Dimenhydrinat bei Migräne: Dosierung, Anwendung und wichtige Hinweise

Dimenhydrinat ist ein Arzneistoff, der hauptsächlich zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird, insbesondere bei Reisekrankheit. Es besteht aus den Wirkstoffen Diphenhydramin und 8-Chlortheophyllin. Obwohl Dimenhydrinat primär als Antiemetikum bekannt ist, stellt sich die Frage, ob und wie es bei Migräne eingesetzt werden kann. Dieser Artikel beleuchtet die Eigenschaften von Dimenhydrinat, seine Anwendung bei Migräne, die empfohlene Dosierung und wichtige Hinweise zur Einnahme.

Was ist Dimenhydrinat?

Dimenhydrinat ist das Salz von Diphenhydramin mit 8-Chlortheophyllin. Es wird oral und rektal gut resorbiert und zerfällt im Blut in seine beiden Bestandteile. Diphenhydramin unterliegt einem ausgeprägten First-Pass-Metabolismus in der Leber. Es verteilt sich rasch aus dem Blut ins Gewebe, wobei das relative Verteilungsvolumen 3-4 l/kg beträgt. Der Abbau erfolgt in der Leber, und die Elimination hauptsächlich in metabolisierter Form renal.

Wirkungsweise

Dimenhydrinat blockiert Rezeptoren für Histamin, einen bestimmten Botenstoff im Körper. Durch diese Blockade wird die durch Histamin ausgelöste Gefäßerweiterung und die vermehrte Durchblutung kleinster Haargefäße (Kapillaren) unterdrückt.

Dimenhydrinat bei Migräne: Eine Übersicht

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, starke Kopfschmerzen auszeichnet, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit. Die Behandlung von Migräne zielt darauf ab, die Symptome während eines Anfalls zu lindern und die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren.

Einsatz von Antiemetika bei Migräne

Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen sind häufige Begleitsymptome von Migräneattacken. Zusätzlich kann die Muskulatur des Magens in ihrer Beweglichkeit gestört sein, was die Fortbewegung des Speisebreis behindert. Antiemetika wie Metoclopramid oder Domperidon sollen diese Funktionsstörungen beheben. Die eingeschränkte Magenaktivität während der Migräneattacke führt dazu, dass Schmerzmittel kaum in den Darm weitertransportiert werden, was ihre Wirkung beeinträchtigt.

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Dimenhydrinat als Antiemetikum bei Migräne

Dimenhydrinat kann als Antiemetikum bei Migräne eingesetzt werden, um Übelkeit und Erbrechen zu reduzieren. Es kann die Magen-Darm-Aktivität normalisieren und somit die Aufnahme von Schmerzmitteln verbessern und beschleunigen.

Dosierung von Dimenhydrinat bei Migräne

Die Dosierung von Dimenhydrinat richtet sich nach Alter und Bedarf. Es ist wichtig, die empfohlene Dosis nicht zu überschreiten und die Anweisungen des Arztes oder Apothekers zu befolgen.

Allgemeine Dosierungsempfehlungen

Die folgenden Dosierungsempfehlungen gelten im Allgemeinen, können aber je nach individuellem Bedarf variieren:

  • Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren: 1- bis 4-mal täglich 1 bis 2 Tabletten (50 - 400 mg Dimenhydrinat)
  • Kinder von 6 bis 14 Jahren: 1- bis 3-mal täglich eine Tablette (50 - 150 mg Dimenhydrinat)

Die Dosierung sollte sich nach dem Körpergewicht richten, wobei Tagesdosen von fünf Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschritten werden dürfen.

Anwendungshinweise

  • Zur Vorbeugung der Reisekrankheit sollte die erstmalige Gabe eine halbe bis eine Stunde vor Reisebeginn erfolgen.
  • Bei Erbrechen und Übelkeit wird die Einnahme über den Tag verteilt.
  • Die Tabletten sollten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden.

