Cyclamen, besser bekannt als Alpenveilchen, ist nicht nur eine beliebte Zierpflanze, sondern auch ein vielseitiges homöopathisches Arzneimittel. Die Wirkung von Cyclamen erstreckt sich vorwiegend vom zentralen Nervensystem bis zu den weiblichen Geschlechtsorganen. Darüber hinaus hat sich dieses, viel zu selten benutzte, Arzneimittel bei vielen anderen Beschwerden wie Augenkrankheiten, Nasenbeschwerden oder Reisekrankheit bewährt. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Cyclamen D6, insbesondere im Zusammenhang mit Migräne, und gibt einen Überblick über seine Wirkungsweise, Anwendungsgebiete und Dosierung.
Was ist Cyclamen?
Cyclamen europaeum, das Europäische Alpenveilchen, gehört zur Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Es sind 22 verschiedene Arten der Alpenveilchen botanisch bekannt. Die meisten sind im Mittelmeerraum heimisch. Die homöopathische Arznei Cyclamen wird aus der frischen Wurzelstockknolle des europäischen Alpenveilchens hergestellt, das im Herbst geerntet wird. Samuel Hahnemann, der Gründer der Homöopathie, bezeichnete das Alpenveilchen auch als Erdscheibe oder Schweinsbrod. Die Namen kommen vom scheibenartigen Wurzelstock, der gern von Wildschweinen gefressen wird. Nur eine Cyclamenart, das europäische Alpenveilchen, ist in den Alpen weit verbreitet. Auf Stielen trägt es einzelne Blüten. Diese hängen zwar nach unten, aber die Kronblätter sind stark nach oben gerichtet.
Anwendungsgebiete von Cyclamen
Viele Erkrankungen, bei denen Cyclamen in besonderem Maß eingesetzt wird, spielen sich in den weiblichen Geschlechtsorganen und dem Verdauungssystem ab. Besonders dann, wenn solche Beschwerden als Folge von innerem Kummer und Gewissensbissen, Depressionen, Menstruationsstörungen, Übelkeit und Erbrechen entstehen, sollte man an Cyclamen denken. Die Schmerzen, die gut auf Cyclamen ansprechen, sind typischerweise von stechender Qualität. Im Bereich der Schien- und Schlüsselbeine werden Schmerzen als drückend beschrieben.
Nach der homöopathischen Ähnlichkeitsregel werden Symptome am besten mit dem Mittel behandelt, welches die gleichen Beschwerden bei einem gesunden Menschen auslöst. Deshalb wird das Arzneimittel ausgewählt, das die größte Übereinstimmung zwischen Beschwerdebild und Arzneimittelbild zeigt.
Cyclamen kann sich bei Blutarmut (Anämie) hilfreich zeigen. Die Kranken sind oft lustlos und ermüden schnell. Das Gesicht ist blass, sie sind erschöpft und sehr empfindsam. Sie mögen nicht an die frische Luft gehen. Beschwerden können als Folge von innerem Gram und Gewissensqualen entstehen. Die Arznei wirkt vor allem auf die weiblichen Geschlechtsorgane und auf den Verdauungstrakt. Die Schmerzen sind typischerweise von stechender Qualität.
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Typische Beschwerden, bei denen Cyclamen eingesetzt wird:
- Migräneartige Kopfschmerzen, die häufig morgens beim Aufstehen auftreten und mit Augenflimmern einhergehen.
- Beschwerden der Monatsblutung, wobei die Periode zu stark sein, ausbleiben oder verfrüht auftreten kann. Die Blutung geht typischerweise mit schwarzem, klumpigem Blut einher.
- Schwindel, bei denen sich die Gegenstände im Kreis drehen, dabei sind die Patienten blass. Der Schwindel ist schlimmer im Freien und besser im Zimmer und im Sitzen. Der Schwindel kann auch mit stechenden Schmerzen in den Schläfen, bevorzugt linksseitig einhergehen.
- Kopfschmerzen mit Flimmern vor den Augen, glänzende Objekte oder schwarze Punkte vor den Augen. Ein Umschlag mit kaltem Wasser bessert die Schmerzen. Es treten eventuell Kopfschmerzen in Form einer langanhaltenden Migräne auf. Das Gesicht ist bleich.
- Massive Ohrenschmalzproduktion mit Juckreiz in den Gehörgängen. Kratzt sich der Patient im Ohr, so kann es zu vermehrtem Niesen kommen. Bei Schnupfen ist die Nase häufig verstopft und der Geruchssinn geht verloren.
- Husten, der hauptsächlich im Schlaf auftritt und die Betroffenen dabei nicht aufwachen lässt, kann eine Anzeige für Cyclamen sein. Es besteht häufig ein salziger Auswurf. Sowohl der Geschmack im Mund als der Speichel werden als salzig empfunden. Der salzige Geschmack kann alle Speisen betreffen. Auch Geschmacksverlust ist möglich.
