Rivastigmin-Pflaster: Nebenwirkungen, Anwendung und Wissenswertes

Rivastigmin ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung der Alzheimer-Demenz sowie der Demenz bei Patienten mit Parkinson eingesetzt wird. Es gehört zur Gruppe der Cholinesterasehemmer und zielt darauf ab, die Symptome der Erkrankung zu lindern, ohne sie jedoch zu heilen. Insbesondere soll die Gedächtnisleistung und die Fähigkeit, den Alltag zu bewältigen, verbessert werden. Rivastigmin ist in verschiedenen Formen erhältlich, unter anderem als transdermales Pflaster, das den Wirkstoff kontinuierlich über die Haut abgibt.

Anwendungsgebiete von Rivastigmin

Rivastigmin wird hauptsächlich bei leichten bis mittelschweren Formen der Alzheimer-Demenz eingesetzt. Es kann auch zur Behandlung einer leichten bis mittelschweren Demenz im Rahmen einer Parkinson-Erkrankung verwendet werden. Der Wirkstoff zielt darauf ab, die Symptome der Alzheimer-Demenz zu mindern.

Wirkungsweise von Rivastigmin

Rivastigmin ist ein Cholinesterase-Hemmstoff. Im Gehirn spielt der Botenstoff Acetylcholin eine wichtige Rolle bei Denkprozessen. Bei Alzheimer-Patienten ist die Denkleistung stark eingeschränkt. Rivastigmin erhöht die Menge an Acetylcholin, die im Gehirn zur Verfügung steht, indem es den Abbau des Botenstoffes hemmt. Dadurch soll die Denkleistung des Patienten verbessert werden. Rivastigmin hemmt die Acetyl- und Butyrylcholinesterase, was zu einem Anstieg von Acetylcholin im Gehirn führt.

Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

Rivastigmin darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Rivastigmin oder ähnliche Wirkstoffe (Carbamat-Abkömmlinge)
  • Schweren Leberfunktionsstörungen
  • Hautreaktionen, die sich über die Pflastergröße hinaus ausdehnen, bei intensiver lokaler Reaktion (Blasenbildung, zunehmende Hautentzündung, Schwellung), wenn sich der Zustand nicht innerhalb von 48 Stunden nach Entfernung des Pflasters verbessert.

Bei folgenden Bedingungen sollte Rivastigmin nur unter großer ärztlicher Vorsicht angewendet werden:

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  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren oder erhöhtem Risiko solcher Geschwüre
  • Herzrhythmusstörungen oder Funktionsstörungen des Herzens
  • Asthma oder COPD
  • Veranlagung zu Krampfanfällen
  • Harnstauung
  • Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 Kilogramm

Es ist wichtig, den Arzt zu informieren, wenn eine der genannten Bedingungen zutrifft.

Nebenwirkungen von Rivastigmin-Pflastern

Wie alle Arzneimittel kann auch Rivastigmin Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen ist höher, wenn die Behandlung neu begonnen oder die Dosis erhöht wurde. Im Allgemeinen verschwinden die meisten Nebenwirkungen allmählich, wenn sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat.

Häufige Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen von Rivastigmin-Pflastern (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Harnwegsinfektionen
  • Appetitlosigkeit oder verminderter Appetit
  • Angst
  • Depressionen
  • Delirium
  • Aufregung
  • Kopfschmerzen
  • Ohnmacht
  • Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Verdauungsstörungen
  • Bauchschmerzen
  • Hautausschlag
  • Harninkontinenz
  • Hautreaktionen an der Klebestelle (Rötung, Juckreiz, Schwellung, Hautentzündung, Reizung)
  • Abgeschlagenheit
  • Kraftlosigkeit
  • Fieber
  • Gewichtsabnahme

