Demenz-Uhr Analog Test: Ein umfassender Überblick

Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung, die das Gedächtnis, das Denkvermögen und die Fähigkeit beeinträchtigt, alltägliche Aufgaben auszuführen. Umso wichtiger ist es, Betroffenen Hilfestellungen zu geben und ihr Leben zu erleichtern. In diesem Zusammenhang spielen Uhren eine wichtige Rolle, da sie zur Orientierung im Alltag beitragen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte von Demenz-Uhren, von analogen und digitalen Anzeigen bis hin zu Notrufuhren und ihren Funktionen.

Analoge vs. Digitale Anzeigen bei Demenz

Eine aktuelle Studie aus Japan hat sich mit der Frage befasst, welcher Typ Uhr für Menschen mit Demenz leichter abzulesen ist: das analoge Zifferblatt oder die Digitalanzeige. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass das Ablesen der Uhrzeit von einer Digitaluhr für Menschen mit Alzheimer-Demenz und Lewy-Körperchen-Demenz einfacher ist als das Erfassen der Uhrzeit auf einer analogen Uhr. Die Fähigkeit zu lesen war signifikant mit der Fähigkeit des Kopfrechnens und der Fähigkeit, eine Uhr zu zeichnen, verknüpft.

Die Orientierung an der Uhrzeit und deren Verständnis ist entscheidend, um das normale tägliche Leben aufrechtzuerhalten. Störungen des zirkadianen Rhythmus sind besonders bei älteren Menschen häufig und bei Menschen mit Demenz stärker ausgeprägt.

Der Uhrentest als Früherkennungsinstrument

Der Uhrentest ist ein bekanntes und einfaches Instrument zur Früherkennung einer Demenz. Er gehört zur Gruppe der psychometrischen Tests und kann Hinweise auf kognitive Einschränkungen liefern. Der Test ist einfach durchzuführen: Die Testperson muss eine Uhr zeichnen und im Anschluss eine Uhrzeit mit dem Stunden- und Minutenzeiger in die skizzierte Uhr eintragen.

Durchführung und Auswertung des Uhrentests

Für die Durchführung des Uhrentests benötigt man lediglich ein Blatt Papier mit einem großen Kreis darauf und einen Stift. Der Arzt gibt die Anweisung: „Dieser Kreis soll eine Uhr sein.“ Während die Testperson zeichnet, macht sich der Arzt Notizen: In welcher Reihenfolge geht die Testperson vor? Bereitet ihr das Zeichen Schwierigkeiten? Wo zögert sie? Muss sie häufig Korrekturen vornehmen?

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Im Zusammenhang mit dem Uhrentest fällt oft das Wort „Visuokonstruktion“ oder „visuokonstruktive Ausführungsleistung“. Dieses Fremdwort bezeichnet die Fähigkeit, komplexe Formen oder Muster zu erkennen und zu reproduzieren. Diese Fähigkeit nimmt bei Demenzerkrankten bereits früh im Krankheitsverlauf ab.

Bei der Auswertung des Uhrentests gibt es viele unterschiedliche Skalen. Nach der Skala von Kenneth Shulman wird der Uhrentest mit 1 bis 6 Punkten bewertet. Zusätzlich zu 4 noch weitere bzw. Die Auswertung beim Uhrentest nach Sunderland wird in einer Skala von 1 bis 10 Punkten unterschieden. Die Unterscheidungen gehen sehr ins Detail und sind schwer zu bewerten. Sie sollten nur von einer Person mit Erfahrung in der Durchführung solcher Tests gemacht werden. Das Auswertungsverfahren beim Uhrentest nach Watson ist sehr standardisiert. In jedem Viertel sollten jeweils die drei richtigen, lesbaren Zahlen zu finden sein. Für jedes Viertel, in dem ein Fehler gemacht wurde, werden Fehler-Punkte gezählt. Für die ersten drei Viertel jeweils ein Punkt, für das letzte Viertel vier Punkte. Bei drei oder mehr Punkten ist eine kognitive Einschränkung naheliegend.

Aussagekraft und Grenzen des Uhrentests

Der Uhrentest ist zwar einfach und schnell durchzuführen, liefert aber keine verlässliche Diagnose einer Demenz. Er kann lediglich ein erster Hinweis auf eine mögliche kognitive Einschränkung sein. Eine Diagnose kann nur ein Arzt stellen, der dafür ausgebildet ist und Erfahrung hat.

Ein aussagekräftiger Uhrentest beinhaltet eine ausführliche ärztliche Untersuchung, vor allem der Seh- und Hörfähigkeit der Testperson. Deshalb sollte ein Uhrentest am besten von einem Arzt oder einer geschulten Person durchgeführt werden.

