Datscan bei Patienten mit Herzschrittmacher: Eine umfassende Betrachtung

Die Dopamintransporter-Szintigraphie (DaTSCAN) ist ein wertvolles Verfahren zur Untersuchung von Patienten mit Verdacht auf Parkinson-Erkrankung oder zur Unterscheidung verschiedener Demenzformen. Bei dieser Untersuchung wird eine schwach radioaktiv markierte Substanz verwendet, um die Schädigung von Nervenzellen indirekt sichtbar zu machen. Allerdings gibt es bestimmte Patientengruppen, bei denen Vorsicht geboten ist, insbesondere bei Trägern von Herzschrittmachern. Dieser Artikel beleuchtet die Thematik DaTSCAN bei Patienten mit Herzschrittmachern umfassend, unter Berücksichtigung verschiedener Perspektiven und Sicherheitsaspekte.

Herzschrittmacher und andere bioelektrische Implantate: Eine Herausforderung für bildgebende Verfahren

Patienten mit Herzschrittmachern und anderen bioelektrischen Implantaten wie Insulinpumpen oder Cochleaimplantaten stellen eine besondere Herausforderung für bestimmte bildgebende Verfahren dar. Traditionell galten Magnetresonanztomographien (MRT) für diese Patientengruppe als ungeeignet, da das starke Magnetfeld die empfindliche Elektronik der Geräte stören oder sogar die Elektroden überhitzen lassen könnte. In Deutschland tragen mehr als eine Million Menschen einen Herzschrittmacher oder Cardioverter/Defibrillator (ICD). Diese Geräte überwachen den Herzrhythmus und normalisieren ihn bei Aussetzern oder Unregelmäßigkeiten durch elektrische Impulse oder Schockabgaben.

Nuklearmedizinische Verfahren: Eine Alternative für Herzschrittmacher-Patienten?

Anders als bei der MRT stellt Metall im Körper bei nuklearmedizinischen Verfahren wie der Szintigraphie kein Problem dar. Dementsprechend dürfen sich auch Patienten mit Herzschrittmachern einer Szintigraphie unterziehen. Die Nuklearmedizin umfasst die Darstellung von Organen durch die Injektion radioaktiv markierter Substanzen. Diese Radiopharmaka reichern sich kurzfristig in Organen oder Geweben an und werden mit geeigneten Messgeräten von außen sichtbar gemacht.

DaTSCAN im Detail: Indikation, Ablauf und Vorbereitung

Die Dopamintransporter-Szintigraphie (DaTSCAN) wird bei Verdacht auf eine Parkinson-Erkrankung bzw. zur Unterscheidung verschiedener Demenz-Formen eingesetzt. Bei diesen Erkrankungen sterben Nervenzellen in bestimmten Hirnregionen ab, was durch die fehlende Aufnahme der radioaktiv markierten Substanz sichtbar gemacht wird.

Ablauf der Untersuchung:

  1. Vorbereitung: Der Patient erhält Tropfen, um die Schilddrüse zu blockieren und zu schützen.
  2. Injektion: Nach einer Wartezeit von 30-60 Minuten wird die schwach radioaktiv markierte Substanz in die Vene gespritzt.
  3. Wartezeit: Es folgt eine weitere Wartezeit von 3 bis 6 Stunden, damit sich die Strahlung anreichern kann.
  4. Aufnahme: Der Patient liegt auf einer Liege, der Kopf wird fixiert, und die Gamma-Kamera fertigt etwa 45 Minuten lang Bilder an, die zu einer 3D-Aufnahme zusammengefügt werden.

Vorbereitung des Patienten:

  • Für die Untersuchung sollte ein ganzer Tag eingeplant werden.
  • Bestimmte Medikamente sollten nach Möglichkeit abgesetzt werden (Rücksprache mit Arzt erforderlich).
  • Essen und Trinken vor der Untersuchung sind erlaubt.
  • Eine Lesebrille sollte mitgebracht werden, um den Aufklärungsbogen lesen zu können.
  • Schmuck im Kopfbereich sollte abgelegt werden.
  • Bei Klaustrophobie sollte das Personal vorab informiert werden.

Sicherheitshinweise für Patienten mit Herzschrittmachern

Obwohl die Szintigraphie grundsätzlich für Patienten mit Herzschrittmachern geeignet ist, sollten dennoch einige Sicherheitsvorkehrungen beachtet werden:

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  • Kommunikation mit dem Arzt: Informieren Sie den Arzt unbedingt über Ihren Herzschrittmacher.
  • Schrittmacherausweis: Bringen Sie Ihren Schrittmacherausweis mit.
  • Überwachung: Während der Untersuchung sollte eine kontinuierliche Überwachung des Herzrhythmus erfolgen.
  • Notfallmaßnahmen: Es sollten Notfallmaßnahmen für den Fall einer Herzschrittmacherfunktionsstörung bereitstehen.

MRT bei Herzschrittmachern: Fortschritte und Einschränkungen

Moderne Herzschrittmacher und Defibrillatoren sind inzwischen so konzipiert, dass sie unter bestimmten Sicherheitsmaßnahmen und Sondereinstellungen für eine MRT-Untersuchung geeignet sind. Diese Information ist im Schrittmacher- oder Defi-Ausweis vermerkt.

Prof. Dr. med. Jörg Otto Schwab, Kardiologe in der Beta Klinik in Bonn, betont, dass MRT-Untersuchungen bei Herzschrittmacher-Patienten mit gründlicher Vorbereitung und in Anwesenheit eines erfahrenen Kardiologen und Radiologen durchgeführt werden können.

Sicherheitsmaßnahmen bei MRT-Untersuchungen mit Herzschrittmachern:

  • Indikationsprüfung: Im Vorfeld muss die Indikation individuell geprüft werden.
  • Umprogrammierung: Bei Herzschrittmachern muss eine Umprogrammierung vor und nach der MRT-Untersuchung erfolgen.
  • Deaktivierung: Bei Defibrillatoren werden bestimmte Funktionen vorübergehend deaktiviert, um Schocks zu verhindern.
  • Überwachung: Während des MRTs ist ein Radiologe anwesend, der den Patienten gemeinsam mit einem Kardiologen betreut.
  • Kontrolle: Nach der Untersuchung wird das Gerät wieder so eingestellt, wie es vor der MRT-Untersuchung programmiert war, und auf korrekte Funktion überprüft.

Weitere wichtige Hinweise für Patienten vor bildgebenden Untersuchungen

Unabhängig davon, ob eine Szintigraphie oder eine MRT durchgeführt wird, sollten Patienten folgende allgemeine Hinweise beachten:

  • Metallteile: Alle Metallteile am Körper müssen vor der Untersuchung abgelegt werden.
  • Tätowierungen: Bestimmte Tätowierungen mit eisenhaltigen Farben können sich bei MRT-Untersuchungen verändern.
  • Kontrastmittel: Je nach Fragestellung wird die Untersuchung mit oder ohne Kontrastmittel durchgeführt.
  • Klaustrophobie: Bei ausgeprägter Klaustrophobie kann ein halboffenes MRT-System in Erwägung gezogen werden.

Alternative bildgebende Verfahren

Neben Szintigraphie und MRT gibt es weitere bildgebende Verfahren, die in bestimmten Fällen eine Alternative darstellen können:

  • Computertomographie (CT): Bei der Computertomographie bestehen keine Probleme mit Metallsplittern oder Metallteilen im Körper.
  • Sonographie (Ultraschall): Der Ultraschall ist ein nicht belastendes Verfahren, bei dem Schallwellen in den Körper gesendet werden, um Bilder zu erzeugen.

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