Der Schlüssel zum Herzen eines Mannes liegt in seinem Gehirn: Psychologie

Das menschliche Gehirn ist seit Jahrtausenden ein Rätsel. Die Menschen versuchen seit jeher, herauszufinden, was im Kopf vor sich geht. Wie kann etwas Nicht-räumliches und Nicht-materielles wie der Geist auf etwas Räumliches und Materielles wie die Materie wirken? Wie kann meine geistige Eingebung, meine Hand zu heben, die tatsächliche Bewegung meiner Hand verursachen? Und umgekehrt: Wie können materielle Ursachen geistige Wirkungen zeitigen?

Die Grenzen der Hirnforschung

"Es gibt keinen Einstein des Gehirns, und einige Kollegen sagen, es gibt nicht einmal einen Newton des Gehirns. Solange dieses grundlegende Prinzip nicht wirklich entdeckt ist, ist das Kaffeesatzleserei." Die Hirnforschung kann viel, besonders wenn das Gehirn nicht als Sonderorgan behandelt wird. Sie stößt an ihre Grenzen, wenn es um innere Prozesse wie die Entstehung von Gefühlen geht. Die Geschichte der Hirnforschung ist reich an Metaphern, mit denen sie versucht, ihren Gegenstand zu erklären. Emil Du Bois-Reymond, der Erfinder der Elektrophysiologie, sprach in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von "Ignoramus et ignorabimus" (wir wissen es nicht und wir werden es nicht wissen). Diese Perspektive berücksichtigt eine Zeit, in der der uneingeschränkte Fortschrittsoptimismus erste Dämpfer erhielt. Nietzsches rigorose Erkenntniskritik zeichnet sich bereits am Horizont ab. Gleichzeitig räumt Du Bois-Reymonds Ignorabimus-Argument dem modernen Menschen einen Spielraum ein, in dem er sich als Individuum erfinden kann, dessen Wünsche, Träume und Sehnsüchte weder in der Naturwissenschaft noch in der Technik jemals aufgehen werden.

Frühe Eingriffe ins Gehirn: Trepanationen

Erste Zeugnisse für die Beschäftigung des Menschen mit dem Organ unter der Schädeldecke sind über 7000 Jahre alt, aus der jüngeren bis mittleren Steinzeit. Damals wurden Schädel mit Faustkeilen, Steinsägen und ähnlichem Gerät geöffnet. Diese absichtsvollen, kreisrunden Löcher, sogenannte Trepanationen, wurden von Patienten überlebt. An den Kanten bildete sich neue Knochensubstanz, die sich mit der Zeit abrundete. Der Zweck dieser Eingriffe ist unbekannt, aber ähnliche Trepanationen wurden in Schädeln auf der ganzen Welt gefunden. Heutige Naturvölker, die diese Praxis noch ausüben, geben an, dass sie böse Geister aus kranken Menschen entfernen wollen, oft bei Epilepsie. Die Trepanationen deuten darauf hin, dass die Medizinmänner jener Jahre das Gehirn bereits für das zentrale Steuerungsorgan hielten.

Antike Debatten: Gehirn oder Herz?

Im antiken Griechenland gab es heftige Debatten über den Stellenwert des Gehirns innerhalb des Körpers. Hippokrates sagte: "Mit dem Gehirn denken und überlegen wir, sehen und hören wir, und unterscheiden das Hässliche vom Schönen, das Schlechte vom Guten und das Angenehme vom Unangenehmen. Dasselbe Organ lässt uns in Raserei und Wahnsinn verfallen, und es treten Angst und Furcht an uns heran, sowohl des Nachts als auch am Tage, dazu Schlaflosigkeit, Irrtümer, unpassende Sorgen, Nichterkennen der wirklichen Lage und Vergessen. Alles dies erleiden wir durch das Gehirn, wenn es nicht gesund ist." Aristoteles hingegen verortete die Seele im Herzen, da es alles mitmacht, was wir empfinden. Der römische Arzt Claudius Galen widersprach der aristotelischen Lehre im zweiten nachchristlichen Jahrhundert mit empirischen Argumenten. Er untersuchte Gehirne von Hunden und Schafen und stellte fest, dass das Herz keine Kühlfunktion hat. Wenn er jedoch an bestimmten Stellen des Hirns herumdrückte, tat sich etwas bei den lebend sezierten Versuchstieren. Galen vermutete Luft in den Ventrikeln, eine besondere Luft, den Spiritus animalis, der alle körperlichen und geistigen Funktionen bewirkt.

