Crystal Meth: Auswirkungen auf das Gehirn, Risiken und Folgen

Crystal Meth, auch bekannt als Crystal Methamphetamin, Crystal Speed oder Meth, ist eine synthetische Droge mit stark anregender Wirkung. Sie gehört zur Familie der Amphetamine und ist in kristalliner Form erhältlich, die an Eis oder Glassplitter erinnert. Crystal Meth ist in Deutschland illegal, dennoch ist die Droge weit verbreitet und stellt ein wachsendes Problem dar. Politiker und Drogenberater schlagen Alarm.

Was ist Crystal Meth und wie wird es konsumiert?

Crystal Meth ist eine Form der Droge Methamphetamin. Es kann geschnupft, gespritzt oder geraucht werden. Die Wirkung ist abhängig von der Dosis, dem Wirkstoffgehalt, der Verabreichungsform sowie der individuellen körperlichen und seelischen Verfassung des Konsumenten. Crystal Meth wird in der Regel mit einem sehr hohen Wirkstoffgehalt (bis zu 90 Prozent) angeboten.

Die kurzfristigen Auswirkungen von Crystal Meth

Nach der Einnahme von Crystal Meth verspüren Konsumenten ein starkes Verlangen, mehr davon zu nehmen. Die Droge löst Gefühle wie Glücklichsein, Wohlergehen und Zuversicht aus und setzt Energie frei. Ebenso wird eine Art Hyperaktivität ausgelöst. Man fühlt sich leistungsfähiger, selbstbewusster und furchtlos.

Konkret führt Crystal Meth zu folgenden kurzfristigen Auswirkungen:

  • Erhöhtes Selbstbewusstsein, Euphorie, Rededrang
  • Aufputschende Wirkung, Unterdrückung des Hungergefühls und Schlafbedürfnisses
  • Gesteigerte Lust auf Sex
  • Herzfrequenz- und Blutdrucksteigerung, Unruhe, Anstieg der Körpertemperatur
  • Aggressivität, gesteigerte Risiko- und Gewaltbereitschaft
  • Vermindertes Schmerzempfinden

Diese Wirkungen beruhen auf einer erhöhten Ausschüttung der Botenstoffe Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin im Gehirn. Es wird jedoch damit keine Energie im Körper freigesetzt, sondern der Organismus gerät zunehmend in Dauerstress. Hungergefühle, Durst, Schmerzempfinden und Müdigkeit werden nicht mehr wahrgenommen, ebenso gefährliche Nebenwirkungen wie beispielsweise Herzrasen.

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Die langfristigen Auswirkungen von Crystal Meth auf das Gehirn

Crystal Meth ist eine gefährliche und hochpotente chemische Substanz, die auch als starkes Nervengift gilt. Studien zeigen, dass durch die Droge die Ausläufer der Nervenzellen zerstört werden. Dadurch kann es zu schweren Schädigungen im Gehirn kommen, die zum Beispiel zu Gedächtnisverlust, Aggressivität oder psychotischem Verhalten führen können.

Suchtmediziner Roland Härtel-Petri erklärt, dass theoretisch die ersten Langzeitfolgen mit dem ersten Konsum beginnen. Das Positive sei, dass es nur die Ausläufer der Nervenzellen sind, die sogenannten Axone, und die können wieder einsprossen. Das dauere aber über ein Jahr, zum Teil anderthalb Jahre, bis sich das einigermaßen normalisiert hat. In dieser Phase leiden die Betroffenen unter ständiger Freudlosigkeit und Antriebslosigkeit.

Konkret kann der langfristige Konsum von Crystal Meth zu folgenden Schäden im Gehirn führen:

  • Absterben von Nervenzellen: Crystal Meth wirkt neurotoxisch und zerstört Nervenzellen, insbesondere solche, die den Botenstoff Dopamin produzieren. In den Gehirnen verstorbener Langzeitkonsumenten wurde beispielsweise ein Rückgang der dopaminergen Nervenzellen von 50 bis 61 Prozent beobachtet.
  • Kognitive Defizite: Die Schädigung der Nervenzellen führt zu kognitiven Defiziten wie Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen. Studien haben gezeigt, dass Konsumenten bei bestimmten Aufgaben im Bereich des Arbeitsgedächtnisses deutlich länger brauchen als Personen, die noch nie Crystal Meth konsumiert haben.
  • Psychische Störungen: Der Konsum von Crystal Meth kann psychische Störungen wie Depressionen, Angstzustände, Paranoia und Psychosen auslösen. In einigen Fällen können diese Störungen auch nach dem Absetzen der Droge bestehen bleiben.
  • Demenzartige Erscheinungen: Langfristiger Crystal-Konsum kann zu hirnschäden bis hin zu demenzartigen Erscheinungsbildern führen.

