Das männliche Gehirn: Eine umfassende Betrachtung

Die Hirnforschung hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und ermöglicht es uns, immer tiefere Einblicke in die Funktionsweise unseres komplexesten Organs zu gewinnen. Ein besonders spannendes Forschungsfeld ist dabei der Vergleich zwischen dem männlichen und dem weiblichen Gehirn.

Einleitung

Das Gehirn zu verstehen, gilt als die größte wissenschaftliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Neurobiologen, Chirurgen, Verhaltensforscher und Psychologen suchen gemeinsam nach Antworten auf die zahlreichen Rätsel unseres Gehirns. Die Lange Nacht der Gehirnforschung unternimmt eine Expedition in das Innere unseres Kopfes.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Frauen haben nicht die gleichen Gehirne wie Männer. Doch worin unterscheidet sich das weibliche Gehirn tatsächlich und was sind nur kulturelle Stereotype? Die Neurowissenschaftlerin Iris Sommer gibt einen faszinierenden Einblick in das weibliche Gehirn. Sie beschreibt, worin seine Besonderheiten und seine Stärken liegen und was daraus für die Persönlichkeit folgt.

Ob uns das gefällt oder nicht - wir werden nicht geschlechtsneutral geboren. Das weibliche Gehirn ist entschieden anders als das männliche (wie übrigens auch die weibliche Leber und das weibliche Herz). Doch längst nicht alle Unterschiede und schon gar nicht die bekannten Stereotype und die Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen lassen sich darauf zurückführen, geschweige denn so rechtfertigen. Iris Sommer zeigt, dass die Vielfalt von Persönlichkeit, Geschlecht und Gender viel größer ist, als wir häufig wahrhaben wollen. Dennoch teilen wir die Menschen in Mädchen und Jungen, Frauen und Männer ein, und die damit verbundenen Klischees haben großen Einfluss auf unser Selbstverständnis. Um Gleichberechtigung zu erreichen, müssen wir lernen, zwischen tatsächlichen biologischen Unterschieden und (veränderbaren) Stereotypen zu differenzieren. Das ist alles andere als leicht, aber genau darum geht es in diesem anschaulich geschriebenen, hochinformativen Buch. Iris Sommer gibt einen faszinierenden Einblick in das weibliche Hirn, seine Stärken, Unterschiede und deren Folgen für die Persönlichkeit. Trotz der Fülle an Zahlen, Fakten und Daten bleibt ihr Buch ein Pageturner bis zur letzten Seite. Iris Sommer hat in ihrem Buch 'Gehirn, weiblich' sehr gut erklärt, warum viele Stereotype nicht stimmen. Iris Sommer zeigt, dass die Vielfalt von Persönlichkeit, Geschlecht und Gender viel größer ist, als wir häufig wahr haben wollen.

Der Einfluss von Testosteron

Beim Testosteron geht es übrigens weniger um aktuelle hohe Werte als vielmehr um hohe Werte während der fetalen Entwicklung, während primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale ausgebildet werden und auch die Hirnentwicklung von der Höhe des Testosteronspiegels beeinflusst wird. Ein heute niedriger Wert bedeutet nicht, dass er während der fetalen Entwicklung auch niedrig war.

Lesen Sie auch: Männliches Gehirn: Eine Zusammenfassung

Ich hab vor Ewigkeiten mal irgendwo gelesen (bin mir aber nicht mehr sicher, ob das das Ergebnis oder nur die These einer Forschungsarbeit war), dass sich der Testosteronspiegel während der Schwangerschaft auf die Hirnentwicklung auswirkt und zwar so, dass je höher der Testosteronspiegel, desto klischee-"männlicher" entwickelt sich das Gehirn.

In einem der Screeningtests, die ich zu Asperger gemacht habe, war in der Auswertung angeben, dass Asperger überdurchschnittlich oft besonders "männliche" Gehirne hätten. Das mit dem "männlichen Gehirn" ist die Idee von Baron Cohen, die keineswegs unumstritten ist. Der Testosteronspiegel der Mutter während der Schwangerschaft wurde auch schon für alles möglich verantwortlich gemacht, z.B. für Hetero-/Homosexualität des Kindes.

Weitere Faktoren und Forschungsergebnisse

Fingerlängenverhältnisse

Die Fingerlängenverhältnisse sind zwar interessant, vermutlich ist die Korrelation aber zu gering, um umgekehrt von einem entsprechenden Verhältnis auf das Vorliegen von Autismus schließen zu können.

Augenfarbe und Autismus

War hier nicht auch mal irgendwo das Thema Augenfarbe und Autismus. Meine sind 2-3Farbig.

Die Anpassungsfähigkeit des Gehirns

Das Gehirn des Menschen ist allerdings auch ein sehr anpassungsfähiges Organ. So ist es beispielsweise möglich, dass eine Gehirnhälfte die Arbeit der anderen mitübernimmt, falls diese nicht mehr arbeitsfähig ist.

Lesen Sie auch: Gehirnstruktur: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Werkzeuge und Methoden der Hirnforschung

Die Hirnforschung ist eine der erfolgreichsten wissenschaftlichen Unternehmungen der Gegenwart. Ihre Bedeutung liegt aber nicht ausschließlich auf dem medizinisch-praktischen Gebiet. Die vielleicht größte Herausforderung besteht vielmehr in der Hoffnung, aus der Erforschung der Funktion und Struktur des Gehirns auch Schlüsse auf die Mechanismen von Wahrnehmung, Gedächtnis, Denken und Sprache ziehen zu können und somit den menschlichen Geist zu erfassen. Daher war die Hirnforschung seit ihren Anfängen vor mehr als 2.500 Jahren immer auch ein philosophisches Anliegen, das weit über die Grenzen der neurowissenschaftlichen Fachdisziplinen hinausreicht. Die Geschichte der Hirnforschung ist jedoch nicht nur eine Geschichte der großartigen Erfolge und Fortschritte, sondern auch eine Geschichte der Irrtümer, Diskrepanzen, Kontroversen und Grausamkeiten.

Ethische Aspekte und Grenzen der Hirnforschung

Thomas Metzinger hat in einem spekulationsfreudigen Moment gesagt, das Gehirn habe vielleicht eine Art Schutz gegen die Einsicht in das eigene Funktionieren. Werde er durchbrochen, drohe der Wahnsinn, jedenfalls gebe es Formen des Wahnsinns, die aus dem Zerbrechen an der Selbstreflexion geboren würden. Die Aggression, die Hirnforschern entgegenschlage, könne man vielleicht als Schutzreflex erklären.

Lesen Sie auch: Geschlechterunterschiede im Gehirn

tags: #das #mannliche #gehirn #wikipedia