Parkinson: Leichte Hypokinese, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Der Morbus Parkinson, oft auch als Schüttellähmung bekannt, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft. Die Erkrankung ist durch den Verlust von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dieser Dopaminmangel führt zu einer Vielzahl von motorischen und nicht-motorischen Symptomen, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können.

Ursachen und Formen des Parkinson-Syndroms

Bei allen Erkrankungen aus dem Parkinsonformenkreis kommt es zu einem Verlust von Nervenzellen im Mittelhirn des Hirnstamms, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Unterschieden wird insbesondere zwischen dem klassischen Parkinson, auch Morbus Parkinson oder idiopathisches Parkinsonsyndrom genannt, und den atypischen Parkinsonsyndromen.

Die Ursachen der Parkinsonerkrankung sind trotz intensiver Forschung noch immer nicht eindeutig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen Faktoren, Umwelteinflüssen und Alterungsprozessen eine Rolle spielt. Dopaminerge Nervenzellen scheinen besonders viele Radikale unschädlich machen zu müssen, auf eine Störung im Abbau von Zellmüll weisen auch genetische Veränderungen bei einem Teil der Parkinsonpatienten hin. Umweltfaktoren als Ursache für die Parkinsonerkrankung sind ebenfalls nicht ausgeschlossen, derzeit aber im Vergleich zu den genetischen Veränderungen etwas in den Hintergrund gerückt.

Man unterscheidet verschiedene Formen des Parkinson-Syndroms:

  • Idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS): Dies ist die häufigste Form und wird auch als Morbus Parkinson bezeichnet. Die Ursachen sind unklar, es wird jedoch eine multifaktorielle Genese angenommen.
  • Genetische Formen: Bei etwa 5-15% der Patienten mit IPS sind weitere Familienmitglieder betroffen. Mutationen in verschiedenen Genen können zu einer früh auftretenden Parkinson-Krankheit führen.
  • Symptomatisches Parkinson-Syndrom: Diese Form wird durch äußere Faktoren wie Medikamente, Neurotoxine, Hirntumore oder Entzündungen verursacht.
  • Atypische Parkinson-Syndrome: Diese treten im Rahmen anderer neurodegenerativer Erkrankungen auf und weisen zusätzliche Symptome auf, die nicht typisch für den Morbus Parkinson sind. Beim a-typischen Parkinson ist nicht nur die Substantia Nigra vom Zerfall betroffen, sondern mehrere Gehirnregionen. Patienten, die am Parkinson Plus Syndrom leiden, zeigen neben den typischen Parkinson-Hauptsymptomen weitere Beschwerden (a-typische Symptome).

Anzeichen und Symptome von Parkinson

Der Morbus Parkinson ist durch vier Hauptsymptome charakterisiert. Durch den Verlust von Dopamin kommt es insbesondere zu einer Verlangsamung von Bewegungen (Bradykinesie, Hypokinesie, Akinesie) und zu einer vermehrten Steifigkeit in der Muskulatur (Rigor). Als weitere Symptome der Erkrankung können bereits vor Beginn der Bewegungsstörung eine Störung des Geruchssinns (Hyposmie), eine Depression, oder eine Schlafstörung (REM-Schlaf Verhaltensstörung) auftreten. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können eine Störung der Blutdruckregulation (orthostatische Hypotension), Blasenfunktionsstörungen oder eine Demenz auftreten.

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Die Kardinalsymptome des Parkinsonismus Bradykinese, Rigor, Tremor und Einschränkung der posturalen Reflexe treten häufig auf und nehmen im Alter zu. Nur ein Teil aller Patienten mit Parkinsonismus leidet tatsächlich an dem idiopathischen Parkinson-Syndrom im engeren Sinne („Parkinson’s disease“ - Morbus Parkinson), das im Gegensatz zu sog. Parkinson-Plus-Syndromen in der Regel zumindest während der ersten Jahre gut bis sehr gut medikamentös behandelt werden kann.

