Die chronische Sinusitis, auch als chronische Nasennebenhöhlenentzündung bekannt, ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, die über einen längeren Zeitraum, in der Regel länger als zwölf Wochen, andauert. Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Obwohl diese beiden Erkrankungen unterschiedliche Ursachen und Symptome haben, können sie in manchen Fällen miteinander verwechselt werden oder gemeinsam auftreten. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Diagnose von chronischer Sinusitis und Migräne und erklärt, wie man sie voneinander unterscheiden kann.
Was ist chronische Sinusitis?
Sinusitis, auch als Nasennebenhöhlenentzündung bekannt, ist eine Entzündung oder Schwellung des Gewebes, das die Nebenhöhlen auskleidet. Wenn sie gesund sind, sind die Nebenhöhlen mit Luft gefüllt. Sinusitis bezieht sich auf eine Entzündung der Schleimhäute, die die Nasennebenhöhlen auskleiden. Diese Entzündung kann durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden, einschließlich Infektionen, Allergien oder anderen immunologischen Reaktionen. Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädel, die bei gesunden Individuen mit Luft gefüllt sind. Wenn jedoch eine Blockade auftritt, kann sich Flüssigkeit ansammeln, was ein günstiges Umfeld für das Wachstum von Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Pilzen schafft, die eine Infektion verursachen können.
Die Nasennebenhöhlen sind Hohlräume im knöchernen Schädel. Diese Nebenhöhlen sind mit Luft gefüllt und wie die Nase mit Schleimhaut ausgekleidet. Größe, Form und sogar die Anzahl der Nasennebenhöhlen können geringfügig variieren. Zu den Nasennebenhöhlen werden auch die beiden Stirnhöhlen, die Kieferhöhlen, die Keilbeinhöhlen und die Siebbeinzellen gezählt. Die Nasennebenhöhlen können komplett entzündet sein oder aber nur einzelne Höhlen. Abhängig davon, welcher Teil sich entzündet hat, wird der Begriff „Sinusitis“ weiter konkretisiert: Sinusitis maxillaris (Entzündung der Kieferhöhlen), Sinusitis frontalis (Entzündung der Stirnhöhlen), Sinusitis ethmoidalis (Entzündung der Siebbeinzellen) und Sinusitis sphenoidalis (Entzündung der Keilbeinhöhlen).
Ursachen der chronischen Sinusitis
Die Entstehung einer Sinusitis kann auf eine Vielzahl von Faktoren zurückgeführt werden. In vielen Fällen beginnt die Erkrankung mit einer viralen Infektion, wie einer Erkältung, die dann zu einer bakteriellen Infektion führen kann. Meistens sind Viren wie Rhino-, Corona-, Influenza- und Parainfluenzaviren beteiligt. Bakterien, oft als Sekundärinfektion, wie Pneumokokken oder Haemophilus influenzae können ebenfalls eine Rolle spielen. Selten sind Pilze wie Aspergillus fumigatus die Ursache.
Andere Risikofaktoren, wie allergische Reaktionen, können auch eine Rolle spielen, indem sie die Nasengänge schwellen und den Schleimabfluss blockieren, was wiederum eine Umgebung schafft, in der Bakterien wachsen können. Eine Nasenscheidewandverkrümmung oder Nasenpolypen können dann die Ursache der Sinusitis sein.
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Eine Rhinosinusitis kann durch virale Infekte, Allergien, bakterielle Infekte, einer reduzierten Immunabwehr, oder bei strukturellen Veränderungen der Nasenhöhle verursacht werden. Lokale Entzündungen und Veränderungen der Druckverhältnisse in der Nase und den Nasennebenhöhlen können Kopfschmerzen bedingen.
Symptome der chronischen Sinusitis
Die Symptome einer Sinusitis können je nach Art und Schwere der Erkrankung variieren. Häufige Symptome sind jedoch Nasenverstopfung, Schmerzen und Druck im Gesicht, eine erhöhte Sekretion von Nasenschleim, sowie Fieber und Husten. Bei einer akuten Rhinosinusitis sind die häufigsten Symptome eine gesteigerte Nasensekretion, Verstopfung und Engegefühl der Nase, Riechstörung, allgemeines Krankheitsgefühl und möglicherweise Fieber. Die Schmerzen können je nach betroffener Nebenhöhle variieren. Eine Stirnhöhlenentzündung äußert sich beispielsweise durch pulsierende oder bohrende Kopfschmerzen, die direkt hinter der betroffenen Stirnseite lokalisiert sind.
Weitere Symptome sind:
- Die Nase ist verstopft
- Die Nase läuft
- Im Taschentuch findet sich wässriges Sekret oder eingedickter, zäher Schleim
- Man fühlt Druck um die Augen, im Oberkiefer und im Stirnbereich
- Kopfbewegungen verstärken den Schmerz
- Man fühlt sich erkältet
- Ein fiebriges Gefühl, Halsschmerzen, Husten und Abgeschlagenheit können die Symptome begleiten
Diagnose der chronischen Sinusitis
Die Diagnose einer Sinusitis erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung und eine Überprüfung der Symptome durch einen Arzt. Bei der Untersuchung können sich Hinweise auf eine schmerzempfindliche Stirn- und Kieferhöhlenregion ergeben. Eine endoskopische Untersuchung analysiert eine Verengung der Nasenpassage. Belege für eine bakterielle, oder für eine Pilzinfektion, können durch Schleimhautabstriche erhoben werden. Im Einzelfall können auch bildgebende Untersuchungen wie ein Computertomogramm oder ein Magnetresonanztomogramm erfolgen. In aller Regel benötigt die Diagnose keine apparativen Zusatzuntersuchungen.
Behandlung der chronischen Sinusitis
Am Anfang der Behandlung einer Entzündung der Nasennebenhöhlen steht immer eine konservative Therapie. Wenn diese alleine jedoch nicht den gewünschten Effekt bringt, dann kann eine Operation der Nasennebenhöhle (NNH-OP) helfen, bei der die Nebenhöhlen saniert werden. Bei akuter bakterieller Rhinosinusitis können vom Arzt Antibiotika verordnet werden. Die akuten Kopfschmerzen können zusätzlich durch Schmerzmittel wie ASS, Paracetamol oder Ibuprofen behandelt werden. Die Behandlung sollte zur Therapie der Verursachung und zur Vermeidung einer chronischen Sinusitis auf eine Verflüssigung des Schleims (Sekretolyse) und auf die Mobilisierung des Schleims durch Reduktion der Schleimviskosität (Mukolyse) basieren. Zusätzlich sollte durch eine Aktivierung der Flimmerhaarbewegung ein verbesserter Abtransport des Schleims ermöglicht werden. Die Ursache von Sinusitis-Kopfschmerzen kann daher durch eine Sekrotolyse und Mukolyse, sowie durch eine verbesserte sekreto-motorische Funktion beseitigt werden.
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Weitere Behandlungsmethoden und Hausmittel:
- Inhalation: Das Einatmen warmer Dämpfe ist oft das erste Hausmittel der Wahl bei einer Nebenhöhlenentzündung.
- Meerrettichkompressen: Meerrettich enthält Wirkstoffe, die sich positiv auf den Schleimabfluss auswirken können. Eine Meerrettichkompresse kann helfen, die Schleimhäute zum Abschwellen zu bringen.
- Ingwertee: Ingwer enthält verschiedene ätherische Öle, die sich positiv auf die Atemwege auswirken können.
- Nasenspülung: Eine Nasenspülung kann helfen, das Sekret aus der Nase zu spülen und ist ein gutes Hausmittel gegen eine verstopfte Nase.
Was ist Migräne?
Migräne (ohne Aura) wird diagnostiziert, wenn Kopfschmerzen ohne Therapie bis 72 Stunden anhalten und bei mindestens fünf aufeinanderfolgenden Attacken zwei der vier Hauptsymptome einseitige Lokalisation, pulsierender Schmerz, mäßige bis schwere Intensität und Verstärkung durch Bewegung vorkommen.
