Die Diagnose von Demenz erfolgt in der Regel schrittweise durch Gespräche, Untersuchungen und Tests. Dies ist notwendig, da die kognitiven Beeinträchtigungen vielfältig sein können. Demenz-Tests, insbesondere psychometrische Tests, spielen eine wichtige Rolle bei der Erkennung von Demenz, ersetzen aber keine ärztlichen Untersuchungen. Sie geben Hinweise auf eine Demenz, indem sie Verhaltensweisen in standardisierten Situationen erheben und analysieren.
Gendiagnostik bei Demenz
Die Gendiagnostik rückt bei Demenzerkrankungen, bei denen die genetische Veranlagung eine Rolle spielen kann, immer stärker in den Fokus. Unter Gendiagnostik versteht man die Untersuchung des Erbguts, um Hinweise auf genetische Veränderungen zu finden. Diese Tests können helfen, Veranlagungen für bestimmte Krankheiten aufzudecken oder die Ursachen bereits aufgetretener Symptome besser einzuordnen. Meist wird eine Blut- oder Speichelprobe analysiert.
Genetische Untersuchungen bei Alzheimer-Demenz
Im Zusammenhang mit der Alzheimer-Demenz und anderen Demenzformen wird bei genetischen Untersuchungen nach Abweichungen in Genen gesucht, die eine Anhäufung von schädlichen Proteinen im Gehirn verursachen. Ein genetischer Befund kann Hinweise auf ein erhöhtes Risiko oder eine bestimmte Ursache geben, aber die Aussagekraft der Tests ist begrenzt. Ein auffälliger Befund bedeutet nicht zwangsläufig die Entwicklung einer Krankheit, und ein unauffälliger Test garantiert nicht, dass man verschont bleibt.
Arten genetischer Tests bei Demenz
Man unterscheidet zwischen der Testung auf Ursachen-Gene (wie APP, PSEN1 oder PSEN2) und der Testung auf Risiko-Gene (wie ApoE4). Veränderungen in den Ursachen-Genen können direkt mit der erblichen, bzw. familiären Form von Alzheimer-Demenz verbunden sein. Die Testung auf Risiko-Gene, wie ApoE4, wird auch über kommerzielle Anbieter angeboten.
Die Sinnhaftigkeit der Gentests auf Ursachen-Gene wurde in der S3-Leitlinie Demenzen genauer betrachtet. Die Fachexperten empfehlen die Testung auf die Ursachen-Gene unter der Voraussetzung, dass ein Verdacht auf die familiäre Form besteht. Um Betroffene vor vorschnellen oder belastenden Entscheidungen zu schützen, ist eine ausführliche genetische Beratung in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Das Gendiagnostikgesetz regelt genau, unter welchen Bedingungen genetische Untersuchungen erlaubt sind und schreibt vor, dass Betroffene vor und nach der Untersuchung über Chancen und Risiken aufgeklärt werden. Vor allem bei prädiktiven Tests - also solchen, die Aussagen über ein zukünftiges Erkrankungsrisiko machen - ist eine fundierte Aufklärung entscheidend.
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Wann werden Gentests bei Demenz eingesetzt?
Genetische Tests werden bei Demenz vor allem dann eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine familiäre Form der Alzheimer-Demenz besteht. Dieser Verdacht besteht vor allem bei einem sehr frühen Krankheitsbeginn (unter 65 Jahren) oder bei direkten Angehörigen von bereits erkrankten Personen. Geschwister und Kinder (ab dem 18. Lebensjahr) können sich testen lassen, wenn ein direktes Familienmitglied an der familiären Form der Demenz erkrankt ist - auch wenn sie selbst noch keine Symptome zeigen.
Eine genetische Testung sollte immer über spezialisierte Fachärztinnen und Fachärzte für Humangenetik erfolgen. In vielen Städten gibt es genetische Beratungsstellen oder Ambulanzen, die eine solche Untersuchung anbieten. Bei medizinischer Indikation bzw. einem Verdacht werden die Kosten für die Testung auf Ursachen-Gene in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Ein Gentest kann wertvolle Hinweise geben, besonders wenn es darum geht, eine seltene erbliche Form von Alzheimer-Demenz zu erkennen. Doch mit diesem Wissen geht auch Verantwortung einher - für sich selbst und für die Familie.
