Der Haushalt nervt? Tipps für mehr Ordnung und weniger Stress

Viele Menschen empfinden den Haushalt als lästig und zeitaufwendig. Doch mit den richtigen Strategien und einer positiven Einstellung lässt sich der Stress reduzieren und mehr Freude am Wohnen gewinnen. Dieser Artikel gibt Ihnen praktische Tipps, wie Sie den Haushalt effizienter gestalten und ein angenehmes Zuhause schaffen können.

Mindset: Die richtige Einstellung zum Aufräumen

Oftmals scheitert es nicht an fehlenden Fähigkeiten, sondern an der inneren Einstellung. Negative Glaubenssätze wie "Ich bin halt unordentlich" oder "Ich habe das von meinen Eltern geerbt" können den Aufräumprozess sabotieren. Es ist wichtig, diese Denkmuster zu hinterfragen und durch positive zu ersetzen.

Positive Fragen stellen

Statt sich zu fragen "Warum schaffe ich das mit dem Aufräumen nie?", sollte man sich lieber fragen "Warum geht mir das Aufräumen so leicht von der Hand?". Unser Gehirn ist darauf programmiert, Antworten auf unsere Fragen zu finden. Stellen wir positive Fragen, werden wir auch positive Antworten und Lösungen finden.

Mit der Leere umgehen

Manchmal ist es nicht nur die Unordnung, die uns belastet, sondern auch die Angst vor der Leere, die entsteht, wenn wir uns von Dingen trennen. Diese Angst kann ein Grund dafür sein, warum wir uns so schwer damit tun, auszumisten. Es ist wichtig, sich dieser Angst bewusst zu werden und sich ihr zu stellen. Allein das Bewusstsein dafür kann schon viel verändern.

Konkrete Strategien für einen aufgeräumten Haushalt

Neben der richtigen Einstellung gibt es auch eine Reihe konkreter Strategien, die Ihnen helfen können, den Haushalt effizienter zu gestalten.

Lesen Sie auch: Sinnvolle Aufgaben für Menschen mit Demenz

1. Schwierige Entscheidungen vertagen

Beim Aufräumen tauchen oft Gegenstände auf, bei denen wir uns schwer tun, eine Entscheidung zu treffen. Erinnerungen, sentimentale Werte oder die Ungewissheit, ob wir etwas vielleicht doch noch einmal brauchen können, machen es uns schwer, loszulassen. In solchen Fällen hilft es, die Entscheidung zu vertagen und die Gegenstände in einer "Vertagen"-Kiste zu sammeln. Nach einer gewissen Zeit können wir die Kiste erneut durchsehen und die Entscheidung fällt oft leichter.

2. Eine Kiste (Ecke / Regal…) nach der anderen

Der Gedanke, die ganze Wohnung aufräumen zu müssen, kann überwältigend sein. Es ist daher ratsam, sich kleine, überschaubare Ziele zu setzen. Beginnen Sie mit einer Kiste, einer Ecke oder einem Regal. Wenn Sie diese Aufgabe erledigt haben, können Sie sich der nächsten widmen. Das Erfolgserlebnis motiviert und hilft, am Ball zu bleiben.

3. Ziel setzen, Deadline setzen und Plan machen

Setzen Sie sich ein konkretes Ziel, bis wann Sie Ihre Wohnung aufgeräumt haben wollen. Teilen Sie das große Ziel in kleine, realistische Schritte auf und planen Sie, wie viel Zeit Sie pro Woche für jeden Schritt einplanen müssen. Auch wenn sich die Planung im Laufe der Zeit ändern kann, gibt sie Ihnen eine Orientierung und Motivation.

4. Die Gunst der Stunde nutzen

Oftmals gibt es Momente, in denen uns etwas an der Wohnung besonders stört. Vielleicht ist eine Lampe kaputt, ein Regal staubig oder ein bestimmter Gegenstand liegt schon lange am falschen Platz. Nutzen Sie diese Momente, um das Problem sofort zu beheben. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die aber in der Summe einen großen Unterschied machen können.

