Die Neurologie in der Schweiz hat eine lange Tradition und zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht, die durch ihre Forschung und klinische Arbeit das Verständnis und die Behandlung neurologischer Erkrankungen maßgeblich beeinflusst haben. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser herausragenden Neurologen, ihre Leistungen und ihren Beitrag zur Weiterentwicklung der Neurowissenschaften.
Historische Perspektive und Nobelpreise
Die Relevanz neurologischer Themen im Kontext des Nobelpreises zeigte sich bereits im ersten Jahrzehnt der Preisverleihung. Im Jahr 1906 ging der erste Nobelpreis für neurowissenschaftliche Forschungen an Camillo Golgi und Santiago Ramon y Cajal für ihre Arbeiten zur Struktur des Nervensystems. In den folgenden Jahrzehnten traten vermehrt auch Neurochirurgen in den Vordergrund, insbesondere Harvey Cushing, der zwischen 1917 und 1939 insgesamt 38 Mal nominiert wurde.
Ein Forschungsprojekt an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf befasst sich mit der Geschichte des Nobelpreises, um verschiedene Definitionen von Exzellenz in den Wissenschaften zu analysieren. Der Preis und seine Vergabeprozesse werden dabei als stellvertretend für Ergebnisse und Abläufe der Aushandlung von wissenschaftlicher Exzellenz begriffen. Nobelpreisnominierungen sind ideale Quellen, um mehr über den Ruf einzelner Forscher und aktuelle Forschungstrends zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erfahren. Eine Übersicht über die zwischen 1901 und 1950 nominierten Neurologen aus fünf europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Russland) benannte Gründe, warum einige der nominierten Neurologen den Nobelpreis am Ende nicht erhielten. So argumentierten Mitglieder der Preisjury beispielsweise, dass Hitzigs Arbeiten über die Lokalisationslehre „zu alt“ und Babinskis Forschungsinteressen zu disparat gewesen seien.
Auch die Neurologen Heinrich Quincke, Wilhelm Erb, Paul Flechsig, Franz Nissl, Cécile Vogt, Oskar Vogt und Hans Berger wurden für den Preis nominiert.
Otfrid Foerster: Ein Pionier der Neurochirurgie
Unter den deutschen Neurowissenschaftlern stechen insbesondere Otfrid Foerster und Heinrich Quincke heraus: Beide wurden 17 Mal für den Nobelpreis nominiert. Während über Quincke als Nobelpreiskandidat - er wurde dabei v. a. als Erfinder der Lumbalpunktion inszeniert - bereits eine Publikation vorliegt, gibt es bisher keine detaillierte Studie über die Nobelpreisnominierungen für Otfrid Foerster.
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Otfrid Foerster wurde am 09.11.1873 in Breslau geboren, studierte von 1892 bis 1896 an den Universitäten Freiburg, Kiel und Breslau Medizin und wurde 1897 in seiner Heimatstadt promoviert. Seine fachärztliche Weiterbildung in der Neurologie absolvierte er unter anderem bei Carl Wernicke. Wernickes neuroanatomische Arbeiten prägten Foersters Bestrebungen, Neuroanatomie, Neurophysiologie und klinische Neuropathologie zu verbinden. Seine Forschungen zum Rückenmark führten ihn ab 1908 dazu, in diesem Bereich auch operativ tätig zu werden. Er entwickelte die „dorsale Rhizotomie“, um die spastische Tonussteigerung bei Schädigungen der Rückenmarkswurzeln zu mindern - diese Methode ist seither nach ihm benannt.
Foerster habilitierte sich 1903 für Neurologie und Psychiatrie mit einer Arbeit über Koordinationsstörungen. Zusammen mit Wernicke veröffentlichte er in jenem Jahr auch einen fotografischen „Atlas des Gehirns“. Auf Wernickes Vorschlag verbrachte Foerster zwei Jahre im Ausland, in Paris und in der Schweiz. 1911 wurde er leitender Arzt der Nervenabteilung des Allerheiligen-Hospitals, 1917 erhielt er dort als Honorarprofessor ein persönliches, auf ihn zugeschnittenes Ordinariat für Neurologie, eines der ersten in Deutschland.