Die Symptome können individuell unterschiedlich ausgeprägt sein und variieren im Verlauf der Erkrankung. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Bradykinese/Hypokinese/Akinese: Die Bradykinese bzw. Verlangsamung der Bewegungsgeschwindigkeit ist das zentrale Kardinalsymptom des idiopathischen Parkinson-Syndroms. Sie ist durch eine erschwerte und verzögerte Initiierung von Willkürbewegungen und eine Verlangsamung paralleler motorischer Tätigkeiten oder der Durchführung rascher sequenzieller Bewegungen, die im Verlauf nahezu regelhaft an Amplitude verlieren (Dekrement), definiert. Im klinischen Alltag sind auch die Begriffe Akinese (gestörte Bewegungsinitiation und Bewegungsblockade) oder Hypokinese (verminderte Bewegungsamplitude und verminderte Spontanbewegungen) gebräuchlich. Die Verlangsamung der Bewegungsabläufe ist eines der Hauptsymptome von Parkinson. Hierbei handelt es sich um einen schleichend voranschreitenden Prozess, der einzelne Körperbereiche betreffen kann (Körperhaltung, Arme, Gesicht usw.). Eine Verlangsamung der Bewegungsabläufe ist am Anfang nur an Kleinigkeiten zu erkennen, zum Beispiel handwerkliche Tätigkeiten gelingen nicht mehr so flüssig wie früher. Erst wenn die Unbeweglichkeit zunimmt, kommt es zu den ersten Parkinson Symptomen. Feinmotorische Tätigkeiten (z. B. TippRasch abwechselnde Bewegungsabläufe von Fingern und Händen sind für Parkinson Patienten bereits im frühen Stadium der Erkrankung kaum mehr ohne Aussetzer bzw. ohne eine Verlangsamung der Bewegungen möglich.
  • Rigor (Muskelsteifheit): Aufgrund der für Parkinson typischen langanhaltenden Muskelspannung werden die Muskeln steif. Der Betroffene hat dabei ein gewisses Lähmungsgefühl. Während des Anfangsstadiums sind nur die Oberarme, die Schultern und/oder der Nacken betroffen, so dass es hier gerne zur Fehldiagnose „Rheuma“ oder „orthopädische Probleme“ kommt. Weitere Symptome, die für Rigor sprechen, sind das Zahnrad- und/oder Kopfkissenphänomen (Die Muskulatur des Patienten steht derartig unter Spannung, dass sein Kopf beim Liegen das Kopfkissen nicht berühren kann.) Beim Rigor findet sich ein charakteristischer, zäher und gleichmäßiger Widerstand, wie er etwa beim Biegen eines Bleirohres auftritt. Durch Aufforderung, mit der anderen Extremität spiegelbildliche Bewegungen durchzuführen oder einen Gegenstand wie eine Armlehne fest zu umgreifen, lässt sich der Rigor in der untersuchten Extremität bahnen. Die bei passiver Bewegung einer Extremität getestete Tonuserhöhung kann durch den Tremor als sog. Zahnradphänomen rhythmisch unterbrochen werden. Nachdem Rigor häufig zuerst im Bereich der proximalen Muskelgruppen einer oberen Extremität auftritt, werden die subjektiv berichteten ziehenden Schulter-Arm-Schmerzen der Patienten oft als rheumatische Beschwerden fehlgedeutet (sog. Schulter-Arm-Syndrom).
  • Tremor (Zittern): Ein weiteres typisches Parkinson-Syndrom ist der Tremor. In der Regel sind davon hauptsächlich die Hände betroffen, doch auch andere Körperteile, wie z. B. Bei vielen Parkinson-Patienten kommt es zu einem sogenannten Ruhe-Tremor. Das heißt, dessen Muskulatur ist vollständig entspannt. Andere Betroffene leiden wiederum an einem Aktionstremor/Haltetremor. Klassischerweise handelt es sich beim IPS um einen Ruhetremor, der unilateral beginnt und sichtbar ist, wenn die betroffene Extremität nicht bewegt wird, z. B. bei im Stehen herabhängenden Armen oder bei entspannt auf einer Unterlage ruhenden Armen. Bei der klinischen Untersuchung auf einen Ruhetremor ist deshalb besonders auf die vollkommene Entspannung der untersuchten Extremität zu achten. Bei mentaler Belastung (z. B. Rückwärtszählen) kann ein latenter Ruhetremor aufgedeckt oder ein vorhandener Tremor in seiner Amplitude verstärkt werden. Per definitionem sollte ein Ruhetremor bei Bewegungsbeginn der betroffenen Extremität sistieren. Diese Blockade kann durch Anheben und Ausstrecken der zunächst im Sitzen auf den Schoß gelegten Hände geprüft werden. Die klassische Frequenz des Parkinson-Tremors liegt um 5 Hz. Bei der typischen distalen Lokalisation an der oberen Extremität entstehen kennzeichnende Tremormuster, die mit Pillendrehen oder Geldzählen verglichen werden.