5. Feste Orte - und Inseln der Ordnung

Für jedes Ding sollte es einen festen Platz geben. Das gilt für Ladekabel, Schlüssel, Kopfhörer und alle anderen Gegenstände, die Sie regelmäßig nutzen. Wenn jeder Gegenstand seinen festen Platz hat, fällt es leichter, Ordnung zu halten und Dinge wiederzufinden. Schaffen Sie sich Inseln der Ordnung, z.B. einen Platz für Ihre Schlüssel oder eine Ablage für Ihre Post.

Lesen Sie auch: Eingeklemmter Nerv: Ein umfassender Leitfaden

6. Konsequente und effiziente Entsorgung

In jedem Haushalt fallen Abfälle und Dinge an, die man nicht mehr benötigt. Wichtig ist, diese konsequent und effizient zu entsorgen. Schaffen Sie sich eine Basis, indem Sie den größten Berg auf einmal loswerden. Nutzen Sie separate Behälter für Altglas, Pfandflaschen und andere Wertstoffe. Sobald ein Behälter voll ist, bringen Sie ihn zur nächsten Entsorgungsstelle.

7. Das ist doch eigentlich noch ganz gut - Flohmärkte

Viele Dinge sind noch in gutem Zustand, werden aber nicht mehr benötigt. Anstatt sie wegzuwerfen, können Sie versuchen, sie auf einem Flohmarkt oder über Online-Kleinanzeigen zu verkaufen. Bieten Sie thematische Pakete an, um den Verkauf zu beschleunigen. So können Sie nicht nur Platz schaffen, sondern auch noch etwas Geld verdienen.

8. 80:20 Prinzip. Gnädig mit mir selbst sein

Perfektionismus ist beim Aufräumen fehl am Platz. Es reicht, wenn Sie 80 Prozent des Ergebnisses mit 20 Prozent des Aufwands erreichen. Seien Sie gnädig mit sich selbst, wenn nicht alles sofort perfekt ist. Genießen Sie den erreichten Zustand und lassen Sie sich Zeit, bevor Sie die restlichen 20 Prozent angehen.

9. Erfolge feiern

Feiern Sie Ihre Erfolge, auch wenn sie noch so klein sind. Haben Sie Ihre Gewürze sortiert und in Gläser gefüllt? Dann schauen Sie sich das Ergebnis an und freuen Sie sich darüber. Kleine Belohnungen motivieren und helfen, am Ball zu bleiben.

10. Nicht verzetteln

Vermeiden Sie es, an mehreren Stellen gleichzeitig aufzuräumen. Das führt nur zu noch mehr Chaos und kostet unnötig Energie. Konzentrieren Sie sich auf eine Aufgabe und bringen Sie diese zu Ende, bevor Sie mit der nächsten beginnen.

Lesen Sie auch: Symptome und Behandlungsmethoden bei eingeklemmtem Nerv

11. Mit vielen kleinen Schritten ans Ziel

Überstrapazieren Sie Ihre Aufräum-Energie nicht. Machen Sie lieber viele kleine Schritte, bei denen Sie trotzdem kleine Erfolgserlebnisse spüren können. So bleibt die Aktion angenehm und Sie verlieren nicht die Lust.

12. Der innere Saboteur

Achten Sie auf Ihren inneren Saboteur. Das ist der Teil in Ihnen, der Ihnen einredet, dass Aufräumen keinen Sinn macht oder dass Sie es sowieso nicht schaffen werden. Erkennen Sie diese Gedanken und lassen Sie sich nicht von ihnen entmutigen.

13. Worum geht es mir beim Aufräumen eigentlich?

Fragen Sie sich, warum Sie eigentlich aufräumen wollen. Geht es Ihnen darum, mehr Platz zu schaffen, Stress zu reduzieren oder ein angenehmeres Zuhause zu haben? Wenn Sie Ihre Motivation kennen, fällt es Ihnen leichter, am Ball zu bleiben.