Gelegentliche Nebenwirkungen

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

  • Austrocknung
  • Aggression
  • Unruhe
  • Verlangsamter Herzschlag
  • Magengeschwüre
  • Störungen des Herzrhythmus (z. B. zu langsamer Herzschlag)
  • Halluzinationen (Dinge sehen, die es nicht wirklich gibt)
  • Magengeschwür
  • Dehydrierung (zu starker Flüssigkeitsverlust)
  • Hyperaktivität (hohe Aktivität, Ruhelosigkeit)

Seltene Nebenwirkungen

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

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  • Stürze

Sehr seltene Nebenwirkungen

Sehr seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

  • Ungewollte Bewegungen
  • Steife Arme oder Beine
  • Zitternde Hände
  • Bluthochdruck
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse; typische Anzeichen sind starke Schmerzen im Oberbauch, oft in Verbindung mit Übelkeit oder Erbrechen
  • Blutungen im Darm; zu erkennen als Blut im Stuhl oder im Erbrochenen
  • Halluzinationen (Dinge sehen, die es nicht wirklich gibt)
  • In einigen Fällen kam es bei heftigem Erbrechen zum Einreißen der Speiseröhre

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:

  • Wahnvorstellungen
  • Ruhelosigkeit
  • Verschlechterung einer Parkinson-Krankheit
  • Krampfanfälle
  • Herzrhythmusstörungen (AV-Block, Vorhofflimmern, Herzrasen, Sick-Sinus-Syndrom)
  • Bluthochdruck
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Leberentzündung
  • Erhöhte Leber-Enzym-Werte
  • Juckreiz
  • Hautrötung
  • Nesselsucht
  • Hautbläschen
  • Allergische Hautentzündung
  • Gestreute Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut
  • Allergische Reaktionen an der Stelle, auf der das Pflaster verwendet wurde, z. B. Blasen oder entzündete Haut
  • Verschlechterung der Symptome einer Parkinson-Krankheit; z. B. Zittern, Steifheit, schlurfender Gang
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse; Anzeichen sind starke Schmerzen im Oberbauch, oft in Verbindung mit Übelkeit oder Erbrechen
  • Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
  • Krampfanfälle
  • Lebererkrankungen (gelbe Haut, Gelbfärbung des weißen Bereiches in den Augen, anormales Dunklerwerden des Urins oder ungeklärte Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Appetitsverlust)
  • Veränderung von Leberfunktionswerten
  • Ruhelosigkeit
  • Albträume

Es ist wichtig, sofort einen Arzt zu informieren, wenn eine der folgenden Symptome auftritt:

  • Appetitlosigkeit
  • Schwindel
  • Aufgeregtheit oder Schläfrigkeit
  • Harninkontinenz
  • Störungen des Herzrhythmus (z. B. zu langsamer Herzschlag)
  • Halluzinationen (Dinge sehen, die es nicht wirklich gibt)
  • Magengeschwür
  • Dehydrierung (zu starker Flüssigkeitsverlust)
  • Hyperaktivität (hohe Aktivität, Ruhelosigkeit)
  • Aggression
  • Stürze
  • Steife Arme oder Beine
  • Zitternde Hände
  • Allergische Reaktionen an der Stelle, auf der das Pflaster verwendet wurde, z. B. Blasen oder entzündete Haut
  • Verschlechterung der Symptome einer Parkinson-Krankheit; z. B. Zittern, Steifheit, schlurfender Gang
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse; Anzeichen sind starke Schmerzen im Oberbauch, oft in Verbindung mit Übelkeit oder Erbrechen
  • Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
  • Bluthochdruck
  • Krampfanfälle
  • Lebererkrankungen (gelbe Haut, Gelbfärbung des weißen Bereiches in den Augen, anormales Dunklerwerden des Urins oder ungeklärte Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Appetitsverlust)
  • Veränderung von Leberfunktionswerten
  • Ruhelosigkeit
  • Albträume