  • Posturale Instabilität (gestörte Stell- und Haltereflexe): Mit dem Voranschreiten der Parkinson-Erkrankung nehmen auch die Gleichgewichtsstörungen zu. Gerade bei Parkinson Patienten, die noch nicht im Seniorenpflegeheim leben, ist es besonders wichtig, dass möglichst alle Stolperfallen in der näheren Umgebung entfernt werden. Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob für den Patienten die Anschaffung diverser Hilfsmittel ratsam ist, wie z. B. Beim IPS finden sich im Verlauf regelmäßig Störungen der reflektorischen Ausgleichsbewegungen nach passiver Auslenkung aus dem Gleichgewicht (sog. posturale oder Stellreflexe). In frühen Krankheitsphasen sind Provokationstests erforderlich, um die Störung zu demonstrieren: Beim Zugtest erfolgt eine Gleichgewichtsauslenkung des stehenden Patienten durch plötzliches Rückwärtsziehen an beiden Schultern durch den hinter dem Patienten stehenden Untersucher. Bei Parkinson-Patienten kommt es zur pathologischen Auslenkung nach hinten mit mehreren Stabilisierungsschritten (Retropulsion). Im Spätstadium der Erkrankung fehlt die Stabilisierung, sodass die Betroffenen ohne Hilfe zu Sturz kommen. Als Festination bezeichnet man die Propulsionstendenz im Gang.
  • Weitere Symptome: Als weitere Symptome der Erkrankung können bereits vor Beginn der Bewegungsstörung eine Störung des Geruchssinns (Hyposmie), eine Depression, oder eine Schlafstörung (REM-Schlaf Verhaltensstörung) auftreten. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können eine Störung der Blutdruckregulation (orthostatische Hypotension), Blasenfunktionsstörungen oder eine Demenz auftreten. Die Mimik, die Gestik und die Sprache des Erkrankten verändern sich. Das Gesicht des Betroffenen wird immer ausdrucksärmer, bis der Patient im späteren Verlauf der Erkrankung kaum mehr eine Mimik zeigen kann (Hypomimie). Je weiter die Krankheit voranschreitet, desto undeutlicher, leiser und monotoner wird die Aussprache des Patienten. Parkinson wirkt sich auch auf die Nervenzellen des Magen-Darm-Trakts aus. Natürlich haben auch die Bewegungsstörungen des Patienten, wie auch ein oft schlechtes Trinkverhalten einen negativen Einfluss auf die Verdauung. Gut die Hälfte aller Parkinson Patienten haben mit Dysphagien oder Schluckbeschwerden zu kämpfen. Vor allem, wenn sie von neurologischen Störungen betroffen sind können sie Schluckbeschwerden entwickeln. Der Grund ist, dass die Speiseröhre durch Krankheit deutlich an Beweglichkeit verliert. Aufgrund der Schluckbeschwerden hat der Patient keine Lust mehr zu essen. Weiche Speisen, wie z. B. Bereits im Frühstadium von Parkinson kann der Patient von einer verminderten Magenentleerung betroffen sein. Das bedeutet, dass die Nahrung nicht schnell genug in den Darm gelangt. Dadurch haben Erkrankte des Öfteren mit Übelkeit, Sodbrennen oder Völlegefühl zu kämpfen. Vor allem bei Morbus Parkinson Patienten ist Obstipation keine Seltenheit. Viele Parkinson Patienten sind von Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit und einem Verlust von Freude und Interessen betroffen. Bei Parkinson Patienten können sich starke Probleme mit dem Blutdruck manifestieren. Gut fünfzig Prozent aller Parkinson Patienten haben mit Miktionsstörungen zu kämpfen. Da Parkinson sich auf das komplette Nervensystem auswirkt (vegetativ und autonom), kommt es auch zu Störungen der Wärmeregulation und der Talgproduktion. Bei Parkinson-Patienten kann es zu einem gestörten Wärme- und/ oder Kälteempfinden kommen. Ist der Patient von einer gestörten Wärmeregulation betroffen, muss dessen Bettzeug häufiger gewechselt werden. Insbesondere Parkinson-Patienten zeigen eine deutliche Veränderung des Hautbilds, da die Erkrankung die Talgproduktion beeinflusst. Je nach Präposition des Patienten leidet er entweder an sehr trockener oder sehr fettiger Haut. Vor allem das Gesicht des Patienten sieht sehr fettig bzw. glänzend aus - Stichwort: Salbengesicht. Viele Menschen, die an Parkinson leiden sind vor allem morgen von krampfartigen Schmerzen in Zehen, Füßen und Waden betroffen. Die weniger augenfälligen nichtmotorischen Symptome nehmen im Krankheitsverlauf zu und sind für die Lebensqualität bestimmender als die motorischen Symptome.