Psychometrische Tests zur Demenz-Erkennung
Psychometrische Tests liefern zuverlässige Hinweise auf eine Demenz, können aber ärztliche Untersuchungen nicht ersetzen. Diese Testverfahren sollten von Experten durchgeführt werden, also zum Beispiel Neurologen, Psychiater, Psychologen oder entsprechend ausgebildetem Personal.
Bekannte Demenz-Tests
- Der Demenz-Detektions-Test (DemTect): Ein einfaches Verfahren, das nicht sehr lange dauert und kaum Vorwissen braucht. Der DemTect-Test berücksichtigt bei der Auswertung auch das Alter des Patienten.
- Der Mini-Mental-Status-Test (MMST): Etwas voraussetzungsreicher und aufwändiger, aber dafür auch aussagekräftiger. Der MMST wird häufig von geschultem Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern verwendet.
- Der Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test): Sollte von geschultem Personal durchgeführt werden.
- Der Uhrentest: Ein sehr bekannter Demenz-Test, der sich in wenigen Minuten nur mit einem Blatt Papier und einem Stift durchführen lässt.
- Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD): Hier geht es vor allem darum, eine Depression als mögliche Ursache auszuschließen.
- Der Syndrom-Kurztest (SKT): Erfasst vor allem Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der Informationsverarbeitung.
Einschränkungen einfacher Demenz-Tests
Einfache Testverfahren für Demenz können keine absolut zuverlässigen Ergebnisse liefern, da sie nur Symptome erkennen können, die auch Anzeichen für andere Erkrankungen sein können. Ein Demenz-Test kann Hinweise auf eine Demenz liefern, obwohl die Testperson an einer ganz anderen Krankheit leidet.
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Der DemTect-Test im Detail
Der DemTect-Test ist ein systematisches Testverfahren, mit dem eine Reihe kognitiver Funktionen (z. B. Wahrnehmung, Lernen, Erinnerungsvermögen, Denkvermögen) untersucht wird. Er dient der Erkennung einer möglichen Demenz und ersetzt keine ausführliche medizinische und psychologische Untersuchung.
Durchführung des DemTect-Tests
Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, sollte der Tester ruhig, sachlich und freundlich auftreten. Für jeden Teil des Tests wird eine Punktzahl ermittelt, die dann anhand der Umrechnungstabelle in einen Testwert umgewandelt wird. Die Testwerte werden abschließend addiert und anhand einer Skala gewichtet.
Der DemTect-Test besteht aus folgenden Aufgaben:
- Aufgabe 1: Wiedergabe einer Liste von 10 Wörtern (max. 20 Punkte)
- Aufgabe 2: Umwandlung von Zahlen in Zahlwörter und umgekehrt (max. 4 Punkte)
- Aufgabe 3: Aufzählen von Dingen, die es in einem Supermarkt gibt (max. 30 Punkte)
- Aufgabe 4: Wiederholung von Zahlenreihen in umgekehrter Reihenfolge (max. 6 Punkte)
- Aufgabe 5: Wiedergabe der am Anfang genannten 10 Wörter (max. 10 Punkte)
Auswertung des DemTect-Tests
Die Anzahl der gewichteten Testwerte zeigt, ob eine kognitive Beeinträchtigung oder eine Demenz wahrscheinlich sind. Wenn die Punkte einen Verdacht auf eine Demenz ergeben, sollte man einen Arzt aufsuchen und um eine professionelle Diagnose bitten.
Vorteile und Nachteile des DemTect-Tests
Der DemTect Test ist ein Screening-Verfahren zur Früherkennung von Demenz und Alzheimer, das nicht lange dauert und auch von Personen ohne Fachkenntnisse durchgeführt werden kann. Allerdings enthält der Test keine Aufgabe, bei der es um das visuelle Vorstellungsvermögen geht.
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Weitere diagnostische Verfahren
Da die oben genannten Tests nicht unterschiedliche Demenzformen unterscheiden können, gibt es weitere, vertiefende Tests. Diese werden auch eingesetzt, um fragliche Symptome sicher abzuklären. Außerdem kann eine Untersuchung des Nervenwassers helfen, insbesondere die Alzheimer-Erkrankung zu diagnostizieren oder auch eine mögliche, entzündliche Gehirnerkrankung. Weiterführend besteht die Möglichkeit, mithilfe einer Magnetresonanztomographie (MRT) oder einer Computertomographie (CT) das Gehirn genauer zu untersuchen. Zudem können durch eine Elektroenzephalografie (EEG) die elektrischen Ströme des Gehirns gemessen werden. Ob die Tests als Kassenleistung abgerechnet werden können, ist je nach Befund und Alter der Patientinnen und Patienten unterschiedlich.