Der Römische Brunnen und Descartes' Orgel

Der Römische Brunnen setzt die christliche Konzeption des Körpers als Gefäß für die unsterbliche Seele plastisch ins Bild. Deshalb lohnte sich die Beschäftigung mit dem vergänglichen Teil des Menschen nicht. Für 1000 Jahre fanden kaum mehr empirische Untersuchungen der sterblichen Hülle statt. Descartes stellte diese Vorstellung wortreich dar, um sie dann zu zerpflücken. Er sagte, dass unsere Verhalten, motorischen Fähigkeiten, Wahrnehmungsgeschwindigkeit und die Vielfalt der sensorischen Eindrücke das Bild eines Römischen Brunnens bei weitem übersteigen. Stattdessen sah er in der Orgel ein wunderbares Bild für die Hirnfunktion. Die Pfeifen werden durch einen Luftstrom zum Klingen gebracht, der durch ein Windwerk erzeugt wird. Der Windkasten entspricht dem Spiritus animalis, der in unserem Organismus durch Herz und Arterien in Bewegung kommt. Descartes sah den Körper des Menschen als eine Maschine, die vom Gehirn gesteuert wird. Alles an dieser menschlichen Maschine ist materiell und kann prinzipiell erklärt werden, bis auf die Seele. Sie kann man nach Descartes nicht mit naturwissenschaftlichen Mittel erschließen, weil sie nicht aus Materie besteht. Descartes entwickelte die Idee, dass es im Gehirn eine bestimmte Struktur gibt, die Zirbeldrüse, in der die Interaktion zwischen Leib und Seele stattfindet. Die Lebensgeister stoßen die Zirbeldrüse an und reizen so die Seele zur Empfindung, die diesen Stoß ihrerseits erwidert. Nur der Mensch besitzt eine Seele. Damit schuf er ein Paradigma, dass das Seelenorgan ein Teil des Gehirns ist, der die Interaktion von Körper und Seele gewährleistet.

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Phrenologie und Lokalisationstheorie

Um 1800 wurde Descartes' Schädel ausgegraben, aufgrund der neuen Hirntheorie von Franz Joseph Gall. Gall entwickelte die Phrenologie, die alle Fähigkeiten des Menschen in streng umrissenen Schädelbereichen verortet. Diese Theorie löste eine Sammelwut von Schädeln aus. Nicht nur die Köpfe von Genies wie Descartes oder Joseph Haydn wurden akribisch vermessen und mit anderen Schädeln verglichen, sondern auch jene von Verbrechern und Geisteskranken. Für Gall ließ sich Descartes' mathematisches Genie daran ablesen, dass sein Kopf über einen ausgeprägten Orbitalknochen verfügte, unter dem der Organologe ein stark entwickeltes Organ für Zahlensinn vermutete. Die Gall'sche Theorie markiert die Entstehung eines neuen Menschenbildes: Wenn alle geistigen und seelischen Zustände am Schädel zu erkennen sind, dann haben sie einen materiellen Ursprung. Das bedeutet, dass die Seele weder gottgegeben noch unsterblich sein kann, sondern von der Natur her nichts anderes ist als der Rest des Körpers auch. Von diesem Punkt aus startet das materialistische Projekt der Neuzeit. Die Theorie von Franz Gall verschwand allerdings rasch wieder, da der von ihm unterstellte Zusammenhang zwischen Schädelform und Gehirn nicht haltbar ist. Die Idee streng abgrenzbarer Areale, die für jeweils spezifische Funktionen zuständig sind, wirkt in der Hirnforschung fort. Die Hirnforschung geht nun wiederholt den Weg des Negativbeweises. Von Ausfallerscheinungen zieht man Rückschlüsse auf die Funktion der beschädigten Teile des Hirns. Broca konnte ein umschriebenes Krankheitsbild mit einer passenden Lokalisation liefern: dem hinteren Teil der dritten vorderen Windung links. Damit wurde Sprache nicht mehr als ein psychologisches Phänomen verstanden, sondern als ein cerebrales Phänomen, und damit erhielt das Edelste, über das der Mensch verfügt, einen cerebralen Ursprung und damit einen materiellen.