Seine Reputation wurde dadurch unterstrichen, dass er ab 1925 erster Vorsitzender der Gesellschaft Deutscher Nervenärzte war und eine Vielzahl von Auszeichnungen erhielt, darunter 1935 während des 2. Internationalen Neurologenkongress in London die goldene Jackson-Gedächtnismedaille. Der mehrere Sprachen fließend sprechende Foerster war zweifelsohne international bekannt und in den angelsächsischen Ländern gut vernetzt. Regelmäßig besuchten ihn britische und amerikanische Neuroforscher. Er nahm eine Ausnahmestellung innerhalb der Neurologie ein, die dazu führte, dass er auf dem I. Internationalen Neurologenkongress in Bern 1931 eine von ihm selbst verfasste „Resolution an die Regierung der Weltstaaten“ verlas, in der er für die volle Anerkennung der Neurologie als eigenes akademisches Fach plädierte.
Otfrid Foerster wurde insgesamt 17 Mal für den Nobelpreis nominiert. Allgemeine Themen in den Nominierungen waren die Behandlung von Schmerzen, die Topik des peripheren Nervensystems, Querschnittssyndrome und Epilepsieforschung. Als spezifische Leistungen im Bereich der Neurochirurgie erwähnten die Nominatoren primär Foersters Forschung in den Jahren 1929 bis 1937, die sich in seinen Publikationen „Die Leitungsbahnen des Schmerzgefühles und die chirurgische Behandlung der Schmerzzustände“ und „Symptomatologie der Erkrankungen des Rückenmarks und seiner Wurzeln“ abbildete. Neben seinen Forschungsergebnissen wurden sein gesamtes Lebenswerk und seine von den Nominatoren geschätzte „Forscherpersönlichkeit“ als unterstützende Nominierungsgründe genannt. Er galt als ein „weit über den Rahmen seines Heimatlandes hinaus gewachsener zur internationalen Berühmtheit gelangter Forscher und Arzt“ und als „Begründer der modernen Neurochirurgie“.
Aktuelle Neurologische Expertise in der Schweiz
Die Schweiz bietet eine Vielzahl von hochqualifizierten Neurologen, die in Kliniken und Praxen tätig sind. Einige Beispiele sind:
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- Dr. med. (Standort unbekannt): Studium der Medizin und Promotion an der Universität Tübingen. Facharztausbildung in verschiedenen Kliniken, Oberarzt Neurologie RehaClinic Zurzach (Schweiz) 2000-2004. In eigener Praxis tätig seit 2004.
- Dr. med. (Standort unbekannt): Studium der Medizin und Promotion an der Universität Heidelberg. Facharztausbildung in verschiedenen Kliniken. In dieser Praxis tätig seit 2019.
- Dr. med. (Standort unbekannt): Studium der Medizin und Promotion an der Universität Hamburg. Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin, DEGUM-Zertifikat Stufe 1.
- Dr. med. (Standort unbekannt): Studium der Medizin und Promotion an der WWU Münster. Facharztausbildung in der neurologischen Klinik der München Klinik Harlaching sowie in der psychiatrischen Klinik der LMU München von 2014 bis 2020.
Diese Neurologen decken ein breites Spektrum an neurologischen Erkrankungen ab und bieten moderne diagnostische und therapeutische Verfahren an.
Top-Ärzte für Neurologie in der Schweiz (Auswahl)
Einige der in der Schweiz tätigen Professoren und Doktoren im Bereich der Neurologie sind:
- Prof. Dr. med. Evaldas Cesnulis
- Prof. Dr. med. Andreas Luft
- PD Dr. med. Ralf Kockro
- Prof. Dr. med. Renè Bernays
- Prof. Dr. med. Robert Reisch
- Prof. Dr. med. Adam Czaplinski
- Prof. Dr. med. Aminadav Mendelowitsch
- PD Dr. med. Ali Reza Fathi
- Dr. med. Leopold Zizlsperger
- Dr. Jean-Frèdèric Mall
- Dr. med. Daniel Zutter
- Dr. med. Claudia Baum
- Dr. med. M. Oechsner
- Dr. med. Stefan Schuko
- Dr. Fady Rachid
- Dr. med. Carlo Wilke
Diese Ärzte sind in verschiedenen Kliniken und Praxen in der Schweiz tätig und bieten ein breites Spektrum an neurologischen Behandlungen an.