Der Uhrentest wird oft in Kombination mit anderen Tests, wie dem Mini-Mental-Status-Test (MMST), eingesetzt, um eine umfassendere Ersteinschätzung zu erhalten. Die Kombination aus MMST und Uhrentest prüft sozusagen unterschiedliche Merkmale ab und ergibt in der Summe eine gute Ersteinschätzung. Allerdings nur, wenn die Tests wirklich von Experten durchgeführt werden.

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Notrufuhren für Senioren mit Demenz

Viele Senioren sind auch im Alter noch sehr aktiv. Sie wandern, radeln, gehen shoppen, so wie sie es ihr ganzes Leben lang getan haben. Doch was ist, wenn einmal plötzlich ein Notfall eintritt? Ein Sturz, Schwindel oder eine kurze Schwäche. In diesem Fall kann eine Notrufuhr allen Beteiligten die nötige Sicherheit geben, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken oder die Privatsphäre zu verletzen.

Notrufuhren für Senioren zeigen die Uhrzeit an und können zum Telefonieren verwendet werden. Im Notfall setzen sie eine Notrufkette in Gang und senden Standortdaten. Vieles davon bieten aber auch konventionelle Smartwatches, Fitnesstracker oder Sportuhren. Für Senioren, die mit moderner Digitaltechnik nicht gut zurechtkommen und auch mit einem Smartphone überfordert wären, sind Smartwatches aber zu komplex. Für sie sind Notrufuhren für Senioren eine gute Alternative. Denn die Notrufuhren beschränken sich auf wenige, essentielle Funktionen und verfügen oft nur über einen einzigen Notrufknopf.

Funktionen und Vorteile von Notrufuhren

Notrufuhren mit GPS haben gegenüber dem klassischen Notrufknopf nicht nur den Vorteil, dass sie wie »normale« Wearables aussehen, sondern teilweise mit ähnlichen Funktionen ausgerüstet sind. Vergleichbar mit Sportuhren haben sie GPS-Tracking an Bord, messen Herzfrequenz und Puls oder zählen Schritte. Der Nachteil: Die GPS-Ortung funktioniert nur im Freien zuverlässig.

Notrufuhren gibt es in unterschiedlichen Formen. Manche werden per Touch-Display gesteuert, andere per Knopf unter dem Bildschirm und wieder andere ausschließlich per App und Webportal. Es gibt Notrufuhren, die Sprachnachrichten verschicken oder Bilder und Videos aufnehmen können. Das setzt allerdings voraus, dass sich jemand die Zeit nimmt und im Idealfall Vorwissen mitbringt, um die Notrufuhr einzurichten, auszuprobieren und die Funktionen erklärt.

In der Regel geht die Einrichtung leicht von Hand: Notrufuhr aufladen, SIM-Karte einsetzen, App installieren, IMEI registrieren und kalibrieren. Die GPS-Kalibrierung erfolgt im Freien. Die Notrufuhr sollte dabei aufgeladen und eingeschaltet sein und in Richtung Himmel zeigen. Dieser Schritt ist sinnvoll, denn nur so kann eine genaue Positionsbestimmung erfolgen, die im Notfall entscheidend sein kann.

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Kosten und Finanzierung von Notrufuhren

Ab Pflegegrad 1 können die Kosten für eine Notrufuhr anteilig von der Pflegekasse übernommen werden. In der Anschaffung kostet eine Notrufuhr für Senioren rund 190 bis 380 Euro. Dazu kommt noch die SIM-Karte mit Mobilfunktarif, die für den Betrieb der Notrufuhr benötigt wird. Entweder man entscheidet sich für einen »klassischen« Mobilfunktarif - egal, ob Prepaid oder Vertrag -, oder man wählt den Tarif des Uhrenanbieters. Bei der Prepaid-Variante sollte man darauf achten, dass man die automatische Aufladung aktiviert, um sicherzustellen, dass zu jeder Zeit ausreichend Guthaben auf der SIM-Karte vorhanden ist. Je nach Anbieter ist mit mindestens zehn bis 15 Euro pro Monat zu rechnen. In jedem Fall fallen für den Betrieb der Notrufuhr laufende Kosten an.

Es gibt Anbieter von Notrufuhren für Senioren, die ein Alles-inklusive-Paket anbieten: Notrufuhr mit SIM-Karte und passenden Tarif. Außerdem geben viele Anbieter einen Rabatt, wenn der Tarif nicht monatlich, sondern jährlich bezahlt wird. Der Vorteil bei diesen Angeboten: Man muss sich nicht selbst um eine passende SIM-Karte kümmern, sondern man bekommt in den meisten Fällen eine bereits fertig eingerichtete Uhr und muss sich nur noch in der App anmelden.