Diagnose von Morbus Parkinson

Die Diagnosestellung erfolgt in der Regel durch eine neurologische Untersuchung mit Nachweis der für die Erkrankung typischen Beschwerden entweder beim niedergelassenen Neurologen oder in der Ambulanz für Bewegungsstörungen der Neurologischen Uniklinik. Weiterführende Untersuchungen können sehr hilfreich sein, um insbesondere in der Frühphase der Erkrankung oder bei Unsicherheit in Bezug auf die exakte Einordnung der Beschwerden eine verbesserte diagnostische Sicherheit zu erzielen. Zu diesen Untersuchungen gehören insbesondere ein sogenannter Parenchymultraschall, eine medikamentöse Testung und eine nuklearmedizinische Untersuchung. Zur Diagnosesicherung erfolgt dann eine Darstellung des bei der Erkrankung betroffenen Dopaminsystems mithilfe einer nuklearmedizinischen Untersuchung (sogenanntes Dopamintransporter-SPECT) in der Abteilung Nuklearmedizin. Hierbei wird eine sehr geringfügige und klinisch unbedenkliche Menge radioaktiv markierten L-DOPA (Vorstufe des Botenstoffs Dopamin) intravenös injiziert und die Aufnahme im Gehirn auf Schnittbildern durch das Gehirn dargestellt. Eine Abnahme des „Dopaminsignals“ beweist dann das Vorliegen einer Erkrankung aus dem Parkinsonformenkreis. Mit ergänzenden nuklearmedizinischen Untersuchungen können sowohl der Stoffwechsel im Gehirn (sogenanntes FDG-PET) als auch die Dopamin-Bindungsstellen (sogenanntes DMFP-PET) im Gehirn dargestellt werden.