- Appetitlosigkeit, der Hunger ist schon nach wenigen Bissen gestillt. Es kann zu Übelkeit kommen. Schluckauf mit saurem Aufstoßen ist möglich. Das Aufstoßen ist schlimmer während der Schwangerschaft und kann mit Gähnen einhergehen. Bei Schwangerschaftserbrechen kann an den Einsatz von Cyclamen gedacht werden. Auch bei Reiseübelkeit und Erbrechen während des Reisens ist der Einsatz möglich. Die Übelkeit tritt vor allem beim Mitfahren im Auto auf. Es besteht häufig ein Verlangen nach Limonade, nach Sardellen und nach unverdaulichen Dingen. Eine Abneigung gegen Butterbrot, Fett, Fleisch und Bier wird berichtet. Kaffee kann Durchfall verursachen.
- Beschwerden der weiblichen Geschlechtsorgane. Die Monatsblutung kann sehr stark oder unregelmäßig sein. Es finden sich wehenartige Schmerzen vom Kreuzbein zum Schambein. Das Blut ist häufig schwarz und kann Schleimfetzen oder Klumpen geronnenen Blutes enthalten. Sanfte Bewegung kann die Schmerzen lindern. Die Periode tritt möglicherweise verzögert auf oder bleibt ganz aus. Bei schmerzhaften Blutungen nach der Geburt kann ebenfalls an Cyclamen gedacht werden. Nachdem ein Blutschwall abgegangen ist, wird der Schmerz typischerweise weniger. Nach der Periode können die Brüste vergrößert sein und milchartiges Sekret absondern. An Cyclamen kann gedacht werden bei Milchproduktion bei Frauen, die nicht schwanger sind.
- Wundheit der Eichel und Vorhaut nach leichtem Reiben bei Männern.
- Drückende, stechende Schmerzen in Körperteilen, wo die Knochen dicht unter der Haut liegen (Schienbein, Schlüsselbein), als spanne sich die Haut zu dicht über die Knochen. An den Fersen wird ein brennender Wundheitsschmerz berichtet. Er wird besser beim Gehen und schlimmer durch Sitzen und Stehen.
- Mattigkeitsgefühl in den Knien. Oft findet sich ein Schreibkrampf an den Händen. Der rechte Daumen und Zeigefinger können sich krampfartig zusammenkrümmen. Auch an den Füßen kann es zu Verkrampfungen der Muskulatur kommen.
- Akne bei jungen Frauen, typischerweise mit Besserung während der Menstruation. Juckreiz an der Haut, der sich bessert durch Kratzen und wenn die Periode kommt.
- Verfrorenheit am ganzen Körper, die sich durch Zudecken nicht bessert. Vor allem zwischen den Zehen kann ein übelriechender Schweiß auftreten.
- Viele Träume.
Das typische Cyclamen-Profil
Menschen, die besonders gut auf Cyclamen ansprechen, sollen blass, körperlich schwach, schnell reizbar und vergesslich sein. Patienten, denen die homöopathische Arznei Cyclamen möglicherweise hilft, sind oft schläfrig und fühlen sich abgestumpft. Freude kann mit Gereiztheit abwechseln. Sie machen sich schnell Selbstvorwürfe und haben Schuldgefühle. Sie sind oft traurig und weinen. Da sie nicht wollen, dass andere Menschen ihre Trauer mitkriegen, ziehen sie sich zum Weinen oftmals zurück. Sie grübeln häufig über eingebildeten Kummer und haben das Gefühl, von allen verlassen zu sein oder verfolgt zu werden.
Ein salziger Geschmack der Speisen ist charakteristisch, auch der Speichel schmeckt salzig.
Cyclamen ist vor allem ein Mittel für Erwachsene und wird weit häufiger bei Frauen als bei Männern eingesetzt.
Cyclamen D6 bei Migräne
Es ist eine wichtige Arznei bei migräneartigem Kopfschmerz. Diese treten häufig morgens beim Aufstehen auf und gehen mit Augenflimmern einher. Die unterirdisch wachsenden Teile des Alpenveilchens können Migräneattacken mit Sehstörungen wie Doppeltsehen nach dem homöopathischen Arzneimittelbild lindern.
Die Homöopathie kann in erster Linie die Schwere und Häufigkeit einer Migräne-Attacke lindern.
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Ähnliche Mittel
Pulsatilla (Wiesenküchenschelle) gehört zu den größten Frauenmitteln in der Homöopathie. Es finden sich viele Beschwerden des hormonellen Regelkreises. Bei verschiedenen Störungen der Regelblutung kann Pulsatilla ein alternatives Mittel zu Cyclamen darstellen. Pulsatillapatienten können Schmerzen in den Fersen haben. Bei Männern kann die Arznei bei Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostatitis) eingesetzt werden. Cyclamen-Patienten haben ähnlich wie Pulsatilla-Patienten eine Verschlimmerung durch übermäßige Hitze, aber zusätzlich vertragen sie keine Kälte und auch keine frische Luft, da sie von sehr frostiger Konstitution sind. Pulsatillapatienten empfinden typischerweise eine Besserung der Beschwerden an der frischen Luft. Auch Sepia (Tintenfisch) ist ein stark hormonell wirkendes Mittel und passt zu Frauen, die ausgelaugt und erschöpft sind. Sie können sehr reizbar sein, vor allem bevor die Regelblutung kommt. Es stellen sich verschiedene Beschwerden während der Monatsblutung ein. Conium (Gefleckter Schierling) ist ein wichtiges Mittel bei Schwindel, der schlimmer wird beim Drehen des Kopfes, beim Blick zur Seite oder beim Umdrehen im Bett. Cyclamen-Patienten berichten über einen Drehschwindel (alles dreht sich im Kreis). Sabina (Sadebaum) ist ein wichtiges Mittel bei Blutungen aus der Gebärmutter. Es können verstärkte Regelblutungen auftreten, aber auch Blutungen bei drohender Fehlgeburt sind möglich sowie starke Blutungen nach der Geburt. Sie kommen meistens schwallartig und verstärken sich besonders bei Bewegungen. Das Blut kann dunkel und klumpig sein, wie bei Cyclamen. Es kann aber auch dünnflüssig bis wässrig sein.
