Die Corona-Impfung ist ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie. Viele Menschen, insbesondere Migränepatienten, haben jedoch Bedenken hinsichtlich möglicher Auswirkungen der Impfung auf ihre Kopfschmerzen. Dieser Artikel fasst die aktuellen Erkenntnisse und Erfahrungen zusammen, um Betroffenen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten.
Einführung
Seit dem Beginn des Jahres 2020 hat sich die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 verursachte Infektionskrankheit Covid-19 pandemisch nahezu weltweit ausgebreitet. Neben Verhaltensregeln ist die seit Dezember 2020 verfügbare Impfung eine der wichtigsten Gegenmaßnahmen zur Weiterverbreitung des Virus. Am 22.12.2020 erteilte nach der Zulassung durch die EU-Kommission das Paul-Ehrlich-Institut die erste Freigabe eines Impfstoffs in Deutschland.
Kopfschmerzen als mögliche Impfreaktion
Kopfschmerzen können, wie bei anderen Impfungen auch, bei über 50 % der Geimpften auftreten. Die Internationale Kopfschmerzklassifikation ICHD-3 klassifiziert bisher keine Kopfschmerzen, die sich im Zusammenhang mit einer Impfung entwickeln. Eine internationale Forschergruppe der Schmerzklinik Kiel, des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und der Universität Sharjah, Vereinigte Arabische Emirate, analysiert diese Kopfschmerzen erstmals präzise über eine Online-Erhebung. An der Studie kann jeder teilnehmen, der Kopfschmerzen nach einer CoViD-19 Impfung verspürt hat. Die Studie ist anonym. Ein zustimmendes Votum der Ethik-Kommission der Medizinischen Fakultät der Universität Kiel liegt vor. Die Teilnahme dauert ca. 10 Minuten.
Unterscheidung zwischen Impfreaktion und schwerwiegenden Komplikationen
Kopfschmerzen, die in der Folge einer Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca auftreten, sind meist Symptom einer banalen Impfreaktion. Selten können sie auf einer schwerwiegenden Impfkomplikation in Form einer potenziell letal verlaufenden Sinusvenenthrombose (SVT) beruhen.
SVT sind eine seltene, nicht immer leicht zu diagnostizierende Ursache für sekundäre Kopfschmerzen, da sie sich klinisch sehr unterschiedlich manifestieren können und auch einen sehr variablen Verlauf aufweisen können. Ihre Inzidenz wird auf ca. 1-2/100.000 pro Jahr geschätzt, wobei viele Autoren von einer erheblichen Dunkelziffer durch blande Verläufe ausgehen. Am häufigsten erkranken Frauen im jungen bis mittleren Alter. Bei der überwiegenden Zahl Betroffener lässt sich ein klassischer Risikofaktor für eine Thrombose erfragen. SVT betreffen meist die kortikalen Venen und die großen Sinus, seltener die inneren Hirnvenen oder den Sinus cavernosus. Am häufigsten ist der Sinus transversus betroffen, gefolgt vom Sinus sigmoideus und vom Sinus sagittalis superior. Die klinischen Symptome beruhen auf dem gestörten venösen Rückstrom mit erhöhtem intra-kraniellen venösem Druck, vasogenem Ödem, venösen Infarkten und Stauungsblutungen.
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Symptome und Diagnose einer Sinusvenenthrombose (SVT)
Kopfschmerzen sind das häufigste und in der Regel erste klinische Symptom einer SVT. Es gibt allerdings kein pathognomonisches oder für die SVT typisches Kopfschmerzsyndrom. Meist nimmt der Schmerz allmählich und undulierend über wenige Tage oder sogar Wochen an Intensität zu. Er kann sogar auch in Form eines Donnerschlagkopfschmerzes ganz abrupt einsetzen. In aller Regel ist der Schmerz anhaltend und spricht nicht suffizient auf einfache Schmerzmittel und nicht-steroidale Antirheumatika an. Valsalva-Manöver oder Bücken führt häufig zur Zunahme der Schmerzen. Nur bei fünf bis 30 Prozent der Patienten kommt es initial nicht zu Kopfschmerzen. Dies ist etwas häufiger bei Patienten im höheren Alter, bei Männern und bei rein kortikalen Thrombosen.