Kriegsverletzungen und fragwürdige Typologien

Die Entwicklung der Neuroanatomie und -physiologie seit dem 19. Jahrhundert verdankt sich der Untersuchung, Vermessung und Protokollierung von Gehirnläsionen, mit denen die Ärzte in den Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts konfrontiert waren. Besonders der Erste Weltkrieg brachte die Lokalisationstheorie voran. Diese Art von Lokalisation wurde benutzt, um so etwas wie eine Typologie eines Gehirns von einer Gruppe von Menschen erstellen zu können. Dies führte zu verheerenden Entwicklungen, indem man meinte, wissenschaftlich feststellen zu können, dass Frauen weniger intelligent seien als Männer und deswegen nicht zum Studium zugelassen werden sollten, dass Kriminelle ganz besondere Gehirne haben und kriminelles Verhalten angeboren ist, und dass Nichteuropäer weniger kultiviert sind als Europäer und das auf ihre Hirnstruktur zurückzuführen ist. Alle Arten von Hierarchisierung, Polarisierung, Sexismus und Rassismus wurden also mit dieser Hirnforschung begründet. Die Lokalisationstheorie lieferte eine wissenschaftliche Begründung für Polarisierung, Ausgrenzung, Elitewahn und eine neue Art des Hierarchieaufbaus nach dem Ende der Monarchien.

Telegraf und Computer als Metaphern

Vor dem Hintergrund der Lokalisationstheorie bildete sich eine neue Metapher in der Hirnforschung heraus, die sich auf die Kommunikationswege konzentriert. Galvani hatte Nerven durch elektrische Ströme aktiviert, aber es wurde nicht bewiesen, dass elektrische Ströme das eigentliche Agens der Nervenfunktion sind. Erst Du Bois-Reymond konnte 1850 nachweisen, dass Ströme durch die Nervenfunktion fließen, ohne dass Strom hineingesteckt wurde in das System. Seit 1866 verbindet das erste Seekabel Irland mit Neufundland. 1870 sind bereits weite Teile der Welt per Telegraf erreichbar. Nun wird auch das Hirn zur Telegrafenstation: Die Nerven sind auf elektrischen Bahnen mit den Befehlsempfängern im Körper verbunden. Die Zentrale im Kopf morst an die Muskeln die entsprechenden Signale und entschlüsselt die Nachrichten von den Rezeptoren. Der Telegraf als Metapher für das Hirn wird in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schließlich von der neuen Leit-Technologie des Computers abgelöst. Daraus lässt sich schließen, dass das moderne Gehirn in seiner Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert kulturell kontaminiert ist und dass das Gehirn ein Organ ist, in das alle möglichen Ansichten hineinprojiziert werden. Eine Hirnforschung, die über so fabelhafte Möglichkeiten verfügt wie die Hirnforschung heute, hat eine besondere Verpflichtung, besonders vorsichtig und besonders zurückhaltend zu sein. Die Frage von Geist und Gehirn ist inzwischen abgelöst worden durch die Frage: Können wir Gedanken lesen? Vor einigen hundert Jahren war die Vorstellung von den Hirnfunktionen, dass es sich da um einen raffinierten römischen Brunnen handeln würde beim Gehirn. Heute heißt es, das Gehirn ist ein Computer.

Die Verbindung zwischen Herz und Gehirn

Hirn und Herz beeinflussen einander massiv. Mit dem Herzschlag ändert sich unsere Wahrnehmung und sogar unsere Neigung zu Vorurteilen. Herz und Gehirn kommunizieren über das autonome Nervensystem und über Botenstoffe miteinander. Im Gehirn existiert ein Abbild des Herzens: Der Herzschlag ist dort über das Herzschlag-evozierte Potential (HEP) repräsentiert. Der Herzschlag beeinflusst die Wahrnehmung von Berührungsreizen und die Neigung zu Vorurteilen. Der Herzschlag beeinflusst die Durchblutung des Gehirns und damit die Verarbeitung aller Wahrnehmungen. Die Nervenzellen haben den höchsten Nähr- und Sauerstoffverbrauch im Körper und sind in besonderer Weise auf die Versorgung durch das Herz angewiesen. Menschen mit Herzschwäche leiden daher immer auch kognitiv. Sie können sich schlechter konzentrieren und ermüden rascher.