Besondere Hinweise zu Nebenwirkungen

  • Gewichtsverlust: Patienten mit Alzheimer-Demenz verlieren durch die Behandlung mit Rivastigmin möglicherweise an Gewicht. Das Körpergewicht sollte daher regelmäßig überwacht werden.
  • Hautreaktionen: An der Stelle, wo das Rivastigmin-Pflaster aufgetragen wird, können Hautreaktionen auftreten.
  • Dosistitration: Nach einer Dosiserhöhung können Nebenwirkungen wie Bluthochdruck und Halluzinationen oder eine Verschlechterung von Parkinson-Symptomen auftreten.
  • Gastrointestinale Störungen: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können dosisabhängig sein und treten oft zu Beginn der Therapie oder bei Dosissteigerungen auf.
  • Schweres Erbrechen: Bei schwerem Erbrechen kann eine Dosisanpassung notwendig sein.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Rivastigmin kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben. Es ist wichtig, den Arzt über alle eingenommenen Medikamente zu informieren, auch über nicht verschreibungspflichtige.

  • Andere Wirkstoffe, die die Wirkung des Botenstoffs Acetylcholin erhöhen, wie etwa Succinylcholin, können in ihrer Wirkung verstärkt werden.
  • Die Wirkung von Muscarinrezeptor-Antagonisten kann durch Rivastigmin beeinträchtigt werden.
  • Rivastigmin kann Wechselwirkungen mit Anticholinergika haben, darunter sind einige Arzneimittel, die zur Linderung von Magenkrämpfen oder Spasmen (z. B. Dicyclomin), zur Behandlung der Parkinson-Krankheit (z. B. Amantadin) oder zur Vorbeugung von Reisekrankheit verwendet (z. B. Diphenhydramin, Scopolamin oder Meclizin) werden.
  • Exelon sollte nicht gleichzeitig mit Metoclopramid (ein Arzneimittel zur Linderung oder Verhinderung von Übelkeit und Erbrechen) gegeben werden. Die gleichzeitige Einnahme beider Arzneimittel kann Probleme wie steife Gliedmaßen und zitternde Hände verursachen.
  • Vorsicht bei Anwendung von Exelon zusammen mit Betablockern (Arzneimittel wie Atenolol zur Behandlung von Bluthochdruck, Angina und anderen Herzleiden). Die gleichzeitige Anwendung beider Arzneimittel kann Probleme wie Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie) verursachen, die zur Ohnmacht oder Bewusstlosigkeitkeit führen kann.
  • Vorsicht, wenn Exelon zusammen mit anderen Arzneimitteln eingenommen wird, die Ihren Herzrhythmus oder das elektrische Reizleitungssystem Ihres Herzens beeinflussen können (QT-Verlängerung).
  • Bei Operationen ist der Arzt zu informieren, da Rivastigmin die Wirkung bestimmter Muskelrelaxanzien verstärken kann.

Anwendung des Rivastigmin-Pflasters

Die Anwendung des Rivastigmin-Pflasters sollte genau nach Anweisung des Arztes erfolgen. Hier sind einige wichtige Punkte:

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  • Das Pflaster jeden Tag zur gleichen Zeit aufkleben.
  • Immer nur ein Pflaster gleichzeitig tragen und nach 24 Stunden durch ein neues ersetzen.
  • Das Pflaster auf eine saubere, trockene, unbehaarte und unverletzte Hautstelle aufbringen. Die Haut sollte frei von Puder, Öl, Feuchtigkeitscreme oder Lotion sein.
  • Das Pflaster fest andrücken, um sicherzustellen, dass es gut haftet.
  • Die Anwendungsstelle regelmäßig wechseln, um Hautreizungen zu vermeiden. Dieselbe Körperstelle soll nur einmal alle 14 Tage ein Pflaster tragen.
  • Das Pflaster kann beim Baden, Schwimmen oder Duschen getragen werden, sollte aber nicht über längere Zeit äußeren Wärmequellen ausgesetzt werden.
  • Wenn sich ein Pflaster löst, sollte ein neues für den Rest des Tages aufgeklebt und am nächsten Tag wie gewohnt gewechselt werden.