Weitere häufige Symptome einer SVT sind bei ca. 45 Prozent der Patienten Übelkeit sowie, in Abhängigkeit von der Lokalisation, der Schwere und dem Verlauf der Thrombose, flüchtige oder anhaltende neurologische Ausfallsymptome wie Lähmungen (in Fallserien bei 32 bis 59 Prozent), Sehstörungen (Verschwommensehen), Sprachstörungen oder Sensibilitätsstörungen. Ist der Sinus cavernosus betroffen ist der Schmerz periorbital betont, es kann zur Proptosis und Doppelbilder durch Ausfälle des N. oculomotorius, des N. abducens oder N. trochlearis kommen. Fokale und sekundär generalisierte epileptische Anfälle wurden in den meisten Fallserien bei einem Drittel bis der Hälfte der Patienten, vereinzelt sogar öfter berichtet. Sind die inneren Hirnvenen betroffen, kommt es zum Ödem und Infarkten in den Basalganglien und es können auch Mutismus, Verwirrtheit und Vigilanzstörungen auftreten. Komplikationen einer SVT sind meist lokal zerebral in Form venöser Infarkte und Blutungen. Seltener kommt es auch zu subduralen und subarachno-idalen Einblutungen. Diese führen zusammen mit dem im Verlauf zunehmenden vasogenen Ödem zu den klinischen Hirndruckzeichen, neurologischen Herdzeichen und zum Teil schwer kontrollierbaren Anfällen.
Wann besteht ein begründeter Verdacht auf eine SVT?
Allein die Klage über neu aufgetretene, bislang so nicht bekannte Kopfschmerzen, kann unabhängig von deren Lokalisation bereits ein Hinweis auf eine SVT sein. Der Verdacht erhärtet sich, wenn der Kopfschmerz nicht gut auf Akutschmerzmittel anspricht, im Verlauf über Tage zunehmend heftiger wird und mehr als drei Tage anhält. Bestehen zudem Risikofaktoren für eine Thrombose (siehe Tabelle) erhöht sich die Wahrscheinlichkeit weiter. Bei den SVT in der Folge der Impfung hat sich allerdings gezeigt, dass die Thrombosen auf einem Immunmechanismus mit Thrombozytopenie beruhen. Deswegen spielen in dieser speziellen Konstellation die klassischen Risikofaktoren eher keine Rolle, sondern es ist zusätzlich auf Blutungsstigmata zu achten. Der Verdacht auf eine SVT ist dann hochgradig, wenn fokalneurologische Symptome, epileptische Anfälle, quantitative oder qualitative Bewusstseinsstörungen hinzukommen.
Besteht der klinische Verdacht auf eine SVT muss umgehend Schnittbildgebung mit Darstellung der Venen und Sinus mittels venöser CT-Angiografie (CTA) oder MR-Angiografie (MRA) erfolgen. Anhand einer alleinigen nativ cCT oder cMRT ist der Ausschluss einer SVT nicht mit der erforderlichen Sensitivität möglich. Mit der nativ CT können allenfalls komplizierende Blutungen mit hoher Sensitivität detektiert werden, nicht jedoch die Thrombose selbst. Die Beurteilung, ob ein Ödem vorliegt, ist gerade bei jungen Patienten ohne Parenchymatrophie oft schwierig. Die Beurteilung von MRT-Bildern ist komplex, da das Signalverhalten eines Thrombus von dessen Alter abhängt. Daher werden bei Verdacht auf eine SVT die Kombination besonderer Sequenzen und in der Regel auch die Darstellung in verschiedenen Schichtorientierungen erforderlich. Der direkte Nachweis des Thrombus gelingt meist mit T1-, T2*- oder SWI (susceptibility weighted imaging)- gewichteten Sequenzen. Für den Nachweis von Blutungen sind zudem besondere häm-sensitive Sequenzen erforderlich. Die venöse MRA ist der venösen CTA bei der Darstellung rein kortikaler Thrombosen überlegen. Sie ist zudem im jüngeren Lebensalter oder bei bestehender Schwangerschaft wegen der fehlenden Strahlenbelastung zu empfehlen. Grundsätzlich empfiehlt es sich bei der Anforderung von bildgebender Diagnostik die klinische Verdachtsdiagnose SVT explizit zu benennen, damit mit entsprechend gezielten Sequenzen einschließlich einer venösen Gefäßdarstellung untersucht wird.
