Dopamin, Serotonin, Oxytocin: Die Wirkung der Glückshormone auf Körper und Psyche

Viele Menschen glauben zu wissen, was sie wirklich antreibt und glücklich macht. Aber wissen sie auch, was dabei im Körper passiert? Dopamin, Serotonin und Oxytocin sind nur einige der Schlüsselakteure, die unser Wohlbefinden maßgeblich beeinflussen. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkung dieser Botenstoffe und gibt Einblicke, wie wir sie gezielt für ein erfüllteres Leben nutzen können.

Dopamin: Der Antriebsmotor für Motivation und Erfolg

Dopamin, synthetisiert aus Phenylalanin bzw. Tyrosin, ist verantwortlich für die Antriebskraft. Es wird oft als "Glückshormon" bezeichnet, da es ausgeschüttet wird, wenn wir auf irgendeine Art und Weise belohnt werden. Dinge, die glücklich machen, wie Sport, Hobbys, Musik, soziale Interaktion oder sexuelle Aktivität, beeinflussen die Ausschüttung dieses Hormons und Neurotransmitters im Gehirn.

Dopamin lässt dich lächeln

Es setzt eine Art Rückkopplung ein, die dazu motiviert, genau die Dinge zu wiederholen, die durch die Dopaminausschüttung glücklich gemacht haben. So motivieren die Hormone und lenken die Aufmerksamkeit auf die Ziele, die mit einem guten Gefühl verbunden sind. Das Gehirn belohnt jedes Mal, wenn ein Schritt in Richtung der persönlich gesteckten Ziele gemacht wird. Tatsächlich sorgen nur wenige Dinge für so eine große Dopaminausschüttung, wie das Erreichen von lange angestrebten Zielen.

Leidet man jedoch an einem Dopaminmangel, wird auch bei Dingen, die normalerweise glücklich gemacht hätten, wenig von dem Hormon ausgeschüttet. Kein Wunder, schließlich ist einfach nicht so viel davon vorhanden und der positive Rückkopplungseffekt bleibt aus.

Dopaminmangel: Ursachen und Folgen

Ein Dopaminmangel kann wie auch ein Serotoninmangel verschiedene Gründe haben. Zum einen kann eine Störung der Dopaminrezeptoren vorliegen. Häufig sind aber eine Unterversorgung mit Vitaminen sowie Stoffen wie Tyrosin, die als Vorstufe für das Hormon fungieren, der Grund. Ein Dopaminmangel kann langfristig gesehen nicht nur unglücklich machen, er kann auch verantwortlich für eine erhöhte Müdigkeit bis hin zu Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnislücken sein.

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Dopamin wirkt gezielt im Körper

Leidet man unter Motivations- und/oder Konzentrationsschwierigkeiten, kann dafür ein Mangel an Dopamin verantwortlich sein. Dopamin ist nicht nur ein Hormon, sondern auch ein Neurotransmitter. Das bedeutet, er ist ein Botenstoff im Gehirn, der zur Erregung der Nervenzellen dient und so für die Informationsverarbeitung mitverantwortlich ist. Ist zu wenig von diesen Botenstoffen vorhanden, kann es zu Motivations- und Konzentrationsproblemen kommen. Dopamin sorgt eher für die Antriebskraft und Motivation.

Als Neurotransmitter ist Dopamin für wichtige Steuerungsprozesse im Gehirn verantwortlich. Ist er in zu geringer Dosis im Gehirn vorhanden, geraten diese Prozesse aus dem Gleichgewicht.

Wie kann man den Dopaminlevel erhöhen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Dopaminspiegel auf natürliche Weise zu erhöhen:

  1. Ziele stecken und Erfolge feiern!

    Tu, was man tun will! Klingt simpel, ist aber der natürlichste Weg, den Spiegel wieder zu erhöhen. Hat man schon länger kein Erfolgserlebnis mehr gehabt, vergisst der Körper den Rückkopplungseffekt des Hormons, welcher dazu antreibt, die Ziele zu verwirklichen.

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    Stecke dir kleine Zwischenziele auf dem Weg zum Ziel ab und belohne dich so auch schon für die kleinen Erfolge. Je häufiger wieder das Glückshormon ausgeschüttet wird, desto eher erinnert sich der Körper an seine eigene „Glücksdroge“ und wird diese wieder vermehrt bilden.

