Clobazam ist ein Benzodiazepin mit anxiolytischer und antikonvulsiver Wirkung, das vorrangig an GABA(A)-Rezeptoren im Gehirn bindet und dadurch die inhibitorische Wirkung des Neurotransmitters GABA verstärkt. Es wird zur Behandlung von Angststörungen sowie als Zusatztherapie bei verschiedenen Formen der Epilepsie eingesetzt. Clobazam gehört mit einer Wirkdauer von bis zu 18 Stunden zur Wirkstoffgruppe der lang wirksamen Benzodiazepine. Seine Wirkung hängt von der Dosierung ab. Der Wirkstoff wirkt hauptsächlich durch die Potenzierung der inhibitorischen Neurotransmission des Gamma-Aminobuttersäure (GABA)-Systems im zentralen Nervensystem. Es bindet spezifisch an eine Stelle am GABA(A)-Rezeptorkomplex, der eine zentrale Rolle in der Vermittlung der hemmenden Wirkung von GABA spielt, dem wichtigsten inhibitorischen Neurotransmitter im Gehirn. Die vermehrte Öffnung dieser Chloridkanäle bewirkt einen erhöhten Chlorideinstrom in die Neuronen, was zu einer Hyperpolarisation der neuronalen Membran führt. Diese Hyperpolarisation erschwert die Generierung von Aktionspotentialen und führt somit zu einer verminderten neuronalen Erregbarkeit. Diese Modulation der GABAergen Transmission durch Clobazam führt zu einer Dämpfung des zentralen Nervensystems, was seine therapeutische Wirkung bei Angststörungen und als adjuvante Therapie bei verschiedenen Formen der Epilepsie begründet.
Anwendungsgebiete von Clobazam
Clobazam ist für folgende Anwendungsgebiete (Indikationen) zugelassen:
- Zur symptomatischen Behandlung von akuten und chronischen Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen bei Erwachsenen (Deutschland, Österreich, Schweiz) sowie bei Kindern und Jugendlichen (nur Schweiz).
- Zur Zusatztherapie bei Erwachsenen und Kindern ab zwei Jahren mit epileptischen Anfällen, die mit einer Standardbehandlung nicht anfallsfrei sind. Clobazam Desitin kann bei Epilepsie bei Erwachsenen und Kindern über 2 Jahren als Zusatzmedikation angewendet werden, wenn die Standardbehandlung mit einem oder mehreren Antikonvulsiva fehlgeschlagen ist.
Für Erwachsene zur symptomatischen Kurzzeitbehandlung (2-4 Wochen) ausschließlich schwerer, beeinträchtigender Angstzustände oder solcher, die den Patienten einem nicht tolerierbaren Leidensdruck aussetzen. Bei der Behandlung von Angstzuständen in Verbindung mit affektiven Störungen darf Clobazam Desitin nur zusammen mit einer angemessenen Behandlung der Grunderkrankung angewendet werden. Bei Patienten mit schizophrenen oder anderen psychotischen Erkrankungen wird die Anwendung von Benzodiazepinen nur für die symptomatische Kurzzeitbehandlung von Übererregbarkeit und Agitiertheit empfohlen. Benzodiazepine haben keine antipsychotischen Eigenschaften.
Dosierung von Clobazam bei Kindern
Die Dosierung von Clobazam muss individuell angepasst werden und richtet sich nach dem Alter, dem Gewicht und dem Ansprechen des Kindes auf die Behandlung. Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt. Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
- Kinder über 2 Jahre (Epilepsie): Die übliche Anfangsdosis bei Kindern ab 6 Jahren ist 2,5 ml (5 mg) pro Tag und bei jüngeren Kindern 0,1 mg/kg pro Tag, aufgeteilt in mehrere Gaben oder als Einzelgabe zur Nacht. Anschließend passt der Arzt die Dosis dem Körpergewicht Ihres Kindes an. TD 1-mal täglich oder verteilt auf 2-3 Dosen. Anfangsdosis bei Kindern > 6 Jahren 5 mg/Tag oder bei jüngeren Patienten 0,1 mg/kg/Tag. Dosiserhöhung im Abstand von 7 Tagen schrittweise um 0,1-0,2 mg/kg/Tag.
- Kinder im Alter von 1 Monat bis 2 Jahre: Anwendung nur in Ausnahmefällen mit niedrigster Anfangsdosis 0,1 mg/kg/Tag. Clobazam sollte bei Kindern im Alter von 1 Monat bis 2 Jahren nur im Ausnahmefall und bei eindeutiger Epilepsie-Indikation angewendet werden.