Die Bestimmung der D-Dimere ist im Allgemeinen nicht als Suchtest geeignet, um mit ausreichender Sensitivität eine SVT auszuschließen oder den klinischen Verdacht zu erhärten. Die Wahrscheinlichkeit für ein falsch negatives Ergebnis ist gerade bei den Patienten, die ausschließlich über Kopfschmerzen klagen, die nicht das klinische Vollbild aufweisen oder bereits seit mehr als einer Woche unter Beschwerden leiden, besonders hoch. In einer relativ aktuellen Metaanalyse lag die gewichtete mittlere Sensitivität der D-Dimere bei Patienten, die ausschließlich Kopfschmerzen hatten bei 81,6 Prozent: Zwölf von 62 Patienten mit SVT hatten normale D-Dimere.
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Studienergebnisse zu Kopfschmerzen nach COVID-19-Impfung
In den beiden Publikationen zu den Studien der Phase I bis III geht hervor, dass Kopfschmerzen in Folge der Impfung in allen Altersgruppen am häufigsten am Tag der Impfung und den zwei Folgetagen auftraten. Insgesamt hatten 52,6 Prozent der Geimpften und 39 Prozent der Kontrollgruppe Kopfschmerzen. Kopfschmerzen waren in der Altersgruppe 18 bis 55 Jahre am häufigsten und in der Altersgruppe ≥ 70 Jahre am wenigsten häufig. Es kam nach der zweiten Impfung seltener zu Kopfschmerzen als nach der Erstimpfung.
Die ganz überwiegende Zahl der Kopfschmerzen wurde als mild, das heißt über weniger als 48 Stunden anhaltend, ohne Beeinträchtigung bei Alltagsaktivitäten und ohne Behandlungsbedürftigkeit eingestuft. Mäßige Kopfschmerzen mit einer leichten bis mäßigen Einschränkung bei den Aktivitäten, die keine oder nur eine minimale Intervention erforderten, traten deutlich seltener auf. In den Studien wurde über fast keine als schwerwiegend eingestufte Kopfschmerzen berichtet. Wichtig ist, dass bei keinem Patienten andere neurologische Reiz- oder Ausfallsymptome, wie epileptische Anfälle, Herdzeichen oder Bewusstseinsstörungen als Impfreaktion auftraten. Weitere typische systemische Impfreaktionen waren Abgeschlagenheit (bei Geimpften 53,1 Prozent; Kontrollen: 38,2 Prozent) und Krankheitsgefühl (Geimpfte: 44,2 Prozent; Kontrollen: 20,2 Prozent).
Gemäß den ersten publizierten Daten zu SVT in der Folge des AstraZeneca-Impfstoffs traten die Thrombosen vier bis 16 Tage nach der Impfung auf. Pathophysiologisch handelte es sich um eine prothrombotische Immunthrombozytopenie. Der immun-vermittelte Mechanismus ähnelt dem einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie (HIT). Aus diesem Grund ist nach Einschätzung der Experten davon auszugehen, dass Patienten mit einer Thrombose in der Vorgeschichte oder bekannter Thrombophilie kein erhöhtes Risiko haben, an dieser Impfkomplikation zu erkranken.
Empfehlungen für Migränepatienten vor und nach der Impfung
Aufgrund der dargelegten Erfahrungen mit dem Impfstoff gelten derzeit folgende Empfehlungen:
- Grippeartige Symptome, wie Gliederschmerzen, Muskelschmerzen oder Kopfschmerzen, die nach der Impfung ein bis zwei Tage anhalten, sind nicht besorgniserregend.
- Warnsymptome sind nach mehr als drei Tagen nach der Impfung auftretende oder über mehr als drei Tage anhaltende Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Kurzatmigkeit oder akute Brustschmerzen. Dann sollte die Indikation für weitere laborchemische Diagnostik (Differenzialblutbild, Blutausstrich, D-Dimere) großzügig gestellt und gegebenenfalls auch bildgebende Diagnostik (siehe oben) zur Frage nach Vorliegen einer Thrombose angefordert werden.
