Cimicifuga racemosa, auch bekannt als Traubensilberkerze, ist eine Pflanze, die traditionell zur Behandlung verschiedener Frauenbeschwerden eingesetzt wird. In der Homöopathie finden Cimicifuga-Tropfen Anwendung bei Migräne, insbesondere bei Frauen. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Cimicifuga-Tropfen gegen Migräne, ihre Wirkungsweise, Dosierung und weitere wichtige Aspekte.
Was ist Cimicifuga Racemosa?
Cimicifuga racemosa (Synonym: Actaea racemosa), auch Wanzenkraut, Schlangenkraut oder Traubensilberkerze genannt, ist eine Pflanze der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sie wächst bis zu 2 m hoch und kam im 19. Jahrhundert nach Europa. Bereits die Indianer setzten Cimicifuga racemosa wegen seiner entkrampfenden und schmerzstillenden Wirkung zur Geburtserleichterung und Menstruationsbeschwerden ein.
Anwendungsgebiete von Cimicifuga
Cimicifuga wird als eines der wichtigsten Heilmittel bei Wechseljahresbeschwerden bezeichnet. Es wird jedoch bei zahlreichen weiteren Frauenbeschwerden eingesetzt. Gerade homöopathisch arbeitende Gynäkologen und Hebammen empfehlen Cimicifuga für Frauen mit Menstruationsbeschwerden, PMS, Gemütsveränderungen, Bauchkrämpfen, Schmerzen im Oberbauch, ausbleibender Monatsblutung, aber auch bei Kopfschmerzen und steifem Nacken während der Periode. Aber auch vor und während der Geburt wird dieses Mittel oft eingesetzt. Hebammen setzen das Mittel ein, wenn die schwangere Mutter Angst hat, dass etwas bei der Geburt nicht gut geht oder der Muttermund geöffnet werden soll. Ein paar Globuli helfen den Babys beim Zahnen. Wenn Babys schlecht einschlafen können und dann nachts schweißnass aufwachen, kann Cimifuga helfen. Ähnlich wie beim Menschen werden diese Globuli auch bei Tieren während der Geburt eingesetzt. Die WHO bestätigt die Wirkung von Cimicifuga-Produkten bei Wechseljahresbeschwerden, PMS und psychischen Beschwerden.
Cimicifuga-Typen
Cimicifuga-Typen kennzeichnen Stimmungsschwankungen unterschiedlichster Ausprägung von Hysterie bis zu tiefer Traurigkeit. Sie sind oft depressiv. Typische Patienten erzählen ununterbrochen viel und wechseln häufig die Themen. Beide Mittel sind hinsichtlich der Stimmungsänderungen ähnlich.
Cimicifuga bei Migräne
Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören: Besserung der Beschwerden bei migräneartigen Kopfschmerzen. Bei Kopfschmerzen, die länger andauern sowie Sehstörungen, Krämpfen oder Bewusstseinsstörungen sollte ein Arzt aufgesucht werden.
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Charakteristische Symptome
Cimicifuga racemosa-Patienten zeigen eine große Erregbarkeit des Nervensystems. Sie sind ruhelos, reden schnell und viel und haben einen starken Bewegungsdrang. Es treten Schlafstörungen und viele Ängste auf. Hormonell bedingte Kopfschmerzen und Migräne sind möglich. Es zeigen sich Muskelverspannungen und -schmerzen sowie Rheumatismus. Es besteht allgemein eine starke Schmerzempfindlichkeit, die sich zur Überempfindlichkeit steigern kann. Die Betroffenen haben das Gefühl, vor lauter Schmerzen wahnsinnig zu werden. Cimicifuga racemosa-Patienten sind von einer großen Ruhelosigkeit und Nervosität gekennzeichnet. Sie sind sehr geschwätzig und wechseln von einem Thema zum nächsten. Das Reden ist oft ungeordnet und es fällt schwer, dem Gedankengang zu folgen. Sie zeigen wechselhafte Emotionen und ein sprunghaftes Denken. Es besteht eine Neigung zu Hysterie. Trotz der Neigung zu starker Unruhe und Aktivität, können die Betroffenen schnell in eine nervöse Erschöpfung verfallen. Die Stimmungen schwanken sehr, sie wechseln zwischen Hochstimmung und Depression.
