Donald Trump: Anzeichen von Demenz? Eine Analyse

Die Frage nach der geistigen Fitness von US-Präsident Donald Trump ist immer wieder Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Dabei stellt Trump selbst gerne die Intelligenz und geistige Fitness seiner politischen Gegner in Frage. Doch auch seine eigene kognitive Leistungsfähigkeit wird regelmäßig thematisiert.

Trumps angebliche Intelligenztests und der MoCA-Test

Trump forderte auf einer Japan-Reise die demokratischen Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez und Jasmine Crocket auf, sich den gleichen Tests zu unterziehen, die er im Walter Reed National Military Medical Center absolviert habe. Er unterstellte beiden einen niedrigen Intelligenzquotienten (IQ).

Allerdings handelt es sich bei dem von Trump angesprochenen Test nicht um einen Intelligenztest. Stattdessen absolvierte er den Montreal-Cognitive-Assessment (MoCA)-Test, wie aus seinem offiziellen Gesundheitsreport und den Aussagen seines behandelnden Arztes hervorgeht. Der MoCA-Test dient dazu, leichte kognitive Beeinträchtigungen bei Patienten festzustellen und wird bei Verdacht auf Demenz, neurodegenerative Erkrankungen, Hirntumore, Kopftraumata, psychische Erkrankungen oder Substanzmissbrauch eingesetzt.

Der Test umfasst Aufgaben wie das Zeichnen einer Uhr mit korrekter Zeitanzeige, das Identifizieren von Tieren und das Merken von Wortreihen. Ein Ergebnis von 26 oder mehr Punkten gilt als normal. Trumps Arzt Sean Barbabella gab an, dass Trump im April eine perfekte Punktzahl von 30 erreicht habe. Trump selbst prahlte damit, dass die ersten Fragen einfach seien ("ein Tiger, ein Elefant, eine Giraffe"), aber die späteren Fragen schwieriger zu beantworten seien.

Der MoCA-XpressO-Test für zu Hause

Es gibt auch eine Schnellversion des MoCA-Tests für zu Hause, den MoCA-XpressO, der online oder per App durchgeführt werden kann. Dieser Test dauert etwa fünf Minuten und gibt einen "Score" zwischen 1 und 100 sowie eine Handlungsempfehlung. Regelmäßige Tests können Veränderungen der Leistungsfähigkeit im Laufe der Zeit aufzeigen. Studien haben gezeigt, dass XpressO eine hohe Fähigkeit besitzt, zwischen erkrankten und nicht erkrankten Personen zu unterscheiden, sowie eine hohe Sensitivität und Spezifität bei der Vorhersage der kognitiven Leistung im Vergleich zum digitalen MoCA-Test. Der Test ist auch auf Deutsch verfügbar.

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Trumps frühere Äußerungen zum MoCA-Test

Bereits 2020 hatte Trump mit seinen Aussagen zum MoCA-Test für Aufsehen gesorgt. In einem Interview mit "FoxNews" prahlte er mit seinem Ergebnis und erwähnte, dass er sich eine Wortfolge wie "Person, Frau, Mann, Kamera, Fernseher" merken musste. Er betonte, dass es nicht einfach sei, sich die Begriffe in verschiedenen Zeitabständen und ohne Vorwarnung zu merken, aber für ihn sei es einfach gewesen.

Expertenmeinungen und die "Goldwater-Regel"

Trotz Trumps positiven Testergebnissen und Beteuerungen gibt es auch kritische Stimmen. Der ehemalige Professor an der Johns Hopkins University, John Gartner, äußerte im "Daily Beast"-Podcast Bedenken hinsichtlich Trumps "unsinnigen Reden" und Gedächtnislücken. Er sieht darin Anzeichen eines "immensen kognitiven Verfalls", der Trumps "bösartigen Narzissmus" verschärfe. Gartner führte Trumps Rede vor der US-Militärspitze als Beispiel an, in der er abrupt zwischen Themen wechselte und "gestörtes" Denken zeigte.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Gartner Trump nie persönlich untersucht hat. Seine Diagnose bleibt also Spekulation. Zudem verstößt er mit seiner Ferndiagnose gegen die "Goldwater-Regel", einen ethischen Grundsatz der American Psychiatric Association (APA), der es verbietet, sich über den geistigen Zustand von Personen zu äußern, die nicht persönlich untersucht wurden. Gartner rechtfertigt sich damit, dass Diagnosen in der Psychiatrie oft auf beobachtbarem Verhalten und Berichten von anderen beruhen.

Weitere Beobachtungen und Kritik

Weitere Beobachtungen, die Zweifel an Trumps kognitiver Fitness aufkommen lassen, sind:

  • Verwechslungen und Fehler: Trump hat in der Vergangenheit mehrfach Iran und Indien verwechselt, Nikki Haley und Nancy Pelosi durcheinandergebracht und den Namen des Minderheitenführers im Repräsentantenhaus vergessen. Im Wahlkampf 2024 machte er aus "Missiles" "Mishas" und aus "Christmas" "Krishas".
  • Abschweifungen und Gedankensprünge: Kritiker bemängeln, dass Trump in seinen Reden oft zu irrelevanten Assoziationen abschweift und sich mitten im Satz verliert.
  • Seltsames Verhalten bei öffentlichen Auftritten: Bei seinem Japan-Besuch im Oktober 2025 wirkte Trump desorientiert und abwesend. Er schien nicht zu wissen, wohin er laufen soll, salutierte falsch und sein Gesichtsausdruck wirkte, als befinde er sich in einer anderen Welt.

Vertuschungsvorwürfe und Forderungen nach Transparenz

Einige Kritiker werfen dem Weißen Haus vor, Trumps Gesundheitszustand zu vertuschen. Die Kongressabgeordnete Jasmine Crockett (Texas) sandte einen Fragenkatalog an Trumps Arzt Sean Barbabella und forderte Auskunft über mögliche Herzinfarkte, Schlaganfälle, gesundheitliche Probleme, die seine Amtsausübung beeinträchtigen, Hilfsmittel, die er benutzt, und die Ursache für "wiederholte Gesichtslähmungen" und "auffällige Bewegungsprobleme".

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Auch die Tatsache, dass Google AI Overviews bei der Suche nach "zeigt Trump Anzeichen von Demenz" keine angepasste KI-Zusammenfassung lieferte, während dies bei früheren Präsidenten der Fall war, nährt den Verdacht auf eine mögliche Vertuschung.

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