- Jedes Auftreten von epileptischen Anfällen, neurologischen Herdzeichen oder klinischer Zeichen einer Thrombozytopenie erfordert umgehend die entsprechende Diagnostik und stationäre Einweisung.
Umgang mit Migräne und Medikamenten
Die Schmerzklinik Kiel erreicht täglich hunderte Anfragen zu einem möglichen Zusammenhang zwischen einer Impfung gegen Covid-19 und dem Vorgehen bei einer parallel bestehenden Migränebehandlung. Es gibt aktuell keine Datengrundlage, dass die Migränebehandlung die Wirksamkeit oder Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe beeinträchtigt. Es gibt bisher keine Daten, die zeigen, dass die durch den Impfstoff gebildeten Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Spike-Protein das Medikament Onabotulinumtoxin A unwirksam machen würden.
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Abstand zwischen Impfung und Migräneprophylaxe: Da im Einzelfall auch ausgeprägte Nebenwirkungen auftreten können, empfehlen wir zur Vermeidung additiver Effekte bzgl. der Nebenwirkungen (Summation von Nebenwirkungen beider Arzneimittel) einen möglichst großen Abstand zwischen der Impfung gegen Covid-19 und der Gabe von monoklonalen Antikörpern zur Migränevorbeugung einzuhalten. Da die Gabe der monoklonalen Antikörper zur Migränevorbeugung in der Regel im Abstand von vier Wochen erfolgt, entspricht dies einem möglichen Abstand von 14 Tagen.
Behandlung von Kopfschmerzen nach der Impfung: Treten Kopfschmerzen nach der Impfung auf, können diese mit Aspirin, Ibuprofen oder Paracetamol behandelt werden. Treten Migräneattacken nach der Impfung auf, können diese wie sonst auch mit der empfohlenen Akutmedikation behandelt werden.
Die Perspektive der American Migraine Foundation
Viele Betroffene mit Migräne machen sich Gedanken, ob sie sich impfen lassen sollen, denn sie haben Angst vor den Kopfschmerzen nach (Booster-)Impfung. Die American Migraine Foundation hat die wichtigsten Fragen zur Covid-19-Impfung in Zusammenhang mit Migräne beantwortet und diese Erkenntnisse werden hier zusammengefasst.
Häufig gestellte Fragen und Antworten
- Kann ich durch den Impfstoff COVID-19 bekommen? Nein, denn COVID-19-Impfstoffe enthalten keine lebenden Viren und können somit die Krankheit nicht hervorrufen.
- Sollte ich mich lieber nicht impfen lassen, da ich bereits häufig unter Kopfschmerzen & Migräne leide? Es ist richtig, dass bei einer Impfung Nebenwirkungen auftreten können. Dabei handelt es sich jedoch größtenteils um ganz normale Impfreaktionen wie Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Fieber und Schüttelfrost. Diese Symptome spiegeln die anfängliche Immunantwort des Körpers auf den Impfstoff wider.
- Wenn ich von der ersten Dosis Kopfschmerzen bekomme, sollte ich dann die zweite Dosis auslassen oder verschieben? Alle drei aktuell in Deutschland zugelassenen Impfstoffe erfordern zwei Dosen, um eine optimale Immunität und einen Schutz gegen eine COVID-19-Infektion zu erreichen.
- Wird der Impfstoff die Wirkung meiner CGRP-Antikörper blockieren oder können diese Medikamente verhindern, dass der Impfstoff mich vor COVID-19 schützt? In den klinischen Studien zum Impfstoff durften die Teilnehmer:innen innerhalb von zwei Wochen vor oder nach der Verabreichung des COVID-Impfstoffs keine anderen Impfstoffe erhalten. Wechselwirkungen mit den monoklonalen CGRP-Antikörper-Behandlungen bei chronischer Migräne wurden daher nicht untersucht. Daher sollten Patient:innen den Zeitpunkt der CGRP-Injektionen vor und nach der Impfung mit ihren Ärzt:innen besprechen.