14. Für wen räumst du auf?

Räumen Sie für sich selbst oder für andere auf? Wenn Sie nur für andere aufräumen, werden Sie sich schnell demotiviert fühlen. Es ist wichtig, dass Sie auch für sich selbst aufräumen und sich in Ihrem Zuhause wohlfühlen.

Zusätzliche Tipps für einen stressfreien Haushalt

Neben den bereits genannten Strategien gibt es noch weitere Tipps, die Ihnen helfen können, den Haushalt stressfreier zu gestalten.

1. Fußboden frei halten

Achten Sie darauf, dass Ihr Fußboden frei von herumliegenden Gegenständen ist. Das erleichtert das Staubsaugen und Wischen und sorgt für ein aufgeräumtes Erscheinungsbild.

2. Was gehört in einen anderen Raum?

Bevor Sie einen Raum verlassen, sollten Sie sich umsehen und sich fragen, ob etwas in einen anderen Raum gehört. Nehmen Sie diese Gegenstände mit und räumen Sie sie an ihren Platz. So verhindern Sie, dass sich Unordnung ansammelt.

3. Wo starten wir denn mit dem Aufräumen?

Beginnen Sie mit dem Aufräumen dort, wo Sie in kürzester Zeit am meisten bewirken und damit schnell den größten Erfolg sehen können. Das motiviert Sie weiter zu machen.

4. Wäschekorb-Methode

Wenn Ihr Zuhause bereits im Chaos versunken ist, nehmen Sie sich einen Wäschekorb und sammeln Sie alle Sachen ein, die nicht in den Raum gehören. Wenn der Korb voll ist, verteilen Sie die darin liegenden Sachen auf die Räume und Plätze, wo sie eigentlich hingehören.

5. Jeder Gegenstand hat einen festen Platz

Jeder Gegenstand sollte einen festen Platz haben, an den Sie ihn immer zurück räumen können. Das gilt für Dinge, die Sie täglich nutzen, aber auch für solche, die Sie nur selten benötigen. Gruppieren Sie Gegenstände, die thematisch zusammen passen, und stellen Sie sie in Körbchen oder Boxen.

6. Flächen freihalten

Vermeiden Sie es, Tische, Stühle und Fensterbänke als Ablageflächen zu nutzen. Diese Flächen ziehen nur noch mehr Chaos an. Versuchen Sie, Flächen freizuhalten, um ein ordentliches Erscheinungsbild zu erzielen.

7. Putzen integrieren

Integrieren Sie das Putzen als festen Bestandteil Ihrer Ordnung. Wenn Sie sowieso die Dinge an ihren Platz räumen und sehen, dass dieser Platz schmutzig ist, säubern Sie ihn gleich mit. So sparen Sie sich auf Dauer viel Zeit.

8. Morgenroutine

Legen Sie sich eine feste Aufräum-Morgenroutine zu. Putzen Sie z. B. das Waschbecken oder wischen Sie den Esstisch ab. So können sich die To Do’s, die Sie im Haushalt zu erledigen haben, nicht anhäufen.

9. Abendroutine

Ergänzen Sie Ihre Morgenroutine durch eine Abendroutine. Räumen Sie z. B. jeden Abend zwei Minuten lang die Küche auf. Sie werden sich wundern, was Sie in der Zeit alles schaffen.

10. Ordnungs-Ziel aufschreiben

Denken Sie sich ein Ordnungs-Ziel aus und schreiben Sie es auf. So nehmen Sie sich selbst in die Pflicht und halten sich vor Augen, warum Sie Ordnung halten möchten.

11. Mini-Gewohnheit

Starten Sie mit einer Mini-Gewohnheit. Falten Sie z. B. jeden Abend die Kuscheldecken im Wohnzimmer ordentlich zusammen und legen Sie sie auf das Sofa.

