Demenz Eingewöhnung Pflegeheim: Tipps für einen gelungenen Übergang

Der Umzug in ein Pflegeheim ist für viele Betroffene und ihre Angehörigen eine schwierige Entscheidung. Es ist wichtig, diesen Übergang so reibungslos wie möglich zu gestalten und den Betroffenen dabei zu unterstützen, sich in der neuen Umgebung wohlzufühlen. Dieser Artikel bietet umfassende Informationen und Tipps, wie die Eingewöhnung im Pflegeheim gelingen kann, von der Vorbereitung und Auswahl des Pflegeheims bis hin zur Gestaltung des neuen Wohnraums und der Aufrechterhaltung sozialer Kontakte.

Die Entscheidung für ein Pflegeheim

Für viele Angehörige ist die Entscheidung, einen geliebten Menschen mit Demenz in ein Pflegeheim zu geben, eine der schwierigsten überhaupt. Oftmals ist die häusliche Pflege und Betreuung nicht mehr möglich, sei es aufgrund der körperlichen und seelischen Belastung der Angehörigen oder aufgrund der komplexen Bedürfnisse des Erkrankten.

Es ist wichtig zu erkennen, wann ein Umzug ins Pflegeheim sinnvoll oder notwendig wird. Dies hängt von den Fähigkeiten und der Stimmung des Kranken ab. Ein vorübergehender oder auch dauerhafter Einbruch der Fähigkeiten kann einen Umzug erforderlich machen. Angehörige sollten sich nicht überschätzen und die eigenen Ansprüche an die Pflege und Betreuung des Kranken realistisch einschätzen. Es ist ratsam, sich mit erfahrenen Fachleuten auszutauschen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Auswahl des geeigneten Pflegeheims

Die Wahl des richtigen Pflegeheims ist entscheidend für das Wohlbefinden des Demenzkranken. Angehörige sollten sich ausreichend Zeit nehmen, um mehrere Einrichtungen zu besichtigen und sich ein umfassendes Bild von den jeweiligen Angeboten und Konzepten zu machen.

Folgende Aspekte sollten bei der Auswahl berücksichtigt werden:

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  • Spezialisierung auf Demenz: Bietet das Pflegeheim spezielle Programme und Aktivitäten für Menschen mit Demenz an? Gibt es geschultes Personal, das auf die besonderen Bedürfnisse von Demenzpatienten eingehen kann?
  • Pflegekonzept: Welches Pflegekonzept wird umgesetzt? Ist beispielsweise eine so genannte "Bezugspflege" vorhanden, bei der feste Bezugspersonen für den Kranken zuständig sind?
  • Pflegeschlüssel: Welcher Pflegeschlüssel besteht in dem Heim bzw. wie ist die Besetzung der Mitarbeiter konkret im Verlauf des Tages auf der Station?
  • Ärztliche Betreuung: Welche ärztliche und ggf. fachärztliche Betreuung besteht? Sind die Ärzte als erfahren in der Behandlung Demenzkranker bekannt?
  • Atmosphäre: Wirkt die Einrichtung anregend oder familiär? Werden die Bewohner verständnisvoll behandelt und in Aktivitäten einbezogen, ohne sie zu überfordern?
  • Lage und Erreichbarkeit: Ist das Pflegeheim für Familie und Freunde gut erreichbar, damit regelmäßige Besuche möglich sind?

Idealerweise kann die pflegebedürftige Person einige Stunden oder Tage probeweise in der Einrichtung verbringen, um die Atmosphäre und den Umgang mit den Bewohnern kennenzulernen.

Vorbereitung auf den Umzug

Eine gute Vorbereitung kann den Umzug ins Pflegeheim erheblich erleichtern. Angehörige sollten den Kranken frühzeitig in die Planungen einbeziehen und ihm die Möglichkeit geben, sich auf die neue Situation einzustellen.

Es kann hilfreich sein, die Räumlichkeiten des Pflegeheims vorab gemeinsam zu besichtigen und an Veranstaltungen wie Senioren-Mittagstischen teilzunehmen. So kann der Kranke die Umgebung und die Mitarbeiter kennenlernen.

Wichtig ist auch, dem Pflegepersonal möglichst viele Informationen über den Kranken zu geben, z.B. über seine Vorlieben, Gewohnheiten und Ängste. Dies erleichtert den Pflegekräften den Aufbau einer guten Beziehung zum neuen Bewohner.

Gestaltung des neuen Wohnraums

Die Gestaltung des Zimmers im Pflegeheim sollte dem Kranken ein Gefühl von Geborgenheit und Vertrautheit vermitteln. Persönliche Gegenstände wie Fotos, Lieblingsmöbel und Erinnerungsstücke können dabei helfen, eine wohnliche Atmosphäre zu schaffen.

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Bei der Raumgestaltung für Demenzerkrankte ist es wichtig, auf eine übersichtliche und einfache Einrichtung zu achten. Zu viele Sinneseindrücke können die Betroffenen überfordern und die Orientierung erschweren.