- Gibt es Wechselwirkungen mit der COVID-19-Impfung, wenn ich Botox®-Injektionen zur Behandlung meiner chronischen Migräne erhalte? Auch hier vermuten Botox-Spezialist:innen, dass der Impfstoff die Wirksamkeit von Botox® möglicherweise abschwächen könnte. Daher sollten auch hier Patient:innen den Zeitpunkt der Botox®-Injektionen mit ihren Ärzt:innen besprechen.
- Darf ich die als Impfreaktion auftretenden Kopfschmerzen mit Medikamenten behandeln? Treten Kopfschmerzen als Teil der Impfreaktion auf, wird davon abgeraten, vor oder innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Impfung rezeptfreie Medikamente wie Paracetamol, Ibuprofen oder Aspirin einzunehmen. Diese Medikamente können die Immunreaktion auf den Impfstoff verringern.
- Darf ich die Migräne mit meinen üblichen Medikamenten behandeln, wenn ich am Abend nach der Impfung Migräne bekommen könnte? Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass migränespezifische Medikamente wie Triptane, Ditane oder Gepants die Wirksamkeit des Impfstoffs verringern würden.
- Kann der Impfstoff lang anhaltende Kopfschmerzen verursachen? Der Impfstoff kann nicht dazu führen, dass du eine COVID-19-Infektion entwickelst, und wenn du dich nicht impfen lässt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken. Und somit eben auch die Möglichkeit, anhaltende Kopfschmerzen und andere Komplikationen zu entwickeln.
Fazit der American Migraine Foundation
Migräne und evtl. eingenommene Akut- oder Prophylaxe-Medikamente sprechen auf jeden Fall nicht gegen eine Impfung. Je mehr Leute sich impfen lassen, desto eher erreichen wir die sogenannte Herdenimmunität und haben die Chance wieder einen Alltag mit Treffen mit Freunden, zur Arbeit, Uni oder Schule gehen, Indoor-Sport, Konzerten, Partys, Reisen etc. zu leben. COVID-19 kann lebensbedrohlich sein und mit Langzeitschäden einhergehen.
Migräne-Verschlechterung nach COVID-19 und COVID-19-Impfung
In der klinischen Praxis berichten Patienten bisweilen über eine Verschlechterung der Migräne als Folge einer COVID-19-Impfung oder nach einer SARS-CoV-2-Infektion. Bislang fehlten jedoch Analysen zu einem solchen Zusammenhang.
Wissenschaftler luden Migränepatienten, welche in einer spanischen Kopfschmerzklinik behandelt wurden, zu einer Online-Umfrage ein. Im Rahmen der Studie wurden demografische Daten sowie Informationen zu SARS-CoV-2-Infektionen und Impfungen erfasst. Von 550 Studienteilnehmern gaben 44,9 % (247/550) an, mindestens einmal an COVID-19 erkrankt zu sein. 83,3 % der Teilnehmer (458/550) waren gegen das neue Coronavirus geimpft. 61 Probanden berichteten über eine Verschlechterung ihrer Migränesymptome seit der Coronavirus-Infektion, 52 Probanden berichteten über eine Verschlechterung seit der Impfung. Digitale Tagebucheinträge zu konkreten Coronavirus-Ereignissen konnten von 136 der 550 Patienten analysiert werden, von denen 38,2 % zum Zeitpunkt einer Coronavirus-Infektion (52/136) und 39,7 % zum Zeitpunkt einer COVID-19-Impfung (54/136) berichteten. Die vorläufigen Daten deuten darauf hin, dass sowohl eine SARS-CoV-2-Infektion als auch eine COVID-19-Impfung eine vernachlässigbare Rolle bei der Verschlechterung der Migräne spielt.
Post-COVID-Kopfschmerz als Herausforderung
Kopfschmerzen sind ein häufiges Symptom von fieberhaften, viralen Infekten wie COVID-19 und können auch über die akute Erkrankung hinaus persistieren oder nach einer COVID-19-Impfung auftreten. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass bei der Entstehung von Post-COVID-Kopfschmerzen und Migräne entzündliche Prozesse und das angeborene Immunsystem von Bedeutung sind.