Ein Experiment zeigte, dass Männer, die eine schwankende Hängebrücke überquerten, ihre Aufregung auf eine attraktive Frau projizierten, die auf der Brücke wartete, und sich zu ihr hingezogen fühlten. Dieses Phänomen bezeichnen Psychologen als „Fehlattribution“. Dahinter steht, dass sich weiche Knie und Schmetterlinge im Bauch ja tatsächlich ähnlich anfühlen: In beiden Fällen schlägt das Herz fester, der Puls beschleunigt sich. Das autonome Nervensystem verbindet Herz und Gehirn. Es besteht aus Sympathicus und Parasympathicus. Der Sympathicus aktiviert uns und sorgt für die notwendigen körperlichen Reaktionen auf Angriff und Flucht. Der Parasympathicus dagegen bringt uns in die Ruhe. Eine hohe Herzratenvariabilität gilt als Zeichen einer vitalen Herz-Hirn-Connection und letztlich von Gesundheit. Eine starre Herzfunktion ist dagegen lebensbedrohlich und kann zum plötzlichen Tod führen. Bestimmte Regionen des Gehirns werden synchron mit dem Herzen aktiviert. Es kommt zu einem gewissen Gleichklang in beiden Organen. Messbar wird das im so genannte Herzschlag-evozierten Potential (Heartbeat-evoked Potential, kurz: HEP). Es handelt sich quasi um ein Abbild des pumpenden Herzens im Hirn. Wenn das HEP hoch ist, konzentriert man sich auf den eigenen Körper, die Innenwelt. Im zweiten Modus ist das HEP niedrig: Man wendet sich der Außenwelt zu. Wenn das Herz sich zusammenzieht und Blut in den Körper pumpt, also in der so genannten systolischen Phase, spüren Probanden einen äußeren elektrischen Reiz am Finger nicht so intensiv. Das könnte daran liegen, dass just in diesem Moment Rezeptoren in den großen Blutgefäßen eine Information über den Blutdruck ans Gehirn übermitteln. Der Informationsschwall dieser so genannten Barorezeptoren nimmt das Gehirn offenbar ziemlich in Beschlag. Eindrücke der Außenwelt erreichen uns in diesem Moment nur gedämpft. Ein Experiment zeigte, dass Teilnehmer signifikant häufiger ihrem Vorurteil folgten und einem schwarzen Mann eine Waffe zuwiesen, wenn das Herz sich zusammenzog und Blut in die Gefäße strömte.

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Psychokardiologie: Wenn das Herz unter der Seele leidet

Herz und Hirn stehen in einer innigen Verbindung. Viele neurologische Erkrankungen können sich auf das Herz auswirken. Wer an einer Depression leidet, hat beispielsweise ein doppelt so hohes Risiko einen Herzinfarkt oder einen plötzlichen Herztod zu erleiden. Bei knapp 62 Prozent der Schlaganfallpatienten sitzen in den Herzgefäßen Plaques. Und ein Herzinfarkt nach dem Hirnschlag ist eine gefürchtete Komplikation auf den Intensivstationen. Und sogar auf Stress hin können kerngesunde Menschen eine Herzmuskelschwäche entwickeln, das „Takotsubo-Syndrom“. Die Betroffenen kommen in die Notaufnahmen verängstigt, mit Brustschmerzen und Atemnot. In der Katheteruntersuchung sind dann alle Gefäße offen. Die linke Herzkammer pumpt allerdings weniger effizient als gewöhnlich. Die Herzspitze ist ballonartig erweitert, die Hauptschlagader dagegen verengt. Die Betroffenen brauchen eine Reha, um sich zu erholen. Ihr Risiko zu sterben, ist erhöht. Die Verarbeitung emotionaler Eindrücke ist bei den Betroffenen in verschiedenen Gehirnarealen weniger ausgeprägt. Diese verminderte Konnektivität fiel besonders in der Amygdala, dem Hippocampus und dem Gyrus cinguli auf, die für die Kontrolle von Emotionen entscheidend sind. Amygdala und Gyrus cinguli sind zudem an der Steuerung des autonomen Nervensystems beteiligt und können darüber auch die Herzfunktion beeinflussen. Eine Schlüsselrolle kommt wohl dem Stresshormon Adrenalin zu. Auch nach einem Schlaganfall sind die Pegel der Katecholamine erhöht. Ein schwächelndes Herz kann nicht nur eine Reaktion auf heftigen Liebeskummer oder einen Todesfall sein, auch neurologische Ereignisse gehen gar nicht selten, nämlich in 7,6 Prozent der Fälle, einem Takotsubo-Syndrom voraus. Wie neurologische Erkrankungen und seelisches Leid dem Herzen zusetzen, versucht die junge Disziplin der Psychokardiologie zu ergründen. Trauer, Ärger und Freude können organische Veränderungen an einem so wichtigen Organ hervorrufen.