Cimicifuga racemosa-Patienten sind voller Melancholie und kennen viele Ängste: Angst vor dem Tod, vor dem Wahnsinn, vor Krankheiten und Verletzungen. Sie haben das Gefühl, dass mit ihnen etwas nicht stimmt oder haben dauernd große Angst, dass etwas schlimmes passieren wird. Während sie erzählen, seufzen sie des Öfteren, um sich Erleichterung zu verschaffen. Die verdrießliche Stimmung kann mit Selbstmordgedanken einhergehen.[1] Der Geist ist dann stumpf und schwerfällig. Es besteht das Gefühl, als hätte sich eine schwere, schwarze Wolke auf den Kopf gesenkt und ihn umhüllt.[3] Durch den Wechsel der Stimmungslage kann sich das Bild einer manisch-depressiven Persönlichkeit zeigen. Es bestehen starke Scheitelkopfschmerzen von dumpfer Schmerzqualität. Sie gehen vom Halsbereich aus und ziehen so in den Kopf hinein. Es finden sich Verspannungen im Nacken und ein Gefühl der Steifheit. Die Kopfschmerzen fühlen sich an, als ob sich das Schädeldach öffnen würde, so groß ist der empfundene Druck. Die Kopfschmerzen gehen mit Schmerzen in den Augen einher. Oft treten in Zusammenhang mit den Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf. Es tritt Schwindel mit dumpfen Schmerzen im Scheitel auf. Der Schwindel kann mit Sehstörungen einhergehen. Es finden sich stechende Schmerzen in den Augen (Ziliarneuralgie). Die Schmerzen sind unerträglich. Die Betroffenen glauben, sie werden verrückt. Ohrgeräusche (Tinnitus) und eine starke Geräuschempfindlichkeit sind möglich. Cimicifuga racemosa-Patienten zeigen einen nervösen Husten beim Versuch zu sprechen. Es besteht ein flaues und leeres Gefühl in der Magengegend.[2] Zusätzlich treten Übelkeit mit Erbrechen auf, Aufstoßen und zahlreiche andere Symptome von Magenreizung können auftreten. Bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft kann an Cimicifuga racemosa gedacht werden. Wechselhaftigkeit läßt sich auch im Darmbereich feststellen: Durchfall und Verstopfung wechseln sich ständig ab. Es besteht ein Verlangen nach salzigen, scharfen und sauren Speisen, auch nach Kaffee und Tee. Auf die Geschlechtsorgane hat Cimicifuga racemosa vielfältige Wirkungen und bei Problemen in diesem Bereich, kann seine Verwendung immer in Betracht gezogen werden.Während der Monatsblutung treten sehr starke Schmerzen auf (Dysmenorrhoe), die sich verschlimmern, wenn die Blutung fließt. Die Regelblutung kann unregelmäßig auftreten. Es kann ein wichtiges Mittel bei Beschwerden während der Schwangerschaft sein: bei Übelkeit, Erbrechen, Blutungen, drohende Fehlgeburt oder überwältigende Angst, dass es zu einer Fehlgeburt kommen könnte, kann seinen Einsatz erwogen werden. Während der Geburt könnte es hilfreich sein, wenn die Wehen zu schwach sind oder der Muttermund zu fest (rigide) und die Geburt nicht voran kommt.[1] Hitzewallungen, nervöse Unruhe, Schlafstörungen oder Frösteln während der Wechseljahre lassen an Cimicifuga denken. Es treten Nervenschmerzen in den Eierstöcken (Ovarialneuralgie) auf. Der ganze Halsbereich ist äußerst empfindlich. Es tretenstarke Schmerzen im Nacken auf mit Steifheit. Auch Steifheit des Halses nach Zugluft ist möglich. Cimicifuga racemosa-Patienten können rheumatische Schmerzen in Armen und Beinen haben. Besonders dieMuskeln sind betroffen. Die Schmerzen sind von stechender Qualität, sie verschlimmern sich bei kaltem und feuchtem Wetter. Es können Muskelzuckungen auftreten. Auch Schmerzen in den Gelenken sind möglich. Es treten Rückenschmerzen, die mit einer Entzündung des Ischiasnerves (Ischialgie) zusammenhängen, und in das Bein ausstrahlen auf. Cimicifuga racemosa-Patienten sind sehr kälteempfindlich und frieren leicht. Typisch ist auch ein frostiges Schauergefühl, besonders in den oberen Bereich des Rumpfes.[3] In den Wechseljahren sind sowohl Hitzewallungen als auch schnelles Frieren möglich. In Zeiten der hormonellen Umstellung (Schwangerschaft, Wechseljahre) kann der Schlaf unruhig sein. Oft geht er mit einer nervösen oder traurigen Stimmungslage einher.