    Neurologisch betrachtet, reaktiviert das Gehirn gewisse Areale, die sonst verkümmern. Die dopaminergen Bahnen im zentralen Nervensystem, also die Bahnen über die das Glückshormon sonst transportiert werden, bilden sich stärker aus, je mehr Dopamin ausgeschüttet wird.

  2. Die richtige Ernährung

    Besonders Lebensmittel, die viel Omega-3-Fettsäuren enthalten, sind wichtig für die Dopaminproduktion. Omega-3-Fettsäuren sind unter anderem für die Funktion und Struktur des Gehirns verantwortlich. Eine Studie der University of Tours in Frankreich fand heraus, dass eine gute Versorgung mit den Fettsäuren das im Gehirn verfügbare Dopamin erhöhen kann. Sie sind es, die die Strukturen für die dopaminergen Bahnen im zentralen Nervensystem aufbauen. Auch sind die Fettsäuren essentiell für den Aufbau von Synapsen und die Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels. Der Körper ist demnach in erheblichem Maße auf die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren (DHA und EPA) angewiesen.

    Omega-3-Fettsäuren sind vor allem in Fisch wie Lachs und Makrele zu finden, aber auch Leinsamen und Algenöl enthalten viel Omega 3.

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Serotonin: Der Schlüssel zu Gefühlshaushalt und guter Laune

Serotonin ist entscheidend für den Gefühlshaushalt und die gute Laune. Im Zusammenspiel mit Adrenalin und Dopamin wirkt es stimmungsaufhellend und motivationsfördernd. Die Wirkung von Serotonin ist entspannend, schlaffördernd und antidepressiv. Serotonin kann die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden. Es muss daher in Gehirnzellen synthetisiert werden. Die Aminosäure Tryptophan wird zunächst zu 5-Hydroxytryptophan oxidiert. Dieses wird dann zu Serotonin umgewandelt. Serotonin ist Vorstufe zu Melatonin, dem sogenannten „Schlafhormon“.

Serotonin für langfristige Zufriedenheit

Serotonin können wir uns wie die Dirigentin eines Orchesters vorstellen, während kognitive Funktionen die Instrumente sind. Serotonin sorgt dafür, dass die kognitiven Funktionen, die uns ermöglichen, die Welt wahrzunehmen, zu verstehen und mit ihr zu interagieren, harmonisch zusammenspielen. Serotonin für ruhige Zufriedenheit sorgt. Gefühl von sozialer Integration und emotionalem Gleichgewicht. Serotonin Geduld und das große Ganze betont.

Serotonin und seine vielfältigen Funktionen

Serotonin ist eines der bekanntesten Glückshormone und spielt eine zentrale Rolle in der Regulierung unserer Stimmung.

  • Stimmungsregulation: Serotonin trägt wesentlich dazu bei, wie wir uns fühlen.
  • Schlaf-Wach-Rhythmus: Serotonin ist auch an der Regulation unseres Schlafzyklus beteiligt.
  • Appetitkontrolle: Dieses Hormon spielt eine Rolle bei der Regulierung unseres Appetits.
  • Depression: Niedrige Serotoninspiegel werden oft mit Depressionen in Verbindung gebracht.
  • Angststörungen: Serotonin beeinflusst auch das Angstniveau.

Das emotionale Gleichgewicht wird stark von der Verfügbarkeit und Wirkung von Serotonin im Gehirn bestimmt. Unterstützung der sozialen Interaktion: Serotonin spielt auch eine Rolle in unserem Sozialverhalten. Serotonin ist also weit mehr als nur ein einfaches „Glückshormon“. Es ist ein Schlüsselspieler in einem komplexen Netzwerk von Prozessen, die unsere psychische Gesundheit aufrechterhalten.

Wie lässt sich der Serotoninspiegel beeinflussen?

Wer seinen Serotoninspiegel auf natürliche Art steigern möchte, kann zum Beispiel regelmäßig Sport treiben, am besten draußen bei Tageslicht. Denn auch Sonnenstrahlen fördern die Serotonin-Ausschüttung. Man kann ebenfalls darauf achten, genug von der Aminosäure Tryptophan über die Nahrung aufzunehmen, da der Körper diese für die Bildung von Serotonin benötigt.