Die Rolle des Hausarztes
Beim Erkennen einer demenziellen Erkrankung kommt dem Hausarzt eine Schlüsselrolle zu. Beim Verdacht auf Demenz stehen dem Hausarzt für eine erste orientierende Diagnostik verschiedene Verfahren zur Verfügung. Die Screeningtests nehmen zwischen fünf und fünfzehn Minuten in Anspruch und lassen sich ohne Weiteres in der Praxis durchführen. Besonders gut geeignet ist der BrainCheck, verbunden mit dem Uhrentest.
Die Untersuchung beginnt mit drei geschlossenen Fragen an den Patienten: Haben Sie selbst kognitive Einschränkungen bemerkt? Wurden Sie von Angehörigen deswegen kritisiert? Fühlen Sie sich durch kognitive Einbußen im Alltag eingeschränkt? Beim Uhrentest soll der Patient ein Ziffernblatt mit Zeigern zu einer vorgegebenen Tageszeit zeichnen. Das Verfahren ermittelt exekutive Funktionsstörungen und wird nur wenig durch soziodemographische Faktoren beeinflusst, erklärt der Neuropsychologe Dr. Marc Schwind vom Kantonsspital Winterthur. Es eignet sich als Früh- und Verlaufsindikator zur Dokumentation des visuell-räumlichen Denkens.
Wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer Demenz liefert auch die Einschätzung von Angehörigen und Freunden. Sie können Auskunft zur aktuellen kognitiven Leistungsfähigkeit des Betroffenen im Vergleich zum Zustand vor zwei Jahren geben. Sind bereits die Antworten des Patienten oder seiner Familie auffällig, sollten weitere Untersuchungen folgen. Falls Uhrentest und Befragung keinerlei Anhaltspunkte für relevante geistige Einbußen ergeben, kann im Sinne des Watchfull Waitings mit der weiteren Abklärung gewartet werden.
Eine Validierungsstudie ergab für den BrainCheck eine Sensitivität von 97,4 % und eine Spezifität von 81,6 %. Als weiteres Screeninginstrument steht der Mini-Mental-Status-Test (MMST) zur Verfügung. Er erfasst neben der zeitlichen und örtlichen Orientierungsfähigkeit auch die Bereiche Gedächtnis und Arbeitsgedächtnis, Visuokonstruktion und Sprache. Der MMST ist allerdings recht störungsanfällig. Außerdem ist er nicht zur Demenzfrüherkennung geeignet und kann nicht zwischen verschiedenen Typen der Erkrankung differenzieren. Bei einem Schwellenwert von 24 Punkten liegt die Sensitivität des Verfahrens bei 85 %, die Spezifität bei 90 %.
Die Sensitivität der Testverfahren gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Demenzkranker korrekt als dement eingestuft wird. Ein Wert von 85 % bedeutet also, dass 85 % der Patienten mit Demenz tatsächlich als solche erkannt werden. Andererseits werden 15 % der Dementen fälschlich als gesund beurteilt. Die Spezifität liefert eine Aussage darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit sich ein gesunder Patient als nicht dement erkennen lässt.
Demenz-Selbsttests
Wenn Sie bei sich oder einem Verwandten Auffälligkeiten feststellen, die Sie aber nicht direkt von einem Arzt abklären lassen möchten, gibt es eine Möglichkeit, einen einfachen Test auf Demenz von zu Hause aus durchzuführen. Im Internet findet man unter dem Stichwort „Demenz Selbsttest“ eine Reihe von interaktiven Fragebögen, die man zu Hause ausfüllen kann. Man erhält sofort eine Auswertung, die als erste Einschätzung über eine mögliche Abweichung der Gehirnleistung von der „Norm“ zu bewerten ist. Der Demenz Selbsttest ersetzt natürlich keinen fachmännischen Demenztest von einem Arzt oder einer Ärztin und sollte deshalb nicht als Selbstdiagnose einer Demenzerkrankung überbewertet werden.
