Joachim Masanneks fünfter Teil der "Wilden Kerle"-Reihe, "Die Wilden Kerle 5 - Hinter dem Horizont", markiert einen Wendepunkt in der Filmreihe, indem er sich vom realistischen Fußballabenteuer entfernt und sich dem Fantasy-Genre zuwendet. Der Film entführt die Zuschauer in eine Welt der Vampire und Schattenwesen, in der die Wilden Kerle ihren entführten Anführer Leon retten müssen.
Handlung: Fußball, Vampire und die Ewigkeit
Die Handlung von "Die Wilden Kerle 5" beginnt mit einer romantischen Szene zwischen Leon und Vanessa, die sich ewige Treue schwören. Doch das Glück währt nicht lange, denn Leon verschwindet auf mysteriöse Weise. Die Wilden Kerle begeben sich auf die Suche nach ihm und gelangen in das Reich der "Schattensucher", einer Gruppe von Vampiren unter der Führung von Darkside.
Darkside bietet Vanessa einen Deal an: Wenn die Wilden Kerle ein spezielles Fußballspiel, das "Soccer Six", gegen die Vampire gewinnen, wird er verraten, wo sich Leon befindet. Dieses Spiel findet in der Luft statt, wobei die Spieler mit Seilwinden bewegt werden. Doch das Spiel ist nicht die einzige Herausforderung, denn die Vampire versuchen auch, die Wilden Kerle zu verführen und in Vampire zu verwandeln. Vanessa erkennt jedoch bald die Schattenseiten des ewigen Lebens.
Einer Legende zufolge könnte die Liebe die Rettung für Leon und die Vampire bedeuten. Am Ende müssen die Wilden Kerle nicht nur Leon befreien, sondern auch die Geheimnisse der Liebe und Freundschaft neu entdecken.
Kritik: Zwischen Spannung und unfreiwilliger Komik
"Die Wilden Kerle 5" erhielt gemischte Kritiken. Gelobt wurden die imposanten Kulissen, die teuren Ausstattungsdetails und die Spezialeffekte. Besonders der Drehort, das Gelände der "Völklinger Hütte", einem stillgelegten Eisenwerk, trug zur düsteren Stimmung des Films bei. Auch die Mini-Vampire Jeckyl und Hyde sorgten für einige Lacher.
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Kritisiert wurden hingegen die "an den Haaren herbeigezogene Handlung", die "unfreiwillig komischen Dialoge" und die "einfachsten Erzählmuster aus bekannten Genrefilmen". Einige Kritiker bemängelten, dass der Film im Mittelteil in die Länge gezogen wurde und dass Fußball kaum noch eine Rolle spielte. Stattdessen wurde mehr geknutscht als gekickt, und das Gerede über die Ewigkeit und die Liebe wirkte oft aufgesetzt und unlogisch.
Für Erwachsene wirken die Dialoge hölzern und gestelzt. Der Inhalt ist unrealistisch und ohne großartige neue Ideen.
Trotz der Kritik gelang es Masannek, kindliche und jugendliche Verlustängste, die mit dem Schritt ins Erwachsenenleben und bei der Herausbildung sexueller Identität entstehen, in fesselnde Bilder zu packen.
Themen: Freundschaft, Liebe und Erwachsenwerden
"Die Wilden Kerle 5" behandelt Themen wie Freundschaft, Liebe, Verlustängste und das Erwachsenwerden. Der Film zeigt, wie wichtig es ist, zusammenzuhalten und füreinander einzustehen, auch wenn man vor schwierigen Herausforderungen steht. Er thematisiert auch die Unsicherheiten und Ängste, die mit dem Übergang ins Erwachsenenalter einhergehen, und die Bedeutung von Liebe und Freundschaft in dieser Phase.
Die "Wilden Kerle"-Reihe: Ein Phänomen des deutschen Kinderfilms
Joachim Masannek verstand es wie kaum ein anderer deutscher Regisseur, mit seinen fünf Filmen über die Wilden Kerle den Nerv des überwiegend jungen Publikums zu treffen. Die Reihe war ein "geradezu legendärer Erfolg", den nicht einmal er selbst als Autor und Regisseur voraussehen konnte. Seine Hauptdarsteller genießen inzwischen Starruhm, auch das ist selten im deutschen Film.
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Ein wichtiger Punkt am Anfang war, dass es die Wilden Kerle in Wirklichkeit gegeben hat, dass es eine authentische Geschichte war. Außerdem war es wichtig, dass es sich nicht um aufgewärmte Geschichten gehandelt hat, die schon von den Eltern gelesen worden sind und für die sich Kinder eigentlich gar nicht interessieren.
Die Geschichten der Wilden Kerle werden immer auf Augenhöhe der Kinder erzählt. Im ersten Teil war alles noch neu. Es gab ja nur die Bücher und auch meine Jungs hatten das Gefühl, dass das, was wir da machen, alles wahr, alles echt ist. Und als sie größer wurden, musste man die Welten so erschaffen, dass sie sie auch geglaubt, ernst genommen haben.
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