Die Auswirkungen auf den Körper

Neben den Schäden im Gehirn verursacht Crystal Meth auch eine Reihe von körperlichen Schäden:

  • Herz-Kreislauf-Schäden: Durch den Dauerstress des Organismus sind schwere Herz- und Kreislaufschädigungen möglich. Es kann zu Herzrasen, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und sogar Herzinfarkt kommen.
  • Zahnverfall: Crystal Meth Konsum führt zu starkem Zahnverfall.
  • Hautprobleme: Chronische Hautentzündungen und Akne sind häufige Begleiterscheinungen des Crystal-Konsums.
  • Gewichtsverlust und Unterernährung: Crystal Meth unterdrückt das Hungergefühl, was zu Unterernährung und starkem Gewichtsverlust führen kann.
  • Schädigung der Organe: Crystal Meth kann Leber, Nieren und Lunge schädigen.
  • Schwächung des Immunsystems: Der Konsum von Crystal Meth schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko für Infektionen.

Die psychischen und sozialen Folgen

Der Konsum von Crystal Meth hat nicht nur körperliche, sondern auch schwerwiegende psychische und soziale Folgen:

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  • Abhängigkeit: Crystal Meth hat ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Schon der einmalige Konsum kann abhängig machen.
  • Psychische Störungen: Wie bereits erwähnt, kann der Konsum von Crystal Meth psychische Störungen wie Depressionen, Angstzustände, Paranoia und Psychosen auslösen.
  • Soziale Isolation: Der Konsum von Crystal Meth kann zu sozialer Isolation führen, da die Betroffenen sich von Freunden und Familie zurückziehen.
  • Finanzielle Probleme: Die Beschaffung der Droge kann zu finanziellen Problemen und sogar zu Beschaffungskriminalität führen.
  • Strafrechtliche Konsequenzen: Besitz, Herstellung und Handel mit Crystal Meth sind illegal und können strafrechtliche Konsequenzen haben.

Crystal Meth und sexuelles Risikoverhalten

Crystal Meth Konsum kann zu erhöhtem sexuellem Risikoverhalten führen. Im Drogenrausch sinken die Hemmschwellen, Betroffene fühlen sich übermütig und sind bereit, extrem hohe Risiken einzugehen. Ungeschützter Sex, riskante Sexualpraktiken oder mangelnde Injektionshygiene sind oft die Folgen. Bei regelmäßigem Konsum von Crystal steigt somit auch das Risiko für eine Infektionskrankheit wie HIV oder Hepatitis.

Crystal Meth in der Schwangerschaft

Crystal Meth überwindet die plazentale Schranke und gelangt ins Blut des Kindes. Die Gefahr von Fehlbildungen steigt. Oft wird eine Schwangerschaft bei Crystal-Konsum erst sehr spät entdeckt ‒ zum Schaden des Kindes.

Prävention und Behandlung

Die Prävention von Crystal Meth Konsum ist von entscheidender Bedeutung, insbesondere bei Jugendlichen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler forderte, dass flächendeckend an Schulen gefragt werden muss, welche Erfahrungen die Schüler mit Drogenkonsum haben.

Die Behandlung von Crystal Meth Abhängigkeit ist ein langer und schwieriger Prozess. Ziel der Therapie ist es, die Kontrolle über den eigenen Körper zurückzugewinnen und neue Strategien zu erlernen, mit Stress und Konflikten im Leben umzugehen. Drogenberatungsstellen und Suchtkliniken bieten Betroffenen Unterstützung an, um zurück in einen drogenfreien Alltag zu finden.

Der Weg aus der Drogensucht erfordert den eigenen Willen, mit dem Konsum aufzuhören. Je früher der Konsument einen Entzug beginnt, desto milder fallen die Folgeschäden aus. Drogenberatungsstellen online oder vor Ort bieten dabei Hilfe und Unterstützung an.

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Die Therapie umfasst in der Regel eine Entgiftung und eine Entwöhnung. Die Entgiftung kann medikamentös unterstützt werden, um die Entzugserscheinungen zu lindern. Auf die Entgiftung folgt die Reha, in der Betroffene sowohl psychologisch als auch sozial Unterstützung erhalten. Ziel hierbei ist es, in ein normales Leben zurückzukehren.

Warnzeichen einer Abhängigkeit

Der Körper gewöhnt sich rasch an Crystal Meth, sodass folglich bei jedem Konsum die Dosis erhöht werden muss. Nur so kann der Körper den Rausch weiter spüren. Mediziner sprechen von einer Toleranzentwicklung. Dieser Effekt trägt zur Abhängigkeit bei - und nicht zuletzt zu einer Überdosierung.

Warnzeichen für eine Abhängigkeit können sein:

  • Erhöhtes Mitteilungsbedürfnis
  • Starker Bewegungsdrang
  • Grundlose Streitsucht
  • Verlust von Unrechtsbewusstsein, Empathie und Emotionen
  • Sprachstörungen wie Stottern oder motorische Störungen
  • Appetitlosigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten

Tipps für Angehörige und Partner

  • Sprechen Sie den Süchtigen auf das Thema Therapie nur an, wenn er nüchtern ist.
  • Betonen Sie dabei, wie wichtig Ihnen die Beziehung zu ihm ist, und reduzieren Sie Ihr Gegenüber nicht auf seine Suchterkrankung.
  • Unterstützen Sie den Betroffenen auch nach einer Reha, denn es besteht bei Crystal Meth ein hohes Risiko, wieder rückfällig zu werden.

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