Das Geheimnis des perfekten Mannes: Eine psychologische Betrachtung

Magnus Lang enthüllt in seinem Buch "Das Geheimrezept für den perfekten Mann" das Geheimnis, wie Frauen ihren Traummann finden, erkennen und vor allem behalten können. Es gibt eine Psychologie des Flirtens, die auf einer Achterbahn der Hormone und Neurotransmitter basiert. Dopamin und Serotonin sorgen für Euphorie und Begeisterung, Oxytocin fördert Nähe und Vertrauen, und Adrenalin sorgt für die typische Flirt-Spannung. Die Unsicherheit macht oft den Reiz des Flirtens aus. Wenn wir nicht genau wissen, wie der andere reagiert, wird unser Gehirn angeregt, ständig Vorhersagen zu treffen und Hypothesen aufzustellen.

Spiegelneuronen spielen eine wichtige Rolle beim Flirten. Sie aktivieren ähnliche Gefühle und Reaktionen, wenn wir eine Aktion bei jemand anderem beobachten und wenn wir dieselbe Aktion selbst ausführen. Durch das “Spiegeln” der positiven Signale des Gegenübers entsteht ein Kreislauf der positiven Rückkopplung, der die soziale Interaktion verstärkt und vertieft. Das intuitive “Spiegeln” von Emotionen und Körpersprache ist ein Schlüsselelement, das hilft, eine emotionale Verbindung aufzubauen und das Gefühl der Sympathie und Anziehung zu verstärken. Flirten ist ein wertvolles Instrument im sozialen Miteinander, das uns in verschiedenen Lebensbereichen bereichern kann. Durch das Flirten lernen wir, uns selbst besser zu präsentieren und unser Selbstbewusstsein zu stärken. Es ist eine Gelegenheit, unsere sozialen Fähigkeiten zu üben und zu verbessern, indem wir lernen, auf die Reaktionen anderer zu achten, Gesprächsthemen anzupassen und Interesse zu zeigen.

Vertrauen, Liebe und Glück

Vertrauen ist elementar für Partnerschaft und Gesellschaft. Ohne Vertrauen in uns selbst können wir keine Entscheidungen fällen. Vertrauen erleichtert uns das Leben. Liebe ist eines der grundlegendsten Bedürfnisse des Menschen. Romantische Liebe stellt eine der tiefsten emotionalen Erfahrungen dar. Liebe ist eine Einstellung, die eine affektive, kognitive und Verhaltenskomponente aufweist. Verhalten bei der Partnerwahl und während der Partnerschaft ist durch evolutionäre Anpassungen gekennzeichnet. Männer und Frauen suchen zum Beispiel gleichermaßen nach verständnisvollen, vertrauenswürdigen und hilfsbereiten Partnerinnen beziehungsweise Partnern. Männer orientieren sich bei der Partnerwahl eher an physischer Attraktivität, Frauen eher am sozialen Status. Die geliebte Person aktiviert eine spezifische Gehirnregion, die mit dem Belohnungs- und Motivationssystem im Mittelhirn zusammenhängt. Die Verwirklichung von Partnerschaft hat sich aufgrund des kulturellen Wandels verändert. An die Stelle lebenslanger Ehen, die im jungen Erwachsenenalter geschlossen werden, sind vielfach "Patchworkbiografien" getreten, die sich durch Komplexität, vorläufige Bindung und späte Eheschließung auszeichnen.

Liebesstile lassen sich als Einstellungen zum Partner oder zur Partnerin auffassen, die durch persönliche Vorstellungen und kulturelle Vorgaben bestimmt werden. Romantische Liebe beinhaltet körperliche Anziehung, Liebe auf den ersten Blick, physiologische Erregung und die Bereitschaft, sich aufeinander einzulassen. Spielerische Liebe beruht auf sexueller Freiheit und Täuschung. Freundschaftliche Liebe entsteht aus langer Bekanntschaft oder Freundschaft. Besitzergreifende Liebe ist hoch emotional und von Eifersucht geprägt. Bei der pragmatischen Liebe herrscht die Nutzenorientierung vor. Altruistische Liebe zeichnet sich dadurch aus, dass das Wohl der geliebten Person im Vordergrund steht. Eine Person kann mehrere Liebesstile gleichzeitig zum Ausdruck bringen. Die höchste Zustimmung findet die romantische Liebe. Romantische, spielerische und besitzergreifende Liebe nehmen über die Zeit ab, während freundschaftliche Liebe an Bedeutung zunimmt. Freundschaftliche, pragmatische und altruistische Liebe zeigten geringe Zusammenhänge mit der Bindung. Romantische Liebe, spielerische Liebe und besitzergreifende Liebe erwiesen sich hingegen als bindungsabhängig.