12. Alles sofort wegräumen

Räumen Sie alles sofort weg. Stellen Sie Ihren Kaffeebecher in die Spülmaschine oder reinigen Sie den Herd, nachdem Sie gekocht haben. So vermeiden Sie, dass sich Unordnung ansammelt.

13. To-Do Liste

Wenn Sie es nicht geschafft haben, einige To-Do‘s im täglichen Geschehen zu erledigen, schreiben Sie sie auf eine To-Do Liste. So verlieren Sie zu keinem Zeitpunkt den Überblick.

14. Timer stellen

Stellen Sie sich einen Timer und sehen Sie, wie schnell Sie eigentlich voran kommen. Teilen Sie sich die Zeit auf die verschiedenen Räume auf, z. B. 10 Minuten für das Wohnzimmer, 10 Minuten für die Küche, 10 Minuten für das Bad etc..

15. 15-Minuten Liste

Schreiben Sie alle To-Do‘s, die in einer Woche erledigt werden müssen, auf eine Liste und arbeiten Sie diese jeden Tag für 15 Minuten ab. So zerlegen Sie die große Liste in kleine, leicht zu bewältigende Aufgaben.

16. Nach oben und nach unten gucken

Gucken Sie nach oben und nach unten, um Spinnweben und Wollmäuse auszumachen.

17. Hilfe holen

Holen Sie sich Hilfe beim Aufräumen. Zu zweit geht alles leichter und vor allem schneller.

18. Regelmäßig ausmisten

Schaffen Sie nicht nur Ordnung, sondern misten Sie auch regelmäßig aus. So erleichtern Sie sich wiederum das Ordnung halten.

19. Sich belohnen

Vergessen Sie nicht, sich zu belohnen. Entspannen Sie sich z. B. bei einer Tasse Tee, Ihrem Lieblingsessen oder einem schönen Film.

Minimalismus als Schlüssel zu mehr Ordnung

Eine weitere Möglichkeit, den Haushalt stressfreier zu gestalten, ist der Minimalismus. Weniger Dinge bedeuten weniger Staub, weniger Aufräumen und weniger Stress.

Vorteile des Minimalismus

  • Weniger Stress
  • Mehr Geld verfügbar
  • Weniger Ablenkung von dem, was Ihnen wichtig ist
  • Mehr Zeit für Familie, Reisen, Ehrenamt etc.

Tipps für mehr Minimalismus im Familienleben

  1. Finden Sie Ihr „Warum“: Welche Vorteile eines minimalistischen Lebensstils brauchen Sie am meisten?
  2. Machen Sie sich klar, was Minimalismus für Sie bedeutet und worauf Sie Ihre Prioritäten legen.
  3. Einfach anfangen: Beginnen Sie mit einem einfachen Bereich, der mit wenig Emotionen behaftet ist, z.B. im Badezimmer.
  4. Beziehen Sie Ihre Familie mit ein: Erklären Sie Ihrer Familie, was Sie vorhaben und warum.
  5. Erst ausmisten, dann organisieren: Organisieren ist super, aber zuerst sollten Sie alles ausmisten, was Sie nicht wirklich brauchen.

Home Management: Das Zuhause managen

Home Management bedeutet, dein Zuhause zu managen und deinen Haushalt zu managen. Es geht darum, deine inneren Themen zu behandeln, denn Unordnung, Chaos und Überforderung im Haushalt sind immer nur Symptome.

Home Management Basics

  • Systeme und Prozesse: Führen Sie feste Prozesse ein, die unabhängig von Ihrer Stimmung ablaufen.
  • Ausmisten: Trennen Sie sich von Dingen, die kein Zuhause haben und Ihnen im Weg stehen.
  • Entscheidung treffen: Entscheiden Sie sich für ein Wohlfühlzuhause und treffen Sie die notwendigen Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen.

tags: #der #haushalt #nerv #profanen