Emeran Mayers Buch "Das zweite Gehirn" erfreut sich großer Beliebtheit und präsentiert neueste Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften in Verbindung mit aktuellen Erkenntnissen der Darmgesundheit. Es untersucht die komplexe Beziehung zwischen Darm und Gehirn und bietet Einblicke, wie dieses Wissen zur Verbesserung der Gesundheit und Steigerung der Leistungsfähigkeit genutzt werden kann.
Einführung in die Darm-Hirn-Achse
Unser Gehirn kommuniziert mit dem Darm und allen darin lebenden Bakterien. Diese Verbindung wird wissenschaftlich als Darm-Hirn-Achse bezeichnet, wobei der Darm oft als "zweites Gehirn" bezeichnet wird. Mayer, ein renommierter Gastroenterologe, verbindet in seinem Buch neueste Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften mit aktuellen Erkenntnissen der Darmgesundheit. Er erklärt auf fachlich fundierte, aber dennoch leicht verständliche Weise, wie Darm und Gehirn zusammenarbeiten und wie wir dieses Wissen nutzen können, um unsere Gesundheit zu verbessern und unsere Leistungsfähigkeit zu steigern.
Inhalt und Struktur des Buches
Das Buch ist in drei Hauptteile gegliedert:
- Das enterische Nervensystem: Der erste Teil befasst sich mit dem Aufbau und der Funktionsweise des Darmnervensystems, auch bekannt als enterisches System. Dieser Abschnitt ist stark biologisch-medizinisch geprägt und führt den Leser in die faszinierende Welt der Mikroorganismen ein.
- Der Einfluss des Darms auf Entscheidungen und Emotionen: Der zweite Teil untersucht, ob und wie der Darm menschliche Entscheidungen und Emotionen beeinflussen kann. Dies ist besonders relevant im Hinblick auf Intuitionen oder Gefühle, die im Bewusstsein auftauchen, ohne dass man den Grund dafür kennt. Mayer erklärt, dass sensorische Signale, die im Darmnervensystem entstehen, über spezifische Nervenbahnen an das Gehirn geleitet werden. Diese Signale werden besonders in der Inselregion des Gehirns verarbeitet und als "Bauchgefühl" wahrgenommen.
- Gesundheit und Wohlbefinden: Der dritte Teil widmet sich dem Thema Gesundheit und untersucht, was Menschen tun können, um gesund zu bleiben. Laut Mayer beginnt Gesundheit mit einem gesunden und funktionsfähigen Darm. Er gibt eine Reihe praktischer Tipps zum Thema Ernährung, die ebenfalls einen maßgeblichen Effekt auf psychische Parameter hat.
Kernaussagen und Erkenntnisse
- Die untrennbare Verbindung zwischen Verstand und Verdauungssystem: Mayer zeigt die untrennbare Verbindung zwischen unserem Verstand und Verdauungssystem auf und liefert viele praktische Informationen und Hilfestellungen.
- Die Bedeutung der Darmflora: Das Buch erklärt das komplexe Zusammenspiel von Gehirn und Darmflora - also den Mikroorganismen, die in unserem Verdauungstrakt leben - und bietet einen revolutionären und provokanten Blick auf dieses neue Forschungsfeld.
- Einfluss der Ernährung: Eine überwiegend pflanzliche Ernährung ist der Schlüssel zur Gesundheit.
- Auswirkungen von Stress und Angst: Stress und Angst können zu Darmerkrankungen und kognitiven Störungen führen.
- Die Bedeutung des "Bauchgefühls": Sensorische Signale aus dem Darmnervensystem können unsere Entscheidungen beeinflussen.
- Darmmikroben und psychische Störungen: Darmmikroben könnten möglicherweise auch bei der Entstehung von Depressionen eine Rolle spielen.
Das CODE-System: Ein "Second Brain" für den Alltag
Unabhängig von Mayers Werk, aber thematisch passend, stellt das Buch auch das CODE-System vor, eine Methode zur Organisation von Informationen, die als "Second Brain" dienen kann. Die Grundidee ist, dass unser Kopf zum Denken da ist - nicht zum Merken. Wertvolle Gedanken, Informationen und Erkenntnisse gehören nicht in überforderte Gedächtnisse oder chaotische Notizzettel, sondern in ein zuverlässiges System. Forte hat die Essenz seiner Methode in ein einfaches System gepackt: CODE steht für Capture, Organize, Distill, Express.
- Capture: Sammle nur, was dich weiterbringt. Statt alles zu notieren, liegt der Fokus auf dem Wesentlichen: Ideen, Zitate, Notizen aus Kundengesprächen, Gedankenblitze.
- Organize: Struktur für den Alltag, nicht fürs Archiv. Informationen werden nicht nach Themen abgelegt („Marketing“, „Steuern“), sondern nach Handlungsbezug. Beispiel: „Angebot für Müller GmbH“ ist ein Projekt, nicht bloß eine Datei.
- Distill: Reduziere auf das Wesentliche. Statt Datenmüll zu produzieren, werden Inhalte schrittweise komprimiert - durch Hervorhebungen, Zusammenfassungen und Überschriften.
- Express: Nutze, was du weißt. Das Ziel ist immer: in die Umsetzung kommen.
Der Clou: Alles, was in deinem Second Brain landet, bekommt sofort seinen Platz. Zum Beispiel:
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- P wie Projekte: Alles mit Ziel und Deadline (z. B. Social-Media-Kampagne)
- A wie Areas (Bereiche): Laufende Verantwortungsbereiche (z. B. Marketing)
- R wie Resources („Wissenspool“): Nützliche Inhalte ohne konkreten Anlass (z. B. Blogartikel zum Thema XY)
Das „Second Brain“ ist kein Tool-Hype, sondern eine Denkschule für besseres Arbeiten. Wer damit beginnt, baut Schritt für Schritt ein digitales Gedächtnis auf, das mitdenkt, wenn der Kopf mal Pause macht.
Beispiele für die Anwendung des "Second Brain"
- Content aus dem Archiv statt Neuanfang: Ein Handwerksbetrieb plant einen Social-Media-Post zum Thema Mitarbeitersuche.
- Einarbeitung neuer Mitarbeitender in Rekordzeit: Ein kleiner IT-Dienstleister hat sein internes Wissen (z. B. Checklisten, Standardantworten, FAQ) im Bereich „A - Areas > Support“ abgelegt.
Emeran Mayer: Ein Experte auf seinem Gebiet
Emeran Mayer ist Direktor des Oppenheimer Center for Stress and Resilience und Kodirektor des Digestive Diseases Research Center an der University of California in Los Angeles. Er hat die letzten 40 Jahre über das Zusammenspiel von Gehirn und Darm geforscht und hat über 300 Publikationen und diverse Bücher zu diesem Thema veröffentlicht.
Zielgruppe und Verständlichkeit
Das Buch ist leicht verständlich geschrieben, flüssig zu lesen und mit vielen nützlichen Beispielen versehen. Mayer gelingt es, komplexe biologische Vorgänge anschaulich zu erklären und die Interaktion von Gehirn und Darm sowie deren Einfluss auf emotionales Erleben zu verdeutlichen.
Kritik
Ein Kritikpunkt ist, dass Mayer an einigen Stellen methodische Klarheit in Bezug auf die wissenschaftlichen Studien, auf die er Bezug nimmt, vermissen lässt. Es wird zwar häufig erwähnt, dass Studien durchgeführt wurden, aber es fehlt an Details zum Studiendesign oder den exakten Ergebnissen. Zudem fehlen Quellenbelege im Fließtext.
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