Mückenplage Adieu: Ein umfassender Leitfaden zur Mückenabwehr

Mücken können uns den Sommerabend im Garten oder auf dem Balkon schnell verderben. Sie sind lästig und können sogar Krankheiten übertragen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Mückenarten, ihre Gewohnheiten und effektive Methoden zur Mückenabwehr.

Mückenarten und ihre Verbreitung

Die Unterordnung der Mücken (Nematocera) umfasst über 40 Familien. Die meisten Mücken bevorzugen subtropische oder tropische Regionen, aber einige Gattungen sind auch in der Arktis zu finden. Zu den häufigsten Mückenarten gehören:

  • Gemeine Stechmücke (Culex pipiens): Diese 3 bis 7 Millimeter großen, dunkelbraunen Mücken sind weltweit verbreitet.
  • Ringelmücke (Culiseta annulata): Mit bis zu 13 Millimetern Körperlänge sind sie kräftiger als die Gemeine Stechmücke. Ihr Körper ist gräulich und ihre Flügel sind mit braunen Mustern verziert. Sie leben in ganz Europa, bevorzugen aber den Norden.
  • Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus): Ursprünglich in Südostasien beheimatet, hat sie sich durch die globale Erwärmung und den Warenhandel auch in Europa verbreitet. Sie ist an ihren schwarzweißen Beinringen, der silbrigen Linie am Kopf und dem Tigermuster am Körper zu erkennen.
  • Gnitze (Ceratopogonidae): Auch Bartmücken genannt, gehören sie nicht zur Familie der Stechmücken. Sie sind viel kleiner, schwarz und hochgewölbt. Sie übertragen vor allem bei Schafen die Blauzungenkrankheit, gegen die Menschen jedoch immun sind.
  • Kriebelmücke (Simuliidae): Diese fliegenähnlichen Insekten leben in der Nähe von Flüssen und vermehren sich besonders bei heißem, feuchtem Wetter.

Das Verhalten von Mücken

Mückenmännchen sind nicht in der Lage zu stechen, da ihr Rüssel nicht ausreichend ausgebildet ist. An ihren Fühlern befinden sich Sinnesorgane, mit denen Mücken die Anwesenheit potenzieller Wirte riechen und ihre Körperwärme wahrnehmen. Sie können auch ausgezeichnet hören und nehmen das von ihren Wirten ausgeatmete Kohlendioxid sowie Duftstoffe wie Milchsäure, Fettsäure und Ammoniak wahr.

Mücken legen ihre Eipakete in Pfützen, Tümpel oder auf die Wasseroberfläche. Die Larven durchlaufen vier Stadien und leben unter Wasser. Mückenschwärme, die vor allem bei Sonnenuntergang auftreten, bestehen aus balzenden Männchen, die nicht stechen können.

Der Mückenstich und seine Folgen

Sticht eine Mücke, bohrt sie ihren Rüssel in unsere Blutgefäße oder reißt die Haut auf, damit Blut aus der Wunde austritt. Gleichzeitig injiziert sie ihren Speichel, der Gerinnungshemmer und betäubende Stoffe enthält. Unser Immunsystem erkennt die fremden Eiweiße im Mückenspeichel und schüttet Histamin aus. Dadurch dehnen sich die Blutgefäße, der betroffene Bereich schwillt an und es entsteht Juckreiz.

Lesen Sie auch: Nervensystem der Mücke

Viele Mückenarten übertragen mit ihrem Speichel auch Viren und Bakterien. Zu den bekanntesten Erregern zählen Malariaplasmodien, Dengue-, Chikungunya- und Gelbfieber- sowie Zikaviren. Allerdings leben die dafür verantwortlichen Mückenarten hauptsächlich in Afrika, Südostasien, Mittelamerika und sonstigen Tropengebieten. Die globale Erwärmung führt jedoch dazu, dass sich exotische Arten wie die Asiatische Tigermücke immer stärker ausbreiten.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Mücken

Es gibt verschiedene Maßnahmen, um Mückenstiche zu vermeiden:

  • Vermeidung von Brutstätten: Lassen Sie kein Wasser auf dem Balkon oder im Garten mehrere Tage stehen. Leeren Sie täglich Eimer, Planschbecken sowie Gießkannen und beseitigen Sie gebrauchte Reifen sowie alle Gegenstände, die als Wasserreservoir dienen können. Pflegen und reinigen Sie Ihren Pool oder Whirlpool.
  • Schutz vor Mücken im Haus: Rüsten Sie Ihre Fenster und Balkontüren mit Insektengittern auf. Die Maschenweite soll höchstens zwei Millimeter betragen.
  • Schutz im Freien: In den Tropen sind Moskitonetze um das Bett Pflicht. Im Handel sind verschiedene Antimückenmittel erhältlich, die Mücken fernhalten, indem sie unangenehme Gerüche ausströmen. Ätherische Öle wie Zitronengras und Lavendel schätzen Mücken genauso wenig wie den Geruch von Kerzenrauch.