Auswahlkriterien für die richtige Notrufuhr

Um im Notfall rasch eine Rufverbindung herzustellen, wird mindestens eine Telefonnummer - meist eine Mobilfunknummer - gespeichert. Wird der Notrufknopf gedrückt oder reagiert die Sturzerkennung, beginnt die Notrufuhr zu vibrieren und akustisch auf sich aufmerksam zu machen. Der Träger der Uhr hat dann noch Zeit, um den Sturzalarm zu deaktivieren, indem er den Knopf an der Uhr drückt.

Sinnvoll sind Notrufuhren mit eingebautem Sturzsensor. Stürzt der Uhrenträger, beginnt die Uhr mit dem Notfallprotokoll und startet die Notrufkette. Allerdings sind die Sturzsensoren teils sehr empfindlich. Händewaschen, Zwiebelschneider oder Treppensteigen reichen aus, um die Notrufkette zu starten. Man kann bei vielen Notrufuhren die Empfindlichkeit des Sturzsensors anpassen. Wir empfehlen, dass man sich hier die Zeit nimmt und ausprobiert, mit welcher Einstellung man am besten fährt.

In den meisten Fällen läuft das Notruf-Telefonat wie ein normales Telefonat ab. Die Notrufuhr wählt die Nummer und wartet, bis jemand den Anruf annimmt. Hebt niemand am anderen Ende der Leitung ab, wird die nächste Nummer gewählt. Das wiederholt sich so lange, bis einer der Notrufkontakte antwortet.

Besonders Notrufuhren, die mit einer eigenen SIM-Karte ausgerüstet werden, erkennen den Anrufbeantworter nicht als solchen und brechen die Notrufkette ab - schließlich ist der Notruf angenommen worden. Anders sieht es bei Notrufuhren mit Tarifbindung aus. Bei ihnen muss der Empfänger oft aktiv den Eingang des Anrufs bestätigen, etwa durch Drücken einer Taste oder verbaler Bestätigung wie »Okay!«. Wird der eingehende Anruf nicht bestätigt, wählt die Notrufuhr die nächste eingespeicherte Nummer.

Mindestens genauso wichtig wie die Notrufuhr selbst ist die App oder das Webportal, mit der das Gerät arbeitet. Die meisten Anbieter von Notrufuhren nutzen eine App oder ein Webportal, nur wenige verzichten darauf.

Alternativen zur Notrufuhr

Die Grenzen zwischen Smartwatch, Sportuhr, Fitness-Tracker oder Notrufuhr mit GPS sind nicht starr. Hersteller und Anbieter verwenden die Bezeichnungen willkürlich, weshalb die Produktlandschaft verwirrend ist. Hier sollte man also genau hinsehen, bevor man sich für ein Produkt entscheidet.

Notrufuhren mit GPS für Senioren bieten für technikaffine Personen nicht unbedingt einen Mehrwert. Sturzerkennung, Telefonie oder das Teilen des aktuellen Standorts sind Funktionen, die viele »normale« Wearables auch bieten. Smartphone- und/oder technikaffine Senioren können getrost auf eine Notrufuhr mit GPS verzichten und sich eine Smartwatch oder Sportuhr ans Handgelenk schnallen. Ein Seniorenhandy in Verbindung mit einer Smartwatch kann ebenfalls eine Alternative zu einer Notrufuhr mit GPS sein. Wer einen reduzierten Funktionsumfang und eine vereinfachte Menüführung möchte, kann wiederum zu einer Kinder-Smartwatch greifen. Wie eine Notrufuhr verfügen sie über GPS-Tracking und SOS-Funktion, mit den meisten kann man ebenso telefonieren und mit einigen sogar per Video kommunizieren.

Zusätzliche Hilfsmittel und Technologien für Menschen mit Demenz

Neben Uhren und Notrufuhren gibt es eine Vielzahl weiterer Hilfsmittel und Technologien, die Menschen mit Demenz im Alltag unterstützen können:

  • Große Kalender: Kalender, auf denen der jeweilige Tag deutlich markiert werden kann und die Platz für die Eintragung wichtiger Termine bieten, unterstützen bei der zeitlichen Orientierung.
  • Digitale Kalender (mit großen Ziffern) und Uhren: Digitale Kalender zeigen immer das richtige Datum an und können in der Regel nicht selbstständig verstellt werden. Bei der Nutzung von digitalen Uhren sollten Sie darauf achten, ob der oder die Erkrankte eine analoge oder eine digitale Zeitanzeige besser ablesen kann.
  • Sprechende Uhren: Auf Knopfdruck erfolgt die Ansage der Uhrzeit, teilweise auch von Datum und Wochentag. Wichtig ist es darauf zu achten, dass auf der Uhr deutlich zwischen Tag und Nacht unterschieden wird, um den Tag-/Nacht-Rhythmus zu unterstützen.

