Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist eine wichtige Screeninguntersuchung zur Darmkrebsfrüherkennung und -vorsorge. Dabei werden Schleimhautpolypen (Adenome) entdeckt und entfernt, aus denen sich bösartige Tumoren entwickeln können. Nach der Entfernung solcher Adenome wird oft eine Überwachungsdarmspiegelung empfohlen, da das Risiko für weitere Darmtumoren erhöht ist. Allerdings gibt es bislang wenige Erkenntnisse darüber, bis zu welchem Lebensalter sich eine solche Überwachungskoloskopie lohnt, da auch die mit der Untersuchung verbundenen Risiken berücksichtigt werden müssen.
Bedeutung der Darmspiegelung
Die Darmspiegelung dient nicht nur der Früherkennung, sondern auch der Vorsorge von Darmkrebs. Bei dieser Untersuchung können Schleimhautpolypen (Adenome), aus denen sich bösartige Tumoren entwickeln können, unmittelbar abgetragen werden. In solchen Fällen wird empfohlen, dass sich die Betroffenen nach einer gewissen Zeit einer Überwachungsdarmspiegelung unterziehen, da das Risiko für weitere Darmtumoren erhöht ist.
Überwachungskoloskopie nach Adenomentfernung
Eine Analyse von Daten von 9.601 Personen, bei denen im Rahmen einer ersten Darmspiegelung ein Adenom festgestellt wurde und die sich frühestens zwölf Monate danach einer Überwachungsdarmspiegelung unterzogen, ergab interessante Ergebnisse. Insgesamt wurden 9.740 Überwachungsdarmspiegelungen durchgeführt, davon 60,5% bei Männern und 39,5% bei Frauen. Nur in 28 dieser Untersuchungen (0,3%) wurde Darmkrebs gefunden, bei 1.141 Untersuchungen (knapp 12%) ein fortgeschrittenes Adenom und bei 1.169 (12%) Untersuchungen eine fortgeschrittene Neoplasie, aus der sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Darmkrebs entwickeln würde.
Die in der Überwachungskoloskopie ermittelten Fälle von Darmkrebs betrafen häufiger Personen, bei denen in der ersten Darmspiegelung fortgeschrittene Adenome gefunden worden waren. Dies galt ebenso für die nun diagnostizierten fortgeschrittenen Neoplasien. In dieser Studie wurde nur in seltenen Fällen bei älteren Personen in einer Überwachungskoloskopie nach vorherigem Adenombefund tatsächlich Darmkrebs gefunden. Jedoch waren immerhin zwölf Prozent fortgeschrittene Neoplasien zu verzeichnen, aus denen sich in der Folge Darmkrebs hätte entwickeln können. Personen mit fortgeschrittenem Adenom in der Erstuntersuchung hatten dabei ein höheres Risiko. Das Lebensalter hingegen spielte keine Rolle.
Darmspiegelung bei Hirntumorpatienten
Die Entscheidung, eine Darmspiegelung nach der Entfernung eines Hirntumors durchzuführen, ist komplex und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es gibt Fallberichte und Diskussionen über Patienten, bei denen im Zusammenhang mit Hirntumoren oder deren Behandlung weitere medizinische Probleme auftraten, darunter auch Darmprobleme und Prostatakrebs.
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Fallbeispiele und Diskussionen
Einige Diskussionsforen und persönliche Berichte schildern die Erfahrungen von Patienten und Angehörigen im Zusammenhang mit Hirntumoren und anderen Erkrankungen. In einem Fall wurde bei einem Patienten nach einer Darmspiegelung eine eitrige Bauchhöhlenentzündung festgestellt, die eine Notoperation erforderte. Zufällig wurde dabei auch Prostatakrebs entdeckt. In anderen Fällen wurden Glioblastome diagnostiziert, und die Patienten erhielten unterschiedliche Behandlungen wie Bestrahlung und Chemotherapie.
Diese Beispiele verdeutlichen, dass bei Hirntumorpatienten eine umfassende medizinische Betreuung erforderlich ist, die auch andere mögliche Erkrankungen berücksichtigt. Die Entscheidung für oder gegen eine Darmspiegelung sollte in enger Absprache mit den behandelnden Ärzten getroffen werden, wobei die individuellen Risiken und Vorteile sorgfältig abgewogen werden müssen.
Zusätzliche Aspekte
Es ist wichtig zu beachten, dass einige Hirntumorpatienten aufgrund ihrer Erkrankung oder Behandlung möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Darmprobleme haben. Beispielsweise können bestimmte Medikamente oder Bestrahlungen die Darmfunktion beeinträchtigen und das Risiko für Komplikationen bei einer Darmspiegelung erhöhen.
Darüber hinaus können einige Hirntumorpatienten aufgrund ihrer neurologischen Beeinträchtigungen Schwierigkeiten haben, sich auf eine Darmspiegelung vorzubereiten oder die Untersuchung selbst zu tolerieren. In solchen Fällen müssen alternative Screening-Methoden oder spezielle Anpassungen in Betracht gezogen werden.