Bei Patientinnen und Patienten mit einer Kopfschmerzvorgeschichte wie Migräne treten Kopfschmerzen während und nach einer akuten COVID 19-Erkrankung intensiver und länger auf. Die Schmerzintensität während der akuten Erkrankung scheint der wichtigste Prädiktor für die Kopfschmerzdauer im folgenden Verlauf zu sein.
Interessanterweise zeigte sich in einigen Untersuchungen, dass das frühe Auftreten von Kopfschmerzen im Prodromalstadium einer SARS-CoV-2-Infektion mit einer besseren Prognose der COVID-Erkrankung korrelierte. Kopfschmerzen nach einer COVID-19-Impfung waren sogar mit einer robusteren Immunantwort assoziiert, was darauf hindeutet, dass der physiologische Mechanismus komplex ist.
Was hilft gegen Impfkopfschmerzen?
Ob Kopfschmerzen nun als Reaktion der Impfung auftreten oder zum Beispiel durch Anspannung oder Verspannung, die Gegenmaßnahmen sind fast dieselben. Der große Vorteil bei Impfkopfschmerzen ist, dass sie zumeist schnell wieder verschwinden, manchmal innerhalb von ein paar Stunden.
Medikamentöse Behandlung
Forscher der Schmerzklinik Kiel, des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein sowie der Universitäten Riyadh und Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate) haben herausgefunden, dass es sich hierbei offenbar um eine neue Art von Kopfschmerzen handelt, die sich in der Regel besonders effektiv mit klassischen Schmerzmitteln wie z. B. Aspirin® (Wirkstoff: Acetylsalicylsäure) oder Aktren (Wirkstoff: Ibuprofen) behandeln lassen. Die Aspirin® Tablette ist hier besonders schnell wirksam durch die MicroAktiv-Technologie. Das heißt, dass sich die Tablette durch einen zusätzlich enthaltenen Zerfallsbeschleuniger sehr schnell auflöst und der Wirkstoff entsprechend rasch vom Körper aufgenommen wird. Bei den plötzlich einsetzenden Impfkopfschmerzen erweist sich die Aspirin® Tablette daher als schnelle und effektive Hilfe. Dabei bleibt sie gut verträglich, was durch klinische Studien belegt ist.
Weitere Maßnahmen zur Linderung von Kopfschmerzen
Wie so oft ist die Kombination mehrerer Gegenmaßnahmen das Beste, was man gegen Schmerzen im Allgemeinen tun kann.
- Ruhe: Nichts befeuert den Schmerz im Kopf mehr als Lärm, Stress und Unruhe. Betroffene sollten sich zurückziehen, für Ruhe sorgen und sich etwas hinlegen. Nicht auf den Bildschirm schauen, denn das strengt an. Eine Reizabschirmung ist wichtig, um andere Gegenmaßnahmen wirksam nutzen zu können.
- Entspannende Massagen: Sanfte Massagen der Schläfen regen die Durchblutung an und wirken dem Schmerz im Kopf entgegen. Auch eine Massage der Nasenwurzel kann entspannen und dabei helfen die Kopfschmerzen zu reduzieren.
- Verzicht auf Alkohol und Nikotin: Ein erhöhter Konsum von Alkohol und Nikotin kann dem Körper schaden, bei akuten Kopfschmerzen merkt man den Effekt aber besonders schnell.
- Frische Luft und Bewegung: Etwas Bewegung an der frischen Luft macht im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf frei. Hilfreicher Tipp: Während eines Spaziergangs aktiv auf die Atmung achten, tiefe Atemzüge machen und ganz bewusst und achtsam den Atem steuern. Sport bei Impfkopfschmerzen ist übrigens keine gute Idee.
Was sind Impfkopfschmerzen?
Der typische Impfkopfschmerz tritt rasch nach der Impfung auf und hält in der Regel nur kurze Zeit an. Er unterscheidet sich von der häufigsten Kopfschmerzart, den Spannungskopfschmerzen, als dass er nicht durch Verspannungen oder durch Stress auftritt. Nachvollziehbar gibt es keine Risikofaktoren, die zu diesen Kopfschmerzen führen. Sie treten plötzlich auf und ähneln stark einer kurzzeitigen Migräneattacke.
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