Technische Hilfen für mehr Sicherheit im Haushalt

  • Herdsicherungen: Herdsicherungen schalten einen Elektroherd entweder nach einer voreingestellten Zeit oder bei Überhitzung der Kochfelder automatisch ab. Moderne Herde verfügen häufig schon über eingebaute Herdsicherungssysteme. Sollten Sie sich einen neuen Herd kaufen wollen, achten Sie darauf, dass der Herd über eine solche Abschaltautomatik verfügt.
  • Rauchmelder: Rauchmelder in der Wohnung ermöglichen einen rechtzeitigen Alarm, sollte es doch einmal zu einer Rauch- oder Brandentwicklung kommen. Gerade bei allein lebenden Personen kann es sich anbieten, diese Rauchmelder mit einem Hausnotrufsystem zu koppeln.
  • Telefone mit großen Tasten: Menschen mit Demenz können Schwierigkeiten haben, Festnetztelefone oder Handys zu bedienen. Telefone mit großen Tasten schaffen hier Abhilfe. Wichtige Rufnummern werden als Kurzwahlnummern eingespeichert. Beim Betätigen einer Taste wird die hinterlegte Nummer angewählt. Bei einigen Telefonmodellen können die Tasten zusätzlich mit Bildern versehen werden.

Sprachassistenzsysteme im Alltag

Sprachassistenzsysteme wie Alexa von Amazon, Google Assistant oder Siri von Apple können vielfältige Anwendungsmöglichkeiten bieten:

  • Sie können auf digitale Kalender oder Aufgabenlisten zugreifen. Dabei können Termineinträge oder Einkaufslisten sogar gemeinsam durch den Menschen mit Demenz und seine Angehörigen verwaltet werden. Es kann hilfreich sein, an anstehende Treffen oder die Medikamenteneinnahmen zu erinnern.
  • Sprachassistenzsysteme können Wissen abrufen sowie Musik oder Radioprogramme abspielen.
  • Ebenso können Angehörige Text-, Sprach- oder Videonachrichten direkt an das System schicken, welches es dem Menschen mit Demenz (automatisch) abspielt. Ferner vereinfachen solche Systeme auch die Videotelefonie und damit das Kontakt-Halten über Distanz.
  • Auch sogenannte Smart-Home-Geräte können mit einem Sprachassistenzsystem verbunden werden, um beispielsweise das Licht per Sprachbefehl an- und auszuschalten oder um smarte Rauch-, CO2- oder Wassermelder zu steuern.

Wichtige Aspekte beim Einsatz technischer Hilfen

Es ist wichtig, immer wieder zu überprüfen, welche Auswirkungen der Einsatz dieser Hilfen auf die betroffenen Menschen mit Demenz hat. Bleibt die Würde der Betroffenen erhalten? Hilft der Einsatz der Technik bei der Bewahrung der Autonomie der betroffenen oder schränkt er Freiheiten ein? Unterstützt die Technik bei wichtigen Alltagsverrichtungen oder bei der Kommunikation mit anderen? Oder verstärkt sie womöglich vorhandene Unsicherheit und Desorientiertheit?

Eines darf dabei allerdings nicht vergessen werden: So wie Menschen mit Demenz ein Recht auf Autonomie haben, haben auch diejenigen, die sie begleiten und betreuen, ein Recht auf Freiräume und Erleichterungen. Technische Hilfen können Pflegende körperlich wie auch seelisch entlasten. Sie mindern den Druck, immer und überall präsent und hellwach sein zu müssen.

Abrechnung von Demenztests bei Privatpatienten

Die Frage, wie ein Demenztest bei einem Privatpatienten abgerechnet wird, ist komplex und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Nr. 856 GOÄ steht für die "Anwendung und Auswertung standardisierter Intelligenz- und Entwicklungstests" und kommt bei einem Demenztest eher nicht in Betracht. Denkbar ist hier eher die Nr. 855 GOÄ: "Anwendung und Auswertung projektiver Testverfahren mit schriftlicher Aufzeichnung." Das Ganze hängt aber auch vom zeitlichen Aufwand ab.

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