Die Diagnose der Parkinson-Syndrome und ihre Zuordnung zu einer bestimmten Art erfolgt klinisch anhand der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung. Es geht darum, was der Patient und sein Umfeld als Beschwerden berichten und was Neurologinnen und Neurologen beim Betroffenen während der Befunderhebung feststellen. An einem Bluttest und anderen Methoden zur frühzeitigen Diagnose wird geforscht. Apparative Zusatzuntersuchungen wie bildgebende Verfahren, z. B. Positronen-Emissions-Tomographie (PET), Dopamin-Transporter-Szintigrafie (DaTSCAN) und MRT, haben in der Patientenversorgung lediglich einen bestätigenden Charakter. Sie dienen zur Ausschlussdiagnose von Erkrankungen, die mit einem atypischen Parkinson-Syndrom einhergehen (z. B. Normaldruckhydrozephalus).

Behandlungsmöglichkeiten bei Parkinson

Obwohl Morbus Parkinson nicht heilbar ist, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die die Symptome lindern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern können. Die Behandlung zielt darauf ab, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen und die motorischen und nicht-motorischen Symptome zu kontrollieren. Medikamente können die motorischen Einschränkungen bei Parkinsonsyndromen deutlich verbessern.

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Medikamentöse Therapie

Der Verlust dopaminerger Nervenzellen im Gehirn kann durch Tabletten-Gabe von L-DOPA, der Vorstufe von Dopamin, ausgeglichen werden. L-DOPA wird dann im Gehirn in Dopamin umgewandelt und kann dort seine Aufgaben weiterhin übernehmen. L-DOPA ist eindeutig der wirksamste für die Behandlung der Parkinsonerkrankung zur Verfügung stehende Wirkstoff, und jeder Parkinsonpatient wird irgendwann auf die Behandlung mit diesem Wirkstoff angewiesen sein. Hierzu gehören insbesondere die Dopaminagonisten, die an die gleichen Bindungsstellen wie Dopamin im Gehirn binden können und somit eine dem Dopamin vergleichbare Wirkung auslösen, ohne aber wie das Dopamin gleich wieder abgebaut zu werden. Mittlerweile stehen mehrere Dopaminagonisten zur Verfügung, die entweder als Tablette eingenommen oder als Pflaster appliziert werden. Weiterhin effektiv zur Behandlung der Parkinsonerkrankung sind Wirkstoffe, die den Abbau von Dopamin verzögern, so dass Dopamin länger für eine Wirkung an den Dopaminbindungsstellen im Gehirn zur Verfügung steht. Zu diesen Wirkstoffen gehören die sogenannten MAO-B-Inhibitoren, die als zusätzlichen Effekt möglicherweise den Verlauf der Erkrankung verzögern können, und die sogenannten COMT-Hemmer. Bei einer Zunahme der Beschwerden der Erkrankung können die unterschiedlichen Wirkstoffe miteinander kombiniert werden und die Dosis der einzelnen Wirkstoffe gesteigert werden. Dennoch nehmen die Beschwerden im Verlauf der Erkrankung immer weiter zu, und es können ungleichmäßige Wirkungen der Antiparkinsonmedikation auftreten mit plötzlichen Phasen von Steifigkeit (Wearing-Off, Sudden-Off) oder Überbeweglichkeiten (Dyskinesien).

Ein wichtiger Baustein ist die medikamentöse Behandlung. Es gibt viele Wirkstoffe, die zum Teil sogar kombiniert werden:

  • Dopamin-Agonisten stimulieren die Dopamin-Rezeptoren.
  • Levodopa, auch L-Dopa, wird im Körper zu Dopamin umgewandelt.
  • Andere Medikamente verlangsamen den Abbau von Dopamin, zum Beispiel MAO-B-Hemmer.

Es gibt viele weitere Präparate, die als Tabletten, als Pflaster, als Spritze oder über eine Pumpe verabreicht werden können. Manchmal dauert es einige Zeit, bis die richtige Therapie gefunden ist. Auch deswegen sind regelmäßige Kontrolltermine wichtig.