Bei Schmerzen, die mit Nackenverspannungen und druckempfindlicher Halswirbelsäule einhergehen, wird Cimicifuga D12, dreimal täglich, empfohlen. Patienten, die das Gefühl haben, ein Nagel würde ins Hirn getrieben, die Schmerzen im Bereich von Auge, Nase und Stirn haben, die langsam beginnen und plötzlich enden, kann mit Ignatia D12, ein- bis dreimal täglich, geholfen werden. Bei ihnen sind die Schmerzen Folge von Kummer, Trauer oder anderen starken Gefühlsschwankungen.
Einnahme und Dosierung von Cyclamen D6
Cyclamen wird als homöopathisches Einzelmittel in Form von Globuli, Tabletten oder Tropfen angeboten. Es ist auch in einigen homöopathischen Kombinationspräparaten enthalten, die zur Behandlung verschiedener Zustände nach Packungsbeilage eingesetzt werden.
Wollen Sie Cyclamen selbstständig anwenden, benutzen Sie am besten niedrige Potenzen (D3, D6, D12, C6, C12) dafür. Diese können Sie bei Bedarf stündlich wiederholen, eine Dosis besteht dabei aus drei Globuli, drei Tropfen oder einer Tablette, die Sie unter der Zunge zergehen lassen. Überschreiten Sie dabei eine Tages-Höchstmenge von zehn Einnahmen nicht und wiederholen Sie die Einnahme nur solange, bis die Beschwerden deutlich besser oder verschwunden sind.
Höhere Potenzen wie C30, C200 oder C1000 sind für die Behandlung von starken, akuten Krankheiten sowie für chronische Beschwerden geeignet. Homöopathische Arzneimittel in solchen Potenzen sollten nur durch ausgebildete Therapeuten verordnet werden und eine Kontrolle des Behandlungsfortschrittes muss gewährleistet sein.
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Allgemeine Hinweise zur Einnahme homöopathischer Mittel
Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 - D12. Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können.
Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen. Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen.
Es wird empfohlen, Globuli mindestens 15-30 Minuten vor oder nach dem Essen einzunehmen, damit sie optimal über die Mundschleimhaut aufgenommen werden können.
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern.
Hinweise aus Packungsbeilagen (Beispiele)
- Cyclamen D4, D6, D12, D30:
- Welche anderen Medikamente beeinflussen die Wirkung von Cyclamen D4/D6/D12/D30? Welche Genussmittel, Speisen und Getränke sollten Sie meiden? Eine Beeinflussung der Wirkung von Cyclamen D4/D6/D12/D30 durch andere Arzneimittel ist bisher nicht bekannt.
- Allgemeiner Hinweis: Die Wirkung eines homöopathischen Arzneimittels kann durch allgemein schädigende Faktoren in der Lebensweise und durch Reiz- und Genussmittel ungünstig beeinflusst werden.
- Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Cyclamen D4/D6/D12/D30 auftreten? Bisher sind keine Nebenwirkungen bekannt.
- Hinweis: Bei der Einnahme eines homöopathischen Arzneimittels können sich die vorhandenen Beschwerden vorübergehend verschlimmern (Erstverschlimmerung).
- Cyclamen C6:
- Wann dürfen Sie Cyclamen C6 erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen? Dieses Arzneimittel enthält Saccharose (Zucker).
- Welche anderen Medikamente beeinflussen die Wirkung von Cyclamen C6? Welche Genussmittel, Speisen und Getränke sollten Sie meiden? Eine Beeinflussung der Wirkung von Cyclamen C6 durch andere Arzneimittel ist bisher nicht bekannt.
- Allgemeiner Hinweis: Die Wirkung eines homöopathischen Arzneimittels kann durch allgemein schädigende Faktoren in der Lebensweise und durch Reiz- und Genussmittel ungünstig beeinflusst werden.
- Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Cyclamen C6 auftreten? Bisher sind keine Nebenwirkungen bekannt.
- Hinweis: Bei der Einnahme eines homöopathischen Arzneimittels können sich die vorhandenen Beschwerden vorübergehend verschlimmern (Erstverschlimmerung).
Erstverschlimmerung
Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung).
Spätverschlimmerung
Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt.
Die Homöopathie: Ein sanfter Ansatz
Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert.