DMSO bei Migräne: Anwendung, Wirkung und Studien

Dimethylsulfoxid (DMSO) ist eine vielseitige Schwefelverbindung mit einer breiten Palette von Anwendungen, insbesondere im medizinischen Bereich. Es wird topisch zur Linderung von Entzündungen und Schmerzen eingesetzt, dient aber auch als Trägersubstanz für andere Wirkstoffe. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von DMSO bei Migräne, seine Wirkungsweise, wissenschaftliche Erkenntnisse und wichtige Hinweise zur sicheren Anwendung.

Was ist DMSO?

DMSO, die Abkürzung für Dimethylsulfoxid, ist eine farblose Flüssigkeit, die in der chemischen Industrie als aprotisches Lösungsmittel verwendet wird. Aprotisch bedeutet, dass die Substanz keine Protonen (positiv geladene Teilchen) abgeben kann. DMSO entsteht als Nebenprodukt bei der Holzzellstoffproduktion und wird auch in der pharmazeutischen Industrie eingesetzt.

Entdeckung und Eigenschaften

Die Substanz DMSO wurde im Jahr 1866 von einem russischen Chemiker entdeckt. Anfang der 1960er Jahre wurde erkannt, dass DMSO in der Lage ist, die Aufnahme anderer Stoffe durch die Haut und Schleimhäute zu erhöhen - eine sogenannte penetrationsfördernde Wirkung. Dieser Effekt beruht auf der Interaktion mit den Lipiden der Zellmembran.

Wirkungsweise von DMSO im Körper

DMSO hat vielfältige Wirkungen auf den Körper:

  • Entzündungshemmend: DMSO wirkt entzündungshemmend, indem es die Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen wie Interleukin-1, Interleukin-6 und Tumor-Nekrose-Faktor-alpha hemmt.
  • Schmerzstillend: Es wirkt schmerzstillend und kann verschiedene Schmerzen lindern.
  • Antioxidativ: DMSO wirkt antioxidativ und erhöht die antioxidative Kapazität des Körpers.
  • Antimikrobiell: Es wird dem Produkt nachgesagt, dass es antimikrobiell ist und wundheilungsfördernd.
  • Schwefeldonor: DMSO ist ein Schwefeldonor und versorgt den Körper mit Schwefelatomen. Schwefel ist essentieller Bestandteil von lebenden Zellen und spielt eine wichtige Rolle bei antioxidativen Stoffwechselvorgängen.
  • Kanalöffner: DMSO ermöglicht es anderen Stoffen, leichter in den Körper hinein oder heraus zu gelangen.

DMSO bei Migräne: Innerliche Anwendung

DMSO findet innerliche Anwendung bei der Behandlung von Migräne, Venenentzündungen, Rheuma oder neurodegenerativen Erkrankungen. Die Einnahme erfolgt oft mit Tee, einem Smoothie oder Säften. Es kommen zudem Ohren- und Nasentropfen zum Einsatz. Gerade Menschen, die unter einer chronischen Ohrentzündung, einem Tinnitus oder Nasenpolypen leiden, verspüren eine wesentliche Verbesserung bei der Verwendung.

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Anwendungsempfehlung

Bei der innerlichen Anwendung von DMSO bei Migräne werden in der Regel zwei Teelöffel DMSO mit etwa 0,3 Litern eines Getränks vermischt. Der Geschmack von DMSO kann als zwiebelartig und leicht bitter beschrieben werden.

Weitere Anwendungsgebiete von DMSO

DMSO hat sich bei der Behandlung verschiedener Krankheiten bewährt:

  • Hand- und Kniegelenkarthrose und Arthritis
  • Schwellungen und Prellungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Blutergüsse
  • Verstauchungen
  • Sportverletzungen
  • Zerrungen

Darreichungsformen und Anwendung

DMSO ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Sprays, Salben, Gele, Lotionen und Tropfen. Bei der topischen Anwendung wird ein Salbenstrang von etwa 3 cm auf die betroffene Stelle aufgetragen und leicht einmassiert. Bei neuropathischen Schmerzen kann eine Salbe mit einer hochwirksamen Konzentration von bis zu 50 % eingesetzt werden.

Hinweise zur Anwendung

  • Eine Anwendung am Auge mittels Tropfen sollte vor der Verabreichung mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten besprochen werden.
  • Das Gleiche gilt bei Sonnenbrand oder offenen Wunden.
  • Bettlägerige Patienten sollten ebenfalls Rücksprache halten, da Dimethylsulfoxid zu Druckgeschwüren führen kann.
  • Nur auf intakter Haut anwenden, nicht auf Schleimhäute, offene Wunden oder in die Augen bringen.
  • Die DMSO-Creme sollte nicht in Verbindung mit anderen Produkten auf demselben Hautareal angewendet werden.