Pumpentherapien

Als Pumpentherapien bei der Parkinsonerkrankung stehen die Apomorphinpumpe und die Behandlung mit einem L-DOPA-Gel (Duodopa-Pumpe) zur Verfügung. Entscheidendes Prinzip bei einer Pumpentherapie ist die gleichmäßige Gabe von Medikamenten im Gegensatz zu der ungleichmäßigen (pulsatilen) Gabe der Tabletten, und damit eine gleichmäßige Stimulation von Dopamin-Bindungsstellen im Gehirn. Apomorphin ist ein sogenannter Dopaminagonist, der an die Dopamin-Bindungsstellen im Gehirn bindet. Apomorphin kann über eine kleine Pumpe und eine Nadel gleichmäßig unter die Haut infundiert werden. Alternativ kann L-DOPA bei der Duodopa-Pumpe in Form eines Gels direkt in den Dünndarm infundiert werden.

Tiefe Hirnstimulation

Die Erstbeurteilung, inwieweit eine Behandlung mit einer Pumpentherapie oder alternativ einer Tiefen Hirnstimulation sinnvoll sein könnte, erfolgt durch eine ambulante Vorstellung in unserer Ambulanz für Bewegungsstörungen. Ausführliche Untersuchungen zur Eignung für eine Pumpentherapie oder eine Tiefe Hirnstimulation und eine Vorstellung in einer interdisziplinären Konferenz zur Beurteilung und Therapieempfehlung erfolgen in einem ca.

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Konservative Maßnahmen

Konservative Maßnahmen können dazu beitragen, Ihre Selbstständigkeit zu erhalten, zum Beispiel Physiotherapie. Dabei trainieren Sie unter professioneller Anleitung Gang- und Gleichgewicht oder machen Kraft- und Dehnungsübungen. Damit können Sie Stürzen vorbeugen. Sprech-, Atem- und Schluckübungen zusammen mit einem Logopäden können insbesondere bei Schluckstörungen sinnvoll sein. Auch Musik-, Tanz- oder Kunsttherapie werden eingesetzt, um die Motorik und das emotionale Wohlbefinden zu fördern.

Tipps für den Alltag

  • Achten Sie auch auf ein gesundes Körpergewicht und bewegen Sie sich täglich, zum Beispiel bei einem Spaziergang in Ihrem eigenen Tempo.
  • Nutzen Sie Hilfsmittel wie Strumpfanzieher, Knöpfhilfen, ergonomisches Essgeschirr oder Küchenhelfer.
  • Finden Sie Gleichgesinnte und tauschen Sie sich aus, zum Beispiel im Rahmen einer Selbsthilfegruppe.
  • Zögern Sie nicht, Ihren Arzt auf Ihre Sorgen und Bedürfnisse anzusprechen. Auch Sozialdienste oder Beratungsstellen können Ihnen dabei helfen, Ihren Alltag zu bewältigen.
  • Betroffene wie Angehörige können auch an einer Patientenschulung teilnehmen, in der sie mehr über die Erkrankung und das Leben damit erfahren.

Parkinson-Früherkennung

Den motorischen Kardinalsymptomen geht meist eine - oft jahrelange - Prodromalphase mit unklaren Beschwerden voraus. Diese mitunter nicht ernst genommenen „red flags“ bergen eine Chance: Je frühzeitiger das Parkinson-Risiko erkannt wird, umso rascher kann die Behandlung eingeleitet und der Krankheitsverlauf modifiziert werden.