Ablauf einer Darmspiegelung
Bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) untersucht der Arzt den gesamten Dickdarm mit einem Koloskop. Die Koloskopie ist Bestandteil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms in Deutschland: Versicherte ab 55 Jahren haben Anspruch auf die Untersuchung. Auch als Früherkennungsuntersuchung für Menschen jeden Alters mit einem besonders hohen Darmkrebsrisiko hat die Darmspiegelung einen festen Stellenwert. Ein erhöhtes Krebsrisiko kann zum Beispiel ererbt sein oder aufgrund einer Vorerkrankung bestehen.
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Eine Koloskopie kann notwendig werden, um Beschwerden abzuklären - also dann, wenn der Verdacht auf Darmkrebs oder eine andere Darmerkrankung besteht. Wer bereits an Darmkrebs oder an Darmkrebsvorstufen erkrankt war, erhält ebenfalls in regelmäßigen Abständen eine Darmspiegelung als medizinische Nachsorgeuntersuchung angeboten. Hier dient die Koloskopie dazu, einen Rückfall möglichst frühzeitig zu erkennen.
Vorbereitung
Zur Vorbereitung auf die Koloskopie muss der Darm vollständig entleert werden. Hierfür kommen verschiedene Abführmittel infrage, für die man bei der Anmeldung zur Koloskopie ein Rezept erhält. Sie benötigen relativ lange, um den Darm zu verlassen, auch dann, wenn man Abführmittel verwendet. Tagelanges Fasten ist vor der Koloskopie aber nicht nötig. Das eigentliche Abführen mit einer Trinklösung muss heute normalerweise erst am Nachmittag oder Abend vor der Untersuchung begonnen werden. Spätestens dann darf man allerdings nichts mehr essen und nur noch klare Flüssigkeiten trinken - Einzelheiten erfährt man beim Aufklärungsgespräch.
Durchführung
Bei der Darmspiegelung wird der gesamte Dick- und Enddarm untersucht. Die Darmspiegelung ist unangenehm, aber selten schmerzhaft. Mit einer Kurznarkose spürt man nichts von der Untersuchung. Man sollte sich aber mit dem Arzt vorab beraten, ob es persönliche Gründe gibt, die wiederum gegen diese kurze Betäubung sprechen: etwa Unverträglichkeitsreaktionen auf die verwendeten Narkosemittel oder schwerere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Risiken
Die Risiken der Koloskopie sind insgesamt gering. Möglich sind kleine Blutungen im Darm - vor allem dann, wenn Polypen entfernt oder Gewebeproben entnommen werden. Solche Blutungen können meist noch während der Koloskopie gestillt werden und sind harmlos. Zu schweren Komplikationen, etwa einem Durchstechen des Darms mit dem Untersuchungsgerät oder starken Blutungen, kommt es nur sehr selten: Studien zeigen, dass höchstens 3 von 1.000 Untersuchten betroffen sind. Das Risiko kann allerdings höher sein, wenn man zum Beispiel schon einmal eine Bauchoperation hatte. Sehr selten kommt es auch zu Herz-Kreislauf-Problemen durch die Kurznarkose.
Ergebnisse und Nachsorge
Im Nachgespräch erläutert der Arzt das vorläufige Ergebnis der Untersuchung: War die Darmschleimhaut unauffällig oder wurden Polypen gefunden? Gab es Hinweise auf andere Veränderungen? Wurden Gewebeproben entnommen oder Polypen entfernt, dann schickt der Arzt diese zur mikroskopischen Untersuchung in ein Spezial-Labor. Es kann dann mehrere Tage dauern, bis man das Ergebnis erfährt, entweder per Brief oder bei einem neuen Arzttermin.
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Ist das Ergebnis der Darmspiegelung unauffällig, dann reicht es, die Darmspiegelung erst nach zehn Jahren zu wiederholen. Findet der Arzt dagegen Krebsvorstufen, wird er dazu raten, die Darmspiegelung zur Sicherheit in kürzeren Abständen zu wiederholen.
Alternative Verfahren zur Darmspiegelung
Virtuelle Darmspiegelung, Kapselendoskopie und Sigmoidoskopie sind keine Standarduntersuchungen zur Erkennung von Darmkrebs. Unter Umständen sind sie aber eine Alternative, wenn eine Koloskopie nicht möglich ist.
Virtuelle Darmspiegelung
Bei einer virtuellen Koloskopie wird kein Untersuchungsgerät in den Darm eingeführt. Stattdessen fertigen die Ärzte Aufnahmen des Darms mittels einer Computertomographie (CT), seltener auch einer Magnetresonanztomographie (MRT) an. Experten empfehlen eine virtuelle Darmspiegelung deshalb nicht als Früherkennungsuntersuchungen oder zur Diagnose von Darmkrebs. In Ausnahmesituationen kann sie aber dennoch eingesetzt werden: etwa wenn die Ärzte eine Darmspiegelung als zu riskant oder belastend ansehen oder wenn durch Narbenbildung und Verengungen eine Koloskopie nicht durchführbar ist.
Kapselendoskopie
Bei der Kapselendoskopie schluckt man eine kleine unverdauliche Kapsel. Diese ist mit Kameras an beiden Enden ausgerüstet und sendet in regelmäßigen Abständen Bilder aus dem Körperinneren. Die Kapselendoskopie ist zurzeit allerdings nicht ausreichend zuverlässig: Ein Teil der Tumoren und Krebsvorstufen bleibt unerkannt. Deshalb empfehlen Fachleute die Methode nur dann, wenn eine "echte" Darmspiegelung nicht möglich ist oder Betroffene sie ablehnen.
Sigmoidoskopie
Bei der sogenannten Sigmoidoskopie werden nur der Enddarm und das letzte Stück des Dickdarms untersucht. Das Prinzip ist das Gleiche wie bei der Darmspiegelung. Das Untersuchungsgerät wird aber weniger weit in den Darm vorgeschoben. Nachteil ist aber: Große Teile des Dickdarms werden nicht untersucht. Tumore und ihre Vorstufen, die sich eventuell dort befinden, können also nicht entdeckt werden. Deshalb empfehlen Experten in Deutschland die Sigmoidoskopie nicht als Standarduntersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs.
Hirntumore: Ein Überblick
Hirntumore treten in verschiedenen Formen in der medizinischen Praxis auf. Jedes Jahr erkranken Schätzungen zufolge zwischen 7.000 bis 8.000 Menschen in Deutschland neu an bösartigen Tumoren, wobei Männer einem höheren Krankheitsrisiko ausgesetzt sind als Frauen. Einen hohen Anteil nehmen bei den malignen Neubildungen die Gliome ein.
Die Medizin unterscheidet primäre Tumore, die als Erkrankungen des Gehirns und seiner Strukturen entstehen, von Absiedelungen (Metastasen) anderer Tumorerkrankungen.
Glioblastom
Das Glioblastom gehört als bösartiger Hirntumor den Gliomen an und ist unter diesen die häufigste Form. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ordnet das Glioblastom dem Grad 4 zu. Dies ist der höchste Schweregrad, den ein Hirntumor erreicht. Eine Heilung ist nach derzeitigem Stand der Medizin nicht möglich.
Die Symptome eines Glioblastoms wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Sprachstörungen oder epileptische Anfälle nehmen ungewöhnlich rasch zu. Grund hierfür ist, dass der Tumor innerhalb weniger Wochen entsteht und sehr schnell wächst. Das Gehirn hat keine Möglichkeit, sich so schnell an die veränderten Druckverhältnisse anzupassen, wodurch es meist im Verlauf zu einer plötzlichen Verschlechterung der Symptome kommt.
Meningeome
Meningeome gehören zu den häufig diagnostizierten (meist) gutartigen Raumforderungen im Gehirn. Ihr Ursprung liegt in den Hirnhäuten (Meningen). Oft verursachen die Meningeome anfangs kaum oder auch gar keine Symptome. Erst mit dem Erreichen einer gewissen Größe kann es zu neurologischen Beeinträchtigungen kommen. Unter anderem treten Kopfschmerzen in Erscheinung. Aber auch epileptische Anfälle und andere motorische Störungen sind möglich.
ZNS-Lymphome
Das primäre ZNS-Lymphom ist eine seltene, hochmaligne Form des Non-Hodgkin-Lymphoms, welche im Gewebe des ZNS auftritt. Häufig betroffen ist dabei das Großhirn. Die Erkrankung selbst ist eher selten und zeigt sich bevorzugt bei immunsuppressiven Patienten. Neben dem Gehirn können bei etwa zehn bis 20 Prozent der Patienten auch die Augen betroffen sein.
Hirnmetastasen
Neben den primären Tumoren, die direkt aus dem Gewebe im Gehirn entstehen, kommt es in der medizinischen Praxis regelmäßig zur Diagnose von Raumforderungen, deren Ursprung in bösartigen Erkrankungen anderer Organe (extrakranieller Primärtumor) zu sehen ist. Häufig kommt es zu solchen Absiedelung in das Gewebe des ZNS zum Beispiel durch Lungenkarzinome, Brustkrebs oder Melanome (Schwarzer Hautkrebs).
Hinsichtlich der Krankheitszeichen, welche die Metastasen auslösen, ist die genaue Lokalisation entscheidend. Häufig lassen sich die Symptome auf den steigenden Hirndruck durch das Wachstum und peritumorale Ödeme (Flüssigkeitsansammlung um den Tumor) zurückführen.
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