Antimückenmittel und ihre Wirkung

Mückenspiralen und Elektroverdampfer (mit Flüssigkeit oder mit Tabs) emittieren Pyrethrine oder künstliche Pyrethroide, die das Nervensystem der Mücken lähmen. Sie wirken bedingt, sind jedoch bei hohen Konzentrationen auch für Menschen schädlich. Vorsicht ist vor allem bei Kindern und Immungeschwächten geboten.

Hochspannungslichtfallen (Insektenvernichtern) ziehen Insekten von einer Lichtquelle an und töten sie durch einen Stromschlag. Die Geräte wirken jedoch gegen Mücken nicht so gut, weil diese eher von Gerüchen angelockt werden.

Biologische Mückenbekämpfung

Eine Möglichkeit der biologischen Mückenbekämpfung ist der Einsatz von Bacillus thuringiensis israelensis (Bti). Dieses Bakterium produziert ein Protein, das für Mückenlarven giftig ist. Bti wird in Form von Granulaten oder Tabletten in Gewässer gegeben, in denen sich Mückenlarven entwickeln.

Lesen Sie auch: Didaktik-Mückenlied

Kritik am Einsatz von Bti

Der Einsatz von Bti ist jedoch umstritten, da er auch negative Auswirkungen auf andere Insekten und Amphibien haben könnte. Eine Studie der Universität Koblenz-Landau deutet darauf hin, dass Bti mehr negative Auswirkungen auf den Bestand nicht stechender Zuckmücken und von Amphibien haben könnte als bisher angenommen. Der Wissenschaftliche Direktor der Kabs, Norbert Becker, hält das für nicht nachvollziehbar und verweist auf eine Studie aus Tübingen, bei der mit einer höheren Bti-Konzentration keine Wirkung auf Frösche festgestellt werden konnte.

Alternativen zum Bti-Einsatz

Alternativ zum Bti-Einsatz könnten lokale Fallen aufgestellt und die Häuser der Anwohner mit Mückenschutzgittern versehen werden. Auch die Förderung natürlicher Feinde der Insekten ist eine Möglichkeit.

Zeckenschutz für Hunde: Eine natürliche Alternative

Neben Mücken können auch Zecken zur Plage werden, insbesondere für Hunde. Es gibt jedoch auch hier natürliche Alternativen zu chemischen Mitteln.

Das Problem mit chemischen Zeckenmitteln

Viele herkömmliche Zeckenmittel für Hunde enthalten Nerventoxine wie Fipronil und Permethrin, die in das Nervensystem der Parasiten eindringen und sie abtöten. Diese Pestizide können jedoch auch für andere Insekten schädlich sein und in einigen Fällen schwerwiegende Nebenwirkungen bei Hunden verursachen.

Natürliche Zeckenabwehr für Hunde

Eine natürliche Alternative ist die Verwendung von Repellenten, die Parasiten abschrecken, bevor sie stechen. Ein Beispiel dafür ist das Zpot-on, das auf der Abschreckung des "Geruchssinns" von Parasiten basiert. Es enthält Wirkstoffe wie Saltidin und Margosa-Extrakt des Neembaumes, Geraniol und Zitroneneukalyptusöl.

Lesen Sie auch: Mückenstiche: Vorbeugung und Behandlung

Anwendung und Wirksamkeit

Das Zpot-on wird alle 1-2 Wochen auf den Nacken, den Rücken und den Rutenansatz des Hundes aufgetragen. Die Wirkstoffe verteilen sich über den Hauttalg und machen den Hund für Zecken unattraktiv. Die Wirksamkeit der Wirkstoffe ist durch Studien belegt.

Weitere Tipps zur Zeckenabwehr bei Hunden

  • Regelmäßiges Absuchen: Suchen Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang gründlich nach Zecken ab.
  • Zeckenhalsbänder: Es gibt auch natürliche Zeckenhalsbänder, die ätherische Öle abgeben und Zecken fernhalten.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann das Immunsystem Ihres Hundes stärken und ihn widerstandsfähiger gegen Parasiten machen.

tags: #mucken #nerven #leute #chords