Neurologische Praxis Zofingen: Ein Beispiel für regionale Versorgung
In der neurologischen Praxis Zofingen arbeiten Dr. med. Andreas Bock und Dr. med. Hans-Günther Frank zusammen. Sie sehen ihre Arbeit als Dienst an der Gesellschaft und für die Region und setzen sich für einen breiten Service für ihre Patient:innen ein, trotz zunehmender struktureller Herausforderungen.
Dr. Bock und Dr. Frank profitieren gegenseitig, und dies auf der ganzen Linie. Einerseits fachlich - sie haben jederzeit die Möglichkeit, komplexere Fälle zu besprechen und miteinander abzustimmen. Andererseits haben sie organisatorisch zu zweit enorme Vorteile. Sie können sich gegenseitig vertreten und so übers Jahr die Praxis meistenteils offen haben. Auch ist natürlich die Nutzung der Infrastruktur wesentlich effizienter, was zukünftig noch viel wichtiger werden wird. Auch persönlich lernen sie voneinander. Dr. Frank war bereits vor 20 Jahren einer von Dr. Bocks Lehrern und ist es in vielen Bereichen noch immer, worüber Dr. Bock sehr dankbar ist. Dafür darf Dr. Bock ihn gelegentlich mit Neuerungen «belästigen», wie z.B.
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Sie betreuen viele Patient:innen mit chronischen Grunderkrankungen, so gibt es immer einen Anteil, der rehabilitative Massnahmen benötigt. Von daher profitieren sie sicher von ihrem Vorwissen und den Abläufen in der Neurochirurgie und Neurorehabilitation.
Die Konsilien sind nicht immer gut planbar und diese müssen auch zeitnah durchgeführt werden. Hier arbeiten sie eng mit den Spitalsärzt:innen zusammen und auch mit den Neurolog:innen vom Kantonsspital Aarau. Wer da gerade Kapazität hat, macht das Konsil. Die Konsile sind natürlich eine Herausforderung, weil sie mehr Arbeit erfordern, aber sie machen auch Spass, weil die Arbeit ihr Spektrum erweitert.
Sie sind beide Mitglieder des Ärzteverbandes und des Spezialärztevereins Zofingen. Dies erleichtert die Versorgung der Patient:innen. Je besser man vernetzt ist, desto einfacher gestaltet sich die Gesundheitsversorgung. Der Ärzteverband hat das Ziel, dass sich Ärzt:innen vernetzen und austauschen können. Dieser hat auch einen politischen Einfluss - zumindest auf regionaler Ebene, da sich die Rahmenbedingungen verändern und der Druck für die Ärzt:innen immer mehr steigt. Oftmals lassen sich die Ärzt:innen auseinanderdividieren und treten nicht in einer Einheit auf - dem wollen sie entgegenwirken.
So, wie sich die weiteren Entwicklungen im Gesundheitssystem abzeichnen, werden sie sich darauf einstellen müssen, dass sie zukünftig für ihre Patient:innen noch weniger Zeit haben als bisher, die Betreuung wird dadurch natürlich nicht einfacher. Sie erleben oft eine Gratwanderung zwischen Kostendruck und administrativem Druck, der immer grös-ser wird. Auch die politischen Rahmenbedingungen verändern sich und es wird dadurch nicht leichter. Die Patient:innenzahlen steigen und in der Neurologie nehmen besonders die neurodegenerativen Erkrankungen zu. Andererseits nehmen auch die Erkenntnisse zu. Die Behandelbarkeit von einigen Krankheiten ist ganz anders als noch vor 10-20 Jahren und sie haben viel mehr zu tun. Gleichzeitig ist die Erwartungshaltung der Patient:innen und der Institutionen recht hoch und die Patient:innen sind immer besser informiert. Letztlich wird aus ihrer Sicht auch das Tarifsystem immer schwieriger.