- Clobazam-Saft: Clobazam-Saft ist in Deutschland in einer Konzentration von ein oder zwei Milligramm Clobazam pro Milliliter erhältlich. In Österreich sind nur Präparate mit einem Milligramm pro Milliliter registriert, in der Schweiz überhaupt keine. Die Dosierung für Kinder ab zwei Jahren wird anhand des Körpergewichts berechnet. Üblich ist eine Startdosis von 0,1 Milligramm Clobazam pro Kilogramm Körpergewicht. Diese wird in weiterer Folge, je nach individuellem Ansprechen auf die Behandlung, schrittweise angehoben. Manchmal verschreiben Mediziner den Saft auch jugendlichen und erwachsenen Patienten (z.B. bei Schluckstörungen).
Bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sind niedrigere Anfangsdosen und eine allmähliche Dosiserhöhung unter sorgfältiger ärztlicher Beobachtung erforderlich (siehe Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“). geringe Anfangsdosis, schrittweise Dosissteigerung unter sorgfältiger Überwachung.
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Art der Anwendung: Arzneimittel zum Einnehmen. Das Arzneimittel kann sich während der Lagerung absetzen. Schütteln Sie die Flasche vor der Anwendung gut. Verwenden Sie die mitgelieferte Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen zur Einnahme der erforderlichen Dosis Bei Einnahme von Arzneimitteln wie Clobazam Desitin dürfen Sie ein anderes Arzneimittel, das Clobazam enthält, nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen. Clobazam kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
Gegenanzeigen von Clobazam
Clobazam darf man im Allgemeinen in folgenden Situationen nicht anwenden:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe. Clobazam Desitin darf nicht angewendet werden: bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Benzodiazepine, Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) (E 218) oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Alkoholmissbrauch, auch wenn er schon längere Zeit zurückliegt.
- Arzneimittelmissbrauch, auch wenn er schon längere Zeit zurückliegt.
- Drogenabhängigkeit, auch wenn sie schon längere Zeit zurückliegt.
- Myasthenia gravis (Erkrankung des Nervensystems mit Muskelerschlaffung). Clobazam Desitin darf nicht angewendet werden bei Patienten mit Myasthenia gravis (Risiko der Verschlimmerung der Muskelschwäche).
- Atemschwäche. Clobazam Desitin darf nicht angewendet werden bei Patienten mit schwerer Ateminsuffizienz (Risiko der Verschlechterung).
- Schlafapnoe-Syndrom (kurzzeitiger Atemstillstand während des Schlafes). Clobazam Desitin darf nicht angewendet werden bei Patienten mit Schlafapnoe-Syndrom (Risiko der Verschlechterung).
- Stark eingeschränkte Leberfunktion. Clobazam Desitin darf nicht angewendet werden bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Risiko des Auslösens einer Enzephalopathie).
- Akute Vergiftungen, durch Alkohol oder Substanzen, die auf das zentrale Nervensystem wirken.
- Stillzeit. Clobazam Desitin darf nicht angewendet werden bei stillenden Frauen. Geht in die Muttermilch über.
- Bei Kindern unter zwei Jahren (wegen unzureichender Datenlage). Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren: Das Arzneimittel sollte in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Benzodiazepine dürfen Kindern nicht ohne sorgfältige Einschätzung der Notwendigkeit ihrer Anwendung gegeben werden.
Nebenwirkungen von Clobazam
Typische Nebenwirkungen von Clobazam sind Müdigkeit, Schläfrigkeit, Schwindel und Sehstörungen. Auch Benommenheit, Muskelschwäche und Verdauungsstörungen treten vergleichsweise oft auf.