Oxytocin: Das Kuschelhormon für Bindung und Vertrauen

Das "Kuschelhormon" Oxytocin entsteht bei Körperkontakt: Zum Beispiel, wenn Mütter ihre Babys stillen oder wenn Menschen Sex haben. Oxytocin stärkt die Bindung, hat Einfluss auf Liebe sowie auf die Treue dem Partner gegenüber. Eine Blockierung dieses Hormons kann der Grund für einem häufigeren Partnerwechsel sein. Das im Blut zirkulierende und im Gehirn freigesetzte Oxytocin, wirkt als Neuromodulator und verändert gezielt die Aktivität bestimmter Gruppen von Nervenzellen. Nach dem Geschlechtsverkehr trägt der Oxytocinschub zum Gefühl der Verbundenheit bei.

Oxytocin für Bindung, Vertrauen und Geborgenheit

Oxytocin können wir uns wie die tiefen Streichinstrumente, die Celli und Bässe, eines Orchesters vorstellen. Bindung, Vertrauen und Geborgenheit stärkt. Die Ausschüttung erfolgt insbesondere bei sozialer Nähe, körperlichem Kontakt und positiven zwischenmenschlichen Interaktionen. Ohne Oxytocin würde dem Orchester die emotionale Ausdruckskraft fehlen. Oxytocin ist aber nicht nur das “Bindungshormon”, sondern reduziert auch Schmerzempfindlichkeit. Bei unseren Musiker:innen sorgt es eventuell dafür, dass ihnen die Finger nicht während des Konzerts zu schmerzen beginnen. Es hemmt die entsprechenden Signale im Gehirn und verstärkt die Wirkung von Endorphinen.

Oxytocin und seine Bedeutung für soziale Beziehungen

Oxytocin wird oft als „Bindungshormon“ bezeichnet, da es eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung von engen zwischenmenschlichen Beziehungen spielt. Förderung von Vertrauen und Bindung: Oxytocin wird freigesetzt, wenn wir körperliche Nähe zu anderen Menschen erleben, sei es durch Umarmungen, Küsse oder andere Formen von Zärtlichkeit. Unterstützung bei der Eltern-Kind-Bindung: Ein besonders wichtiger Bereich, in dem Oxytocin wirkt, ist die Bindung zwischen Eltern und Kind. Förderung sozialer Interaktionen: Oxytocin hat auch einen positiven Einfluss auf soziale Interaktionen im Allgemeinen.

Wege zur Förderung der Oxytocinausschüttung

  • Körperliche Nähe: Umarmungen, Kuscheln und Zärtlichkeiten fördern die Ausschüttung von Oxytocin.
  • Soziale Interaktionen: Zeit mit Freunden und Familie verbringen, gemeinsame Aktivitäten unternehmen.
  • Positive zwischenmenschliche Erfahrungen: Freundlichkeit, Wertschätzung und Empathie zeigen.
  • Haustiere: Der Kontakt zu Haustieren kann ebenfalls die Oxytocinausschüttung anregen.

Endorphine: Natürliche Schmerzmittel und Glücklichmacher

Die Endorphine sind zum einen Schmerzmittel, die der Körper bei Verletzungen sofort ausschüttet. Das zeigt schon der Name: "endogene", also im Körper produzierte Morphine. Zum anderen werden die Botenstoffe bei positiven Ereignissen freigesetzt. Um den Endorphin-Haushalt zu steigern, kann man ebenfalls Sport machen. Lange Zeit wurde auch das Runner's High, ein schmerzfreier und euphorischer Zustand beim Ausdauersport, der einen die Anstrengung des Sports vergessen lässt, auf die Wirkung der Endorphine zurückgeführt. Endorphine sind die Holzblasinstrumente im Orchester. Entspannung bei. Endorphine wirken ähnlich: Sie dämpfen Schmerz, erzeugen Wohlbefinden und lassen alles sanfter erscheinen - genau wie die sanften Töne der Holzbläser nach einer dramatischen Passage. Opioide, die Schmerzsignale im Rückenmark und Gehirn blockieren. Ähnlich wie Morphin, jedoch ohne Nebenwirkungen. Endorphine verstärken soziale Nähe und dämpfen Stress, besonders in engen Beziehungen, etwa durch gemeinsames Lachen oder Sport.

Endorphine und ihre vielfältigen Wirkungen

Endorphine sind körpereigene Chemikalien, die als natürliche Schmerzmittel wirken. Sie werden insbesondere in Situationen freigesetzt, die unser Wohlbefinden gefährden könnten, wie zum Beispiel bei körperlicher Anstrengung, Stress oder Verletzungen.

  • Schmerzlinderung: Endorphine blockieren die Schmerzrezeptoren im Gehirn und reduzieren so das Schmerzempfinden.
  • Wohlgefühl nach dem Sport: Ein klassisches Beispiel für die Wirkung von Endorphinen ist das sogenannte „Runner’s High“, das viele nach intensiver körperlicher Betätigung erleben.
  • Stressreduktion: Endorphine tragen auch dazu bei, Stress abzubauen.

Möglichkeiten zur Steigerung der Endorphinproduktion

  • Sport und Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere Ausdauersportarten.
  • Lachen: Gemeinsames Lachen mit Freunden und Familie.
  • Musik hören: Lieblingsmusik hören und dazu tanzen.
  • Kreative Aktivitäten: Malen, Zeichnen, Schreiben oder andere kreative Tätigkeiten ausüben.
  • Scharfes Essen: Der Verzehr von scharfen Speisen kann die Endorphinproduktion anregen.

Das Zusammenspiel der Glückshormone für ein erfülltes Leben

Die verschiedenen "Glückshormone" haben jeweils unterschiedliche Wirkungen, am Ende machen sie aber alle irgendwie glücklich. Im Sommer ist es leicht: Ein Spaziergang durch die Sonne und die Stimmung steigt. Der Körper schüttet Hormone aus, die dafür sorgen, dass wir uns gut fühlen - sogenannte "Glückshormone". Hormone sind biologisch aktive Stoffe, die im Körper von Hormondrüsen und spezifischen Zellen produziert werden, um dann über den Blutkreislauf zu ihren Zielorganen zu gelangen. Dort regeln sie unter anderem den Energie- und Wasserhaushalt, das Wachstum und die Fortpflanzung. Ihre Aufgaben sind komplex, daher hat nicht ein Hormon eine Wirkung - diese ergibt sich immer aus ihrem Zusammenspiel.

Die vier Glückshormone arbeiten zusammen und konkurrieren gleichzeitig. Dopamin treibt uns zu schnellen Belohnungen, während Endorphine nach intensiven Erlebnissen beruhigen. Serotonin und Oxytocin fördern langfristiges Wohlbefinden. Serotonin Geduld und das große Ganze betont. Bindung verstärkt und Endorphine die Schmerzmodulation unterstützen.

Die Balance der Glückshormone im Alltag

Unsere Lebensgewohnheiten haben einen direkten Einfluss auf die Produktion und Regulation der Glückshormone.

  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann die Produktion von Glückshormonen erheblich beeinflussen. Bestimmte Nährstoffe wie Tryptophan, das in Lebensmitteln wie Nüssen, Samen und Bananen enthalten ist, sind Vorläufer von Serotonin und können dessen Produktion unterstützen.
  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität ist einer der effektivsten Wege, um die Produktion von Endorphinen und Dopamin zu steigern. Bewegung, insbesondere Ausdauersportarten wie Laufen oder Schwimmen, führt zu einer erhöhten Ausschüttung dieser Hormone, was zu einem besseren Wohlbefinden und einer gesteigerten Motivation führt.
  • Schlaf: Ausreichender und qualitativ hochwertiger Schlaf ist für die Regulation der Glückshormone unerlässlich. Während des Schlafs regeneriert sich das Gehirn und stellt die Balance der Neurotransmitter wieder her.
  • Achtsamkeit und Meditation: Praktiken wie Meditation und Achtsamkeitstraining haben nachweislich positive Effekte auf die Hormonproduktion, insbesondere auf Serotonin und Endorphine.
  • Soziale Interaktionen: Der Kontakt zu anderen Menschen, insbesondere zu engen Freund*innen und Familienmitgliedern, fördert die Freisetzung von Oxytocin, was das Gefühl von Verbundenheit und Sicherheit stärkt.

Therapeutische Unterstützung bei hormonellem Ungleichgewicht

Manchmal reicht eine gesunde Lebensweise allein nicht aus, um ein hormonelles Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, insbesondere wenn eine Person unter chronischem Stress, Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen leidet. Eine Therapie, sei es durch Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie oder medikamentöse Behandlung, kann helfen, die Hormonbalance wiederherzustellen. Antidepressiva beispielsweise wirken häufig auf das Serotoninsystem und können so das emotionale Gleichgewicht unterstützen.

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