Darreichungsformen und Dosierung
Wie alle homöopathischen Arzneien können Sie auch dieses Mittel in Form von Globuli, Filmtabletten, Kapseln (auch als Traubensilberkerzen-Extrakt) in allen gut sortierten Apotheken und Drogerien kaufen. Wieviel Globuli von Cimicifuga Sie bei welchen Beschwerden einnehmen sollen, ist eine Frage, die Sie mit Ihrer Hebammen, einem homöopathischen Arzt oder Therapeuten besprechen sollten. Grundsätzlich werden drei Globuli mit der Potenz D6 oder D12 empfohlen. Es gibt Homöopathen, die bei länger andauernden Beschwerden Globuli mit D30 als Potenz angeben. Vor und während der Geburt kann auch die Potenz C4 als Dosierung bei Globuli infrage kommen.
Dosierungsempfehlungen für Tropfen
Soweit nicht anders verordnet: Bei akuten Zuständen alle halbe bis ganze Stunde, höchstens 6-mal täglich, je 5 Tropfen einnehmen. Eine über 1 Woche hinausgehende Anwendung sollte nur nach Rücksprache mit einem homöopathisch erfahrenen Therapeuten erfolgen. Bei chronischen Verlaufsformen 1- bis 3-mal täglich je 5 Tropfen einnehmen. Bei Besserung der Beschwerden ist die Häufigkeit der Anwendung zu reduzieren.
Einnahmehinweise
Homöopathische Tropfen sollen möglichst unverdünnt, wenn möglich auf der Zunge direkt eingenommen werden, da diese über die Mundschleimhäute resorbiert werden. Wenn der Geschmack zu scharf ist, kann man die abgezählten Tropfen in einem Glas mit etwas Wasser verdünnen. Falls es nicht anders angegeben ist, sind homöopathische Tropfen immer nüchtern d.h. vor dem Essen einzunehmen.
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Homöopathische Prinzipien
Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives …
Kombinationpräparate
Cimicifuga ist auch in Kombinationpräparaten zur Behandlung von Migräne erhältlich. Ein Beispiel ist Migräne-Gastreu® M R16, eine wirkungsvolle Kombination aus 5 homöopathischen Wirkstoffen, die zur Behandlung von Kopfschmerzen eingesetzt werden können. Sie können helfen, Verspannungen zu lösen und den Schmerz zu lindern.
Inhaltsstoffe von Migräne-Gastreu® M R16
- Cimicifuga D4: Migräne und Schmerzen im ganzen Kopf und Nacken.
- Gelsemium D3: Kopfschmerzen mit Benommenheit, Schwindel und Sehstörungen.
- Iris versicolor D2: Migräne mit Übelkeit und Erbrechen, stechende Schmerzen in der Schläfe und im Hinterkopf.
- Sanguinaria D12: Wallungen im Kopf, Verschlimmerung der Beschwerden durch Licht, Lärm, Wärme, am Morgen und am Abend.
- Spigelia anthelmia D4: Kopfschmerzen von pulsierendem oder stechendem Charakter, Schmerz über den ganzen Kopf verteilt oder auf der linken Seite konzentriert.
Wichtige Hinweise
Auch homöopathische Arzneimittel sollten ohne ärztlichen Rat nicht über längere Zeit eingenommen werden. Bei Kopfschmerzen, die länger andauern sowie Sehstörungen, Krämpfen oder Bewusstseinsstörungen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Für Alkoholkranke nicht geeignet. Nicht über 25°C lagern.
Anwendung bei Kindern, Schwangerschaft und Stillzeit
Zur Anwendung des Arzneimittels bei Kindern liegen keine ausreichend dokumentierten Erfahrungen vor. Da keine ausreichend dokumentierten Erfahrungen zur Anwendung bei Schwangerschaft und Stillzeit vorliegen, sollte das Arzneimittel nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.
Nebenwirkungen
Grundsätzlich haben Arzneimittel der Homöopathie keine oder kaum Nebenwirkungen. Uns sind keine Nebenwirkungen bei homöopathischen Mitteln bekannt. Es ist jedoch bekannt, dass es unterschiedliche Studien über die Nebenwirkungen von homöopathischen Arzneimitteln gibt. Doch konkret gibt es unserem Wissen nach keine Nebenwirkungen bei Cimicifuga in Form von Globuli.
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