- Gewichtszunahme
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Müdigkeit
- Schläfrigkeit
- Benommenheit, vor allem am nächsten Tag
- Verwirrtheit
- Koordinationsstörung, wie z.B.: Gangunsicherheit
- Sehstörungen, wie: Doppeltsehen, Augenzittern
- Atemdepression. Insbesondere Patienten mit vorbestehender Beeinträchtigung der Atemfunktion (z. B. Bronchialasthma) oder Patienten mit Hirnschädigungen: Auftreten oder verschlimmern einer Ateminsuffizienz. Atemschwäche, vor allem bei bestehender Atemwegsobstruktion und bei hirnorganischen Veränderungen
- Sonderbare (paradoxe) Reaktionen, wie: Schlaflosigkeit, Angstzustände, Erhöhter Muskeltonus (Spannungszustand des Muskels), Aggressives Verhalten, Reizbarkeit, Albträume, Erregung, Unruhe, Halluzinationen, Psychosen, Selbstmordgedanken, Sprachstörungen, Störungen der Sexualfunktion. Insbesondere bei älteren Menschen und Kindern: paradoxe Reaktionen wie Unruhe, Reizbarkeit, Ein- und Durchschlafstörungen, akute Erregungszustände, Angstzustände, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wutanfälle, Albträume, Halluzinationen, psychotische Reaktionen, suizidale Tendenzen oder häufige Muskelspasmen.
- Demaskierung vorbestehender Depression
- Mundtrockenheit, Obstipation, Appetitverlust, Übelkeit
- Sehr seltenen: Hautreaktionen wie Ausschlag oder Nesselsucht. Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse
- Libidoverlust, anterograde Amnesie, unangemessenes Verhalten
- Muskelschwäche, Ataxie oder feinschlägiger Fingertremor, langsame oder undeutliche Sprache (Artikulationsstörungen), Unsicherheit beim Gang und Unsicherheit bei anderen motorischen Funktionen
- Sturz
Als Zusatzmedikation bei Epilepsie selten Ruhelosigkeit, Muskelschwäche.
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Auch bei richtiger Anwendung kann Clobazam das Reaktionsvermögen erheblich beeinträchtigen. In den ersten Tagen der Behandlung sollten Sie deshalb vorsichtshalber keine Kraftfahrzeuge führen und keine schweren Maschinen bedienen. Wirkt sich erheblich auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen aus. Sedierung, Amnesie, Konzentrationsstörungen und gestörte Muskelfunktionen können die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen negativ beeinflussen. Bei ungenügender Schlafdauer kann die Wahrscheinlichkeit einer beeinträchtigten Aufmerksamkeit zusätzlich erhöht sein.
Clobazam kann wie alle Benzodiazepine abhängig machen. Beim Absetzen können dann Entzugserscheinungen auftreten. Insbesondere bei längerer Anwendung Toleranz und physische und/oder psychische Abhängigkeit, bei Therapie-Abbruch: Entzugserscheinungen oder Rebound-Phänomen. Über Benzodiazepin-Missbrauch wurde berichtet.
Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie unerwünschte Begleiterscheinungen entwickeln oder vermuten.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Clobazam kann mit anderen dämpfend wirkenden Arzneimitteln in Wechselwirkung treten, darunter beispielsweise mit:
- Opioiden (starken Schmerzmitteln wie Morphin und Hydromorphon)
- Antipsychotika (Mittel gegen psychotische Symptome, z.B. Levomepromazin, Olanzapin und Quetiapin)
- Anxiolytika (Angstlöser wie Gabapentin und Pregabalin)
- älteren Allergiemittel (wie Diphenhydramin und Hydroxyzin)
- Alkohol: um 50% erhöhte Bioverfügbarkeit von Clobazam und verstärkte Clobazam-Wirkung. Nehmen Sie Clobazam nicht gemeinsam mit Alkohol ein. Anderenfalls kann sich seine Wirkung unvorhersehbar verändern und verstärken. Während der Behandlung mit Clobazam soll kein Alkohol konsumiert werden, da ansonsten das Nebenwirkungsrisiko steigt. Trinken Sie während der Behandlung mit Clobazam Desitin keinen Alkohol, weil das Risiko von Schläfrigkeit und anderen Nebenwirkungen erhöht ist. Alkoholgenuss soll während einer Dauerbehandlung möglichst vermieden werden. Gelegentlicher Alkoholkonsum in kleinen Mengen ist erlaubt, aber nicht zusammen mit dem Medikament.
- Zentral dämpfende Arzneimittel (Antipsychotika, Hypnotika, Anxiolytika/Sedativa, Antidepressiva, Narkoanalgetika, Antikonvulsiva, Anästhetika, sedierenden Antihistaminika): Verstärkung zentral dämpfender Wirkung.
- Narkoanalgetika: Verstärkung möglicher Euphorie, verstärkte Abhängigkeit möglich.
- Muskelrelaxanzien: Wirkungsverstärkung von Muskelrelaxanzien, Analgetika und Distickstoffmonoxid.