Dosierung

Die Dosierung von Rivastigmin-Pflastern wird individuell vom Arzt festgelegt. Normalerweise beginnt die Behandlung mit einer niedrigen Dosis, die dann schrittweise erhöht wird, bis die empfohlene Dosis erreicht ist.

  • Normalerweise beginnt die Behandlung mit 4,6 mg/24 Stunden.
  • Die empfohlene übliche Tagesdosis ist 9,5 mg/24 Stunden.
  • Wird sie gut vertragen, kann der behandelnde Arzt eine Erhöhung der Dosis auf 13,3 mg/24 Stunden in Betracht ziehen.
  • Tragen Sie immer nur ein Pflaster zur gleichen Zeit; und ersetzen Sie das Pflaster nach 24 Stunden durch ein neues.

Sollten Sie die Anwendung der Pflaster drei Tage lang unterbrochen haben, müssen Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie das nächste Pflaster aufkleben. Die Behandlung mit transdermalem Pflaster kann mit der gleichen Dosis fortgesetzt werden, wenn die Behandlung nicht länger als drei Tage unterbrochen wurde. Ansonsten wird Ihr Arzt die Behandlung wieder mit 4,6 mg/24 Stunden beginnen.

Was tun bei Überdosierung?

Wenn versehentlich mehrere Pflaster gleichzeitig aufgeklebt wurden, sollten diese sofort entfernt und ein Arzt informiert werden. Symptome einer Überdosierung können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, erhöhter Blutdruck und Halluzinationen sein. Auch eine Verlangsamung des Herzschlags und Ohnmachtsanfälle können auftreten.

Was tun, wenn eine Anwendung vergessen wurde?

Wenn vergessen wurde, ein Pflaster aufzukleben, sollte dies sofort nachgeholt werden. Das nächste Pflaster dann am nächsten Tag zur gewohnten Zeit aufkleben. Niemals zwei Pflaster auf einmal tragen, um das vergessene Pflaster auszugleichen.

Zusätzliche Hinweise

  • Die Anwendung von Rivastigmin sollte von einem Angehörigen oder einer Pflegekraft kontrolliert werden.
  • Das Reaktionsvermögen kann durch die Einnahme von Rivastigmin beeinträchtigt sein. Daher sollte der Patient kein Auto fahren oder Maschinen bedienen, falls er sich schwach oder verwirrt fühlt.
  • Während der Behandlung mit Rivastigmin transdermalen Pflastern dürfen Sie nicht stillen.
  • Rivastigmin ist das einzige zugelassene Antidementivum, das auch zur Behandlung der Parkinson-Demenz zugelassen ist.
  • Es kann sinnvoll sein, für neue Pflaster immer wieder verschiedene Stellen auszuprobieren, um herauszufinden, welche für Sie am angenehmsten sind und wo die Kleidung am wenigsten auf dem Pflaster reibt.
  • Ziehen Sie das Pflaster behutsam an einer Ecke ab, bis es langsam von der Haut gelöst ist. Falls Klebstoffrückstände auf Ihrer Haut bleiben sollten, befeuchten Sie behutsam diesen Bereich mit warmem Wasser und milder Seife oder verwenden Sie Babyöl um diese zu entfernen. Alkohol oder andere Lösungsmittel (Nagellackentferner oder andere Lösungsmittel) sollten nicht angewendet werden.
  • Waschen Sie Ihre Hände nach dem Entfernen des Pflasters mit Seife und Wasser. Im Fall eines Kontakts mit den Augen oder wenn die Augen nach der Handhabung des Pflasters rot werden, spülen Sie unverzüglich mit viel Wasser und holen Sie medizinischen Rat ein, falls die Symptome nicht zurückgehen.

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