Formen von Demenz
Es gibt nicht nur eine, sondern viele Formen von Demenz. Mehr als 50 verschiedene Krankheitsbilder ordnen sich unter den Oberbegriff Demenz ein. Die Alzheimer-Demenz macht ca. 60 - 65 Prozent aller Demenzerkrankungen und die vaskuläre Demenz ca. 20 - 30 Prozent aller Demenzerkrankungen aus. Jede dieser Demenzen hat ein leicht verändertes Symptombild. Stehen zum Beispiel bei der Alzheimer-Erkrankung die Gedächtnisstörungen im Vordergrund, so sind es bei vaskulären Demenzen eher Konzentrationsschwäche und Antriebsminderung.
Alzheimer-Demenz
Die Alzheimer-Krankheit beginnt schleichend und wirkt sich bei jedem Betroffenen anders aus, weshalb sie bei beginnender Demenz nicht immer so einfach zu erkennen ist. Im frühen Stadium von Alzheimer macht sich oft das Nachlassen des Kurzzeitgedächtnisses bemerkbar. Auch ungewohnte Stimmungsschwankungen treten als Demenz Symptom auf. Konzentrations- und Wortfindungsprobleme, eine abnehmende Reaktionsfähigkeit sowie Sprachschwierigkeiten sind weitere Symptome, die den Betroffenen zu Beginn der Alzheimer-Demenz oft selbst negativ auffallen. Das kann zu ausgeprägter Wut, Angst oder depressiver Stimmung der Betroffenen führen.
Wenn die Demenz Symptome schlimmer werden und die Gedächtnisleistung stärker eingeschränkt ist, verlieren die Alzheimer-Patienten nach und nach ihre Selbstständigkeit: Sie können keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen und benötigen für viele alltägliche Tätigkeiten wie Einkaufen, Haushalt, persönliche Pflege oder auch die Nahrungsaufnahme immer mehr Unterstützung von Außenstehenden.
Im späten Stadium der Alzheimer-Erkrankung werden selbst Familienmitglieder nicht mehr erkannt und die Patienten sind vollständig auf Pflege und Betreuung angewiesen. Sie können nicht mehr sprechen und weitere körperliche Symptome, wie der Verlust der Blasen- oder Darmkontrolle, Schluckprobleme oder starke motorische Einschränkungen treten auf.
Durch die fortgeschrittene Zerstörung des Gehirns kommt es im Endstadium von Alzheimer zu einer Einschränkung der lebensnotwendigen Körperfunktionen, die Reflexe lassen nach, Muskeln werden starr, der Körper und das Immunsystems schalten komplett zurück. Nicht selten sterben Alzheimer-Patienten und -patientinnen am Ende an einer normalerweise nicht lebensgefährlichen Infektion z.B.
Vaskuläre Demenz
Bei der vaskulären (gefäßbedingten) Demenz wird das Gehirn durch eine Störung der Durchblutung aufgrund von kleinen Hirninfarkten (Schlaganfall) geschädigt. Beim Betroffenen zeigen sich bei dieser Demenzform oft sehr plötzliche Verhaltensänderungen oder auch neurologische Auffälligkeiten wie eine Gangstörung oder halbseitige Lähmung. Anders als bei anderen Demenzformen kommt es bei der vaskulären Demenz zu einem stufenweisen Verlauf. Teile des Gehirns sterben durch eine Durchblutungsstörung durch ein verstopftes Gefäß ab, was sich durch Demenzsymptome bei dem Patienten oder der Patientin bemerkbar macht. Bis ein solcher Vorfall erneut auftritt, bleiben die Symptome allerdings relativ konstant oder können sich manchmal auch leicht verbessern.
Ursachen von Demenz
Die Ursachen von den verschiedenen Demenzformen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Neben genetischen Faktoren wird vermutet, dass auch Umwelteinflüsse und der Lebensstil am Entstehen der Erkrankung beteiligt sind.
Man weiß, dass bei der Alzheimer-Krankheit insbesondere zwei fehlerhafte (fehlgefaltete) Proteine bei der Entstehung eine Rolle spielen, welche zum fortschreitenden Abbau der Großhirnrinde führt. Zunächst bilden sich Ablagerungen (Plaques) von Amyloid-Proteinen, die sich außen an den Nervenzellen des Gehirns anreichern. Anschließend kommt es innerhalb der Nervenzellen zur Verbreitung von sogenannten Tau-Proteinen. Beide Proteine stören den normalen Stoffwechsel und die normale Kommunikation der Nervenzellen, so dass es zum Absterben von Nervenzellen kommt. Als Risikofaktoren für die Entwicklung einer Alzheimer-Krankheit steht an erster Stelle das Alter: Ab 65 Jahren steigt das Risiko stark an. Auch genetische Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen, da es bei Familienmitgliedern ersten Grades eine erhöhte Häufigkeit an Erkrankungen gibt.
Die Ursache der vaskulären Demenz beruht auf der Schädigung und dem teilweisen Absterben von Gehirnzellen durch Blutgerinnsel oder auch Hirnblutungen. Anders als bei der Alzheimerkrankheit treten die Einschränkungen der geistigen Funktion daher manchmal sehr plötzlich auf.
Das Risiko, an vaskulärer Demenz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Zu den weiteren Risikofaktoren gehören hauptsächlich Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie ungesunde Lebensstilfaktoren:
- Bluthochdruck
- Koronare Herzerkrankungen
- Vorhofflimmern
- Schlaganfall
- Diabetes mellitus
- Fettstoffwechselstörungen
- Rauchen
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
Durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten hin zu einem gesunden Lebensstil lässt sich das Risiko für eine vaskuläre Demenz senken.
Grundsätzlich kann man sagen, dass man das Risiko, im Alter an Demenz zu erkranken am besten senken kann, indem man einen gesunden und aktiven Lebensstil auch im höheren Alter pflegt.
Früherkennung und ihre Bedeutung
Für jede:n Demenzkranke:n ist eine frühe Diagnose der Erkrankung hilfreich. Bei manchen Demenzformen, wie der Alzheimer-Erkrankung, gibt es für das frühe Stadium zwar keine medikamentöse Therapie. Aber dafür können sich Betroffene in der Phase meistens noch gut mit der Krankheit auseinandersetzen. Sie können selbst Entscheidungen über ihr zukünftiges Leben treffen und auch bestimmen, welche Angehörigen über die Krankheit informiert werden und wie bei fortschreitender Krankheit die Pflege organisiert und finanziert wird.
Es ist wichtig für alle Beteiligten zu verstehen, dass die Krankheit zwar aufgehalten werden kann, es derzeit aber noch kein Heilmittel gibt und es trotz der Herauszögerung der Krankheit am Ende zu einem Versterben des Betroffenen kommen wird. Laut einer Studie des Archives of Gerontology and Geriatrics liegt bei Alzheimer-Erkrankung die mittlere Lebenserwartung des Demenz-Patienten bei 7-10 Jahre. Alzheimer-Patient:innen können aber durchaus auch länger leben.
Bei vaskulärer Demenz wird die Lebenserwartung stark von den meist auftretenden Begleiterkrankungen aus dem Herz-Kreislauf-Bereich beeinflusst.
Umgang mit der Diagnose
Eine drohende Demenz-Erkrankung belastet Betroffene, Angehörige und Freunde schon im Vorfeld. Unterstützung von außen und Aufklärung sind die wichtigsten Mittel, um sich dem Thema Demenz konstruktiv zu nähern. Es gibt viele regionale Anlaufstellen für das Thema Demenz, die Sie mit Ihren Fragen und Sorgen kontaktieren können.
Wenn sich der Verdacht erhärtet und die ärztliche Diagnose eine Demenzerkrankung bestätigt, sollten Sie sich Gedanken um die Behandlung, aber auch um die Betreuung und Pflege der erkrankten Person machen. Eine Demenzerkrankung ist eine schwere Diagnose mit weitreichenden Folgen für alle Beteiligten. Zunächst einmal können Sie sich mit dem Krankheitsbild Demenz auseinandersetzen, um zu verstehen, was die Diagnose bedeutet und welcher Verlauf zu erwarten ist. Wenn ein Mensch nach und nach seine kognitiven Fähigkeiten einbüßt, bringt das auch rechtliche Fragen mit sich. Darf ein Demenzerkrankter Verträge abschließen? Oder Autofahren? Oft sind es aber gerade die kleinen Herausforderungen im alltäglichen Umgang mit Demenzerkrankten, die Angehörige und Pflegende vor Probleme stellen. Sie sollten aber nicht den Mut verlieren.
Eine Demenzerkrankung bedeutet oft, dass ein Anspruch auf Pflegeleistungen besteht. Die Grundlage für viele Finanzierungs- und Beratungsleistungen ist ein anerkannter Pflegegrad.