- Opioide: erhöhtes Risiko von Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod aufgrund einer additiven ZNS-dämpfenden Wirkung. Die gleichzeitige Anwendung von Clobazam Desitin und Opioiden (starke Schmerzmittel, Arzneimittel zur Drogenersatztherapie und einige Hustenmittel) erhöht das Risiko von Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression), Koma und kann lebensbedrohlich sein. Aus diesem Grund sollte die gleichzeitige Anwendung nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Wenn Ihr Arzt jedoch Clobazam Desitin zusammen mit Opioiden verschreibt, sollten die Dosis und die Dauer der gleichzeitigen Behandlung durch Ihren Arzt begrenzt werden. Informieren Sie Ihren Arzt über alle opioidhaltigen Arzneimittel, die Sie einnehmen, und halten Sie sich genau an die Dosierungsempfehlung Ihres Arztes. Es könnte hilfreich sein, Freunde oder Verwandte darüber zu informieren, bei Ihnen auf die oben genannten Anzeichen und Symptome zu achten. Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn solche Symptome bei Ihnen auftreten.
In der Zusatztherapie der Epilepsie kombinieren Mediziner Clobazam stets mit einem oder mehreren Antiepileptika. Wechselwirkungen mit diesen Wirkstoffen sind daher von besonderer Bedeutung:
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- Antikonvulsiva (z. B. Phenytoin, Valproinsäure): Veränderte Plasmakonzentration der Antikonvulsiva; Zunahme der Biotransformation von Clobazam zum aktiven Metaboliten N-Desmethylclobazam (N-CLB) durch Phenytoin und Carbamazepin möglich; Stiripentol erhöht Clobazam- und N-CLB-Plasmaspiegel durch CYP3A- und CYP2C19-Hemmung. Valproinsäure und Phenytoin, deren Blutspiegel durch Clobazam ansteigen kann.
- Phenytoin, das den Abbau von Clobazam beschleunigt.
- Stiripentol und Cannabidiol, die den Abbau von Clobazam verzögern.
- CYP2C19-Inhibitoren (starke Inhibitoren: z.B. Fluconazol, Fluvoxamin, Ticlopidin; moderate Inhibitoren: z.B. Omeprazol): Clobazam- und N-CLB-Anstieg möglich. Clobazam wird in der Leber über das Cytochrom-P450 Enzym 2C19 (CYP2C19) abgebaut. Hemmstoffe dieses Enzyms verlangsamen deshalb die Ausscheidung des Wirkstoffes. Dann muss für gewöhnlich seine Dosis angepasst werden. Bekannte CYP2C19-Inhibitoren sind unter anderem: Fluconazol (Antipilzmittel), Fluvoxamin (Antidepressivum), Omeprazol, Esomeprazol (Mittel gegen Sodbrennen). CYP-450-Enzyminhibitoren (z.B. Cimetidin, Erythromycin): Verstärkung und Verlängerung der Clobazam-Wirkung möglich.
- CYP2D6-Substrate (z. B. Dextromethorphan, Pimozid, Paroxetin, Nebivolol): Clobazam ist ein schwacher CYP2D6-Inhibitor.
Clobazam verstärkt den Effekt von muskelentspannenden Medikamenten (Muskelrelaxanzien). Das kann vor allem bei älteren Patienten die Sturzgefahr erhöhen.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker über alle Medikamente (auch rezeptfreie und pflanzliche) sowie Nahrungsergänzungsmittel, die Sie (bzw. Ihr Kind) anwenden. So lassen sich im Vorfeld mögliche Wechselwirkungen abklären. Hinweise zu Wechselwirkungen finden Sie zudem in der Packungsbeilage des Clobazam-Medikaments.
Clobazam und Epidyolex (Cannabidiol)
Epidyolex mit dem Wirkstoff Cannabidiol (CBD) wird zusammen mit Clobazam bei Patienten ab 2 Jahren für die adjuvante Behandlung von Krampfanfallen, im Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS) oder dem Dravet-Syndrom (DS) angewendet. Epidyolex reduziert offenbar die neuronale Hyperaktivität zum einen durch Modulation von intrazellulärem Calcium über GPR55 (G-Protein-gekoppelter Rezeptor 55) und über TRPV1 (transient receptor potential cation channel subfamily V1), zum anderen durch Modulation von Adenosin-vermittelten Signalen durch Hemmung der zellulären Adenosinaufnahme über ENT-1 (equilibrativer Nukleosidtransporter 1).