Symptome der Migräne
Klinische Symptome, die auf eine Entzündung der Nase oder der Nasennebenhöhlen hindeuten, sind insbesondere Eiteransammlung in der Nasenhöhle, eine Verlegung der Nase, Fieber, eine Reduktion des Geruchssinns oder eine komplette Unfähigkeit zu riechen. Außerdem werden Sinus-Kopfschmerzen in der Regel nicht von Übelkeit oder Erbrechen begleitet, sie werden auch nicht durch Lärm oder durch Licht verstärkt, besitzen also nicht die typischen Begleitsymptome von Migräneattacken.
Migräne und Kopfschmerzen vom Spannungstyp können aufgrund der Übereinstimmung der Schmerzlokalisation mit einem Sinusitis-Kopfschmerz verwechselt werden. Eine Untergruppe von Patienten, die die Kriterien der Migräne ohne Aura erfüllen, weist auch zusätzlich Zeichen wie Gesichtsschmerz, verstopfte Nase oder Auslösen von Attacken durch Wetterwechsel auf.
Die Verbindung zwischen chronischer Sinusitis und Migräne
Oft werden Schmerzen in Vorderkopf, Gesicht und Mundhöhle als chronische Sinusitis fehlgedeutet, dabei trifft diese Diagnose nur auf ein Zehntel der Patienten tatsächlich zu. Zu den häufigsten Ursachen zählen Migräne und Mittelgesichtsschmerz, sie werden jedoch häufig aufgrund der nasalen Beschwerden als chronische Rhinosinusitis fehldiagnostiziert. Dabei sind diese keineswegs ein Kennzeichen für eine Rhinosinusitis. Stattdessen sind für die Diagnose „Nebenhöhle“ zwei andere Symptome obligat: die nasale Kongestion und die (purulente) Rhinorrhoe.
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Der Grund für die häufige Fehldiagnose Sinusitis: Nasenschleimhautschwellungen, Sinusdruckschmerz oder tränende Augen sind unspezifisch, werden aber für Sinusitis-typisch gehalten.
Wie man chronische Sinusitis und Migräne unterscheidet
Sinus-Kopfschmerzen sind eine Begleiterscheinung einer Rhinosinusitis, deren Auftreten deshalb das wichtigste Diagnosekriterium eines Sinus-Kopfschmerzes darstellt und ihn gleichzeitig von einer Migräne unterscheidet: Anders als bei einer Migräne läuft den Betroffenen von Sinus-Kopfschmerzen eitriges Sekret aus der Nase. Außerdem wird eine Migräne von Übelkeit oder Erbrechen begleitet und durch Lärm oder Licht verstärkt. Sinus-Kopfschmerzen klingen von allein ab, sobald die zugrunde liegende Rhinosinusitis abheilt.
Als wichtigste Unterscheidungsgrundlage dienen daher Hinweise für eine akute Rhinosinusitis wie eitrige Sekretion aus der Nase, Halsschmerzen, Fieber und Husten.
Prävention von Sinusitis
Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man einer Sinusitis vorbeugen kann:
- Häufig Hände waschen: Händewaschen nach häufigem Kontakt mit vielen anderen Menschen kann helfen, akute Infekte der Nasennebenhöhlen zu reduzieren.
- Reizungen der Nasennebenhöhlenschleim vermeiden: Wichtigste Regel: Nicht rauchen! Man sollte sich ebenfalls nicht in Umgebungen aufhalten, in denen geraucht wird. Man sollte für frische Luft sorgen und häufig lüften.
- Auf ausreichende Luftbefeuchtung achten: Der Zusatz von Feuchtigkeit zur Raumluft durch Luftbefeuchtungsmaßnahmen kann in der Vorbeugung einer Sinusitis wirksam sein.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn folgende Symptome auftreten:
- Bei neu aufgetretenen Kopfschmerzen im Lebensalter über dem 50.
- Kopfschmerzen, die von Begleitstörungen wie Gedächtnisreduktion, Konzentrationsstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Veränderungen der Sprache, Sehstörungen, Schwäche, etc. begleitet werden
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