Sie bieten auch Fahrtauglichkeitsprüfungen an. Die Fahrtauglichkeit bedeutet für viele Menschen Selbstständigkeit. Viele neurologische Erkrankungen bedrohen jedoch diese Freiheit. In der Regel bekommen sie die Zuweisungen vom Strassenverkehrsamt. Hier gibt es drei verschiedene Untersuchungskategorien - die 4. und letzte Beurteilungsstufe betrifft ausschliesslich das Institut für Rechtsmedizin. Manche Fahrer:innen kommen aber auch aus freien Stücken zu ihnen und sind dann recht zuversichtlich. Hingegen sind jene Fahrer:innen, die vorsorglich den Führerschein entzogen bekommen haben oder im Strassenverkehr aufgefallen sind, weniger begeistert.
Das ist leider ein Thema mit grosser Spannung. In der Neurologie sind sie sehr gut aufgestellt, sie haben klare Kriterien für Personen mit Epilepsie. Für Personen mit anderen Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson, Multipler Sklerose oder für solche mit hirnchirurgischen Eingriffen gibt es entsprechende Richtlinien, letztlich bleibt es jedoch stets ein individueller Entscheid. Die Vorgaben sind nicht in allen medizinischen Bereichen gleich gut definiert - beispielsweise im Bereich von Herz- und Kreislauferkrankungen. In der Schweiz werden ab dem 75. Lebensjahr regelmässige medizinische Kontrollen der Fahrzeuglenker:innen durchgeführt, die Sinnhaftigkeit wird ja zurzeit politisch hinterfragt, derartige gesetzliche Vorgaben gibt es nur in ganz wenigen Ländern. Manchmal stellt ein negatives Untersuchungsresultat eine Herausforderung dar, vor allem, wenn die betroffene Person uneinsichtig ist.
Technische Fortschritte wie z.B. selbstfahrende Autos, Robotik etc. werden zukünftig durchaus eine Erleichterung bringen.
Sie haben ein ausgezeichnetes Team, ihre Mitarbeiter:innen handeln sehr vorausschauend und verlässlich, das macht jeden Tag viel Freude. Darüber hinaus haben sie das Glück, dass sie eine Vielzahl von Zusatzuntersuchungen anbieten können, so gestaltet sich der Arbeitsalltag flexibel. Auch haben sie in der Neurologie eine hohe Variabilität an Grunderkrankungen, was sie ebenfalls sehr schätzen. Sie sind schon lange ein gutes Team, es gibt nur wenig Veränderung im Personal und sie fühlen sich fast schon wie eine Familie. Sie unterstützen ihre Mitarbeiter:innen hinsichtlich gesundheitsfördernder Massnahmen, Teamentwicklung, Coaching und sportlicher Aktivitäten.
Ihr Ziel ist es, weiterhin einen qualitativ hochwertigen Service für die Region anzubieten und ihren Dienst an der Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Sie glauben, dass die Entwicklung, alles zu zentrieren und die Versorgung nur in grossen Zentren sicherzustellen, rational und gesundheitspolitisch nachvollziehbar ist, andererseits geht hier viel an individueller und menschlicher Betreuung verloren, ein wertvolles Gut für ihre Patient:innen.
cereneo: Zentrum für Neurorehabilitation in der Schweiz
Das cereneo befindet sich in der Nähe der schweizer Stadt Luzern, nur 45 Autominuten entfernt. Das Zentrum konzentriert sich auf die Rehabilitation von Patienten mit Erkrankungen des Gehirns und Rückenmarks. Unter der Leitung von Prof. Andreas Luft bietet cereneo einen einzigartigen ganzheitlichen Ansatz in der Neurorehabilitation. Dr. Leopold Zizlsperger ist der medizinische Direktor am Klinikstandort Vitznau.
Cereneo setzt die neuesten Technologien ein, um Patienten die neuesten, wissenschaftlich fundierten Therapiemethoden erhalten. Das Therapieangebot umfasst unter anderem Schlucktherapie, Physio- und Ergotherapie sowie Neuropsychologie. Jeder Patient und seine persönlichen Ziele werden berücksichtigt.
