitungen, die dazu dienen, den Körper zu stärken und zu revitalisieren. Oft handelt es sich um Tinkturen, also alkoholische Auszüge aus pflanzlichen Stoffen, aber es gibt auch Tonika aus tierischen Stoffen. Aus ethischer Sicht empfiehlt es sich, ausschließlich pflanzliche Tonika zu verwenden.
Chinesische Tonika in der TCM
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) nehmen Tonika eine besondere Stellung ein. Sie sollen das Chi (die Lebensenergie) und den Blutfluss anregen. Jede Ärztefamilie hat oft ihre eigenen speziellen Tonika, die zur Stärkung eingesetzt werden. Ein wichtiger Bestandteil vieler TCM-Tonika ist Ginseng.
Beispiele für chinesische Nerventonika
Padma Nerven-Tonikum
Padma Nerven-Tonikum wird als nervenstärkend und beruhigend beschrieben. Es enthält Pflanzenteile verschiedener Kräuter, darunter:
- Ferula assa-foetida L.
- Bombax ceiba L.
- Syzygium aromaticum (L.) Merr. Et L. M. Perry
- Choerospondias axillaris (Roxb.) B. L. Burtt & A.W. Hill
- Saussurea costus (Falc.) Lipschitz (syn. Aucklandia costus Falc; Saussurea lappa (Decne.) C. B. Clarke)
- Myristica fragrans
Aus Sicht der TCM ist diese Rezeptur adstringierend, leicht bitter bzw. scharf und thermisch neutral. Sie enthält sowohl bittere, kalte Kräuter, die zur Beruhigung des Shen (Geist) bzw. zum Ausleiten von Herz-Feuer eingesetzt werden können, als auch Pflanzen wie Saussurea costus und Myristica fragrans, die aromatisch bzw. scharf und thermisch warm sind. Diese Kräuter tonisieren das Milz-Qi und -Yang, wodurch die Rezeptur nicht nur beruhigend auf den Shen wirkt, sondern auch Feuchtigkeit ausleitend.
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Sān miào sǎn
Eine Mischung aus drei "Kräutern": Terminalia chebula RETZ, Phyllanthus emblica L. (syn. Emblica officinalis GAERTN.) sowie Terminalia bellirica (GAERTN.) ROXB. Diese Mischung unterstützt die Entgiftung des menschlichen Organismus, stärkt die Leber, ihre Reinigungsfunktion sowie ihre Regenerationsfähigkeit. Alle drei Kräuter werden in der TTM sehr häufig und gerne zum Klären des Blutes sowie als allgemeines Stärkungsmittel eingesetzt. Diese Pflanzen sind in TTM als vielgeschmacklich beschrieben und können daher zur Behandlung einer großen Anzahl von Krankheitsbildern eingesetzt werden. Laut TCM ist Terminalia chebula (Pinyin Bezeichnung Hezi) bitter, sauer sowie adstringierend und thermisch neutral. Zugeordnete Organe sind Lunge, Magen, Dickdarm sowie Leber. Laut TCM wirkt diese Pflanze zusammenziehend im Bereich des Dickdarms und somit Durchfall lindernd sowie Lungen-Qi-bewahrend. Die Wirkstoffmischung ist aus Sicht der TCM sauer, adstringierend, bitter und thermisch neutral.
Chinesische Engelwurz (Angelica sinensis)
Die Chinesische Engelwurz, lateinisch Angelica sinensis, ist eine Heilpflanze, die in der TCM seit Jahrtausenden geschätzt wird. Ihre Wurzel enthält wertvolle Pflanzenstoffe wie Vitamin E, Vitamin B7 und Vitamin B9 sowie Bitter- und Gerbstoffe. In der TCM wird sie vor allem in der Frauengesundheit eingesetzt, um die Produktion des Hormons Östrogen anzuregen. Sie soll die Gebärmutter stimulieren, die Menstruation regulieren und die Fruchtbarkeit steigern. Zudem wird ihr eine krampflösende und schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben, um Regelschmerzen, Unterleibskrämpfe und PMS-Beschwerden zu mildern. Auch bei rheumatischen Gelenkbeschwerden wird sie eingesetzt.
Inhaltsstoffe und ihre Wirkung
Die in chinesischen Nerventonika enthaltenen Kräuter und Pflanzenstoffe haben unterschiedliche Wirkungen auf den Körper:
- Anregung des Chi und des Blutflusses: Ginseng und andere wärmende Kräuter sollen die Lebensenergie und die Durchblutung fördern.
- Beruhigung des Geistes (Shen): Bittere und kalte Kräuter können helfen, den Geist zu beruhigen und innere Unruhe zu lindern.
- Stärkung der Milz und des Verdauungssystems: Aromatische und scharfe Kräuter können die Milz tonisieren und die Verdauung unterstützen.
- Hormonelle Balance: Chinesische Engelwurz enthält Phytoöstrogene, die eine hormonregulierende Wirkung haben und bei Wechseljahresbeschwerden helfen können.
- Entgiftung und Stärkung der Leber: Einige Kräuter unterstützen die Entgiftungsfunktion der Leber und fördern ihre Regeneration.
Anwendung und Dosierung
Chinesische Nerventonika sind in verschiedenen Formen erhältlich, z. B. als Tee, Tinktur, Kapseln oder Pulver. Die Dosierung hängt von der Art des Tonikums und den individuellen Bedürfnissen ab. Es ist ratsam, sich vor der Einnahme von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten zu lassen, insbesondere wenn bereits gesundheitliche Probleme bestehen oder Medikamente eingenommen werden.
Ein Beispiel für die Anwendung eines Tonikums in Pulverform: Einen Teelöffel des gemahlenen Pulvers mit einer Tasse heißem Wasser aufgießen. Nach Belieben kann man das Getränk süßen oder in einen Smoothie geben.
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