Dauer der Anwendung

Die Anwendung von Dimenhydrinat sollte nur kurzzeitig erfolgen, sofern nicht anders vom Arzt verordnet. Bei anhaltenden Beschwerden oder spätestens nach zwei Wochen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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Wichtige Hinweise zur Einnahme von Dimenhydrinat

Bei der Einnahme von Dimenhydrinat sind einige wichtige Punkte zu beachten, um die Sicherheit und Wirksamkeit zu gewährleisten.

Gegenanzeigen

Dimenhydrinat darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Dimenhydrinat, andere Antihistaminika oder einen der Inhaltsstoffe
  • Akutem Asthma-Anfall
  • Engwinkelglaukom
  • Phäochromozytom
  • Porphyrie
  • Prostatahyperplasie mit Restharnbildung
  • Krampfanfällen (Epilepsie, Eklampsie)

Besondere Vorsicht

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

  • Eingeschränkter Leberfunktion
  • Nierenproblemen
  • Herzrhythmusstörungen (z.B. Herzjagen)
  • Kalium- oder Magnesiummangel
  • Verlangsamtem Herzschlag (Bradykardie)
  • Bestimmten Herzerkrankungen (angeborenes QT-Syndrom oder andere klinisch bedeutsame Herzschäden)
  • Gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die ebenfalls das QT-Intervall im EKG verlängern oder zu einer Hypokaliämie führen
  • Chronischen Atembeschwerden und Asthma
  • Verengung am Ausgang des Magens (Pylorusstenose)

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Dimenhydrinat kann Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln eingehen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Medikamente einnehmen, insbesondere:

  • Anticholinerg wirkende Stoffe (z. B. Monoaminoxidase-Hemmer)
  • QT-Intervall verlängernde Arzneimittel
  • Arzneimittel, die zu einer Hypokaliämie führen
  • Alkohol

Die gleichzeitige Anwendung von Dimenhydrinat mit zentral dämpfenden Arzneimitteln (z. B. Psychopharmaka, Schlafmittel, Schmerzmittel) kann zu einer wechselseitigen Verstärkung der Wirkungen führen.

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Schwangerschaft und Stillzeit

Dimenhydrinat sollte während der letzten Wochen der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da es am Uterus Kontraktilitätssteigerungen hervorrufen kann. Es geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Bisher sind keine langfristigen, negativen Auswirkungen auf Säuglinge beschrieben worden.

Verkehrstüchtigkeit und Bedienen von Maschinen

Schläfrigkeit, Gedächtnisstörungen und verminderte Konzentrationsfähigkeit können sich nachteilig auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen auswirken.

Nebenwirkungen

Zu den möglichen Nebenwirkungen von Dimenhydrinat gehören:

  • Schläfrigkeit
  • Mundtrockenheit
  • Schwindel
  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung)
  • Sehstörungen
  • Herzrasen
  • Allergische Reaktionen

Alternative Behandlungen bei Migräne

Es gibt verschiedene alternative und ergänzende Behandlungen, die bei Migräne helfen können.

Medikamentöse Alternativen

  • Triptane: Mittel der ersten Wahl bei Migräne, die spezifisch Attacken kupieren.
  • Schmerzmittel: Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen oder Paracetamol können bei leichten bis mittelschweren Attacken helfen.
  • Naratriptan: Ein Triptan, das bei diagnostizierter Migräne eingesetzt wird.

Nicht-medikamentöse Alternativen

  • Reizabschirmung: Lärm- und Lichtempfindlichkeit reduzieren.
  • Entspannungstechniken: Autogenes Training, progressive Muskelentspannung.
  • Ernährung: Eine niedrig-glykämische Ernährung kann helfen, Migräneattacken zu reduzieren.
  • sinCephalea App: Eine digitale Gesundheitsanwendung, die individuelle Ernährungsempfehlungen gibt, um Migräneattacken zu reduzieren.

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