Das Zentrum bietet auch Tele-Rehabilitation an, bei der die Therapie über digitale Kanäle erfolgt. Dies ermöglicht es Neurologen, mit entsprechenden Empfehlungen zu geeigneten Therapiemaßnahmen zu arbeiten. Eine stabile Internetverbindung ist dabei Voraussetzung. Cereneo bietet eine exklusive und intensive Behandlung seiner Kunden an und unterstützt die Klinik seine Patienten jederzeit bei Concierge- und Übersetzungsdiensten.
Hypnoseforschung in der Schweiz
Neurologen an der Universität von Genf haben herausgefunden, was bei Hypnotisierten im Gehirn passiert. Im Zustand tiefer körperlicher Entspanntheit und geistig dabei sehr rege kann man besser lernen, sein Unbewusstes besser verstehen und Strategien zur Bewältigung von Alltagsproblemen entwickeln. Sie erkunden, was während der tiefen Versunkenheit eigentlich genau im Gehirn vor sich geht, und suchen nach Genen, die die einen Menschen mehr, die anderen weniger hypnosefähiger sein lassen.
„Wir haben getestet, ob der Zustand der tiefen Entspannung unter Hypnose ein anderer ist, als wenn man sich ohne Hypnose entspannt“, erklärt Studienautor Yann Cojan. Die Versuchspersonen sollten sich im wachen oder im hypnotisierten Zustand vorstellen, sie sollten auf ein vorher verabredetes akustisches Signal hin ihre Hand entweder bewegen oder nicht bewegen. „Unsere Versuche zeigen, dass Hypnose den selbst-beobachtenden Prozess des Hirnes verstärken“, sagt Cojan. Die für die Bewegungssteuerung des Armes zuständigen Nervenzellen sind allerdings bei hypnotisierten Personen genauso aktiv wie bei wachen Menschen. Das lässt den Rückschluss zu, dass die Paralyse, die bei Hypnotisierten auftritt, weniger eine Hemmung dieser Motoneurone ist. Zudem sei auch während der Entspannung der Precuneus besonders aktiv. Diese Hirnregion ist seit etwa zehn Jahren bekannt und wird von einigen Forschern als ein besonders wichtiger Teil des „Bewusstseinsnetzes“ gefeiert. Dem Nervennetzwerk also, ohne das unsere Aufmerksamkeit und unser Selbstbewusstsein ausgelöscht sind. Damit ist zumindest eindeutig bestätigt, dass Hypnose mit Schlaf nicht viel zu tun hat - denn wenn wir schlafen, ist auch der Precuneus kaum aktiv. Auch bei Wachkomapatienten rührt sich der Prenuceus nur wenig. Durch die Abkopplung von den motorischen Ausführungsnervenzellen scheint es dem Gehirn besser möglich zu sein, sich „mit sich selbst“ zu beschäftigen. Die Außenwelt wird weitgehend ausgeblendet, das Gehirn bleibt aber dennoch aktiv.
Die Rolle der Technologie in der Neurologie
Die Technologie spielt eine immer größere Rolle in der Neurologie. Roboter werden beispielsweise für Operationen, Diagnosen und Behandlungen eingesetzt. Lukas Fierz, ein Schweizer Neurologe, Politiker und Schriftsteller, sieht den Einsatz von Robotern in der Medizin positiv. Er würde immer den Roboter verwenden, wenn dieser besser ist. Für gewisse Prostatektomien ist der DaVinci- Roboter eindeutig besser. Gewisse lokalisierte Prostatakarzinome lassen sich mit der computerisierten Focal- One-Technik völlig atraumatisch mit Ultraschall entfernen. Gewisse Herzrhythmusstörungen lassen sich mit dem magnetgesteuerten Stereotaxis- Roboter besser behandeln als von Hand. Roboter sind einfach erweiterte Werkzeuge.
Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Die Neurologie steht vor zahlreichen Herausforderungen, darunter der steigende Kostendruck, der zunehmende administrative Aufwand und die alternde Bevölkerung, die zu einem Anstieg neurodegenerativer Erkrankungen führt. Gleichzeitig gibt es jedoch auch viele Chancen, die sich aus neuen Erkenntnissen und technologischen Fortschritten ergeben. Es wird immer wichtiger, die individuellen Bedürfnisse der Patienten zu berücksichtigen und eine qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten.
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