Typische Frühsymptome von Parkinson sind:

  • REM-Schlaf-Verhaltensstörung (REM-sleep behavior disorder, RBD): REM-Schlaf-Verhaltensstörungen treten bereits 10-30 Jahre vor der eigentlichen Parkinson-Diagnose auf. Dabei wird die physiologisch bewegungsarme Traumschlafphase durch atypische Bewegungsmuster gestört. Betroffene sprechen oder schreien im Schlaf, verteilen Tritte, schlagen gegen die Bettumrandung oder fallen gar aus dem Bett - mit entsprechenden Verletzungen. Typisch sind die Bewegungen in der zweiten Nachhälfte. Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung stellt derzeit die spezifischste Vorstufe von Parkinson dar. Menschen mit RBD besitzen ein etwa 80-prozentiges Risiko, in den nächsten 15 Jahren eine Parkinson-Krankheit zu entwickeln.
  • Riechstörungen: Anamnestisch können Hyposmien schon um bis zu zehn Jahre vor der Parkinson-Diagnose ermittelt werden. Laut einer Kohortenstudie mit Senioren haben Betroffene ein deutlich erhöhtes Risiko, innerhalb der nächsten zehn Jahre an Parkinson zu erkranken.
  • Stimmungsschwankungen: Viele Parkinson-Patienten berichten im Vorfeld über Reizbarkeit und Ruhelosigkeit. Hinweisgebend kann ebenso eine erhöhte Angst- und Depressionsneigung sein.
  • Obstipation: Verstopfung ist nicht nur ein leidiges Symptom vieler Parkinson-Patienten. Das Stuhlproblem kann der Diagnose auch als unspezifisches Frühzeichen vorausgehen.

Differentialdiagnose

Wichtig ist die gute klinische Beurteilung der Patienten. Sekundäre Parkinsonsyndrome durch Traumata nach Enzephalitis durch Tumor oder Intoxikation spielen in der Praxis nur selten eine Rolle. Bei manchen Parkinsonpatienten steht der Tremor ganz im Vordergrund. Im Gegensatz zum Parkinsontremor ist der essentielle Tremor ein Aktionstremor. eine Tätigkeit aktiv ausführt, zum Beispiel beim Halten von Gegenständen wie einer Tasse Kaffee oder einer Wasserflasche oder dem Durchführen feinmotorischer Arbeiten. und verstärkt sich typischerweise erheblich unter Stress. Die Erkrankung nimmt in der Regel nach dem 40. Lebensjahr langsam zu, es entwickeln sich jedoch über das Zittern hinaus keine anderen Symptome.

Apperative Zusatzdiagnostik dient im wesentlichen dem Ausschluss anderer Erkrankungen. erfasst: der NPH und das vaskuläre Parkinsonsyndrom im Rahmen einer chronischen Durchblutungsstörung (SAE).Der Normaldruck-Hydrozephalus ist klinisch durch eine Trias aus Gangstörung, Harninkontinenz und dementieller Entwicklung gekennzeichnet. mit diskrepant engen Furchen an der Mantelkante.

Leben mit Parkinson

Die Diagnose Parkinson kann für Betroffene und ihre Angehörigen eine große Herausforderung darstellen. Es ist wichtig, sich umfassend über die Erkrankung zu informieren und professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuelle Therapie können dazu beitragen, die Lebensqualität der Betroffenen langfristig zu erhalten.

Ernährung und Schluckstörungen

Bei einer Schluckstörung erleichtert die richtige Konsistenz der Nahrungsmittel das Schlucken und beugt häufigem Verschlucken vor. Mit speziellem geschmacksneutralem Pulver, zum Beispiel aus der Apotheke, können Sie Getränke, Suppen oder Soßen etwas andicken. Legen Sie zudem kleine Pausen zwischen Essen und Trinken ein und greifen Sie bevorzugt zu milden Getränken wie Wasser, Kamillen- oder Salbeitee.

Unterstützung und Selbsthilfegruppen

Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann eine wertvolle Unterstützung bieten. Hier können Erfahrungen ausgetauscht, Informationen gewonnen und soziale Kontakte geknüpft werden.

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