Folgende Tipps können bei der Gestaltung des Wohnraums helfen:

  • Übersichtlichkeit: Vermeiden Sie Unordnung und überflüssige Gegenstände.
  • Farben: Helle und freundliche Farben sind angenehm für Demenzerkrankte. Vermeiden Sie dunkle Töne und großflächige Muster. Kontraste hingegen sind wichtig, um Details schnell wahrzunehmen.
  • Beleuchtung: Sorgen Sie für ausreichend Licht im Wohnbereich. Kaltweißes Licht ist für ältere Menschen besser zu sehen als warmweißes.
  • Orientierungshilfen: Kennzeichnen Sie Türen mit Schildern und nutzen Sie Kalender und Uhren mit großen Zahlen, um die zeitliche Orientierung zu erleichtern.
  • Sicherheit: Entfernen Sie Stolperfallen wie lose Kabel und Teppiche. Installieren Sie Rauchmelder und ggf. Herdschutzknöpfe.

Die Eingewöhnungsphase

Die ersten Wochen im Pflegeheim sind für den Kranken eine große Umstellung. Es ist wichtig, ihm Zeit zu geben, sich an die neue Umgebung und die neuen Bezugspersonen zu gewöhnen.

Regelmäßige Besuche von Familienmitgliedern und Freunden sind in dieser Zeit besonders wichtig. Sie vermitteln dem Kranken Vertrauen und Sicherheit. Angehörige sollten sich jedoch auch ihrer eigenen emotionalen und psychischen Grenzen bewusst sein und sich nicht überfordern.

Es kann hilfreich sein, sich mit anderen Angehörigen auszutauschen und an Angehörigentreffen teilzunehmen. Auch ein offenes Gespräch mit dem Pflegepersonal kann dazu beitragen, individuelle Bedürfnisse und Wünsche zu berücksichtigen.

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Umgang mit Herausforderungen

Während der Eingewöhnungsphase können verschiedene Herausforderungen auftreten. Der Kranke kann unzufrieden, traurig oder zornig sein. Manchmal fühlt er sich auch "abgeschoben" oder "weggegeben".

Es ist wichtig, diese Gefühle ernst zu nehmen und dem Kranken die Möglichkeit zu geben, darüber zu sprechen. Angehörige sollten sich nicht persönlich angegriffen fühlen, sondern versuchen, die Situation aus der Perspektive des Kranken zu verstehen.

Bei demenzkranken Menschen kann es auch zu Verhaltensänderungen wie Unruhe, Aggression oder Weglauftendenzen kommen. In solchen Fällen ist es wichtig, das Pflegepersonal zu informieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Aufrechterhaltung sozialer Kontakte

Auch nach dem Umzug ins Pflegeheim ist es wichtig, die sozialen Kontakte des Kranken aufrechtzuerhalten. Regelmäßige Besuche von Familienmitgliedern und Freunden sind dabei von großer Bedeutung.

Darüber hinaus sollten Angehörige den Kranken ermutigen, an den Aktivitäten und Veranstaltungen des Pflegeheims teilzunehmen. Dies kann dazu beitragen, neue Kontakte zu knüpfen und die Lebensqualität zu verbessern.

Finanzierung des Pflegeheimaufenthalts

Die Kosten für einen Pflegeheimplatz können je nach Einrichtung und Pflegegrad variieren. Die Pflegeversicherung übernimmt je nach Pflegegrad einen Teil der Kosten, jedoch bleibt oft ein Eigenanteil, der durch eigenes Einkommen, Rente oder Sozialleistungen gedeckt werden muss.

Angehörige sollten sich rechtzeitig über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten informieren und ggf. einen Antrag auf Sozialhilfe stellen. Es ist auch möglich, Vermögen und Einkommen von unterhaltspflichtigen Angehörigen heranzuziehen, wobei bestimmte Freibeträge berücksichtigt werden.

Rechtliche Aspekte

Vor dem Umzug ins Pflegeheim sollten Angehörige sich auch über die rechtlichen Aspekte informieren. Insbesondere bei Menschen mit Demenz ist es wichtig, dass eine rechtliche Vertretung vorhanden ist, z.B. durch eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuung.

Die rechtliche Vertretung kann im Namen des Kranken Entscheidungen treffen und seine Interessen wahrnehmen. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn der Kranke selbst nicht mehr in der Lage ist, seine Angelegenheiten zu regeln.

Tipps für Angehörige

Der Umzug eines geliebten Menschen ins Pflegeheim ist auch für die Angehörigen eine emotionale Herausforderung. Es ist wichtig, sich selbst nicht zu vergessen und auf die eigenen Bedürfnisse zu achten.

Folgende Tipps können Angehörigen helfen, mit der Situation umzugehen:

  • Suchen Sie Unterstützung: Sprechen Sie mit Freunden, Familienmitgliedern oder einer Selbsthilfegruppe über Ihre Sorgen und Ängste.
  • Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst: Gönnen Sie sich regelmäßig Auszeiten und unternehmen Sie Dinge, die Ihnen Freude bereiten.
  • Bleiben Sie in Kontakt: Besuchen Sie den Kranken regelmäßig und halten Sie den Kontakt zum Pflegepersonal.
  • Akzeptieren Sie Hilfe: Nehmen Sie Angebote zur Unterstützung an, z.B. von einem ambulanten Pflegedienst oder einer Angehörigengruppe.
  • Seien Sie geduldig: Die Eingewöhnung im Pflegeheim braucht Zeit. Geben Sie dem Kranken und sich selbst die Zeit, die Sie brauchen.

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