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Narzissmus spielt eine Schlüsselrolle bei der Frage, wie Liebe mit der Persönlichkeit zusammenhängt. Grandiose Narzissten sind durch ein anmaßendes Selbstbild, die Neigung sich selbst zur Schau zu stellen, das Streben nach Bewunderung von anderen und ein hohes Selbstwertgefühl charakterisiert. Sie erreichen höhere Werte der spielerischen Liebe. Vulnerable Narzissten berichten über Fantasien der eigenen Großartigkeit, schwanken aber zwischen Gefühlen der Über- und Unterlegenheit und haben ein schwaches Selbstwertgefühl. Sie erreichen höhere Werte der spielerischen, pragmatischen, besitzergreifenden, romantischen und altruistischen Liebe.

Wenn etwas geschieht, das wir besser als erwartet finden, setzt ein chemischer Prozess im Gehirn ein: Die Neuronen im Mittelhirn werden aktiv. Sie stoßen den Glücksstoff Dopamin aus und leiten ihn ins untere Vorderhirn sowie ins Frontalhirn weiter. Im Vorderhirn treibt das Dopamin die dortigen Neuronen dazu an, opiumähnliche Stoffe zu produzieren, die uns euphorisch machen. Im Frontalhirn führt das Dopamin dazu, dass unser Gehirn besser funktioniert und auch gleich zum Empfinden von Glück geschärft wird: Es steigert unsere Aufmerksamkeit, wir merken uns dieses glücklichmachende Ereignis. So lernen wir, was uns gut tut. Eigentlich ist das Glücksgefühl also nur ein Nebenprodukt unseres Lernvermögens. Glück ist gekennzeichnet vom häufigen Auftreten positiver Gefühle und seltenem Auftreten negativer Emotionen. Gefühle wie Trauer oder berechtigte Unzufriedenheit sollten nicht übertüncht werden. Mehr Geld steigert das Glück tatsächlich immer weiter, allerdings nicht für alle Menschen. Gute soziale Beziehungen, die das Gefühl von Verbindung und Zugehörigkeit vermitteln, machen uns glücklicher und gesünder. Auch das Alter spielt eine Rolle beim Glücklichsein. Junge Leute suchen Vergnügen und Nervenkitzel, während ältere Menschen oft wenig brauchen, um glücklich zu sein.

Das Gen SLC6A4 leitet das Hormon Serotonin in die Zellen weiter. Das macht uns entspannt und gut gelaunt. Forscher gehen von zwei Arten dieses Gens aus: einer Langform und einer Kurzform. Wer die Langform des Gens besitzt, bekommt mehr Serotonin ab - und sieht eher das Positive. Die Veranlagung zum Glücklichsein wird zu etwa 30 bis 40 Prozent von unseren Genen bestimmt. Die Lebensumstände machen rund 10 Prozent aus. Den Rest haben wir selbst in der Hand. Die Botenstoffe, die die positiven Gefühle hervorrufen, werden auch beim Meditieren oder beim Sport ausgeschüttet. Es gibt viele Tipps zum Glücklichsein, wie z.B. das Glück auch in kleinen Momenten suchen, Meditation & Achtsamkeitsübungen, Positives aufschreiben und teilen, Yoga, Bewegung & (Outdoor-) Sport, Kochen & Essen, Lesen, Tagträumen, laut singen, jeden Tag eine Minute lächeln, jemandem ein Kompliment machen, sich mit guten Freunden austauschen, anderen etwas schenken, nach einem stressigen Tag Spazierengehen, sein Lieblingslied hören und Sorgen nicht verleugnen und nicht anhäufen, sondern Stück für Stück angehen. Glücksbotenstoffe werden auch ausgeschüttet, wenn wir einen abwechslungsreichen, aufregenden Alltag haben. Freude, Lust, Aufmerksamkeit, Neugier und Lernen sind untrennbar miteinander verbunden. Lebensmittel, die Tryptophan enthalten, können die Serotoninbildung ankurbeln, wenn sie mit Kohlenhydraten kombiniert werden.

Empathie und Manipulation

Psychopathen können durchaus Empathie empfinden - wenn sie dies wollen. Sie können einschätzen, in welcher Stimmung oder Verfassung ihr Gegenüber ist und dies nutzen, um sie scheinbar einfühlsam zu umgarnen und für sich und ihre Zwecke zu gewinnen. Viele Psychopathen haben gelernt, ihren Mangel an Mitgefühl im Alltag zu verbergen.

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