Wenn Clobazam zusammen mit CBD angewendet wird, sollte bei Auftreten von Somnolenz oder Sedierung eine Verringerung der Clobazam-Dosis in Erwägung gezogen werden. Die Plasmakonzentrationen von CBD und dessen Wirksamkeit können durch starke CYP3A4-Induktoren wie Carbamazepin, Enzalutamid, Mitotan, Johanniskraut und/oder starke CYP2C19-Induktoren wie Rifampicin verringert werden. CBD ist ein Substrat für UGT1A7, UGT1A9 und UGT2B7. Es wurden keine formellen Arzneimittelwechselwirkungsstudien mit CBD in Kombination mit UGT-Inhibitoren durchgeführt. Bei gleichzeitiger Anwendung ist deshalb Vorsicht geboten.
Clobazam in der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nicht empfohlen. Begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Clobazam in der Schwangerschaft lieferten keinen Beleg für schwerwiegende Fehlbildungen beim Kind. Ungeachtet dessen wird die Anwendung in der Schwangerschaft nur dann empfohlen, wenn der zu erwartende Nutzen größer ist das das potenzielle Risiko.
Clobazam passiert die Plazenta. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt. Frauen im gebärfähigen Alter sollten über den Nutzen und die Risiken der Anwendung von Clobazam während der Schwangerschaft aufgeklärt werden. Fälle von verminderter fetaler Bewegung und fetaler Herzfrequenzvariabilität wurden bei Anwendung von Benzodiazepinen während des 2. und/oder 3. Trimesters der Schwangerschaft beschrieben. Wird Clobazam in der Spätphase der Schwangerschaft oder während der Geburt angewendet, sind Auswirkungen auf das Neugeborene, wie Atemdepression (einschließlich Atemnot und Apnoe), Zeichen von Sedierung, Hypothermie, verminderter Muskeltonus und Ernährungsschwierigkeiten (sog. "floppy infant syndrom") zu erwarten.
Wenn Sie sich Sorgen machen, ob Sie trotz Schwangerschaft ein Clobazam-Medikament anwenden sollten, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin.
Wichtige Hinweise zur Einnahme von Clobazam
- Hinweis: Achten Sie darauf, dass Sie stets das gleiche Clobazam-Arzneimittel verordnet bekommen, außer Ihr Arzt stimmt einem Wechsel auf ein anderes Clobazam-Arzneimittel zu. Wenn das Arzneimittel nicht so aussieht wie gewohnt oder die Dosierungsanweisung sich geändert hat, sprechen Sie so bald wie möglich mit Ihrem Arzt oder Apotheker, um sicherzustellen, dass Sie das richtige Arzneimittel erhalten haben.
- Abhängigkeit, Entzugssymptome und Gewöhnung: Sie können von Clobazam abhängig werden, wenn Sie es für eine längere Zeit oder in hohen Dosen einnehmen. Dies gilt insbesondere für Patienten, von denen ein früherer Alkohol- oder Arzneimittelmissbrauch bekannt ist. Das heißt, Sie meinen möglicherweise, dass Sie die Behandlung mit Clobazam fortsetzen müssen, um sich wohl zu fühlen (psychische Abhängigkeit). Sie sollten daher Clobazam nur so kurz wie nötig einnehmen. Wenn Sie Clobazam plötzlich absetzen, kann es zum Wiederauftreten von Symptomen, die ursprünglich zur Behandlung mit Clobazam geführt hatten, in verstärkter Form kommen. Dies sind Entzugssymptome; sie können durch eine schrittweise Dosisverringerung vermieden werden. Wenn Sie eine Abhängigkeit oder Entzugssymptomatik befürchten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Wird Clobazam zur Therapie von epileptischen Anfällen für eine längere Zeit angewendet, besteht die Möglichkeit, dass die Wirksamkeit nachlässt (durch Entwicklung einer Toleranz gegenüber dem Arzneimittel). Wenn Sie meinen, dass Clobazam Ihnen nicht mehr hilft, Ihre Symptome zu kontrollieren, sprechen Sie bitte hierüber mit Ihrem Arzt. Er/sie schlägt möglicherweise vor, dass Sie das Arzneimittel für kurze Zeit absetzen. Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Achtung: Wenn Sie das Arzneimittel über längere Zeit anwenden, kann sich der Körper daran gewöhnen und Sie brauchen evtl. eine immer höhere Dosierung, damit Sie eine Wirkung spüren.