Verträglichkeit mit anderen Medikamenten

DMSO kann die Wirkung anderer Medikamente verstärken. Gerade bei der Verschreibung von Cortison nutzt man DMSO gerne, denn die Gabe von Cortison kann so reduziert werden. Es sind zudem unterschiedliche Wechselwirkungen bei Schmerzmitteln, Antibiotika und Alkohol bekannt. Im Detail konnten die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bislang nicht erforscht werden.

Empfehlung bei gleichzeitiger Medikamenteneinnahme

Wenn Sie Dimethylsulfoxid in Kombination mit anderen Medikamenten verwenden, wird empfohlen, mit einer geringen Dosis zu beginnen und diese bei Bedarf nach und nach zu erhöhen, sofern keine Wechselwirkungen auftreten.

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Mögliche Nebenwirkungen

Nebenwirkungen treten bei der Verwendung von DMSO selten auf. In Einzelfällen kann es jedoch zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Hautreizung
  • Magenverstimmung
  • Allergische Reaktionen
  • Brennen und Jucken der Haut
  • Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Schläfrigkeit
  • Erbrechen

Wichtige Hinweise

  • Eine zu hohe Dosis sollte unbedingt vermieden werden, da diese eine tödliche Reaktion hervorrufen kann.
  • Langzeitstudien sind zurzeit noch nicht durchgeführt worden.
  • Ein knoblauchartiger Mund- oder Körpergeruch ist während der Anwendung möglich, dieser verflüchtigt sich jedoch nach Beendigung der Behandlung innerhalb von wenigen Tagen.

Lagerung von DMSO

Die Lagerung von Dimethylsulfoxid spielt eine große Rolle, damit die Substanz lange haltbar ist und ihre volle Wirkung entfalten kann. Im Idealfall lagern Sie Dimethylsulfoxid bei einer Raumtemperatur von etwa 20 Grad. Kälte kann die Substanz nicht sonderlich gut verarbeiten. Bereits unter 18 Grad wird diese fest und kristallisiert. Es ist wichtig, dass die Substanz stets flüssig bleibt, damit diese optimal verwendet werden kann. Lagern Sie das Produkt stets lichtgeschützt und verschlossen. Der Inhalt ist somit lange haltbar. Es ist zu empfehlen, dass Sie das Mittel mit einem Datum beschriften.

DMSO und MSM: Ein Vergleich

DMSO wird im Körper zu MSM (Methylsulfonylmethan) abgebaut. MSM ist ebenfalls eine Schwefelverbindung und wirkt ähnlich wie DMSO, indem es Schwefelatome für antioxidative Stoffe und Enzyme im Körper bereitstellt. MSM wird oft als Nahrungsergänzungsmittel angeboten und eignet sich aufgrund seiner hervorragenden Verträglichkeit sehr gut zur innerlichen Anwendung.

Vorteile von MSM

  • MSM verbessert die Beweglichkeit und lindert den Schmerz bei Erkrankungen der Gelenke.
  • Es kann bei Erkrankungen der Gelenke sowohl alleine als auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen wie Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat eingenommen werden.
  • MSM-haltige Zubereitungen werden in der Regel sehr gut vertragen, zur Sicherheit sollte es trotzdem zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Mögliche Nebenwirkungen von MSM

Als Nebenwirkungen sind Blähungen und Bauchschmerzen zu nennen. Diese sind meistens von kurzer Dauer und kommen insbesondere zu Beginn der Einnahme gehäuft vor.

DMSO in der Kritik

Seit Jahren steht Dimethylsulfoxid in der Kritik, was seine Verwendung im medizinischen Bereich anbelangt. Befürworter preisen die vielfältigen Einsatzgebiete kritiklos an, während die Gegenseite kein gutes Haar an DMSO lässt und es sogar als potentiell gefährlich einstuft. Fakt ist, dass die Datenlage stark mangelhaft ist, was den Gebrauch zur peroralen Einnahme angeht, weswegen grundsätzlich von der innerlichen Einnahme abgeraten wird.

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Rechtliche Aspekte

Von Relevanz für den Gesetzgeber ist, ob Produkte fälschlicherweise als Arzneimittel respektive mit Indikationen beworben werden und demzufolge ein Verstoss gegen das Arzneimittel- oder Heilmittelgesetz vorliegt oder nicht. Verkäufer reiner DMSO-Produkte aus dem Internet sind sehr vorsichtig, was diesen rechtlichen Aspekt anbelangt.

Fazit

DMSO ist eine vielseitige Substanz mit schmerzstillenden, entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften. Es kann bei Migräne und anderen Erkrankungen sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden. Die Anwendung sollte jedoch immer in Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen, um mögliche Wechselwirkungen und Nebenwirkungen zu berücksichtigen.

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